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Full text of "Jahrbuch der Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer zu Emden (Volume 12)"

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Jahrbnch 



der 

Gesellschaft fiir bildende Kunst 

und 

vaterlandische Altertumer 

zu 

Emden. 



Zwolfter Band. — Erstes und zweites Heft. 

Mit einer Abbildung. 



Emden. 

Im eigenen Verlage der Gesellschaft. 
1897. 



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n 



oanart €#iege Ufo^y 

AUCZl 1914 

Hohensollem Collection 
Gift of A- r, Cooiidge 



.. — ^ 



Druck von Conr Zorn, Herm. Tapper's Nadif., in Emden. 




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Inhalt: 

Seite 
Eilard Loringa nnd seine Genealogien. Yon Professor Dr. Pannenborg 

in Gottingen . . , 1 

Die Coninxloo's in Emden. Yon E. Starcke in Melle 36 

Die Ostfriesen auf Universitaten II (Rostock). Von Fr. Sundermann, 

Lehrer in Norden 48 

Kleinere Mittheilnngen: 

I. 1. Ueber die angebliche Schlacht bei Norden in Ostfriesland im 
Anfange des 12. Jahrhnnderts. 2. Ueber einen angeblichen Unter- 
gan des Nieder-Emsgaus. 3. Ueber drei angeblich friesische Ort- 
schaften. 4. Ueber den ehemaligen Giiterbesitz der Kloster Pohlde 
and Elten in friesischen Gebieten. 5. Ueber die Insel Ganc und 
die villa Witmnndhem. 6. Ueber den Ortsnamen Kollinghorst. 
Von Dr. B. Bunte, Oberlehrer a. D. in Hannover 138 

II. Einige Bemerknngen zur Ueberliefernng der Gesta abbatnm Orti 

s. Marie. Von Dr. M. Klinkenborg in Gottingen 151 

III. Das Grundnngsjahr des Franziskanerklosters nnd eine Walbnr- 
gis-Kirche in Emden. Von Dr. Wagner, Kgl. Archivrat in 
Wiesbaden 158 

IV. Ummeborch, Gareborch, Onersteborch Von J. Fr. de Vries, 
Rektor in Emden 160 

V. Drei Aktenstucke znr Blockade Emdens dnrch die Wassergensen 

i. J. 1585. Von Dr G. Liebe, Kgl. Staatsarchivar in Magdebnrg 161 
VI. Der Vater des D. Fabricins. Von J. Fr. de Vries, Rektor in E. 166 
VII. Schreiben des Landsknechts Hans Bloemhoff ans der Zeit des 
dreissigjahrigen Krieges an Biirgermeister nnd Rat der Stadt 

Emden. Von demselben 171 

VIII. Besoldnngsklage eines Predigers in der zweiten Halfte des 

XVII Jahrhnnderts 172 



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Seite 
IX. Ostfriesiche Rechtssprichworter. Von C. Dirksen, Lehrer in 

Meiderich 175 

X. Anfrage bet. eine Schrift Ulrich von Werdtuns 18Q 

Bericht fiber die Gesellschaft vom 1. Mai 1895 bis zum 1. September 1897. 
(Hierzn die Abbildung des ostfriesischen Diadems am Schlusse des 

Jahrbnchs) 181 

Rechenschaftsbericht. Von dem zeitigen Rechnnngsfohrer P. v. Ren sen 195 

Mitgliederverzeichnis 197 

Verzeichnis der Vereine und Institute, mit denen die Gesellschaft in 

Schriftentausch steht 201 

Inhalt der ersten 12 Bande des Jahrbnchs (1872—1897) 203 



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Eilard Loringa und seine Genealogien. 

Von Prof. Dr. A. Pannenborg in Gottingen. 
I. 

Das Handexemplar der Genealogien. Fortsetzungen und 
Bearbeitungen. 

Die Familie Loringa tritt in der ostfriesischen Geschichte 
hervor seit der Zeit des grossen Grafen Edzard, in dessen Kriegs- 
ziigen sich Otto Papen Loringa, Drost zu Stickhausen, als tapferer 
und kluger Fuhrer einen bekannten Namen erwarb. 1 ) Sein Sohn 
Adolf (Alefl), Drost zu Norden, fiel 2 ) in dem ungliicklichen Gefecht 
der Grafen Enno und Johann mit den Geldrischen bei Jemgum 
(1533). An der Spitze der Verwaltung von Stadt oder Amt Norden 
standen nach dem jiingeren Matthias von Wicht, der als Verwandter 
zuverlassige Nachrichten gehabt haben diirfte, auch Eilards Gross- 
vater und Vater Otto und Emo 3 ). Eilard selbst nennt seinen 
Vater nicht mit Namen, erzahlt aber, dass ihm im Jahre 1618, als 
die 600 Emder Soldaten Norden iiberrumpelt hatten, wegen seiner 
„gut grafischen" Haltung schwere Einquartierung ins Haus gelegt 
worden sei: eine hervorragende Stellung hat er also jedenfalls ein- 



*) Eggerik Beninga ed. E. F. Harkenroht (1723) a. 1494 S. 417 ; 1501 S. 
487; 1506 S. 499. Vgl. Tjaden, Das gelehrte Ostfriesland 2 S. 309 ff. 

*) Beninga S. 690. Vgl. Ubbo Emmins, Rer. Fris. Hist. ed. 1616 p. 873. 

*) Beide bezeichnet er als „ consul Nordanus". (Ober die damalige Ver- 
fassnng von Norden vgl. U. Emmins, De Frisia Orientali etc. ed. 1616 p. 23.) 
Anders Tjaden a. a. O. 2 S. 312. Ob Otto derselbe ist, der nach Wiarda, 
Ostfr. Gescb. 4, S. 27, im Jabre 1613 mitWilhelm von Knipbansen nnd Viglins 
Wiarda als Depntierter nach dem Haag gesandt wurde, bleibt dahingestellt ; er 
musste, da sein Vater 1533 fiel, mindestens 80 Jahre alt gewesen sein. 

1 



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genommen. 1 ) Eilards Mutter war nach v. Wicht Ida von Petkum, 
die sich im Jahre 1621 mit dem Kanzler Dothias Wiarda wieder 
vermahlte. 2 ) 

Eilard besuchte urn 1600 die hohere Schule zu Norden. 3 ) 
Nimmt er es auch spater mit den Regeln der Grammatik nicht 
allzu genau, so lernte er doch so viel, dass er lateinische Texte 
recht gut verstand und sich auch ohne Schwierigkeit in lateinischer 
Sprache auszudrUcken wusste. tFber seine weiteren Studien ist 
nichts bekannt; auch die Angabe, dass er Drost zu Norden 
gewesen sei, ist nur schwach beglaubigt. 4 ) Seine Frau Etta war 
eine Tochter des oldenburgischen Hofjunkers Meinard von Sparen- 
borg 5 ) und der Etta Howerda, einer Schwester jenes Snelger Ho- 
werda, der „die Herrlichkeit Up- und Wolthusen an die Stadt Emden 
verkaufft". Die Ehe blieb kinderlos. Loringa verlor seine Frau 
vor 1638, denn in diesem Jahre sagt er, sie sei mit ihm „befriet 
gewest". In demselben Jahre bezeichnet er sich auf dem Titel- 
blatt seiner Genealogien als valetudinarius, er war also damals 
kranklich. Funf Jahre spater (1643) ist er nach Ulrich von Wer- 
dum, der hier sicher gut unterrichtet war, als letzter Vertreter der 
mannlichen Linie der Loringa gestorben. 

Durch seine Frau trat Loringa in verwandtschaftliche Bezie- 
hungen zu den alten Geschlechtern der 'Hauptlinge von Thor Miinte 
(Howerda) und der Hauptlinge von Werdum. Den Hofrichter Bolo 
Ripperda, den „die Genealogien alle mehrentheils touchiren", nennt 
er in der Widmungsepistel im weiteren Sinne seinen Schwager. 6 ) 



') Nach Matth. v. Wicht (Tab. XLVI) ware Emo am 6. Aug. 1619 als 
Drost zu Friedeburg gestorben. 

2 ) Nach der Genealogie der Familie Wiarda von T. D. Wiarda, gedruckt 
in den „Familiennachrichten tf von C. H. Wiarda 1872, war Ida von Petkum 
die Witwe des Onno Tjabern. Da aber Eilard auch eine Schwester Ida hatte, 
ist wohl anzunehmen, dass die Angabe v. Wichts richtig sei. 

, 8 ) Tjaden a. a. 0. 2 S. 296. 312; Babucke, Gesch. des Kdnigl. Progym- 
nasiums in Norden S. 165. 171. 

4 ) Sie findet sich bei Matth. v. Wicht nur Tab. XVI. in der Genealogie 
der Howerda. 

6 ) Unrichtig Tjaden a. a. 0. 2 S. 313. Die dort N. 16 aus der Genea- 
logie der Howerda mitgeteilte Stelle ist arg verstummelt 

•) 'als habe den Herrn Schwagern mit dieser meiner Arbeit verehren 
wollen'; am Schluss: 'affini suo honorando' ; in der Unterschrift bezeichnet sich 
Loringa als seinen 'cousin*. Nicht eine Schwester Loringas, wie Tjaden a. a. 



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Seine Schwester Etta vermahlte sich mit Friedrich Priedrichs von 
Wicht, einem Neften des bekannten Verf assers der Annates Prisiae, Ernst 
Priedrichs von Wicht. Nimmt man hinzu, dass mit den von Wicht 
auch schon altere Verwandtschaft bestand, ebenso mit den Harringa 
von Hatzum, und dass Eilard mit den zeitgenossischen Vertretern 
des Geschlechtes Beninga naher befreundet war 1 ), so leuchtet ein, 
dass ihm reichlich Gelegenheit und Anregung geboten wurde, genea- 
logische Nachrichten fiber die ostfriesischen Hauptlingsfamilien zn 
sammeln. Und an Interesse und Eifer hat er es auch nicht fehlen 
lassen. Er war aber nicht geschulter Historiker, wie Ubbo Emmius, 
der iiberall die Archive durchsuchte und zahlreiche Urkunden auch 
zur Feststellung genealogischer Verhaltnisse verwertete. Dass Lo- 
ringa die Familienarchive der ihm verwandten oder naher bekannten 
Geschlechter fur seine Zwecke ausgebeutet habe, durfte man nicht 
behaupten. Urkunden citiert er selten, und wo er es thut, meist 
mit einem Hinweis auf die „Croniken a , in denen „sie zu lesen*. 
Chroniken und andere zusammenhangende geschichtlichfc Darstel- 
lungen sind filr die frtihere Zeit seine Hauptquellen, wie er das auch 
selbst in der eben genannten Widmung an Bolo Ripperda deutlich 
genug hervorhebt. „Bey Durchlesung einiger Ostfriesischen Cro- 
niken", heisst es da, „und sonst alten Frieszlandischen Beschrei- 
bungen ist mir im Sinne kommen, einige Genealogias der furnehmb- 
sten adelichen Geschlechter unseres lieben Vatterlandes zusammen 
zu bringen, darin dan viele Schwaricheiden sich befunden, Ungleich- 
heit halber der Historienschreiber, in Anzeigung der Zeit und Jahr- 
zahlen, und dan auch mit auslassung der rechten Geschlechts 
Nahmen. Weiln ich aber einige alte Manuscripta und Annotationes 
meiner Vor Eltern gehabt, so mir mercklich hierzu behiilfflich ge- 
wesen, als habe dieses Werk so weit gebracht als zu sehen. a Unter 
den hier genannten ostfriesischen Chroniken steht fur ihn obenan 
Ubbo Emmius, den er in dem Titel der Genealogien ausdriicklich 
als Hauptquelle hervorhebt. Neben ihm benutzt er namentlich den 
Eggerik Beninga und E. F. v. Wichts Annalen. Diese Annalen hat 
er im Jahre 1637 von Anfang bis zu Ende, offenbar aus dem Ori- 
ginal, abgeschrieben und spater mit seinen Genealogien und einer 

0. S. 313 annimmt, hatte Bolo Ripperda zur Gemahlin, sonde™ dessen Frau 
war Teita von Werdum, eine Scliwester der Fran (Etta) von Loringas Schwager 
Johann von Sparenborg. 

') Vergl. den Schluss der 8. Qenealogie, unten S. 11. 

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von ihm angefertigten Copie des Theen-Rechts zusammenbinden 
lassen. Von Eggerik Beninga hebt er im Anschluss an eine Bemer- 
kung bei Emmius 1 ) hervor, dass er, da er in seinen jungeren Jahren 
am Hofe des alten Grafen Edzard gelebt, „nichts studiert" habe, 
„welchesz zue beklagen in Betrachtung seinesz guthen fiirtrefltchen 
vorstandesz, so ehr in sein Cronick schreiben, auch in legation sachen 
und sonsten bewiesen. a An einer anderen Stelle sagt er: „Esz hat 
dieser Eggerick ein Ostfrieschesz Cronicon mit seiner eigen Handt 
beschrieben, so annoch fiirhanden." 

Die „Annotationes a seiner Voreltern waren wohl genealogische 
Familienaufzeichnungen. Ohne solche hatte er z. B. die Genealo- 
gien der Howerda and Ripperda nicht anfertigen konnen; auf 
sie weisen auch Bemerkungen, wie die zu Garrelt Howerda, Haupt- 
ling zu Nesse, dem Sohn des 1537 gestorbenen Hicco von Uphusen: 
'Hat sich befriet an Essa Howerda. Kan selbigesz nicht woll 
gleuben, dan finde nicht, welchesz Dochter diese Essa gewesen.' 
Zu den „ alten Manuscripten" — man braucht die Worte nicht so 
zu verstehen, dass seine Voreltern sie abgefasst hatten — gehoren 
neben Beninga und v. Wicht vielleicht die 'alte Cronik', das 'alte 
geschriebene Landrecht' und der ,Cronographus', aus denen er ein- 
zelne Stellen wortlich mitteilt. 2 ) Die bald nach dem Jahre 1530 
in dem Dominicanerkloster seiner Vaterstadt zusammengestellten 
Annalen (1271 — 1530), die schon von Eggerik Beninga, E. Fi von 
Wicht und Ubbo Emmius ausgebeutet wurden, dann aber versch wan- 
den 8 ), hat Loringa nicht benutzt. 

Die in meinem Besitz befindliche Foliohandschrift (starkes 
Papier, unpaginiert, in Pergament gebunden), in der die Genealogien 
die grossere zweite Halfte ausfullen, ist abgesehen von einigen 
spateren Erganzungen von Anfang bis zu Ende von Loringa selbst 
in schlanken, festen Ziigen geschrieben. Den Genealogien voran 
gehen die im Jahre 1637 von ihm angefertigte Abschrift der An- 
nates Frisiae von Ernst Friedrichs von Wicht, 149 Blatter, und eine 
Abschrift des Theen-Rechts, 14 Blatter. 

l ) Rer. Fris. Hist. ed. 1616 p. 960. Vgl. Bartels im Jahrbuch 3 (1874) 
S. 2 ff. 

*) Unten S. 14 ff. 

8 ) Ich fand das langere Zeit von mir vergeblich gesnchte Werk mit Hiilfe 
des Herrn Archivrat Dr. H. Grotefend im April 1875 auf dem Anrichev Staats- 
archiv unter den Mannscripten aus dem Nachlass des Emmins. Der schon 
damals vorbereitete Abdrnck wird im Dachsten Jahrbnche erscheinen. 



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Der Titel der Annalen 1 ) lautet: 

Annales Frisiae ab Ernesto Friderico a Wicht, Historiarum 
patriae studiosissimo comportatae 2 ), et ad annum 1602, qui ipsi 
fatalis fuit, perductae, descriptae manu E. Loringa. 3 ) Anno Christi 
1637. 

Darunter: Aenigma Testudinis, 4 Verse; und: Casta decet 
esse Historia ceu virgo ingenua, nativo colore et com&, veritate 
contenta, a fuco et fabulis abhorrens. 

Das Theen-Recht hat die Uberschrift : Warhaffter Bestandiger 
Grundtlicher Bericht, sampt gewiszer Hystorischer Deduction, wasz 
der anfang, Recht und lobliche gewonheiten der Theellanden in 
Norderlandt belegen sey, und wie esz von undenklichen Jahren jeder 
Zeit darmit gehalten. 

Auflallender Weise wird der Verfasser nicht genannt. Er war 
bekanntlich Hector Friedrichs von Wicht (f 29. Marz 1624), ver- 
mahlt mit Folxta Loringa, einer Cousine von Eilards Vater. 

Der Titel der auf das Theen-Recht folgenden Genealogien lautet: 

Genealogiae aliquot 

Nobilium Frisiae patriae nostrae, breviter cum de- 

scriptione heroicarum rerum ab ipsis gestarum, ex 

Emmio Cronographo et aliis congestae studio et opera 

valetudinarii 
E. Loringa. 
Pour passe les temps. 
Anno 1638. 
Quid genus et proavos, et quae non fecimus ipsi, 
Vix ea nostra puto. 4 ). 
Mitten auf der Seite unter dem Namen E. Loringa steht der 
Titel der ersten Genealogie, fur den urspriinglich die ganze Blatt- 
seite bestimmt war. Der oben und unten frei gebliebene Raum 
wurde nachher, da ein eigenes Blatt dafiir nicht mehr vorhanden 
war, mit dem Gesamttitel ausgefiillt. 

Das ganze Werk zerfallt in zwei Teile, die lateinisch abge- 

*) Dass der Verfasser sein Werk urspriinglich ais Chronicon Frisiae 
bezeichnete, zeigte Bartels in diesem Jahrbnche 2, 2 (1877) S. 154. 

') So schreibt Loringa, anch perductae und descriptae, was spatere 
Abschreiber corrigierten. 

8 ) Von Eilard selbst corrigiert aus Loringae. 

*) Ungenaues Citat aus Ovid. Met. 13, 140. 



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fassten Stammregister und die deutsche descriptio heroicarum rerum. 
Erhalten ist in unserer Handschrift der deutsche Teil. Er umfasst 
182 Blatter. Die lateinischen Stammbaume, die nach einigen leer 
gelassenen Blattern folgten, sind mit Ausnahme des letzten Blattes 
aus dem Codex herausgeschnitten. 1 ) Die erste Seite des iibrig 
gebliebenen Blattes bietet die rechte Halfte eines Stammregisters 
der Manninga von Liitetsburg, das ursprunglich zwei Folioseiten 
ausfullte. Der erhaltene Rest moge hier Platz finden: 

Cap: in Liitzboreh caesus 2 ) in pugna Bergumana Anno 1433 reliquit 
ex uxore Adda Circsena Ulrici comitis sorore hanc sobolem. 




Edzard duxit Hicam Gel a nupsit On- 

Ripperda Pevsumanam, noni ab Evsum Equi- 

inde ti, inde 

I I 

Focko duxit filiam Wigbold duxit Bet- * 

nobilis a Werfum, cam a Rasquert. 

inde 

I 

Hoiko ex Tetta 01- 

dersumana reliquit 

unicam filiam 

I 

Almt nupsit Nagello 
a Plettenborch. 

Auf der Seite links vor ,Cap: in Liitzboreh' stand jedenfalls 
Lutetus Manninga, auf den die Linien hinweisen, und unter ihm mit 
entsprecfyenden Linien fanden sich seine Sohne Poppo und Dido mit 
Nachkonimenschaft. In spateren Stammtafeln des Geschlechts bis auf 



') Es fehlen 50 Blatter; von Blatt 31 an zeigen die Reste noch Stucke 
von den sanberen Kreisen und Linien der Stammbaume. 

') So mit Beninga alle ostfriesischen Geschichtschreiber. Aber Lntet 
Manninga nrknndet noch 1436, 1441 nnd 1450. (0. U. 451. 456. 522. 622.) 



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Wiarda herab (Ostfr. Gesch. 1, Tafel XVI) kehrt die von Loringa 
gegebene Grundlage wieder, nur dass die Kinder des Liitet Manninga 
in anderer Reihenfolge aufgefiihrt werden: Poppo, Edzard, Dido, 
Gela. 

tlber das Verhaltnis der beiden Abteilungen des Werkes zu 
einander spricht sich Loringa in der Widmungsepistel an Bolo 
Ripperda aus wie folgt: „Hatte mich erstlich fur genommen, allein 
die lateinische Delineation herauszer zu langen, in Betrachtnng aber, 
dasz nicht alle Erben alda konten gesetzet werden, alsz habe diese 
Beschreibung in unser Mutter Sprache hinzuthun wollen, damit es 
auch der lateinischen Sprache Unerfahrene zu lesen hatte. a Danach 
ist also der deutsche Teil, abgesehen von seinem erzahlenden Inhalt, 
bei einigen Geschlechtern auch in genealogischer Hinsicht voll- 
standiger, als die lateinischen Stanunbaume waren. 1 ) Wo aber diese 
keiner Erganzung zu bediirfen schienen, hat Loringa, namentlich 
wenn nichts Erhebliches von den betreffenden Personlichkeiten zu 
berichten war, ofter die deutsche descriptio gekurzt. So z. B. bei 
dem Geschlecht der von Werdum, wo er schliesst: „Mehr von denen 
von Werdum zu schreiben und die gantze Geneologiam in Teusch 
anhero zu stellen, ist unnotich, weiln das gantze geschlechte achter 
in diesem Buch delinieret ist, und findet man von ihren Thaten 
nichtsz beschrieben." 

Aus den oben angefiihrten Worten Loringas ergiebt sich zu- 
gleich, dass die lateinischen Stammbaume fertig vorlagen, als er zu 
der deutschen Beschreibung die Feder ansetzte. Schon 1637, als 
er die Annales Frisiae abschrieb, waren ihm einige zur Hand ; denn 
zum Jahre 1497 verbessert er dort unter Hinweis auf seine Genea- 
logie der Gankena eine Mitteilung von Wichts fiber die Kinder des 
Eger Tammen. 2 ) 



') Dies bestatigt sich z. 8. bei dem latein. Stammbaum der Howerda 
(in der Redaction Ulrichs yon Werdum, Cod. MS. hist. 484 f. der Gottinger 
Universitatsbibliothek), in dem wiederholt Sohne und Tochter, die nacb der 
deutschen Beschreibung kinderlos starben, weggelassen wurden. 

') Die Fassung von Wichts, dessen Original ich nicht gesehen habe, 
findet sich in der Abschrift des Badius: 'Hoc anno e vita excessit Eger us 
Tammen, in Dornum ac Witmund capitalis, relictis sex filiis, quorum tree 
fuerunt ecclesiastici, nimirum Tyarth pastor in Aurick, Heddo pastor in Hage, 
Menso pastor in Nesse, Hicco, Kancko et Rembertus politici, sed nemo ex his 
omnibus liberos reliquit.' Loringa giebt dafur: 'Hoc anno e vivis excessit 



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Der beschreibende Teil des Werkes hat folgenden Inhalt: 
Genealogia Prima 
der Heubtlingen von Gretsyll 
desz Geschlechtesz 
Circsena, 
nunmehr 
Grafen von Ostfrieszlandt. 
Diese Genealogie umfasst 91 Seiten. Sie beginnt im Anschluss 
an Emmius mit 'Edzard Circsena Cap: in Gretsil: Heubt- 
ling zue Gretsyll, hat bey seiner frouwen, desz nahme in den Cro- 
niken nicht wirdt gedacht, nachgela&zen zwo sohne Uldrich. 
En no.' Dnter Dldrich wird dann mit Angabe der Jahre 1372 und 
1373 erzahlt, was Emmius 1 ) uber den Tod des Evenard Itzinga und 
den Zug von Keno torn Broeck und Ulrich Sirczena gegen Wigmo- 
dia aus den Norder Annalen combiniert hat. Den Schluss der Ge- 
nealogie bilden Mitteilungen fiber das Beilager des Grafen Ulrich 11. 
zu Aurich (1631). 

Genealogia Secunda 

Der 

Heubtlingen 

von 

Jever und Wangerlandt. 

26 Seiten, beginnend mit Edo Wimken und endigend mit der 

Entscheidung des Reichskammergerichts zu Speier (1603) in dem 

Process fiber das Erbe der Maria von Jever. 

Genealogia Tertia 
Der 
Heubtlingen von 



Egerus Tammen in Domain ac Witmund capitalis, relictis tribus (corrigiert 
aus sex) filiis, quorum duo (corr. aus ires) fuerunt Ecclesiastici, nimirum 
Menso pastor Arreliae, Heddo pastor in Hage, Rembertus vero politicus, et 
omnes sine liberis extincti sunt, et una filia Nona, Folpmaro Grimershumano 
Heroi nuptui data, ut in Genealogia perspici potest/ 

*) Rer. Fris. Bist. ed. 1616 p. 211. 212. Die Annalen, auf die sich 
Emmius bezieht, sind die Annales Nordenses, aus denen auch Beninga (ed. 
1723) p. 147 und E. F. v. Wicht ad a. 1372. 1373 ihre Nachrichten entnahmen. 
Der wegen des ersten Vorkommens des Geschlechtsnamens Sirczena interessante 
Satz der Annalen lautet in der Handschrift : 'Eodem anno maxima strages ac 
coedes est facta Ulrici Sirczena ac Brocmannorum, juxta Wigmodiam, ac 
multi eorum venerunt im postestatem ac arbitrium hostium.' 



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9 

In- und Kniphausen, 

nunmehr 

Freyheren. 

27 Seiten; von Iko Onken, Hauptling zu Inhusen, bis auf die 

ftinf Sonne Wilhelms von In- und Kniphausen, der „mit der Hima 

Manninga die Herrlichkeit Liitetsburg befriet." In einer Randbe- 

merkung hat Loringa bei Tido, Baro in Lutzborch, nachge- 

fugt: „Ist in diesem 1638. gestorben zu Embden auf der Clunder- 

borg. 



a 



Genealogia Quart a 

Der 

Heubtlingen 

von 

Dornumb und Esens, 

desz Geschlechtes 

Attena. 

36 Seiten; beginnt mit Hero Attena senior, Hauptling zu 

Dornum, und schliesst unter Itze, Gemahlin des Hauptlings Tammo 

Cankena zu Wittmund, mit einem Hinweis auf deren Erben „in der 

Cankena Genealogia". 

Genealogia Quinta 

Der 

Heubtlingen 

von 

Witmund und Dornumb 

desz Geschlechtes 

Cankena. 

35 Seiten ; Loringa behandelt zuerst das Geschlecht des Heddo 

Cankena, Hauptlings zu Wittmund, bis auf Hicco Cankena junior, 

Hauptling zu Dornum, der am 3. Juni 1554 kinderlos stirbt. „Ist 

also hiemit dasz Edle uhralte Geschlecht der Cankena forstorben, 

und deren guther an fremde Geschlechter devolviret." Von den 

Schwestern Hisa und Almt heiratet die zweite Gert von Closter, 

einen Edelmann aus Drenthe, deren Nachkommenschaft verzeichnet 

wird bis auf Hero Moritz, „anitzo regirender Heubtling zue Dornumb 

cum annexis." 

Das Geschlecht des anderen Heddo Cankena, ^Hauptlings auf 
der Doese und Repsholt", wird fortgeftihrt bis auf Tiard, Prediger 



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10 

zu Aurich, nach dessen Verzichtleistung die Friedeburg in den Besitz 
der Grafin Theda tibergeht. 

Genealogia 6. 

Der 

Heubtlingen 

Tom Broeck 1 ) 

und 

Bisumb. a 

33 S. ; Anfang: „Ocko Thom Broeck oder alsz Emmius will 

Hilmer, hat bey seiner frouwen unbekanten nahmensz nachgelaszen 

einen sohn Keno znm Broeck, Heubtling thor Mude, thom Broeck, 

Marienhave und Aurikerhave." S. 22 nach einer Bemerkung fiber 

das Anssterben (1435) der mannlichen Linie des Bidder Ocko neue 

Oberschrift : 

„H y r fanget ahn der Heubtlingen von Risum 
Stamregister." Es reicht von Tetta, der zweiten Tochter des 
Bitter Ocko, bis auf Hima Cristina : „Diese ist befriet an Heubtling 
Jacob Bipperda von Farmbsum, und possidiret die Herlicheidt Risum. 
Haben annoch in ihrem Ehestandt keine Kinder mit einander ge- 
zeuget. Deus faxit." 

Sodann: „Disz ist also Bidder Ocken propago, und von seiner 
Linie gerechte nachkommen; folgt nun: dasz Geschlecht Re- 
gister Imelonis, seinesz Bruders". Bei Adda, Doda und 
Elbrich am Schluss wird auf die Genealogien der Beninga, Gircsena 
und Oldersum verwiesen. 

Genealogia 7. 

Der 

Heubtlingen 

von 

Grot Valdern, Oldersumb 

und 

Goedens. 

26 S. ; beginnt mit „Haro Ayeltsz, Cap. in Valdren", und 

schliesst mit Margaretha, Tochter des Hauptlings zu Goedens und 

Drosten zu Leerort Haro Fridach, die vermahlt ist mit Willem von 

Evsum zu Nienorth. 



] ) Es folgte 'Oldersumb*, das Loringa selbst gestrichen bat. 



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11 

Genealogia Octava 

Der 

Heubtlingen 

von 
Grimersum 

und 

Dornumb 

desz Geschlechtsz Beninga. 

27 S.; von Folpmar Allena, Hauptling zu Osterhusen, bis auf 

Focko Beninga, Hauptling zu Dornum, und dessen Kinder Folpmar 

und Maria. Unter Focko wird bemerkt: „Ist in seinem Alter blint 

geworden, und hat dasz auf sein Sohn vererbet, so in seinen man- 

bahren Jahren mit diesem Ungliick getroffen wurden, und mit dem 

gesichte, got woll esz beszeren, nicht woll iftrwaret." 

Genealogia Nona 

Der 

Heubtlingen 

zue 

Thor Munthe 

desz Geschlechtesz 

Howerda. 

14 Seiten; von „Menno Howerda, Ebe Howerda sohn" (1398), 

bis auf Loringas Gemahlin Etta: „Ist befriet gewest an Ejlard 

Loringa, so diese Genealogien zusammen gebracht." 

Genealogia Decima 

Desz 

Heubtlings Fockonis Uken 

und desz Geschlechtesz 

Ripperda. 

32 Seiten; von »Uko, Hauptling in Moermerlandt", bis auf 

die Sonne des Joachim Ripperda: „Hero Moritz, Cap. Farmbs. 

Hat gefriet Annam Rengers, mit der ehr die Herlicheit Helium 

befriet" ; und : „ Jacob, Cap. in Risum. Hat gefriet Himam Cristinam 

a Delen, Dochter zue Risum, dadurch ehr in possess der Herlicheit 

gekommen." 

Genealogia Undecima. 

Desz Geschlechtes 

Deren 

von Weerdumb. 



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12 

9 Seiten; behandelt werden nur Hicco und Edo, Sonne des 
Boing von Godens, mit Verweisung auf das Stammregister „achter 
in diesem Buche." Am Schluss die unten mitgeteilte Beschreibung 
des Wappens der Werdumer. 

Damit endet in unserer Handschrift der deutsche Teil des 
Werkes. Von viel spaterer Hand ist auf dem folgenden Blatt bei- 
geftigt : 'Genealogia ' duodecima des Heubtlings Hiddonis des Ge- 
schlechts Tamminga', mit einigen Notizen fiber Hiddo Tamminga 
und dessen Sohne Ewo und Onno. Die dann folgenden Blatter mit 
den lateinischen Stammbaumen sind, wie bemerkt, herausgeschnitten. 

Nach dem kinderlosen Tode Eilard Loringas (1643) kam die 
Handschrift in den Besitz seines Neffen Hector Johann Adolph von 
Wicht, eines Sohnes seiner mit Friedrich Friedrichs von Wicht ver- 
mahlten Schwester Betta. Dieser schrieb vorne hinein: 'Sum Hec- 
toris Johann. Adolph. von Wicht.' Die Arbeit seines Oheims gab 
ihm die Anregung zu einem neuen genealogischen Werke, das be- 
sonders die Familie von Wicht und ihre Seitenverwandten beruck- 
sichtigt. 1 ) Auf einer der Stammtafeln verzeichnet er, dass er am 
25. December 1630 zu Norden geboren sei; er nennt dort auch die 
Namen seiner Frau Sophia Christiana Bomgarden und seiner vier 
Kinder, bei dem Sohne Enno Friedrich hervorhebend, dass illustris 
princeps Frisiae Orientalis Enno Ludwig Taufpathe gewesen sei. 
Wie die Stammbaume der von Wicht, so werden auch die der Pi- 
binga, Aldersna, Suydenborch, Bewingeborch bis auf ihn selbst, 
Hector Johann Adolph von Wicht, und seine Kinder herabgefuhrt. 
An Loringa und diese Arbeit schloss sich wieder Hectors Urenkel 
Matthias von Wicht der Jiingere an, der im Jahre 1788 zu Aurich 
51 genealogische Tafeln zusammenstellte. 2 ) Er war ein Sohn des 

') Ein schones Exemplar sah ich vor 20 Jahren bei dem Herrn General- 
superintendenten Dr. theol. Bartels zu Aurich. Eiaige Tafeln mit sauber ge- 
malten Wappen in Cod. MS. hist. 484 f. der Konigl. Universitats-Bibliothek zu 
Gottingen. 

f ) Meine Handschrift, 53 Blatter Quer-Folio, hat denTitel: „Genealogico- 
rum Stemmatum Anti quorum in Orientali Frisia partim emortuorum partim 
adhuc vigentium plenior Collectio, curante Matthia de Wicht. Auricae A© 
MDCCLXXXVIII." Die Sprosslinge der Familie von Wicht sind bis 1793 nach- 
getragen. Angebunden ist eine 46 Seiten umfassende Abschrift der 1644 von 
Henricus Alting zusammengestellten Genealogien der Familie Alting. Beide 
Werke finden sich auch in einer Handschrift der Gesellschaft fur bildende 
Kunst und vaterlandische Altertumer zu Emden. 



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13 

beriihmten Herausgebers des ostfriesischen Landrechts und bezeichnet 
sich auf Tab. XLIX als 'horame de lettres et scriptor hujus 
tabulae'. 1 ) 

Wa,hrend also das Handexemplar Loringas in den Besitz der 
Familie von Wicht uberging und dort zu Fortsetzungen und ahn- 
lichen Arbeiten iiber andere ostfriesiche Familien Anlass gab, scheint 
das Exemplar, das er Bolo Ripperda widmete, nach dessen Tode in 
die Hande Ulrichs von Werdum gekommen zu sein, der das Werk 
im Jahre 1649 uberarbeitete und erganzte. Handschriften dieser 
Redaction ftihren den Titel: 2 ) 

Genealogiae quaedam Nobilium Frisiae Orientalis familiarum 
principalium, jam dudum ex antiquis quibusdam manuscriptis a 
nobilissimo Eilardo Loringa excerptae et collectae, jam vero de novo 
exaratae atque descriptae Werdumi A - 1649. 

Die begreiflicher Weise in Loringas Handexemplar fehlende 
Widmung an Bolo Ripperda ist uns nur in den Handschriften dieser 
Redaction erhalten. Die Worte des Titels 'ex Emmio cronographo 
et aliis' sind, wie man sieht, ersetzt durch die an die Widmung sich 
anlehnende Wendung 'ex antiquis quibusdam manuscriptis', wodurch. 
spatere Benutzer verfuhrt wurden, Loringa auch an solchen Stellen 
als Quelle anzufuhren, wo er lediglich den Emmius wiedergiebt. 
Der beschreibende Text ist hier sehr viel kiirzer, als in dem Hand- 
exemplar, und abweichend von diesem in niederdeutscher Mundart 
abgefasst. Dass die Anderung im Dialect von Ulrich, der stets 
deutsch oder lateinisch schrieb, vorgenommen sei, ist nicht wahr- 
scheinlich; Loringa selbst wird mit Riicksicht auf die „liebe 
posteritat" diese Form, „unsere Muttersprache", wie er in der 
hochdeutschen Dedication sagt, gewahlt haben. 

Die Genealogie und Geschichte seines eigenen Geschlechts hat 
bekanntlich im Jahre 1667 Ulrich von Werdum in einem umfang- 
reichen lateinischen Werke ganz neu bearbeitet, und spater hat 
noch einmal dessen Bruder Alexander in deutscher Sprache Loringas 



l ) Vergl. iiber ihn Bartels in diesem Jahrbuche 2, 2 (1877) S. 153 ft. 

*) Z. B. Cod. MS. hist. 484 f. der Konigl. Dniversitatsbibl. zu Gottingen; 
ebenso eine Hdschr. der landschaftl. Bibl. zu Aurich and (nach Dr. Adolf 
Ulrich, Katalog des Vereins etc. Hannover 1888, Heft 1 S. 78) eine andere 
in der Bibl. des histor. Vereins fur Niedersachsen. Vgl. auch Tjaden a. a. 0. 
2 S. 314; 3 S. 101. 



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14 

Stammregister der Hauptlinge von Godens, Oldersum und Werdum 
verbessert und erganzt. 1 ) 

Abschriften der Werdumer Redaction Loringas findet man 
ofter, aber solche, die unserem Handexemplar Loringas oder dem 
von ihm an Bolo Ripperda gesandten zweiten Original entnommen 
wurden, sind sehr selten. Der Sammelband 60 (4°) der Bibliothek der 
Gesellschaft fur bildende Kunst und vaterlandische Altertiimer zu 
Emden, den ich durch die grosse Giite der Gesellschaft und das 
liebenswurdige Entgegenkommen ihres Bibliothekars, des Herrn 
Rector de Vries, hier benutzen konnte, enthalt zwar Copien der 
Annalen v. Wichts und des beschreibenden Teils der Genealogien, 
beide aus Loringas Handexemplar 2 ), aber die Stammtafeln fehlen auch 
schon dort; sie werden Wenckebach, der die Abschriften anfertigte, 
nicht mehr vorgelegen haben. 

Fur die Zeiten, die Loringa nicht selbst mit durchlebte, sind 
natiirlich seine Mitteilungen besonders da von Interesse, wo sie aus 
jetzt verlorenen oder noch nicht ans Licht gezogenen Quellen 
stammen. Zu den mir nicht bekannten Quellen gehort eine „alte 
Cronik", die iiber die Verhaltnisse der Beninga una 1500 gut 
unterrichtet, aber weder mit der Chronik des Eggerik Beninga, wie 
sie gedruckt vorliegt, noch mit Sicco Beninga identisch ist. Einer 
der sachkundigen Leser des Jahrbuchs wird ohne Zweifel nach den 
hier folgenden Proben nahere Auskunft geben konnen. 

Die langste Stelle, die Loringa aus dieser „alten Cronik" 
mitteilt, bezieht sich auf den Ubergang der Friedeburg in den Be- 
sitz der Grafin Theda. In der ftinften Genealogie unter Moritz 
Cankena zu dem Jahre 1477 erzahlt er zunachst nach bekannten 
Quellen 8 ) : 



l ) Das Original der Series Ulrichs ist auf der Gymnasialbibl. zu Jever, 
Abschriften beider Werke sind nicht selten. Eine schlechte Ausgabe des 
Stammregisters Alexanders gab D. Mohlmann im Anhang zu des Grestias 
Reimchronik von Harlingerland 1845. 

*) Das ist ans vielen Stellen zu ersehen. Es genugt schon der Hinweis 
anf den oben S. 7 N. 2 mitgeteilten Satz, den Wenckebach in der Fassnng 
Loringas wiedergiebt. Der Titel der Annalen ist etwas geandert, ebenso die 
Reihenfolge der Genealogien. Abschriften der Annalen v. Wichts and des 
Tbeen-Rechts ans dem Handexemplar enthalt Nr. 132 der Bibl. des Vereins fur 
Niedersachen. Vgl. den Katalog a. a. 0. S. 78. 

8 ) Znr Sache vergl. Wiarda, Ostfr. Gesch. 2 S. 94 ff. 



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15 

„Alsz nun Hero Moritz bey den seinigen wieder angelanget 1 ) 
und merkte, dass ehr die Fredeborg gegen die Oldenburger Grafen 
alleine zue erhalten and verthetigen nicht sufficient, hat ehr mit der 
Grafin Theda gehandelt, und ihr die Fredeborg fibertragen, fttr sich 
aber die Landereien in Repsholter und Rispeler Carspelen belegen, 
so Ciricio zugekommen, auszbescheiden, dagegen von Ihr entfangen 
die Borch zue Dornumb, so nun heriinterligt und die Ripperda ge- 
horig, nebenst 5000 ggll. und dasz hogerecht auf Dornumb und 
Resterhave, wiewoll andere willen, esz sey die burg, so annun die 
von Closter besitzen." 

Dann fiigt er hinzu: 

'Esz wirdt diesesz handelsz wunderlich gedacht in einer 
altenCronik, habe derowegen die worter hiebei setzen wollen, 
wiewoll die sache der warheit gemesz sich nicht ansehn leszet (am 
Rande: dan ick kan nicht finden dat Ayelt hebbe kinder gehabt 2 ) 
und lautet also: 

„Dewile nu dat Huesz tho der Vredeborg up de palen und 
grense van de freszlande lag, so hefft salige frouwe Thede, Gra- 
vinne tho Ostfreszlandt, mit Here Moritz van Dornumb und anderen 
frunden laten handelen, dat se de Vredeborch tho bescherminge der 
Grafschap Ostfrieszlandt muchte inkrigen. Doe hefft frouwe Theda 
ein handell forgenomen 8 ) mit Ajelt, tho Hinthe Hovetling, dat he 
sin husz tho Dornum ehr wulde indohn for ein summa von pen- 
ningen, welk de obgemelte Ajelt nicht wulde annemen noch ingan, 
so hefft se datsiilvige husz tho Dornumb ehm tegen sinen willen 
genamen, und de penninge tho Embden by eehn gelecht, welk de 



') Aus der Gefangenschaft zu Oldenburg. 

f ) Darauf kommt Loringa in einer Randbemerkung zu Ajelt in der 
achten Genealogie zuriick, wo er es doch fur mdglich halt, dass dieser Kinder 
gehabt habe. Er hat zwei verschiedene Aylts verwechselt. Die Kinder des 
Aylt Freerksena (0. U. Nr. 1026 vom 15. Juni 1479) waren Frederik, Nona 
und Fossa. 

*) In den Urkunden vom 12. Sept. 1480, 8. Jan. 1481, 10. Marz 1481 
(0. U. 1036. 1049. 1054.) verpflichtet sich die Grafin Theda, dem Hero Moritz 
400 Rins gulden zu zahlen, wenn es ihr nicht gelinge, die Anspruche Ayelds 
to Hynthe auf die 'borchstede, steenhuse, voirborch myd denen coelthune to 
Dornum up der westersyd des loghes' zu beseitigen. Vgl. Eggerik Beninga 
(ed. Harkenroht) S. 372, der ausdrucklich hervorhebt, dass 'de van Hinte sick 
noch to dussen hutigen dage des beklagen.' 



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16 

upgemelte Ajelt noch de vormunder siner kinderen na sinen doet 
nicht wulden entfangen noch annemen, and isz gesthan bleven 
wente dat Frederick tho sinen Jaren gekamen isz 1 ), und also hefft 
frouwe Theda de Gravinne upgemeldt de Vredeborg an sick ge- 
namen, und Here Moritz der van Hynthe husz wederumme ingedan 
tegen Ayeldt tho Hinte und siner arven willen." Hue usque verba 
Cron:' Die Angaben der „alten Cronik" sind ofFenbar richtig und 
sehen so aus, als ob sie einer Aufzeichnung Eggerik Beningas ent- 
stammten. 

Die ausfiihrliche Erzahlung der Thaten Focko Ukenas schliesst 
Loringa mit einem Elogium aus Emmius. Unmittelbar vorher aber 
heisst es: 

'Esz werden in einer alten Cronik diese worter gedacht, so 
ich von wort zue wort abgeschrieben : 

„Darna alsz Focko Ukena van Lehr und uth Ostfreeszlandt vor- 
dreven was und ein tidlanck tho Papenborg und Aschendorp sich 
entholden hadde, isz he in Gronningerlandt tho Oterdum, dar ,sin 
frouwe Icke gebaren wasz, und bey sine andere kinder und frunde 
getagen, do schall Icke sin husefrouw erne mit ein drunck bersz 
vorgeven hebben, und sin levendt also geendiget." Hue usque.' 

Bis auf die letzte Angabe liber die Vergiftung steht das so 
ahnlich in Harkenrohts Ausgabe des Beninga ; einige wortliche Ueber- 
einstimmungen machen es sogar unzweifelhaft, das3 unsere 'alte 
Cronik 4 entweder auch von Beninga benutzt wurde oder nichts 
anderes ist, als eine friihere Kedaction von Beningas Arbeit. Man 
vergleiche a. 1431 S. 280 Z. 18: doe Focco Uken hues tho Lehr 
gewunnen was, heft he seer neerstich by den bisschup van Munster 
um hulpe gesolliciteert . . . und unthielt sick noch een tyt lang 
int sticht van Munster . . . daer na is he getaegen na Gron- 
ningerlant up sine hueser Winsum, Witwert und Oterdum, de 
he mit syner huesfrouwen frouw Hideke erlanget hadde.' Zum 
Jahre 1435 weiss Beninga, ofFenbar auf Grund der Norder Annalen, ge- 
nauer zu berichten, S. 294 : 'Anno Christi 1435 up den dach St. Joannis 
enthovedunge is de stridtbare und manhaftige heldt Focco Dken, 
hovetling tho Lehr, na dem he mannichfoldige slachte und storme 



') 'Frederick to Hinte hovetling' in einer Emder Urk. vom 12. Febrnar 
1507. (Tabl. Emd.). Nach v. Wicht jun. starb er 1527. 



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17 

van joeget up mit sinen vianden geholden und gedaen, thorn la- 
testen van lant und luyden vordreven, so ist he dan noch synes 
naturlichen dodes tho Dyckhusen by den Dam gesturven, und is 
eerlichen in der kloosterkarcke begraven' 1 ). Es ware gar nicht un- 
moglich, dass Beninga, bevor er die Stelle der Norder Annalen 
kennen lernte, das Geriicht liber die Vergiftung verzeichnet hatte. 
Loringas „alte Cronik a ware dann eben die Chronik Beningas in 
einer alteren Gestalt gewesen. Von der Vergiftung weiss auch die 
von Wiarda mit Unrecht so hoch geschatzte Chronica der Freeszen 
zu erzahlen 2 ): Loringas „alte Cronik" kann ihrem Compilator vor- 
gelegen haben, sie selbst ist aber junger als Loringa. 

Die Angabe Loringas, dass Focko Dkena am 29. August 1434 
gestorben sei, beruht auf fliichtiger Lektiire des Ubbo Emmius (Rer. 
Fris. Hist. ed. 1616 p. 337), der sich mit Beninga gegen die Norder 
Annalen fur das Jahr 1435 entschied. Dass Focko Ukena noch am 
23. April 1436 selbst eine Urkunde untersiegelte, hat Dr. Tergast 
in seinem vortrefflichen Werke fiber die Miinzen Ostfrieslands 8 ) nach- 
gewiesen. Die Norder Annalen 4 ) setzen seinen Tod auf den 29. 
August 1437, verzeichnen aber unmittelbar vorher zu demselben 
Jahre ein Ereignis, das urkundlich 1436 stattfand, sodass sie hier 
wie anderwarts fur die Jahreszahl keine unbedingt sichere Stiitze 
bieten. Fest steht jedenfalls, dass der tapfere Haudegen nicht vor 
dem 29. August 1436 gestorben ist. 

Derselben „alten Cronik a , aus der die angefiihrten Stellen 
genommen wurden, entstammen vielleicht die beiden folgenden Be- 
merkungen. 



*) Vgl. Ann. Nord. a. 1437: 'Eodem anno Focko Uken, vir acerrimus 
et bellicis laudibus excellentissimus, qui saepenumero cam 
finitimis non sine magna sua gloria bello contendit, obiitmortem 
nonacerbam neque duram, sed bonam placidaraque, ipso die decolla- 
tionis Joannis [29. Aug.] ac 3n bent 3)ant apud fratres humatum 
est corpus ejus/ 

*) Vgl. Wiarda, Ostfr. Gesch. 1. S. 465. Wiardas Exemplar ist jetzt in 
Groningen, aber die daraus von ihm und anderen angefiihrten Stellen stimmen 
mit den entsprechenden in meinem Exemplar uberein. Dieses sagt S. 200 
zum Jahre 1435 : 'eenighe willen weten, doch nicht seeker, dat hem syn twede 
huszfrouw Hydecke van Weywerd schulde mit een warm beer vergeven hebben.' 
Die dann folgende Charakteristik geht zuriick auf Emmius. 

*) Dr. Tergast, Die Munzen Ostfrieslands. Erster Theil (1883) S 149. 

«) Oben N. I. 

2 



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18 

In der ersten Genealogie schreibt Loringa bei der Zusammen- 
stellung der Thaten Ulrichs I. zum Tode des Hauptlings Wibet von 
Esens an den Rand: 

„Ita verba vetusti alicuius Cronici: Idt hefft Keno tho den 
Broeck geset ein drost eder vaget tho Esensz, genomt Wibet, de 
dat husz Esense na Kenen doet heftt in beholden for sick. De hefft 
genamen ein einige dochter van Stedesdorp genomet Folque etc." 

In der zweiten Genealogie unter Sibet Papinga fiigt Loringa 
dem Bericht fiber die Schlacht bei Bargerbuhr (1433) am Schluss 
die Notiz bei: 

„Diese schlacht ist geschehen by Manningaborch 1 ) tho Norden, 
saget ein altesz Cronicon." 

Bei der Teilung des Nachlasses dieses Sibet constatiert Loringa 
einen Widerspruch der Angabe eines 'Cronographus' mit 'Lubbonis 
Oncken testament'. Er schreibt von Sibet: 

„Hat gehabt zwo frouwen, alsz erstlich Tettam, Occonis thom 
Broeck swester, darnach Amkam, Fockonis Uken dochter, bey denen 
er keine Kinder bekommen. Esz haben nach seinen doet Hajo 
Harles und Rynold seine swester seyne giither getheilet, und hat 
Rinold fur ihren theill bekommen Kniphusen, Accum und Fedder- 
wert". Dazu am Rande: 'Ita quidam Cronographus'. Dann 
weiter: „Disz streitet mit Lubbonis Oncken testament, darin 
ehr auszdrucklich saget, Kniphusen sey nicht seiner frouwen Rinol- 
dae guth, sondern esz sey ihm von zween alten wittiben gegeben 
wurden." 

Der 'Cronographus quidam' ist die Jeversche Chronik, in der 
es heisst : 'Naer Sibet s dood heft syn siister Rinold und Hayo Harles 
de goederen gedehlet, davon kreeg Haye Harls Jever mit alle syn 
behor, und Rinold kreeg Knypens mit de erven in Sangwarden, 
Fedderwarden und Ackum/ Der Chronograph hatte eine urkund- 
liche Unterlage, in der aber nicht 'Knypens', sondern 'de borch 
Knypens' stent. 2 ) Und Liibbo Onneken sagt in seinem Testamente 
auch nicht, dass ihm 'Kniphusen 4 geschenkt sei, sondern der 'heert 



') Egg. Ben. ed. Harkenroht S. 284: 'by Lutzborch in Bargerbnren' ; 
S. 285: 'umtrent Luitetsborch' ; S. B40: 'by Manningaborch'. 

*) Friedlander, Ostfr. Urkundenbuch Nr. 607 vom 8. Jan. 1449: 'do 
Hayo Harles nnde syne snster Rynnold de delinge makeden, also dat Harles 
Yever . . . nam, nnde syne snster gaf he de borch Knypens myt de erfgoedere 
ynne Ackum, Vederwert nnde Senwert'. 



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19 

tho Knipense', wahrend er ausdriicklich 'de borch und den 
herdt', also das Erbe der Frau und den ihm geschenkten Herd, 
seinem Sohne Iko vermacht. 1 ) Der von Loringa angenommene 
Widerspruch ist also in Wirklichkeit nicht vorhanden, man sieht 
aber doch aus dieser und ahnlichen Stellen, dass er keineswegs 
alles, was ihm seine Vorlagen boten, unbesehen als richtig hinnahm. 

In der elften Genealogie giebt Loringa einen Bericht aus 
einem 'alten geschriebenen Landrechte* iiber die Frage, „ob die nach- 
gelassene frouweszpersonen Herlicheidt konten ererben oder nicht. u 
Er ist namlich irrtumlich 2 ) der Ansicht, von den Sohnen des Boing 
sei Edo, der spatere Hauptling von Godens, jiinger als Hicco ge- 
wesen, der mit Hisa die Herrlichkeit Werdum erheiratete und durch 
seinen Sohn Ulrich aus zweiter Ehe mit Wimed von Inhusen Stamm- 
vater der Werdumer „bisz auf diesen Tag" wurde. Edo habe bei 
seiner Frau Teite, unbekannten Geschlechts, „nachgelaszen ein eynige 
Dochter mit namen Almt, so von Hiccone, Heubtling zue Oldersum 
gefriet wurden 3 ), dadurch die Herlicheit von der Werdumer Linie 
abgekommen. a Dann fahrt er fort: 

„Esz ist alhier anzumerken, dasz, wan diese beyde Brudere, 
Hicco und Edo Bojncks, nicht ihre guther na Landrecht getheilet, 
darin dem jungesten sohn alzeit die possession desz stambgudes 
gehoeret, sondern alsz es nun unter unsen Edeleuten gebreuchlich, 
dem eltesten der Besitz zuegeeigenet wirdt, dasz alszdan die Wer- 
dutiier annoch Heubtlinge zue Goedens gewesen wehren, dan Hicco 
alsz der elteste bruder esz alszdan beseszen." Loringa irrt sich, 
wie gesagt, denn Edo war in der That viel alter als Hicco. Das 
andert aber nichts an der von ihm richtig hervorgehobenen That- 
sache, dass durch Edos Tochter Almt Godens an die Oldersumer 
kam. Loringa halt es auch fur moglich, dass Edo die Herrlichkeit 



! ) Testament vora 26. Apr. 1475 (0. U. Nr. 948): r item als mi hebben 
gegoven Tiade Enstes and Luderd Oman den heert tho Knipense, so geve 
ick minon sohne Iken de borch und den herdt mit ander erveguder/ 

*) Das bemerkte schon Ulrich von Werdam (f 1682) in der Series famil. 
Werduman. (Originalms. zu Jever p. 42) : 'in quo fallit Loringius : quia Edo 
praedia quaedam jam vendidit : To den tiden alse Hicko noch ein nnjarich 
kindt wasz, ut habet membrana vetus.' Vgl. die Urkk. von 1425. 1457. (0. U. 
333. 724. 725) u. a. 

8 ) Vgl. u. a. Drk. v. 7. Apr. 1499 (0. U. Nr. 1622) : Hickke van Older- 
sum, tho Godensen hovetling; anch seine Frau Almeth wird dort genannt. 

2* 



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20 

Goedens erst durch seine FrauTeite erhalten hatte. Die betreffende 
Aufzeichnung in dem geschriebenen alten Landrecht giebt er teils 
referierend teils wortlich wieder wie folgt: 

'Anno 1536. ist ein streit furgefallen zwischen die von Older- 
sum und Grimersum: ob die nachgelaszene frouweszpersonen Her- 
licheidt konten ererben und besitzen oder nicht? Da dan die 
Grimersumer bewiesen, dasz selbiges in Ostfrieszlandt jeder Zeit ge- 
breuchlich sey gewesen, und haben zum Exempel angezogen, wasz 
Ockae von Up- und Wolthusen wiederfahren, die die Herlichkeit bey 
Lebzeiten ihrer Elteren und bruderen zum Brautschatz bekommen 1 ). 
Darnach Tette zue Loquart, Occonis thorn Broeck swester, der bey 
Lebzeiten ihresz bruders die Herlicheit Campen mitgegeben wurden. 
Abermal Essa, Haikonis zue Oldersum einige Dochter, habe die halbe 
Herlicheit Oldersum ruhig beseszen, danebenst frouwe Teite zue 
Goedens, darnach ihre thochter Almt, und dan endtlich Ette, Wiardi 
von Uttums Dochter, die Herlicheit zue grosze Borsum, ohne alle 
frunde ansprach beseszen und genutzet haben.' Dann mit latei- 
nischen Buchstaben (am Rande: NB. Verba autoris): 

„Dise alle vorgeschreven sinnen die Herlicheiden gearvet, dar- 
mede beraden, und in rouwsamige gebruck geholden. a 

'Ausz diesen letzten worteren dan halb zue praesumiren, alsz 
wan Edo mit seiner frouwen die Herlicheidt befriet habe. Esto 
judicium penes lectorem. 

Weszhalben aber dieser process und streit angefangen, wirdt 
nicht gedacht, mutmasze, esz musze wegen frouwe Hima Beninga, 
Ulrici Dornumani nachgelaszene wittibe, oder Nonnae Beninga, 
Wiardi von Oldersum frouwen oder wittiben, dieser streit und process 
an gefangen sein. 

Esz ist endtlich anno 1539 dieser streit durch unterhandlung 
der frunden furtragen, und zue mehrer sicherung von Ennone und 
Johan, Grafliche gebriidere, der Accord versiegelt und unterschrieben 
wurden.' 

Mit der Vermutung in Bezug auf Hima Beninga und Ulrich 
von Dornum war Loringa auf dem rechten Wege. Der im Jahre 



') Ygl. Lor., Gen 9 (Howerda) : 'Snelger Howerda Cap. Mnnten., Heubt- 
ling zue der Munthe and in den Damm, hat gefriet Occam, Henbtling Wiardi 
von Oldersumbsz Dochter, mit der ehr zum brautschatz bekommen die Her- 
licheit Up- und Wolthusen, und sonst annoch schoene guther' etc. 'Obiit 
Snelger anno 1472' (dies aus £. F. v. Wichts Annales Frisiae.) 



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21 

1539 beigelegte Streit fand statt zwischen 'dem Erbarn, Ehrent- 
festen Haro und Hero tho Oldersum und Goedens eines- und Eggerik 
Beninga andersdeels, der herrlicheit halven, so Juncker Ulrich 1 ) sel. 
gebruket und nagelaten'. Die grafliche Bestatigung des Vergleichs 
liegt bei Brenneysen gedruckt vor. 2 ) 

Von den Wappen der ihn beschaftigenden Hauptlingsgeschlechter 
beschreibt Loringa nur das der Hauptlinge von Goedens und Werdum : 

„Esz furen die von Werdum heutigesz tages dasz rechte uhr- 
alte Goedenser wapfen, nemblich einen swartzen leuwen, so ausz 
einem griinen waldfc im weisen felde herauszer springet, 3 ) anzu- 
zeigen, dasz sie von der Goedenser rechte afkumpst und Linie sein." 

Bei dem Tode des Snelger Howerda von Arrel erzahlt er, zu 
Urkund dessen, dasz er der letzte des mannlichen Geschlechts deren 
von Howerda gewesen, sei „das Howerda -Wappen nebenst ihm im 
grabe gewurfen wurden." 

Daran, altere Munzen fur die Feststellung genealogischer Ver- 
haltnisse zu verwerten, hat Loringa natiirlich nicht gedacht. Von 
Interesse ist es aber immerhin, dass er mitteilt, der Hauptling Udo 
habe 'zue Norden seine eigene silberne Munze schlagen laszen' 4 ); 
und: 'Anno 1506 hat Graf Edzard zue Gronningen geldt muntzen 
laszen mit dieser Umbschrifft: Edzardus comes conservator Gronning.' 
Exemplare dieser Munzen haben ihm sicher vorgelegen. 

Mit Recht hebt Tjaden 5 ) in seiner Wiirdigung der Verdienste 
Loringas hervor, er sei nach Ubbo Emmius der erste, der in 
Ostfriesland unter den historischen Wissenschaften das Fach 
der Genealogie besonders angebaut habe, und auch der erste, 
der darin weiter gegangen sei, als Emmius. Hector Johann 
Adolph von Wicht und der jiingere Matthias von Wicht, Ulrich 
von Werdum und sein Bruder Alexander und nach ihnen fast alle, 
die sich mit den ostfriesischen Adelsfamilien ilberhaupt oder ein- 
zelnen Geschlechtern eingehender befassten, sind von Loringa direkt 



') Vgl. den schonen Nachruf, den ihm Eggerik Beninga widmet, in der 
Ausg. von Harkenroht S. 707. 708. 

s ) Ost-Fries. Hist, and Landesverfassung I, 5 Nr. 14. 
a ) Vgl. 0. U. Nr. 724. 725. 

4 ) Es sind deren nicht mehr vorhanden; vgl. Tergast, Die Munzen Ost- 
frieslands 1 S. 129. 

■) Das gelehrte Ostfriesland 2 S. 314. 



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22 

oder indirekt in ihren Arbeiten gefordert worden. 1 ) Und wenn auch 
bei der fortschreitenden Quellenkenntnis — vorlaufig reicht das 
Ostfriesische Drkundenbuch von E. Friedlander nur bis 1500, und 
es fehlt noch eine kritisch gesichtete Sammlung der alteren ostfrie- 
sischen Annalen und Chroniken — das meiste von dem, was Lo- 
ringa tiber die fruheren Zeiten zusammengestellt hat, fur die For- 
schung nach und nach entbehrlich werden wird, so behalt doch 
immer das, was er tiber seine eigene Zeit mitteilt, dauernden Wert. 
Das gilt nicht nur von der eigentlich genealogischen Seite seines 
Werkes, sondern auch von der Charakteristik einzelner Personlich- 
keiten und der Feststellung geschichtlicher Begebenheiten. Denn der 
gesunde, „fftrtreftliche Vorstand", den er an Eggerik Beninga lobt, 
war auch ihm eigen. Mit Ubbo Emmius legt er grossen Wert auf 
die Erhaltung der alten Privilegien und Freiheiten seiner friesischen 
Heimat, und er freut sich der Manner, die entschieden dafur ein- 
treten. Graf Edzard II. wird getadelt, dass er „die gemachte so 
woll Keyserliche alsz Delfsilsche Vortrage der gebuhr nach nicht in 
acht genommen" und deshalb (1599) „seinem Sohn Ennoni eine 
wyrrige und verhaszete regierung nachgelaszen." Aber Loringa ist 
doch keineswegs gemeint, alles gutzuheissen, was die Stande und 
die Stadt Emden zur Abwehr wirklicher oder vermeintlicher Cfber- 
griffe der nach grosserer Macht und Bewegungsfreiheit strebenden 
Landesherren unternehmen. Als seine eigenen Mitburger sich wei- 
gern, dem Graten Enno III. die vom Kaiser geforderte Turkensteuer 
zu zahlen und ihm zu huldigen, nennt er sie mutwillig; er billigt 
ersichtlich die ihnen dafur auferlegte Strafe. Das Benehmen der 
Emder bei derselben Gelegenheit bezeichnet er als halsstarrig, und 
der „schimpf und hohn a , den sie im Jahre 1618 „dem guthen Herrn 
bewiesen", geht ihm wie diesem selbst „scharf zu Hertzen." Seine 
voile Sympathie hat namentlich Ennos junger Nachfolger Rudolf 
Christian, unter dem sich gegrundete Aussicht auf endgultige Bei- 
egung der standischen Wirren zu eroffnen schien. Selbst Edzard II. 
wird damit entschuldigt, dass er sich durch Auslander und Uebel- 



x ) Zu den fleissigsten alteren Arbeiten der Art gehort die 'Dissertatio 
historico juridica inauguralis de antiquis Frisiae dynastis eorumque juribus' 
von Gottfried Heinrich Muller, der neben Beninga, Ubbo Emmius und der 
Series Familiae Werdumanae Ulrichs von Werdom die Genealogien Loringas 
in der Werdumer Redaction eifrig benutzt. Vgl. Prooem. p. 8 u. a. 



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23 

wollende habe verfuhren lassen. 1 ) Loringa, das ist uberall ersicht- 
lich, kann irren, aber wissentlich thut er keinem Unrecht. Eine 
wenig schmeichelhafte Bemerkung uber das Verhalten der Sonne 
Wilhelms von Inn- und Knyphausen gegen die Glaubiger ihres Vaters 
streicht er spater aus mit der Randbemerkung : Odiosa. 

Das Urteil und die Mitteilungen eines so ruhig denkenden und 
wohl unterrichteten Mannes iiber Charakter und Thaten einflussreicher 
ostfriesischer Zeitgenossen verdienen in vollem Masse die Beachtung, 
die ihnen Christian Funck in seiner Auricher Chronik 2 ) und Wiarda 
in seiner Ostfriesischen Geschichte geschenkt haben. Auch sonst 
viel benutzt, sind sie doch im Zusammenhange nirgends gedruckt. 
So raoge denn hier Loringa selbst noch einen Augenblick zu dem 
Leser sprechen, und zwar diesmal iiber die Grafen Enno III., Rudolf 
Christian und Ulrich II. nebst ihren Angehorigen, sowie iiber die 
zum Teil sehr hervorragenden damaligen Vertreter des Geschlechts 
der alten Hauptlinge von Inn- und Knyphausen. 

II. 
Aus dem beschreibenden Teil der Genealogien. 

1. Zeitgenossen Loringas aus dem Geschlechte der 

Cir csena: 
Enno Comes Ostphrisiae. 

Ist Anno 1563. d. 30. Septembris zue Aurich desz morgensz 
umb sechsz Uhren gebohren wurden. 8 ) 

Anno 1577. den 29. Junii ist Graf Enno durch rath seinesz 
Vattersz mit Freuwlein Wolbrich, Graf Johan van Ritpergsz Dochter, 
zue Esens vorlobet wurden, weiln aber Graf Enno domalsz nur 14 
Jahren alt, die braut aber 21 Jar, ist die Hochzeit viehr Jahr auf- 
geschoben 4 ), und Anno 1581 zue Esens in praesentia desz breutigamsz 
Vatter, Mutter, Bruder und swester, der- Braut Mutter, auch Grafen 



') Loringa verzeichnet am Schluss seiner Mitteilungen fiber ihn das Urteil 
E. F. v. Wichts : 'Erat quidem Edzardus natura bonas ac probus princeps, sed 
extraneoram consiliis et malevoloram obtrectationibus seductus tarn maltas 
ac varias cum subditis controversias exercuit.' 

*) Sie reicht bis 172 1. Herausgegeben in 8 Teilen als 'Ost-Friesische 
Chronick' Aurich 1784—1788. 

8 ) Nach Loringas Abschrift der Annales Frisiae von E. F. v. Wicht 
a. 1563. 

*) Vorher unter Christopher hatte Loringa bereits erzahlt, dass Enno 
mit diesem und seinem Bruder Johann in Heidelberg studierte. 



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24 

Ottonis von der Hoja, Johannis Grafen van Oldenburch, Simonis 
van der Lyppe, der Grafen van Benthum, Spegelberg und Wida 
prachtlich gehalten worden 1 ), und ist hiedurch Esens mit Ostfriesz- 
landt wieder voreiniget. 

Anno 1582. Ist Graf Enno nach Landtgraf Willem van Hessen 
gezogen, und die GrafschafFt Ritperg, so auf seine Gemahlinne vor- 
sterben wurde, dan ihre swester, Graf Sinfonis van der Lippe Ge- 
mall, unfruchtbahr und dazue wassersuchtig wahr und nicht lange 
leben kunte, von ihm zue Lehn entfangen, und also Graf zue 
Ritperg geworden 2 ). 

Anno 1586. gelag Grafin Wolbrich zue Esens einesz jungen 
sohnesz, so in der taufe Edzard genandt wurde, so aber kurtz dar- 
nach gestorben 8 ). 

Bey dieser Grafin Wolbrich wahr in groszen genaden ein 
Zeubersche nebenst zwo ihrer thochtere, mit namen Stina Evken, 
desz borgermeistersz Johan Efken zue Esens hauszfrouwe, die dan 
ihrer thochter Annae gifft gegeben, dasz sie der Grafin solte zue 
trinken bringen, davon diese fromme Grafin umbgekommen. (Am 
Rande: Obiit d. 26. Maj. 1586. Comitissa Wolbrich.) Daruber Stine 
nebenst ihre zwo Dochtere gefenklich genommen wurden und ge- 
peiniget, da dan Stine bekandt, dasz der Teufell ihr im schein einesz 
Engelsz disz gifft gebracht, so hette sie esz ihrer thochter gegeben, 
die aber bekandte, sie hette etwasz von ihrer Mutter entfangen, 
wuszte aber nicht wasz esz gewest wehre. Seyn darauf alle drey 
bey Esens vorbrandt wurden 4 ). 

Alsz nun Graf Ennonis gemahll, wie gehoret, vorstorben, ist 
ihm ein lust ankommen, eynige frembde Lander zue besuchen, desz- 
wegen ehr Anno 1591 mit seinem bruder Christophoro in Polen 
nach dem Konige vorreiset, daszelbige Koningreich besehen, darauf 
durch Teuschlandt in Ostfrieszlandt wieder gekommen 5 ). 

Anno 1598. hatt Graf Enno mit Anna, eine geborne furstin 
von Holstein, zue Esens in praesentia ihrer Mutter und Johannis, 



l ) Nach E. F. v. Wicht a. 1577. 1581. 

*) Nach E. F. v. Wicht a. 1582. 

8 ) Nach E. F. v. Wicht a. 1586. 

*) Nach v. Wicht a. 1586, wo aber hervorgehoben wird: 'quamvis 
tamen medici Comitissam naturali morbo extinct am certo affirmarunt'. 

B ) Genauer v. Wicht a. 1589. Ober die Reisen and Thaten Christophers 
berichtet Loringa vorher ausfuhrlicher. 



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25 

desz Konigesz von Dennemarcksz sohn, beylager magnificklich ge- 
halten. 

Nachdem Graf Edzard Anno 1599. gestorben, und alle sachen 
in frieszlandt in grosze vorwirrung stunden, hat Graf Enno sich mit 
den standen und in specie der Stadt von Embden aller vorigen 
streiticheiden halber gentzlich furtragen. Darauf er dan gehuldiget 
und fur einen regirenden Herrn angenommen wurden 1 ). 

Anno 1600. hat Graf Enno seinen beyden Dochteren, alsz 
Sabinae Catharinae und Agneti, ihr mutterlichesz gueth Esens und 
Witmundt abgehandelt fur die summa von zwei hundert tausend 
Reichszthaller 2 ). 

Anno 1601 kamen in Ostfrieszlandt desz Kaysersz gesandte, 
hielten ahn umb Turkensteur, welichesz dan eynige stande einge- 
williget, und zue dem ende ein schorrsteinschattinge angeordnet, 
dasz durch gantz Ostfrieszlandt ein ieder schorstein solte einen 
Reichszthaller geben. Dagegen sich aber gesfetzet die Embder, dar- 
nach auch die Norder, und alsz daruber Graf Enno in persona zue 
Norden kam, haben die Norder zue die wafien gegriffen, auch Grafen 
Ennoni geweygeret zue huldigen, weiln sie annoch in seiner Mutter 
alsz leybzuchterinnen Eydt stunden, und hat also der Graf Enno 
mit unwillen furziehen miiszen 3 ), daszelbige aber den mutwilligen 
Nordern kurtz darnagh vorgolten. Dan ehr mit etzliche fendel 
volksz unter dem Obersten leutenandt Lantzbergen, Junker Willem 
von Kniphusen und anderen Capiteinen nach Norden gezogen, die 
waffen ihnen abgenommen, und gezwungen, auf ihre Knie liegendt 
vorgibnisz zue bitten und 30,000 Rthall. zur straffe wegen ihre 
Ungehorsamheit zue geben auferleget, esz ist aber diese geldt 
summa auf die helffte abgebetten, und sie also fur seine unterthanen 
wider angenommen, darauf ihre privilegien von nien bestettiget 
wurden, und haben die Norder ihm gehuldiget genuch gegen den 
willen seiner Mutter Catarina, so Norden alsz Leibzuchterinne be- 



') Nach der ausfuhrlicheren Darstellung v. Wichts a. 1599. 

*) Nach v. Wicht a. 1600. 

•) Bis dahin nach v. Wicht a. 1601, der in Loringas Abschrift schliesst 
mit den Worten: 'qnare Comes non sine animi pertnrbatione infecta re cum 
Nobilitate [sua discessit, cum tamen novam formam Reipablicae ibi prins 
constitnisset Consulibus ac Senatoribns ordinatis, qnod Oenerosi mater aegre 
ferebat, quae Nordae in Aula Domicellana praesens aderat. Almetha uxor 
Francisci Frydach in Qoedens moritur anno aetat. 44/ 



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26 

sasz. Alsz nun die Embder immittelsz halszstarrich verblieben, hat 
Graf Enno einige Soldaten angenommen, umb sie zum gehorsamb 
zue bringen; weiln ehr sich aber fur den Staden von Niederlandt 
befttrchtete, allsz hat ehr vom Keyser ein schreiben ahn Ihnen ausz- 
gebracht, darin sie ermahnet wurden, hierin Ennoni nicht hinderlich 
zue sein, welchesz aber weynich geachtet wurden, dan kurtz darnach 
die Embder eynige Compagnien fuszvolcksz von den Staden zuer 
assistentie bekommen und in ihre stadt genommen haben. 

Darauf Graf Enno die dorfer Hinthe, Osterhusen, Surhusen 
und Larrelt mit Soldaten besetzet hat, und ein grosze schantze zue 
Logener Ort anfangen zue bouwen, dadurch die von Embden die 
vivres zue waszer zue benemmen, auch selbige schantze in starker 
defension gebracht. Hiedurch sein die Embder bewogen, die Heren 
Stat en abermalsz umb hulfe anzuerufien, welche dan ein scharfesz 
schreiben an Ihro Gnaden, fur der Stadt Grave datiret, auszgehen 
laszen, und die festuiTgen, so hin und wieder gebouwet, befholen 
hernieder zue werfen, weiln esz stritte gegen den special Delfsyll- 
schen vordrach, deszen manutenentz bey ihnen stiinde, im wiederigen 
fall konten sie selbiges mit guthen augen nicht lenger ansehen, 
sondern miisten selbsten zuer sachen thuen wasz dazue notich. Diese 
starke ermanung ist von Grafen Ennone nicht geachtet wurden, 
sondern ist mit seiner fortification fortgefaren. 

Seyn darauf eynige Compagnien Reuter und Fuszvolcksz unter 
dem Stadischen Obersten Warner du Bojs zue Embden angekommen, 
und von den Emdern in eydt genommen wurden. 1st darauf auszge- 
zogen, Hynthe, dasz hausz Gretsyll, die Eylsumer syllschantz und 
andere dorfer eingenommen. Darnach nach die schantze zue Loge 
marchiret und dieselbige belagert und nach zehn tagen erobert und 
einbekommen, alda groszen vorrath an pro viand und 16 stiicke ge- 
schutzesz gefunden und bekommen hat. Endtlich haben die Staden 
vorsuchet, die sache gutlich zu remedieren und beyzuelegen; zue 
dem Anno 1603 zue Hinthe ein zuesammenkunfft angeordenet, 
welches doch in rauch furgangen, bisz entlich die sache in den 
Hage hin und beygelecht wurden. Davon dasz Hagische accord zue 
lesen 1 ). 

Wiewoll nun der friede getroffen, ist iedoch die diffidentz aus 



') Vgl. den Abdruck des Hag is ch en Accords in dem 'Recesz nnd Accord- 
bach' (ed. 1695) S. 229-239. 



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27 

der parthien Hertzen nicht weggenommen wurden, sondern ist alzeit 
auf den lantagen, dan von dem einen, dan von dem anderen streit 
gemacht, ia auch hanthatigkeiten furgefallen, bisz entlich Anno 
1611 der Osterhusischer Accord 1 ) getroffen wurden, dadurch dan 
wieder friede gemacht. 

Anno 3 ) 1618. entstundt wieder ein larraen; dan esz schicketen 
die Embder ihre 600 soldaten, so alda in Guarnisoun ligen, unter 
dem Commando desz Junkeren Wilhelmi von Knipbusen, so selber 
bey nachte in persona bey ihnen wahr, und sie zue Norden herein 
furete, zue schiffe nach Norden, alda sie in der Westermarsch an- 
gelandet, und umb elf Uhr desz abendtsz in Norden gekommen sein, 
alda mit eszen und trinken prodigal genuch hauszgehalten ; die guet 
Grafisch waren, alsz sie sie nan ten, wurden gehele Compagnien 
Soldaten, umb zue dominiren, eingeleget, welches meinem Vatter 
auch nebenst anderen wiederfaren ; zogen entlich nach sechs wochen 
wieder woll auszgefuttert davon 3 ). 

Immittelsz wurde Graf Enno starck auf sein Hausz Embden 
mit soldaten bewahret, ia esz wurde die speise auch untersuchet, 
ob briefe darein zue finden 4 ), und anderer schimpf und hohen ihm 
bewiesen, welches dem guthen Herrn woll scharf zue Hertzen gangen, 
aber vorsmertzen mu'szen. 5 ) 

Anno 1621. kam der Graf von Manszfeldt 6 ) Ernst, Petri Ernesti, 
Grafen von Manszfeldt, Koninglichen Hispanischen Gouverneurs von 
lutzenborch, unehliger sohn, dan ehr gebohren zue Aken von einer 
Baderinnen, insz Landt, der dan also in Ostfrieszlandt hauszgehalten 
mit schatzen und banketiren, dasz entlich nicht mehr uberblieben, 
und selber durch den hunger gezwungen hat muszen elendich son- 
der volck d avonziehen. 7 ) 

') Ebenda S. 301-343. 

') Von hier bis zum Abztig des Grafen Mansfeld mit dnnklerer Dinte 
von Loringa spater nachgefugt. 

z ) Christ. Fanck, Auricher Chronik 5, S. 190 ff., giebt hieraus einen 
Auszug. Wiarda, Ostfr. Gesch. 4 S. 89 ff., hat Loringas Bericht aus den 
Akten der Landschaft erganzt. 

*) Vgl. Wiarda, Ostfr. Gesch. 4 S. 88; an der Richtigkeit der Sache ist 
nicht zu zweifeln. 

B ) Vgl. Alb. Bolenias, in diesem Jahrbach 2, 2 S. 102. 

•) Ungenau st. 1622. Vgl. Jahrbnch 2, 2 S. 105 ff. 

7 ) Hier blieb '/' Seite frei, wo eine spatere Hand eine Notiz fiber Ennos 
Tod in kleiner Schrift hinzufugte. Das Folgende bezieht sich naturlicb auf 
Enno. 



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28 

Hat bey seiner Gemahlinnen von Esens gezeuget ein sohn so 
iung weggestorben, und zwo Dochter, alsz Sabina Catarina, Agnes 
und Edzard. 

Sabina Catarina. 

Hat ihren Ohmb Graf Johan zuer Ehe bekommen, welchesz 
durch desz Babstesz dispensation und Zuelaszinge geschehen. Dar- 
auf die nieygetrouwde die Bapstliche religio angenommen haben 1 ). 

Agnes. 

1st befriet an einen Ostenreichschen oder Bohemischen Frey- 
herrn desz geschlechtesz von Lichtenstein, nunmehr Fursten und 
Keysersz geheimen rath. 

Graf Enno hat bey seiner anderden Gemahlin gezeuget Edzard 
Adolp, Cristina, Anna Maria, Rudolp Cristian und Ulrich. 

Edzard Adolph. 
1st in seiner Jugendt todtesz vorblichen. 

Anna Maria. 
1st befriet gewurden an Adolpho Hertzogen zue Mekelenborg 2 ). 

Cristina. 
Hat nebenst ihr Brudere Ulric zue Aurich gleich beylager ge- 
halten mit Philippo Landgraven zue Heszen, eiuen zimlichen alten 
Heren, so sein Hoffhaltung zue Butzbach hatt, in praesentia ihresz 
swagersz Adolphi von Mekelenborg, eines Grafen von Stolberch, und 
der beyden jungen Grafen Ernesti Casimiri von Naszou sohne und 
ihrer mutter Sophia von Brunswick. 

Rudolp Cristian Comes. 8 ) 
1st, nach dem viele streitigkeiten und Gravamina der stande 
beygelecht und hingenommen, von ihnen sembtlich gehuldiget, und 
zue einem regirend^n Heren von Ostfrieszlandt angenommen wurden. 



J ) Genauer unter Graf Johan : 'Anno 1601 hat Graf Johan darch dispen- 
sation desz Bapstesz seinesz brudersz Ennonis tochter Sabinam Catharinam 
gegen desz Yattersz willen zner Ehe genommen, and ist dasz beylager zu Ritperg in 
praesentia Ernesti von Beyren Carfursten von Colin alsz gesandten des Bapstesz, 
and des koningesz von Polen Sigismandi Legaten, gehalten warden, and haben 
die niegetrouwde die Bapstliche religie angenommen/ (Benutzt ist hier v. 
Wicht a. 1601.) 

*) Ihren Sterbethaler (5. Febr.1634, 32 J. alt) s. Mohlmann, Archiv fur 
Fries.-Westfal. Gesch. 4 (1841) S. 67. 

») 1625-1628. 



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29 

Wahr ein langer gerader Herr von Statur desz leibesz, 1 ) der Jagt 
und dera wildtschieszen gewaltich zuegethan, bescheiden in seinen 
discursen, belefft, gab dem geringsten so woll gehoer alsz dem 
grosten, war langsam und nicht hitzig zum zorn, wolte sich von 
seinen rathen woll einreden laszen, dar&ber ehr von alien unterthanen 
besonder geliebet wurden, auch sembtlich esz dafur hielten, dasz 
unter diesesz Princen regierung allesz zum guthen friedlichen ende 
kommen werde, aber der todt, der niemandt sparet, hat ihm 2 ) zue 
fruhe iammerlich weggenommen. Dan ehr Anno 1628 fur sein 
Graflichesz hausz Berum in einem tumult von des kaiserlichen 
Obristen Gallas leutenambt Tomas Stroif mit einem Degen im auge 
gestoszen wurden, davon ehr kurtz darnach gestorben 8 ). 

Esz haben bey anfang diesesz Heren regerung, nemblich in 
Anno 1625, die Embder Aurich durch ihre 600 Man einnemen laszen 4 ), 
mit furgeben, die Lingische stroiffende soldaten dadurch zue bezwingen, 
und ihren Burgeren einen frien pass also durch dasz landt und zue 
handelen zue eroffenen. Darauf hat Ihr Gnaden die sembtliche 
unterthanen seines landes laszen mit ihren wapfen zuesamen kommen 
und Aurich umbcingelt, und der Stadt dapfer zuegesetzet, bisz ent- 
lich der Emder Commendant sich auf accord ergeben und mit etz- 
lichen gequetzten und 14 todten nach Embden wieder gezogen ist. 
Dieser Handell ist entlich furtragen, darauf sie Ihro Gnaden auch 
gehuldiget haben. 

Esz ist dieser frommer Herr schon bei Lebzeiten seinesz Vattersz 
mit einem freuwlein ausz dem furstlichen Hause Braunsweig vor- 
lobet gewesen, dasz beylager ist, alsz man sagen will, durch liebe 
seiner Concubineri, welche selbiges nicht gerne gesehen, also anstehen 
blieben, bisz ehr dariiber erstochen. 

Ulricus Comes Frisiae. 

Hat nach seinesz Brudersz todt die regerung angenommen, und 
ist darauf von den unterthanen gehuldiget wurden 5 ). Hat zue 
Aurich beylager gehalten 6 ) mit Juliana, geborner Landtgravinne zue 
Heszen, in praesentia Landtgraven Johannis, der braut Bruder, einesz 



l ) Vgl. Alb. Bolenius, in diesem Jahrbnch 2, 2 S. 112. 

*) Zuerst 'ihm unsz', das zweite Wort gestrichen. 

») Bolenius a. a. 0. S. 111. 

4 ) Ausfuhrlicher Bericht bei Bolenius a. a. 0. S. 108. 

6 ) Zu Emden 7. Febr. 1630; vgl. Bolen. a. a. 0. S. 112. 

•) 5. Marz 1631 ; ebenda S. 113. 



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30 

Grafen von Stolbergsz, auch Grafen Ernesti Casimiri Stathaltersz 
von Gronningen zween Sohne, und deren Mutter, eine furstin von 
Braunswig; alda esz allesz mit groszer magnificentz abgangen. 



2. Aus der Genealogie der Hauptlinge und Frei- 
herren vonlnn- und Knyphausen: 

Tydo Cap: In- et Kniphus: 

1st ein treflicher kluger beredter Edelman gewest 1 ), hat sich 
auch in Kriege vorsucht, und die Protestanten fursten gegen dem 
Keyser Carolo V. gedienet, darfiber in die Acht gethan wurden, 
und zuer straffe 50,000 R. Maximiliano, dem Grafen van Buren, 
desz Keysersz Obristen, geben muszen, und also zue genaden ange- 
nommen wurden. 1st von Grafin Anna von Ostfrieszlandt in vielen 
Legationen alsz upperster rath gebraucht und vorschicket wurden, 
welches ehr dan treflich hat wiszen auszzuerichten, dasz ehr dazue 
geboren geschienen. 

Alsz aber Grafin Anna zum auszsteuwr ihrer Dochter Efisabet, 
so Grafen Johan van Scouwenborg vorlobet, einige gel der gutlicher 
weyse von die Stenden von Ostfrieszlandt begerte, hat sich resolut 
hiegegen gesetzet dieser Tido und gesaget, ehr sehe woll, dasz 
man der Ostfriesen freywillige fur diesen 2 ) getanene auszsteuwr an 
Graf Johan von Valkenborg in ein gewonheit und pflicht zihen 
wolte, welchesz dan geschehen wurde, wan man disz freuwlein 
ebenmeszig auszsteuern solte; selbigesz kunte ehr nicht approbiren 
und gutheisen, auch seinen Erben alsz frien Frisen solche last auf 
den halse laden. 3 ) 

Darauf esz der Grafinnen abgeschlagen wurden. 

Hat gefriet ein freuwlein mit namen Eva von Rennenberg, 
Grafen Wilhelmi oder Georgii von Rennenberg, Koniglichen Hispa- 
nischen Stathaltersz von Gronningen und Umlanden, tochter. Dabey 
ehr gezeugt 4 Kinder, alsz mit namen Hima, Iko, Willem, Bindelef. 4 ) 



*) Er starb schon am 18. Febr. 1565, war also kein Zeitgenosse Loringas, 
der Abschnitt ist aber, weil fur Loringas politische Stellung charakteristisch, 
bier mit aufgenommen. 

*) d. h. vorher, frfiher. 

8 ) Nach Dbbo Emmius, Rer. Fris. hist. ed. 1616 p. 950 sq. 

*) Am Rande: Eva obiit 1579. Tido obiit 1564. 



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31 

Hima. 

1st gefriet an ein Edelman fiirtreflichesz geschlechtesz in die 
Omlanden Eylke Unsta. Hima 1 ) obiit 1578 d. 20. Jan. 

Bindelef. 

Hat einen Edelman ausz dem Lande von Cleve mit namen 
Everhard von Diefenbruch zuer Ehe bekommen, dem sie dan den ade- 
lichen sitz Middelstewehr zuegebracht. 

Iko Baro Kniphusanus. 

Herr zue In- und Knyphusen, auch zue Elteren und Vogelsang, 
Erbmeyer zue Bastenach, ist ein fursmitzter kluger Edelman gewest 2 ), 
deszwegen in vielen Legationen seinem Vatterlande und der Ostfrie- 
sischen Freyheit bey hohen potentaten furgetretten und, umb die- 
selbige zue erhalten, keinen Fleisz gesparet. Dan ehr Anno 1590. 
zue prage beym Keyser ein starck Mandat erhalten, darin Grafen 
Edzardo aufgeleget wurden, die gemachte Ostfriesche Vertrage nach- 
zuekommen, und nicht zue swachen. 

Ist von Keyser Rudolpho zue ein Freyherr gemacht wurden. 

Deszwegen hat ehr auch zuer Gemahlin genommen Orianam, 
desz Freyherrn von Elteren und Vogelsangsz Dochter 3 ). Dabey ehr 
gezeuget 5 Kinder: Heva, Tido Harmen, Philips Willem, Oriana 
Cornelia, Catarina. Darnach hat ehr gefriet ein adeliche Junfer vom 
geschlechte Frensen, so im Kindelbedde mit dem Kinde gestorben. 

Ich finde specialiter von ihm sonst nichtsz beschrieben. 

Heva. 

Ist gefriet an ein Freyherr in Zelandt genandt Maximilian van 
Kroningen, Herr zue Vlissingen und Armuiden. 

Oriana Cornelia. 

Hat zuer Ehe bekommen Claes Frese, Heubtling zue Hynthe. 
Catarina. 

Ist befriet an Heubtling Haro Frydach zue Goedens. 
Tido Harmen 

Hat die Baronie Elteren und Vogelsang fur seinen bruderlichen 
antheill bekommen, auch sich da befriet an ein Jiiffer genandt 
Margareta Cock von Delwinen, dabey ehr gezeuget drey sohne Fer- 
dinand, Tido Harmen, N. 

') Dies am Rande spater von L. beigefdgt (and dazu wieder cine spatere 
Hand: improlis obiit.) 

*) geb. 1556, f 1604 Dec. 1. 

8 ) Am Rande: Oriana moritur 1600. 



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32 

Philips Willem Kniphusanus. 

Dieser hat die Herlicheit Kniphusen behalten, und zuer 
frouwen genommen Catarinam Ortgysz van Wersabe, Drosten zue 
Lehr Ort Dochter, darvon ihm gebohren wurden Moritz und Frantz 
Philips. Hat die Herlicheit Kniphusen dem Grafen Antonio Gunter 
von Oldenburch vorkaufit und iibergetragen, und hat seine wohnung 
nun zuer Zeit binnen Bremen 1 ). 

Seyne anderde Gemahlin ist ein freuwlein ausz Mehrenlandt 
vom Geschlechte Wirbum, wittibe von dem Baron Conewitz, darvon 
auch einige sohne und dochter gebaren wurden. 
Willem van In- und Kniphusen, Tidonis anderde 

Sohn. 

Dieser ist ein gelerter treflicher furstendiger Edelman gewest 2 ). 

Deszwegen ehr auch in vielen Legationen gebraucht wurden, 
insonderheit nach dem Keyser zue prage, da ehr dan nach sechsz- 
jahriger expectation die Keyserliche resolution, so nun gedruckt 3 ), 
bekommen, und den sembtlichen Ostfrieschen standen mit groszen 
froloken uberliebert hat. 

Ist bey alien handelen, alsz Concordaten, Landtagszschluszen, 
Recessen, Osterhusischen Accord und sonsten wasz im lande zwischen 
dem Grafen und Standen furgefallen, an und uber gewest. 

Ist im anfang desz Hofgerichtsz anno 1590. fur ein Assessor 
seiner weiszheit halber angenommen, welches aber Graf Edzard, 
so ihm absonderlich fiendt, nicht zuelassen und consentiren wollen. 

Nach Grafen Edzardi todt ist ehr Grafen Ennonis besonderer 
geheimer rath in alien sachen gewest, der ihn in vielen Diensten 
gebraucht, hat ihn zue einen Commendant gestellet in die schantze 
zue Loge, so umb die Embder zue bezwingen gezimmert wahr, die 
ehr dan liederlich genuch aufgeben und vorlaszen hat. 4 ) Ist nebenst 
den Obristen leutenambt Lantzbergen mit seine Compagnie soldaten 
auch zue Norden gewest, und die widerspenstigen Norder helfen be- 



') Er starb im J. 1652. 

*) f 1631 Aug. 3. 

*) Kayser Rudolffs des andern resolution, ordnung und abschiedt etc., 
Prag, 13. Oct. 1597; gedruckt im 'Recesz- u. Accordbuch' S. 139—171. Im 
Eingange heisst es: 'Die uhralte furtreffliche provintz Oistfrieszlandt, *als 
welche wegen ihrer ansehenlicher Seeporten und hafen ein feste vormaur und 
grantz unsers geliebten Vatterlands Tutscher Nation dises ordts ist*. 

*) Vgl. oben S. 26. 



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88 

tzwingen 1 ); summa, ist baldt in groszen ansehn bey Ihro Gen^den 
gewest, baldt wieder in ungnaden, alszdan sich zue der gegep 
parthie geschlagen und vile unruhe angerichtet, auch seine aijge- 
borne klugheit nicht woll bestettiget ; welchesz allesz in der ge- 
druckten Embder Apologia zue lesen. 2 ) 

Ist ein treflicher reicher Edelman gewest, deszgleichen man 
domalsz in Ostfrieszlandt nicht gehabt, hat aber dorch pracht und 
kostliche hofihaltung, darin ehr Grafen Ennoni domalsz nichtsz be- 
vohr gegeben, seine guther dermaszen besweret, dasz die guther 
und schuldt woll gleich estimiret werden kunten. Wiewoll unser 
Gott seine sohne reichlich mit raittell fursehn, umb ihresz Vattersz 
schulde zue bezalen, geschicht von ihnen selbigesz nicht, sondern 
procediren lieber gerichtlich mit den creditoren und bleiben in 
possess der guther. 

Hat zuer frouwen gehabt Himam Manninga*), mit der ehr 
die Herlicheit Lutetsborch befriet, da bey ehr gezeuget 5 sohne, allz 
Tido, Dodo, Enno Willem, Dnico Manninga, Carel Pridrich. 
Tido Baro in Lutzborch. 

1st ein treflicher hochgelerter vorsmitzter Edelman, durch 
deszen weiszheit und vorstandt unsere Ostfriesische sachen anitzo 
mehrentheilsz dirigiret werden, ist in vielen Legationen an Keyser 
und Konige Hove gebraucht wurden, auch seiner gelertheidt halber 
zu einem Assessor desz Hofgerichtsz erkoren. 

Ist vom Keyser Ferdinando n. zum Freyheren gemacht wurden. 
Possidiret die Herlicheit Lutzborg und ist annoch unbefriet. Ist 
geboren anno 1582. d. 4. Julii. [Am Rande nachgefttgt :] Ist in 
diesem 1638. gestorben zue Embden auf der Clunderborg. 
Dodo Capitaneus in Jendelt. 

Hat sich von Jugendt auf desz Erigeszwesensz befliszen. Ist 
Grafen Ennonis wollbestalter Capitein und Drost auf Stickhusen ge- 
west, hat in der blutigen belagerung binnen Ostende sich dapfer 
furhalten, alda ehr im gevecht 4 ) ein finger verlohren. 

Hat darnach vielen Koningen, alsz Engelandt, Dennemark und 

l ) Vgl. oben S. 25. 

') Apologia das ist Volkommene Verantwortang, so Bargermeister and 
Rath der Stadt Emden mussen ausgeben etc. Groningen, Gerh. Ketel, 1602. 

8 ) Tochter des Unico Manninga, Stifters des 1584 errichteten Lutzburger 
Fideicommisses. Vgl. aber ihn Graf Edzard zu Innhausen and Knyphaasen in 
diesem Jahrbach 10, 2 (1893) S. 9 ff. 

*) So von Loringa corrigiert st. scharmutzell, das gestrichen. 

3 



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34 

Sueden, wie auch anderen potentaten und Krigeszfiirsten gedienet, 
alsz Cristiano dem Dullen, Hertzogen von Brunswick, der ihm aber 
schlechten lohn geben wollen. Dan alsz Hertzog Cristian mit seiner 
armee bey statlohn von den Keyserschen geschlagen wurde, legte 
ehr alien schuldt davon auf den Obersten Kniphusen, liesz ehm desz- 
wegen binnen Schenckenschans, eine stadische fortresse, gefenklich 
einlegen, und wolte ihm fort kopfen laszen, zue dem ende dasz sandt 
schon gefttret und der todt ihm angesaget wurden ; ist aber selbigesz 
durch den Commandeur aldar ausz geheisz desz printzen Mauritz 
van Naszouw furhindert wurden. 

Ist bey dem Koninge Gustavo Adolfo von Sueden in groszer 
aestime gewest 1 ), dadurch ehr endtlich Feldtmarschalck uber die 
gantze Konigliche Arm6e seiner geschicklicheit halber ist gemacht 
wurden 2 ). Ist auch wegen seine getreuwe Dienste von dem Koninge 
mit zwoen fiirtreflichen furstlichen Ambtguthern, alsz Elempenou in 
Pomeren und Meppen alhier in Neder Westphalen, furehret worden. 

Ist entlich, alsz ehr nach seiner thochter Eva Hochzeit ziehen 
wollen, mit den Keyserschen unterwegensz zu treffen kommen, sie 
geschlagen, aber ehr durch den Kopf auf nie Jarsztag anno 1637 mit 
einer Muszquettkugell geschoszen wurden, dariiber ehr fort von pherde 
gefallen und todt geblieben. Ist Graflich zue Jennelt begraben wurden. 

Dasz Ambtguet Meppen hat seine nachgelaszene Wittibe vor- 
kaufft an des Koninges von Bohemen sohn Printz 8 ) . . . dafur sie 
bekommen 4 ) . . . 

Hat bey seiner frouwen Anna Schade nachgelaszen Eva und 
Enno Adam, dan Willem, sein iungster sohn, bei seinem leben in Po- 
meren gestorben. 



*) Ygl. H. 0. Feith, Lettres de Gustave Adolphe adress6es a son general 
D. von In- und Kniphausen 1630—32. Groningen 1860. Die Briefe Gustav 
Adolfs sind in deutscher Sprache geschrieben. 

*) Nach dem Tode Gustav Adolfs, der ihn noch am 3. Juli 1632 tituliert: 
,Dem Wolgebornen Unserm Major Generate, Obristen besonders Lieben unndt 
getrewen Dodo freyherrn von In- unndt Kniphausen'. Vgl. auch Wiarda, Ostfr. 
Gesch. 4 S. 172 ff., der Loringa benutzt und aus Bolenius, v. Meteren und 
Aitzema erganzt. 

8 ) Loringa schrieb Robert, das er aber selbst wieder gestrichen hat. 

4 ) Raum fur eine Zeile frei gelassen. Christian Funck, Ostfriesische 
Chronick, 6. Theil (Aurich 1786) S. 8 erganzt: 'an den Sohn des gewesenen 
Konigs zu Bohmen, Prinzen Carol Ludowich, Churfursten und Pfalzgrafen am 
Rhein, fur 38,000 Rthlr.' 



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35 

Eva. 
1st befriet an einen Obersten, Wulf von geschlecht, anitzo 
Swqtschen Commandeur binnen der stadt Minden. 

Enno Adam. 
Commandert ein Regiment pherde unter die Suetsche Arm6e 
ist annoch unbefriet 1 ). 

Enno Will em. 
Ist gleich alsz sein Bruder Dodo auch viele Jahren im Krige 
herumb gezogen, bisz ehr endtlich sicb zue ruhe begeben und 
Oberster uber die soldaten in der Stadt Hamburg gewurden, alda 
ehr anitzo noch Commandeur ist and gemachliche guthe Krigesz- 
gelegenheit hat. 2 ) Ist Ihro Genaden von Ostfrieszlandt Hofmeister 
fur einige Jahren gewest. 

Hat bey seiner frouwen Anna Maria von Amelunxen drey 
sohne und 2 Dochtere, alsz Tido Conrad, Rudolp Willem, Carel 
Hieronimus, Elisabet Aleit, Maria Juliana. 8 ) 
Unico Manning a. 
Ist Adelicher Administrator desz Ostfriesischen Collegii gestorben. 
Hat erstlich zuer Ehe gehabt Moritz Frese, Claes Fresen, 
Heubtlingsz zue Hinte, swester, darnach hat ehr gefriet desz Drosten 
Bartram von der Weihe zue Witmund Dochter; hat aber bey diese 
beyde frouwen keine Kinder gezeuget; ist Anno 1637 zue Embden 
gestorben und zue Norden begraben wurden. 
Carel Friderich. 
Ist lange Jahren Grafen Dlrici, unsersz gnadigen heren, Hoef- 
meister gewest, und selbigen Dienst ftlrtretten. Ist nun Drost zue 
Gretsyll 4 ) und annoch unbefriet. 5 ) Ist unter dem Grafen von Mansz- 
feldt, unserem landtvorderber, in Ungeren Ritmeister gewest. Ist 
auch ein kluger vorsmitzter Edelman. 



*) Eine spatere Hand (kurz vor 1700) hat die Kinder and Kindeskinder 
des Enno Adam, Stammvaters der jetzigen Grafen, am Rande beigefagt. 

*) Er starb im J. 1656. 

*) Fortsetzong uber die vier letzten bis gegen 1700 am Rande von 
spaterer Hand. 

*) In dem von Tjaden, Gel. Ostfr. 2 S. 314 N. 17 citierten Exemplar 
aus der Redaction Ulrichs v. Werdnm : 'isz nu Ost-Freeszsche Hof-Richter and 
annoch anbefreyet.' Hofrichter war Carl Friedrich nach Tjaden 1639 — 1669. 

*) Randbem. von spaterer Hand: 'ist auch anbefreyet gestorben im 75. 
Jahr seins altersz Ao. 1669/ 

3* 



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Die Coninxloo's in Emden, 

mitgeteilt von E. Starcke in Mello. 

Wahrend meines langjahrigen Aufenthaltes in Emden hat die 
im 16. und 17. Jahrhundert durch mehrere Generationen daselbst 
wirkende Malerfamilie der Coninxloo's stets mein grosstes Interesse 
erregt und mich zum Sammeln von Notizen iiber dieselbe veranlasst. 
Neue Anregung dazu gab mir der vor einigen Jahren in der Zeit- 
schrift ,,Oud-Holland tf veroffentlichte Aufsatz: De Coninxloo's door 
Mr. N. de Roever; die nachfolgend aneinander gereihten Mittei- 
lungen mogen als eine Erganzung desselben, den in Emden ansassig 
gewesenen Zweig der Familie betreffend, dienen. Vollstandige Bio- 
graphien liessen sich nicht zusammenstellen, es sind daher nur 
zusammenhanglose Notizen, die ich wiedergeben kann, vielleicht 
dienen sie aber dazu, die bisher noch herrschende Verworrenheit 
uber einzelne Mitglieder dieser merkwiirdigen Malerfamilie, die durch 
zwei Jahrhunderte hindurch zu verfolgen ist, zu klaren 1 ). 

Dass unter den Coninxloo's bedeutende Ktinstler zu finden 
sind, hat erst die neuere Zeit festgestellt, so bespricht z. B. Eisen- 
mann in seinem: „Erlauternden Texte zu den Meisterwerken der 
Kasseler Gallerie von William Unger" zwei bezeichnete Gemalde 
von Jan van Coninxloo (geb. in Brussel am 1489) im Museum zu 
Rouen und sagt von einem Flugelaltar in der Kasseler Gallerie, un- 
bezeichnet und friiher dem Jan van Eyck zugeschrieben, derselbe 
sei ein fein empfundenes Werk des Jan von Coninxloo aus dem 
Anfange des 16. Jahrhunderts. 



] ) Auch der im Jahre 1877 von mir anfgestellte Katalog der Emder 
Gemalde-Sammlung enthalt noch Dngenauigkeiten iiber die Coninxloo's. 



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37 

t)ber Gilles von Coninxloo (geb. 1544 in Antwerpen) lasst sich 
das Jahrbuch der Konigl. Preuss. Kunstsammlungen, X Band, folgen- 
dermassen aus: „Eine bezeichnete und datirte Landschaft von Gilles 
van Coninxloo ist neuerdings in der Dresdener Gallerie von Karl 
Woermann entdeckt, die im Verein mit den beiden Waldlandschaften 
der Gallerie Liechtenstein und durch seine verschollenen, nur durch 
Stiche von N. de Bruyn und Londerseel bekannten Landschaften 
uns jetzt erst seinen Kunstcharakter in vollem Dmfange erkennen 
und das begeisterte Drteil Mander's iiber ihn berechtigt er- 
scheinen lasst. 

Schiiler des Gilles sind Jan Breughel, vielleicht auch Pieter 
Breughel d. J., dann Joos de Momper, Hercules Seghers, Pieter 
Schoubroeck, Antonis Mirou. Zu seinen Nachfolgern sind zu rechnen : 
David Vinckboons, Hendrik Averkamp, Kerrincx, Esaias van der 
Velde u. A. Es existieren nach Gemalden von Gilles van Coninxloo 
13 Stiche, zumeist von Nicolas de Bruyn. 

Eine seiner grossten Landschaften hatte der Konig von Spa- 
nien erwerben lassen, und selbst der deutsche Kaiser hatte mehrere 
seiner Werke angekauft." 

Die Familie van Coninxloo scheint vlainischen Ursprungs zu 
sojp, Maler dieses Namens finden sich zuerst in Antwerpen (Jan 
und Pieter), dann in Amsterdam (Gilles, gest. 1606) und zuletzt in 
Emden (von 1571 an bis Mitte des 17. Jahrhunderts.) 1 ) Die ktinst- 
lerischen Leistungen der Emder Coninxloo's sind nicht von der Be- 
deutung, wie diejenigen der bereits fruher erwahnten Maler, es sei 
denn dass ausser den mir bekannt gewordenen, noch existirenden 
neun Oelgemalden, andere vorha/iden gewesen sind, welche hervor- 
ragender waren. 

Den ersten Rang unter ihnen nimmt der im Jahre 1571 ein- 
gewanderte Hans van Coninxloo I. ein (gest. 1595), von welchem 
zwei Gemalde aus dem Jahre 1592 bekannt sind, eins im Museum 
in Prag 2 ), das andere in der Gemaldesammlung in Emden 3 ) Dann 



') Die Brusseler Gallerie besitzt ein Bild, bezeichnet Cornolis van Co- 
ninxloo 1526. Ein Gilles van Coninxloo wird 1539 als vrymeester der St. 
Lucasgilde in Antwerpen anfgenommen, er lebte noch 1542 — 43 daselbst. 

*) Nach Abr. Bredius ist dasselbe bezeichnet : Hans von Coninxloo fecit 
Embdae 26. Febrnari 1592. 

*) Bezeichnet: H. v. Coninxloo fecit Embden 9. Jnni 1592. 



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38 

folgt Hans van Coninxloo II., Sohn des vorigen, Maler and zugleich 
Kunsthandler, welchem ein Bild, Moses schlagt Wasser aus dem 
Felsen, unbezeichnet, in der Emder Sammlung zugeschrieben wird. 
Karel van Mander erwahnt seiner in seinem : Het Leven der Neder- 
landsche etc. Schilders bei der Biographie von David Vinckeboons 
in folgender Weise: In het loopende jaar 1604 heeft hy voor Jan 
van Koninxloo, mede een Schilder, twee stukjens onder handen, 
zynde het een eene Prediking van Christus, en't ander eene Boeren- 
bruiloft, wel gestoffeerd .... 

Ferner ist zu nennen Hans van Coninxloo III, Sohn des vorigen, 
mit zwei erwahnenswerten Bildern im Privatbesitze in Emden und 
in der Emder Sammlung und endlich kommen, ebenfalls in Emden, 
noch drei mit Coninxloo bezeichnete minderwertigere Bilder vor, 
welche vielleicht dem Pieter van Coninxloo, dem Bruder des vorigen, 
zuzuschreiben sind. Mit den Enkelkindern des Hans van Coninxloo IV 
endlich verschwindet jede weitere Spur der Familie van Coninxloo 
in Emden. Dieselben sind entweder ohne Nachkommenschaft ge- 
storben, oder aber ausgewandert. Vielleicht gab es noch Verwandte 
in Koln, wo sich frtiher (1571) ein Hubert van Coninxloo aufgehalten 
hatte (Journal des beaux-arts, 1870, p. 58) und 1572 ein Adrian 
van Coninxloo, oder in Frankenthal, wo nach de Roever ein Frwi- 
cyncken van Coninxloo gelebt hatte, dann Jasper van Coninxloo, 
gestorben vor 1588, und ein zweiter Jasper van Coninxloo, ge- 
storben im Jahre 1597. Die nebenstehende Stammtafel der Emder 
Coninxloo's ist mit Hiilfe des Emder Maler-Protokollbuches, welches 
mit dem Ende des 16. Jahrhunderts beginnt, und der Tauf-Proto- 
kolle der „ Grossen Kirche* in Emden, welche von Anfang des 
17. Jahrhunderts an fast vollstandig erhalten sind, zusammengestellt, 
wobei die Namen derjenigen, welche der Malergilde angehorten, 
durch gesperrten Druck hervorgehoben sind. 

Zu der nun folgenden Zusammenstellung der von mir im Laufe 
der Jahre gesammelten Notizen uber die einzelnen Mitglieder der 
Familie Coninxloo bemerke ich noch, dass erstere zum grossen 
Teil dem Maler - Protokollbuche der Emder Malergilde entnommen 
sind, dann dem liber expensarum der „ Grossen Kirche" in 
Emden, den Gasthaus - Rechnungsbtichern, dem Taufregister der 
„ Grossen Kirche", dem Emder Burgerbuche und den Veroflent- 
lichungen des Herrn Archivars der Stadt Amsterdam N. de Roever 
in der Zeitschrift „Oud-Holland a liber die niederlandischen Coninxloo's. 



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Zu So 



J 



I 



Pieter van Coninxloo 

geb. in Briissel 
Intwerpen als Meister aufgenommen) 



thalyne 

ltwerpen, verh. 
[•it van Ulsen, 
in Amsterdam 



geb. in 



ml608 
ander 8 ) 



Jarbrandt 
*et. 1651 



Cathalyne van Coninxloo, 

geb. in Antwerpen, gest. 1606 in 

Frankenthal 



geb. 



Clara 
in Amsterdam 1611 



Sara gest. 1648 Hans gest. 1652 Elisabeth gest. 1655 



Magdalena 
get. 1652 



Garbrand 
get. 1653 



Garbrand*) 
get. 1661 



wenn einer dieses Namens mit dem Tode abging. 



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39 

Hans van Coninxloo I, 
geb. um 1540 in Antwerpen, wo sein Vater, der von Brussel dort- 
hin ausgewandert war, 1551 in die St. Lucasgilde aufgenommen 
wurde. 

Im Jahre 1571 sehen wir den etwa 30 Jahre alten Maler mit 
seiner Frau und seinen beiden Kindern, Hans and Cathalyne, die 
Vaterstadt verlassen, vielleich veranlasst durch die damals herrschen- 
den religiosen Wirren, und seinen Wohnsitz nach Emden verlegen, 
dem Zufluchtsorte so vieler Fluchtlinge aus den Niederlanden. Auch 
sein Bruder Gilles verlasst Antwerpen, jedoch erst im Jahre 1585, 
wo er nach Frankenthal (ibersiedelt, ebenfalls einem Zufluchtsorte 
fluchtiger Niederlander. Hier verheiratete sich seine Schwester 
Cathalyne mit van den Bosch. 1 ) Hans van Coninxloo wird am 
18. Mai 1571 in Emden als Burger aufgenommen, es heisst von 
ihm im Biirgerbuche : Hans van Coningslhoe civis factus est, juravit 
non solvit sed sua arte pictoria civitati satisfaciet. Vielleicht malte 
er ein Bild fur das damals noch bestehende alte Bathaus an der 
Westseite des Delfts, wofur man ihm die Zahlung des Biirger- 
geldes erliess. 2 ) Dabei liegt die Vermutung nahe, in ihm den Maler 
des einzigen noch nicht bestimmten grossen Bildes auf dem sogen. 
Bummel des jetzigen Rathauses, Moses schlagt Wasser aus dem 
Felsen darstellend, zu suchen. 8 ) 

Ober die kunstlerische Thatigkeit des Malers sind leider keine 
Aufzeichnungen zu finden, wohl aber finden wir seinen Namen von 
1577 an vielfach im Ausgabenbuche der „Grossen Kirche a , wobei 
es sich qpi ausgefiihrte Arbeiten in der Kirche handelte, Malen, 
Vergolden, Herstellung von Inschriften etc., Beschaftigungen, wie sie 
auch von den Werkstatten bedeutender niederlandischer Maler aus- 
getibt wurden. Die Emder Malergilde bestand im Jahre 1585 aus 
23 Mitgliedern, was aus einem von Hans van Coninxloo mitunter- 
zeichneten Protokolle, betreflend einen Beschluss fiber das Begrabnis 



*) Im Jahre 1600 bezahlt Hans II. das „wasgelt" (Wachsgeld) far seinen 
Lehrling Hans van den Bos und im Jahre 1621 Hans HI. dasselbe far einen 
Hans van den Bos, vielleicht den Sohn des vorher genannten. 

*) Dass Hans van Coninxloo damals schon eine Personlichkeit von Be- 
deutung war, geht auch aus der mehr feierlichen Art der Eintragung in das 
Burgerbncb in lateinischer Sprache hervor, was nor ansnahmsweise geschah. 

s ) Auf dem Bilde befindet sich augenscheinlich oben rechts das Selhst- 
portrait des Malers. 



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40 

verstorbener Gildebruder hervorgeht (Maler-Protokollbuch Fol. 279). 
Im Jahre 1594 kommt Coninxloo zum letzten Male im liber exp. 
vor, im Jahre 1595 scheint er schon nicht mehr am Leben 
gewesen zu sein, da am 10. Dec. 1595 sammtliche Gildebrtider (zu- 
sammen 22) im Protokollbuche ein Protokoll unterzeichnet haben, 
in welchem nur der junge Hans van Coninxloo als „01derman a vor- 
kommt. Die Dnterschriften stehen nach der Zeit des Eintrittes in 
die Gilde geordnet, und ist daraus mit Sicherheit zu schliessen, dass 
der unterzeichnete Hans van Coninxloo nicht der altere sein kann. 

Im Jahre 1596 ist Hans van Coninxloo I. jedenfalls nicht 
mehr am Leben gewesen, nach folgender Notiz des mit diesem 
Jahre beginnenden Kinder - Verzeichnisses der Maler im Protokoll- 
buche : 

Anno 1596. Salige Hans van Coninxloo de olde heft nage- 
in de here 1 ) 
laten twee Sonen, de ene abraham, de ander Isack genomett de in 
dem vullen Ambte geboren sindt. — 

Hans und Cathalyne sind hier nicht erwahnt, da sie nicht in 
Emden, sondern in Antwerpen geboren sind. 

Verheirathet war der altere Coninxloo mit einer Veirlingen 
(van Lingen?) nach einer Aufzeichnung in dem „Embdisch Groten- 
kerckhoves Grufteboeck" (von 1592 — 1619 reichend). Zugleich ist 
dabei allem Anscheine nach die Hausmarke der Familie Coninxloo 
gezeichnet. 





Die Notiz lautet: Hans van Coninckloy wed. heft idt graft 
van Sal. Catteleine Veirlingen erven hir van mehr 2 de leven namen 
int boek staan, int eine licht Hans Coninckloy begraven mit syn 
frouwe und er moeder Catteleine Veirlinge. „Hans van Coninckloy 
wed. tf ist jedenfalls die Witwe des alteren Hans, da der jiingere erst 
1620 gestorben ist, bis wohin das Gruft -Verzeichnis nicht reicht. 
Demnach scheint ersterer zwei mal verheiratet gewesen zu sein. 



*) „in de here* ist spater mit anderer Dinte fiber den Namen abraham 
geschrieben. 



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41 

HansvanConinxlooII. 

(Sohn des Hans van Coninxloo I), geb. urn 1565 in Antwerpen, 

gest. um 1620 in Emden. 

Nachdem er im Jahre 1571 mit seinem Vater von Antwerpen 

gekommen war, wurde er im Juni 1593 Burger, laut folgender Ein- 

tragung im Biirgerbuche : Hans von Coningsslo is Borger geworden, 

heft sin Eedt gedaan und — 4 gl. — 4 sch. bethalet. Im Oktober 

desselben Jahres findet seine AufnaTime als Meister in die Malergilde 

statt, sein Name wird mit dem Zusatze „Schilder a als Older- 

mann von 1594 an im Protokollbuche der Gilde haufig aufgefuhrt. 

Nach dem unter : Anno 1 598 in letzterem aufgestellten Verzeichnisse 

sind in seiner Ehe acht Kinder geboren und zwar sind dieselben 

folgendermassen namhaft gemacht: 

en Sone Hans genompt 8 Jar 

noch en Dochter magdalena 7 Jar 

noch en Dochter Ammerenske 5 Jar 

dese dre sindt in der Stadt 

geboren doch buten den Ambte 
dese hebben den vullen Ambte 

En Dochter Cateleine 3 Jar olt 

noch en dochter Sara VI 2 olt 

en sone peter 1 ) 

dese alle sint in den Heere 2 ) 

noch en dochter madeleen 

noch en sone franziss genompt 
Von alien acht Kkidern sind demnach nur drei: Hans, Made- 
leen und Franziss am Leben geblieben. 

Von 1599 an halt sich Hans van Coninxloo abwechselnd in 
Emden und Amsterdam auf. In letzterer Stadt wohnte sein Oheim 
Gilles (Aegidius oder Jelis) van Coninxloo seit etwa 1595, nachdem 
dieser 1585 von Antwerpen ausgewandert war und sich zehn Jahre 
in Frankenthal aufgehalten hatte. Nachdem die erste Frau des 
Hans van Coninxloo gestorben, verheiratet er sich in Amsterdam 
am 21. August 1599 zum zweiten Male mit der 30jShrigen Clara 
Wouters. Aus der hierbei aufgenommenen Trau-Acte geht hervor, 

l ) Im Originale sind die Worte: „noch en Dochter magdalena" bis „en 
sone peter u von regelmassigen Linien durchzogen zum Zeichen, dass die an 
dieser Stelle Genannten nicht mehr am Leben waren. 

*) „dese alle sint in den Heere" scheint spater mit roter Dinte nachge- 
fagt za sein. 



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class beide aus Antwerpen geburtig sind und Hans der ^oomzegger* 
von Gilles ist (vergl. de Roever a. a. 0. S. 16). In dieser Ehe wurden 
ihm vier Kinder geboren, die im Maler - Protokollbuche benannt 
werden: „pieter Abram Jisack en een Dochter genoempt Clara. a 
Nach der Geburt der letztgenannten Tochter (1611) stirbt auch 
seine zweite Fran. Zum dritten Male soil sich Hans II. mit Sara 
de Voghelaer in Emden im Jahre 1618 verheiratet haben (nach de 
Roever), es ist dies aber wohl auf eine Verwechselung mit seinem 
28jahrigen Sohne Hans III zurtickzufiihren. In den Taufregistern 
findet sich namlich nach dem urn 1620 erfolgten Tode des Hans H 
im Jahre 1623 eingetragen: „ Johannes . Hanss Coninxlohe und 
Saercken Isaacs Sohn a , unter „Saercken Isaaks a ist wohl un- 
zweifelhaft die Tochter des Emder Goldschmieds Isaac; de Voghelaer 
(Isaac goltschmit) zu verstehen. 1 ) 

Nachdem Hans H verschiedentlich im Jahre 1600 als Older- 
man an den Sitzungen der Emder Malergilde teil genommen, siedelt 
er im Jahre 1603 ganz nach Amsterdam fiber, vielleicht auf Anraten 
seines Oheims Gilles, der sich in diesem Jahre als 60j&hriger zum 
zweiten Male verheiratete (mit einer Witwe Geertgen van Eeden). 

Die Rtickkehr nach Emden hielt sich Hans aber gleich offen, 
indem er nach wie vor der Malergilde angehorte, jahrlich seine 
agerechtigheitt* bezahlte und versprach, nach seiner Wiederkunft 
eine „voreringe na syn egen fryn wylle a zu geben. 

Im Jahre 1605 kauft Hans das Amsterdamer Bfirgerrecht und 
Gilles ernennt ihn zum Vormunde uber sein jiingstes Kind Samuel, 
welches in diesem Jahre geboren wurde. Gegen Ende des Jahres 
1606 stirbt Gilles und Hans tibernimmt die Verwaltung der Nach- 
lassenschaft (de Roever). 

Am 23. Juli 1607 gibt er einigen Bekannten den Auftrag, als 
Vertreter fiir ihn aufzutreten, wenn er in Geschaften verreist sei. 
Seine Reisen ffthrten ihn hauptsachlich nach Briissel und Franken- 
thal, um die Angelegenheiten seines Oheims und dessen Schwester 
Cathalyne zu ordnen, welche in Frankenthal 1606 als Witwe 



*) Die beiden Familien mussen schon fruher in nahera verwandtschaft- 
lichem Verhaltnisse gestanden haben, ein Protokoll des Kirchenrats der Grossen 
Kirche in Emden vom 2. Juni 1600 beginnt namlich folgendermassen : Isaac 
goltsmit wegen sin schwager Hans Koningsloe absentia erschenen .... 

Sollte Hans II zuerst mit einer Schwester de Voghelaer's verheiratet 
gewesen sein ? 



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43 

gestorben war und ihren Bruder Gilles zum Miterben eingesetzt 
hatte. Dber die Verwaltung des Nachlasses legt Hans im Jahre 
1609 Rechnung ab (de Roever a. a. 0. S. 2). 

Im Oktober 1617 wohnt er noch in Amsterdam, da er in 
dieser Zeit die Vormundschaft fur eine aus Emden herstaminende 
Waise niederlegt, wahrscheinlich schon in der Absicht, wieder nach 
Emden zu ziehen. 

Von seiner Wiederankunft berichtet zuerst das Emder Biirger- 
buch, in welchem sich folgende Eintragung findet: „Anno 1618 
d. 20 may heft B. und Radt Hans van Khoninckxlho Schilder von 
Amsterdam ankhomende tho Ihren Borger and .... angenohmen 
und erne de Borgerschafft geschonken und hefft sin eede geleistet. a 

Zwei Tage spater tritt er wieder in alle seine Rechte in der 
Malergilde ein. *) Ein ruhiger Lebensabend ist dem jetzt 54 jahrigen 
Hans II in Emden nicht mehr 4)eschieden gewesen ; denn aus dem 
Maler-Protokollbuch geht hervor, dass das Protokoll vom 29. Juni 
1619 wegen Krankheit des Hans von Coninxloo erst spater zur Ein- 
tragung gelangte, bei dieser nachtraglichen Eintragung (ohne Datum) 
ist auch schon von seinem bereits eingetretenen Tode die Rede. 
Dieser letztere kann erst nach Juni 1620 erfolgt sein, da noch am 
14. Juni 1620 Hans von Coninxloo seine in Amsterdam geborenen 
Kinder Peter, Abraham, Isaak und Clara ins Amt aufnehmen lasst 
(sein Sohn Hans wird nicht genannt, da er in Emden geboren ist). 

Von seinen Werken ist nichts Sicheres bekannt geworden, 
nach de Roever soil jedoch in Prag ausser dem Olgemalde von 
Hans I, welches A. Bredius erwahnt, auch noch ein solches von 
Hans II vorhanden sein. Das in der Emder Sammlung befindliche 
Bild, Moses, Wasser aus dem Felsen schlagend, wird letzterem wohl 
nur laut Tradition zugeschrieben. 

Hans van Coninxloo HI. 

(Sohn des Hans van Coninxloo n), geb. urn 1590 in Emden. 

Wahrscheinlich hielt er sich mit seinem Vater von 1603 bis 

1618 in Amsterdam auf, wo er demselben bei dessen Handel mit 

Kunstwerken zur Seite stand (de Roever, S. 17). Nach Emden 



') Anno 1618 d. 22. may heft Hans von Coninxloo schilder als he van 
amsterdam hier metterwoon (mit d. Wohnnng) weder is gekomen ende het 
ampt weder om opt niewe ten vollen vernoegen ingekomen (Maler-Protokoll- 
buch Fol. 49.). 



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44 

zuriickgekehrt, verheiratete er sich am 30. Sept. 1618 mit Sara 
de Voghelaer, Tochter des hervorragenden Emder Goldschmids Isaac 
de Voghelaer, ihm wurden in dieser Ehe folgende Kinder geboren: 
Isaac, geboren um 1620, laut Maler-*Protokollbuch; ! ) 
Johannes, getauft am 26. Sept. 1623 ) _ , m „ _. . , 
Magdalena, , . 10. Okt. 1624 ^^ff ' 
Hanss, „ „ 7. Okt. 1625 J VOn lb26 ~ 6 *- 

Schon wahrend seines langen Aufenthaltes in Amsterdam muss 
Hans HI die Malerei geiibt haben, denn schon im Jahre 1619 wird 
er als Meister in die Emder' Malergilde aufgenommen 2 ) und gibt 
derselben im Jahre 1622 die ubliche Mahlzeit. 3 )- 

Vielleicht befasste er sich in Emden auch mit dem Handel in 
Kunstwerken, oder war es nur Interesse fur die Kunst, welches ihn 
veranlasste, dem Kirchenrate der Grossen Kirche 30 Gulden fur 
ein auf der Bibliothek dieser Kirche befindliches Olgemaide, Maria 
mit dem Kinde, zu bieten. Der Kirchenrat lehnte das Gebot ab 
(2. Febr. 1624), und das bis dahin dem Bildersturme entgangene 
Gemalde wurde offentlich verbrannt. 

Um 1635 halt Hans III sich wieder in Amsterdam auf, wo 
er an der Erbteilung uber das Vermogen seines kinderlos verstorbenen 
Oheims, des Malers Isaac van Coninxloo (geb. um 1580 in Emden) 
teilnimmt. Ausser ihm werden dabei von seinen Geschwistern Pieter 
und Clara als ebenfalls in Amsterdam wohnhaft aufgefiihrt (de Roever). 4 ) 
Sollte unser Maler in Amsterdam seinen Kunsthandel weiter betrieben 
haben, so ist er vielleicht mit einem Hans van Coninxloo, Koopman 
in parstelynen, identisch, der in den Jahren 1636 — 39 in Amsterdam 
lebte und der in erstgenanntem Jahre mit finanziellen Schwierigkeiten 
zu kampfen hatte (Abr. Bredius). 



*) Im Maler-Protokollbuch steht nur lsaak eingetragen, wohingegen 
dieser in den Tauf-Registern nicht vorkommt, da dieselben nur noch vora Jahre 
1623 an vorhanden sind. 

2 ) Anno 1619 den 4 may heeft Hans van Coninxloo de Jonge het schilder- 
ampt gewonnen, syn meisterstiick gemaket dar van het heele ampt voor gnet 
is gekennt. (Maler-Protokollbuch Fol. 49,) 

8 ) Anno 1622 d. 17. Juny acht Daege naer Pinxten hefft Hanss van 
Coninxloo die Jonge op syne behorelicke tydt syn maltyd gegeven also dat 
hem de gansche Ampte . . . , syner Voeldoeninghe erkonde. 

*) Die anderen beiden Bruder wohnten danernd in Emden, wo Abraham 
ein tdchtiger Goldschmied und Isaac „Lakenkramer" war. Letzterer ist 
Olderman der Zunft in 1643—50. 



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45 

Mflglicherweise steht es mit letzte^em Umstande im Zusammen- 
hange, dass allem Anscheine nach die Frau des Hans III in Emden 
zuriickgeblieben war. 1 ) 

Von den vorhandenen, mit dem Namen H. van Coninxloo be- 
zeichneten Bildern ist keins mit Sicherheit dem Hans IH zuzu- 
schreiben. Hochst wahrscheinlich ist jedoch ein aus der Zeit um 
1630 entstandenes Bild in der Emder Samralung, ein Huhnerhof, 
von ihm, vielleicht auch ein zweites Bild, ebenfalls Federvieh dar- 
stellend, im Besitze der Familie Loesing in Emden. 

Pieter van Coninxloo. 
(Bruder des Hans van Coninxloo III), geb. in Amsterdam um 1604. 

Mit seinem Vater und seinen Geschwistern kam er im Jahre 
1618 nach Emden, wo ersterer wieder Burger wurde und sich aufs 
Neue in die Malergilde aufnehmen Hess. Nach dem um 1620 er- 
folgten Tode des Vaters hat vielleicht der bereits verheiratete 
altere Bruder Hans die ubrigen 4 Geschwister, die im Alter von 
10 bis 16 Jahrcn standen, in seiner Familie aufgenommen und ist 
auch spater mit zweien derselben, Pieter und Clara, nach Amsterdam 
gezogen, wahrend Abraham und Isaac in Emden verblieben, ersterer 
als Goldschmied, letzterer als „lakenkooper a . 2 ) 

Die Obersiedelung nach Amsterdam kann erst nach 1625 vor 
sich gegangen sein, da in diesem Jahre noch ein Kind des Hans in 
Emden getauft wird. Im Jahre 1635 finden wir Pieter van Coninxloo, 
der sich wie sein Vater und sein altester Bruder der Malerkunst 
gewidmet hat, in Amsterdam wohnend (de Roever), 1636 jedoch 
halt er sich wieder in Emden auf, wo er als Meister in die Maler- 
gilde aufgenommen wird (Maler-Protokollbuch Fol. 52 b). 

Aber auch in Emden scheint Pieter keine dauernde Statte ge- 
funden zu haben, da es wohl kaum einem Zweifel unterliegt, dass 
wir ihn in dem von de Roever (S. 17) erwahnten Pieter van Coninxloo 



*) In dem „Embdisch Qrotenkerckhoves Grufteboeck" steht verzeichnet 
unter Nr. 399: Dit graft is guelyk (gleich) geteckenet, is saerke de Vogelers 
graft, is de Hussfrou van Hans Coninxloy met up sal. Hinderk Schurmann laken 
koper geteikenet wed. gelyck sarken de Vogelers bericht ende heft de Unkosten 
als 21 st. betalt. 

') de Roever vermntet in obengenannten die „Kleinkinder" von Hans 
van Coninxloo II. Nach den vorhandenen Emder Protokollen sind es aber 
seine Kinder. 



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46 

zu suchen haben, der im Jahre 1642 in Amsterdam als „vrykoopman 
en glazemaker op't Recief van Fernambuco" wohnte. 

tlber Bilder, die von Pieter gemalt, ist nichts mit Sicherheit 
festzustellen, jedoch ist der Zeit und der Malweise nach wohl anzu- 
nehmen, dass verschiedene in der Sammlung und im Privatbesitze 
in Emden sich vorfindende Geflugelstiicke, gezeichnet Coninxloo ohne 
Zunamen, von ihm herriihren. 

Hans (oder „Johan a ) van Coninxloo IV. 

(Sohn des Hans von Coninxloo III), geb. 1623 in Emden. 

Mit ihm schliesst die Reihe der Maler aus der Familie 

Coninxloo ' ab. Seinen Namen finden wir im Maler - Protokollbuche 

nur einmal, wo er im Jahre 1649 als „bysitter a ein Protokoll 

unterzeichnet. 

Er verheiratet sich mit Beerta Jansen, in dieser Ehe wer- 
den ihm sechs Kinder geboren, wobei in den Tauf-Registern sein 
Name als Jan van Coninck, Jan van Coninglo, Jan van Conings, 
Jan van Coninck, Jan van Coning, Jan van Coninglo eingetragen 
ist. Im Pestjahre 1665 ist er wahrscheinlich gestorben, da am 
29. Oktober dieses Jahres „Jan van Coningss Kint tf in das Gast- 
haus (Waisenhaus) aufgenommen wird. Es starben in Emden in 
diesem Jahre 5518 Menschen gegen etwa 600 in anderen Jahren, 
da ist es wohl erklarlich, dass sich in solchen Zeiten die 
Verwandten (Isaac, der Bruder des Grossvaters lebte noch) der 
verwaisten Kinder nicht annehmen konnten. Auch noch ein zweites 
Band des Hans van Coninxloo IV scheint Aufnahme im Gasthause 
gefunden zu haben nach einer Notiz in den Kinderlisten desselben, 
wo als anwesend genannt werden: Jannecke van Conings und Jan 
Janssen van Coning. Im Jahre 1673 kommt Jan van Coninck 
zum letzten Male in den Kinderlisten des Gasthauses vor, verlasst 
also (etwa 14 Jahre alt) das Gasthaus. 1 ) 

Mit den Werken der Emder Coninxloo's geht es wie mit denen 
so vieler anderen alteren Maler, es ist wenig davon erhalten ge- 
blieben, jedoch zeigen uns die sparlichen Reste ihrer Thatigkeit, 



*) Ein Hans van Coninxloo, der im Jahre 1679 Vorsteher der Fremd- 
lingen-Armen ist, scheint ein Sohn des Goldschmieds Abraham von Coninxloo 
gewesen zu sein, da der im Gasthanse erzogene Jan van Coninxloo in diesem 
Jahre erst 20 Jahre alt ist. 



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47 

class unter ihnen, wenn auch nicht Maler ersten Ranges, so doch 
tiichtige Kiinstler gewesen sind. 

Von ganz besonderer Bedeutung aber diirfte wohl der Einfluss 
zu schatzen sein, den die Coninxloo's von ihrem Auftreten in Emden 
im Jahre 1571 an auf das Kunstleben der Stadt ausgeiibt haben 
werden. 

Sollte nicht von ihnen die Anregung und zum Teil auch die 
erste Dnterweisung fur diejenigen Kiinstler aus der ersten Halfte des 
17. Jahrhunderts ausgegangen sein, welche, in Emden geboren, sich 
durch ihre Werke einen Namen machten? Es sind da zu nennen: 
Martin Faber, Maler, Kupferstecher und Architekt, geb. 1587, von 
welchem noch eine grossere Zahl von Oelgemalden und Kupferstichen 
existieren, Hinderk Pyman, geb. um 1580, in der Manier des Jan 
Breughel (Sammet-Breughel) arbeitend, Simon Bosboom, geb. 1614, 
bekannt durch seine Bildhauerarbeiten am Rathause zu Amsterdam 
und seine Schriften uber Baukunst, Alexander Sanders geb. 1624, 
dessen tiichtige „Regentenstftcke tf in der Manier des Frans Hals 
eine Zierde des Rathauses und der Consistorienstube der Grossen 
Kirche in Emden bilden, der Seemaler Ludolf Bakhuyzen, geb. 1631, 
Frederick Moucheron, der Landschaftsmaler, geb. 1633. Auf diese 
und andere zu Emden in naher Beziehung stehende Kiinstler des 
16. und 17. Jahrhunderts naher einzugehen, moge einer anderen 
Gelegenheit vorbehalten bleiben. 



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Die Ostfriesen auf Universitiiten. 

Von Fr. Sundermann, Lehrer in Norden. 



Zweiter Beitrag: Rostock I4I9-I694. 1 ) 

Herr Geh. Archivrat Dr. Ernst Friedlaender zu Berlin, der die 
Herausgabe der Matrikeln von Bologna, Frankfurt a. d. Oder und 
Greifswald veranlasste und besorgte, hat unsern ersten Beitrag — 
Jahrb. XI (1894—95) p. 108 ff. — einer wohlwollenden Durchsicht 
in Bezug auf Bologna gewtirdigt, die es ermoglicht, eine vollig 
korrekte Fassung des Auszuges herzustellen. Eine von meinem 
Gewahrsmanne gegebene, von mir in ihrer Kiirze missverstandfene 
Notiz fiber die Liickenhaftigkeit der Actorum nationis Germanicae 
Dniv. Bononiensis ist vorweg dahin zu berichtigen, dass 
die Bologneser Matrikel im Original in einem schonen stattlichen 
Pergament-Folianten erhalten und nicht auf Papier geschrieben 
ist. Das Fehlen der Aufzeichnungen mehrerer Jahre ist fast iiberall 
motiviert und der Grund im Texte oder in den Noten angegeben: 
meist war dann die Universitat der Pest oder Unruhen wegen ge- 
schlossen. — Im Auszuge selbst ist zu berichtigen: p. Ill (1360) 
Alardo; das. (1491) Gruoningen, XXI Bolend. quadrinos MI; de 
Wissengal, XII Bolend. quadr. Ill; das. 112 (1521) de Gruningen; 
das. (1533) lautet zu Grimingensi die Note Friedlaenders : „sic loco 
Gruningensi", womit er also die Form Grimingensi als Schreibfehler 
bezeichnet. — Hierfur, sowie fur die Literaturnachweise und die 
ausserst liebenswiirdige Teilnahme an dem weitern Gedeihen dieser 
anspruchslosen Sammelarbeit sei dem um die ostfriesische Quellen- 
kunde hochverdienten Forscher und Forderer warmer Dank abge- 
stattet. 

Nicht minder gebiihrt ein herzlicher Dank den beiden Herren 



l ) vergl. Jahrb. XI (1894/95) S. 105 ft. 



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49 

Pastor Dr. Carl Bertheau und Professor Dr. C. H. Wilhelm Sillem 
in Hamburg, durch deren Gute es moglich wurde, die Matrikel des 
Akademischen Gymnasiums in Hamburg 1613 — 1883 kennen zu 
lernen und ijber deren Angaben bezfiglich ostfriesischer Studenten, 
namentlich solcher, deren Studium ein grosseres Interesse darbot, 
in Briefaustausch treten zu diirfen. Auch ihnen verdanke ich mehrfach 
einschlagige Literaturnachweise und Vermittlung wichtiger Quellen. 
Herrn Dr. Wehrmann, Oberlehrer zu Stettin, verdankt diese 
Arbeit einen unerwarteten, erfreulichen Zuwachs in dem von ihm 
besorgten Auszuge der Ostfriesen aus dem altesten Album des dor- 
tigen Padagogiums, einer der vielen Schulen des 16. und 17 Jahr- 
hunderts, die eine Zwitterstellung zwischen Dniversitat und Gelehrten- 
schule einnahmen. Die mit freundlichem Dank- angenommene Zu- 
gabe moge gleich bier folgen: 

„Friesen, die im altesten Album des" (1543 gegrundeten) 
^Padagogiums zu Stettin (1576 — 1666) verzeichnet sind.* 

1606. Gerhardus Westerbach Frysius Orientalis. 
1618. Gerhardus Buningius Oldenburg. Frisius. 

Pastor zu Barstede 1624, zu Osteel 1634, (f 1662), 
Stammvater der noch heute in Ostfriesland lebenden 
Predigerfamilie Biining ; — Reershem. (1796) p. 153.184. 
— Immatr. April 1619 zu Rostock. 
„ Burchardus Bodenius Oldenburg. Phryso. 

1648. Juli 27. Dietericus Honrichius Oldenburg. Frisius. 

Wohl ein Glied der bekannten Familie Hunrichs, die 
dem Oldenburger Lande unt. and. vorzfigliche Deich- 
grafen gab. 
1650. Mai 15. Ludolphus Glan Oldenburg. Frisius. 

Wohl aus der bekannten, auch nach Ostfriesland aus- 
gebreiteten Familie Glan«(Glanaus). 

Christianus Clessius Frisius Oldenburg. 
Conrad Balthasar Eveccius Jevera-Frisius. 
Martinus ab Hefern Old. Frisius. 
Antonius ab Hefern Oldenburg. Frisius. 
Hermannus Antonius ab Horn Jever. Frisius. 
Johannes Schmidt Jeveranus Frisius. 
Es darf anolog anderen Fallen angenommen werden, dass ausser 
diesen auch noch andere Ostfriesen in Stettin verweilt haben, die 

4 



1653. 


Nov. 11. 


1655. 


Marz 27. 


» 


April 24. 


1656. 


Febr. 5. 


» 


Juni 25. 


1661. 


Juli 4. , 



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60 

Rostock, ohne den Zusatz Frisius mit dem einfachen Stammort verzeichnet 
sind, doch kann hieriiber nur die Durchsicht des Albums durch 
einen mit den ostfriesischen Ortsverhaltnissen genau bekannten 
Stammesgenossen entscheiden. 

Wenden wir uns nunmehr zur Universitat 

Rostock. 
Die von der Stiftung dieser Hochschule Michaelis 1419 an in 
ununterbrochener Folge bis 1760 fortgeftihrte alteste Matrikel (Per- 
gament-Foliant) wurde von Herrn Dr. Adolph Hofmeister, Custos 
der Grossherzogl. Universitats - Bibliothek, in einem dreibandigen 
Werke publicirt, welches den Titel fuhrt : t Die Matrikel der Uni- 
versitat Rostock" (I. Mich. 1419 — Mich. 1499. Rostock 1889; 
II. Mich. 1499 — Ost. 1611. Rostock 1890; III. Ost. 1611 — 
Mich. 1694. Rostock 1893.) Fur die Fortfuhrung bis zum Schluss 
des Originals hat aus ausseren Grtinden Abstand genommen werden 
miissen. 

Durch die besondere Liebenswurdigkeit des Herrn Herausgebers 
ist es mir nicht nur vergonnt gewesen, das gesammte Werk zweimal 
auf langere 2Jeit (bei der ersten Durchnahme waren die beigeliigten 
Besuchszahlen unberucksichtigt gelassen) benutzen zu diirfen, sondern 
auch uber viele Einzelheiten in einem langeren Briefwechsel neue 
Aufschliisse zu gewinnen. Auch die Uberweisung weiterer histori- 
scher Quellenschriften, die bei der Ktirze der mir zu Gebote stehenden 
Zeit leider nur nicht vollig ausgenutzt werden konnten, habe ich 
Herrn Dr. Hofmeister zu verdanken. Im Texte selbst sind bereita 
verschiedene historische Notizen untergebracht, so dass hier nur 
noch eine allgemeine Einleitung eriibrigt, die hauptsachlich den von 
Herrn Dr. Hofmeister den einzelnen Banden der Matrikel vorange- 
schickten wertvollen tfbersichten entstammt. 

Rostock war nachst Prag, Koln, Heidelberg, Erfurt und Leipzig 
die alteste der deutschen Dnivergitaten und vier Jahrzehnte hindurch 
(bis 1456) die einzige Hochschule Niederdeutschlands und des skan- 
dinavischen Nordens und blieb auch noch nach dem Erstehen der 
Tochteruniversitat Greifswald (1456) und der Begriindung der Dni- 
vers. Dpsala (1477) und Kopenhagen (1479) eine bevorzugte Bildungs- 
statte fiir die Sohne der nordischen Reiche, des Ordenslandes an der 
Ostkuste des Baltischen Meeres, Niedersachsens, Westphalens und der 
Hansestadte an der Ost- und Westsee bis hin zur Scheldemundung. 
Ostfriesland beteiligte sich seit 1428 in steigendem Masse, bis nach 



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51 

einer Hochflut zwischen 1489 und 1522 eine Tiefebbe bis 1552 Rostock, 
eintrat, um dann nur noch kurze Zeit wieder aufzufluten. Indessen 
war es nicht, wie man gerne annimmt, Wittenberg allein, welches die 
Landsleute absorbirte ; ja, man konnte wohl sagen, Wittenberg habe 
eine verhaltnismassig geringe Anziehungskraft ausgeiibt, die nach 
Luthers Tode (1546) dazu fast ganzlich erlosch, wahrend Rostock 
in dem damals im schonsten Mannesalter wirkenden David Chytraeus 
einen gemassigten Yertreter des un verfalschten ev.-lutherischen Glaubens 
stellte, dem Tausende zu Fiissen sassen. Einen bessern Beweis fftr 
das echte Lutherthum des Pastors Emme Dyken zu Greetsiel (Tjaden, 
Das gel. Ostfr. II. p. 6 — 10) giebt es gar nicht, als dass dieser 
seinen Sohn Ubbo Emmen nach Rostock zu Chytraeus sandte. Auch 
spater blieb Rostock trotz Pietismus und Neologie eine orthodoxe 
Universitat strengster Observanz, und wem wir von spatern ostfr. 
Pastoren zwischen 1600 und 1700 dort begegnen, dessen Glaubens- 
richtung ist mit Gewissheit dadurch gekennzeichnet. Es kann daher 
auch nicht auffallen, dass wir nach der energischen Spaltung 
zwischen Lutheranern und Reformirten bei uns (1530) und erst 
recht, nachdem beide Parteien die Vorherrschaft angestrebt (1570), 
keinen Reformirten ausgesprochener Art Rostock besuchen sehen, 
namentlich keinen Theologen, da auch durch die Errichtung der 
niederlandischen, calvinisch gerichteten Hochschulen Zugpunkte fur 
diese Confessions-Angehorigen geschaffen waren, die fast zwei Jahr- 
hunderte lang genugten. 

Was die allgemeine Frequenz der Rostocker Hochschule an- 
langt, so belauft die Gesammtzahl der von 1419 bis 1760 in ihren 
Listen verzeichneten Namen sich in runder Summe auf 48,000; von 
1419 bis 1694, dem Schlussjahr unsrer Publikation, 41,757. Ma- 
gisterpromotionen fanden in diesen letzteren 550 Semestern 1660 
statt, Receptionen aus warts promovirter Magister 257. Die Besuchs- 
zahlen legen eine Vergleichung mit anderen deutschen Universitaten 
nahe, wobei das Resultat fur Rostock durchaus giinstig zu nennen 
ist, es zahlen (Hofmeister III. p. 4. Nr. VI): 

von 1419—1668 Heidelberg 25631, Rostock 39339, 
von 1456—1694 Greifswald 13282, „ 36398, 
von 1419—1465 Koln 9591, „ 6742, 

von 1477—1545 Tabingen 6600, „ 8323, 

Wie gegebenenorts gelegentliche Vermerke fiber den weitgehen- 
den, bisher unbekannten Einfluss Rostocks auf Ostfriesland im Texte 

4* 



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52 

Rostock 1419. angebracht worden sind, so soil hier allgemein nur noch darauf 
hingewiesen werden, dass eine neuzuerbauende Geschichtshalle Ost- 
frieslands ohne die eingehendsten Nachforschungen fiber den Einfluss 
der verschiedenen Universit&ten auf die Zeitstromungen der Jahr- 
hunderte seit etwa 1400 sich gar nicht mehr denken lasst. 

Schon Tjaden, ein aufmerksamer Beobachter, vermerkte in 
seinem, mir bei eingehenderem Studium immer schatzenswerther 
werdenden „Gelehrten Ostfriessland" (II. p. 9. Note 12): „Ich finde, 
dass schon in den ersteren Zeiten (der Grundung der Dniv. Rostock) 
diese Universitat von Ostfriesen besucht worden", und erbringt dazu 
einen Beweis aus der Matrikel vom Jahre 1487. ! ) 

Auch Peter Fr. Reershemius, den man seit 40 Jahren mehr 
und mehr als nicht zuverlassig zu bezeichnen beginnt, hat in seinem 
aOstfrieslandischen Prediger-Denkmahl" (von 1796) ein vorzfigliches 
Werk geschaffen, ohne das Specialforscher gar nicht weiter kommen 
konnten. Mir ist das Werk bereits tausendfach von allergrosstem 
Nutzen gewesen, man wird seine Angaben vielfach auf den folgen- 
den Blattern bestatigt finden. 

Zur Vergleichung haben mir handschriftliche Matrikel- Auszuge 
meines Sohnes, cand. phil. et theol. H. Sundermann, vorgelegen, 
denen ich mehrfache Berichtigungen und Erganzungen verdanke. 

Die Anordnung des Auszuges ist ahnlich der des Kolner 
(Jahrb. XI. p. 115). 

1419. Mich. 1. Red. Petrus Stenbeke. 160 Intit. 
Unter den 160 Intitulirten befinden sich sicher nachweisbar 
nur Westfriesen, wie die Ortsnamenzusatze Medemblic, Zwol- 
lis u. a. m. ausweisen. Auch spater sind fur eine lange Reihe 
von Jahren viele Bataver und namentlich Nord-Nieder- 
lander vertreten. — Weil in den ersten Jahren vielfach hier 
wie an anderen Hochschulen Ortsangaben fehlen, so ist nicht 
festzustellen, ob friesisch klingende Personennamen, wie Symon 
Feytets, Gherlacus Gherlaci u. a., die 1420 vorkommen, uns 
zuzuweisen sind. 

1420. Mich. 3. R. Tidericus Zukow. 101 I. 
4. Hinricus de Vmmen. Octbr. ddt. totum. 

Die Dmmen, Ommen finden sich vielfach im Harler- und 
Wange rland. 

l ) Anderwarts (III. p. 29 u. 36) weist er darauf hin, dass um 1620 der 
Zug der Emder Studenten nach Marburg ging, 



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53 

13. Nicolaus Aschendorp. VIII. sol. penultima Octobris. Rostock 1419. 

1396 ein Bernhardus Aschendorp in Erfurt. In andern Ma- 
trikeln nennen sich Aschendorfer ausdrucklich Friesen. 

14. Tidericus de Arlam V2 A- penult. Octobr. 

1412 ein Wilhelmus de Arl zu Erfurt; ob beide von Arle 
6. von Norden oder von Arle b. Liittich, ist fraglich. 
19. Hinricus de Herlingh 3. die Novembr. */« fl.> vgl Jahrb. XI. p- 
116. 93. Rectorat. 
1421. Mich. 5. R. Hermannus de Hamme. 65 I. 

29. Wolterus Holthusen nona die Decembris iur. p(auper). 

Unter 17 „ promo ti Rostok in baccalarios a Nr. 5. Jahrb. XI. 
p. 127. 14. Rect. 

1422. Ost. 6. R. Ludolfus Gruwel. 73 I. 

30. Hinricus Herlinghe, IIII die Junii. */» fl. Wohl ein Westfriese- 

31. Gotfredus de Brukmannia IIII. die Junii. V» Fl- Weil urn 

diese Zeit nirgends ein andrer Gau diesen Namen mehr fuhrt> 
als unser ostfriesisches Brokmerland, so haben wir in diesem 
Studenten den ersten mit Sicherheit nachzuweisenden Ostfriesen 
vor uns. 

1423. Ost. 8. R. Tidericus Zuhowe (II. R.). 62 I 
53. Eylardus Sartoris de Nordia Frisie, XV sol. XXIII die Septembris. 
Auch hier also tritt Norden eher als Emden auf, vgl. Bern- 
im Jahrb. XI. p. 129. 24 Rect. — Der Beiname Sartoris ist 
wohl eher als Bezeichnung des vaterlichen Gewerbes (Sohn 
eines Schneiders) denn als Familienname anzusehen. — 
Jahrb. XI p. 120. 228 Rect. und das Rostocker 64. Rect. 
1424. Ost. 10. R. Hinricus Tohe. 130 I. 

32. Ludolfus Herlinghen de Frisia */• fl - XII die Maji. 
42. Didericus Lidbergh l \% fl. die Maji 17. 

Ob aus Uplengen oder Mormerland, wo es beiderseits Lid- 
berge als Orts(Flur-)namen gibt? 
84. Tidericus Herlingh Vi A- 26. die Junii. 

Beide Herlinghe sind wahrscheinlicher West- als Ostfriesen. 
1424. Mich. 11 R. Tidericus ZuJcow (III. R.). 62 I. 
2. Symon de Coldem */• A. die Octobr. XX. 

Da derselbe mit einem Tider. de Stauria gemeinschaftlich 
intitulirt wurde, so ist wohl eher an ein Coldam in Westfries- 
land (bei Stavoren?) zu denken, als an unser Coldam im 
Reiderlande b. Bingum. 



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54 

Rostock 1424. DesgL zahlen wir am wahrscheinlichsten den mit je einem 

Commilitonen aus Lewardia and Wolderken in Westfriesland 
gemeinsam immatrikulirten Nr. 57 Meynardus Okkonis de Su- 
dergo, XI. die Aprilis l l» flor. zu den Westfriesen, da auch 
bisher noch garnicht untersucht und festgestellt worden ist, 
ob unser Suderland (0. Drk.-Buch Nr. 398) ein Untergau wie 
etwa der Federgo im Unteremsland war; s. 17. Rect. 

1425. Ost. 12. R. Hermannus de Hamme (II. R.). 89 1. 
Nr. 6 und 9 sind Johannes und Hindericus Oldendorp. 

Da keinerlei nahere Bezeichnung vorliegt und der Besuch 
seitens ostfries. Studenten erst ausserst sparlich ist, so ent- 
stammen sie wohl einem andern als einem unserer Oldendorf 
(bei Aurich, Esens, Burhafe, Kernels und Ditzum). 

1426. Ost. 14. R. Nicolaus Theoderici de Amsterdam. 118 I. 
65. Petrus Frisonis de Kogbug XX die Junii V* fl. 

Da sich ein dem Kogbug auch nur annahernder Name bei 
uns nirgends auffinden liess, so ist wohl eher auf einen nord- 
friesischen Eoog zu verweisen. 

1427. Ost. 16. R. AWertus Scroter. 84 L 
Nr. 70 ist ein Fredericus Sleen dyoc. Trajectensis, und auf Grand 
dieser Diocesenangabe sind wir wohl berechtigt, auch den 
Jahrb. XI. p. 133. 99 Rect. genannten Studiosen nach diesem 
Utrechter Sleen (in Drente?) zu setzen. 
Nr. 82 wird ein Rodolfus Hasselt, 1431 zum Magister promoviert, 
als Utrechter Diocesan vermerkt. In mehreren Matrikeln 
fanden sich Hasselter Studenten ohne jeden Zusatz, so dass 
nicht ausgeschlossen ist, dass sich auch ein Ostfriese vom 
Eloster (Ordenshaus) Hasselt (ord. s. Joann.) im Eirchspiel 
Hesel darunter befunden haben mag. 

1427. Mich. 17. R. Johannes HoU. 55 I. 
11. Martinus Herlingie Vt fl. 10. die Novembr. s. 10 Rect. 
50. Albertus Zuderland XX sol. XVIII die Aprilis. s. 11. Rect. 

1428. Ost. 18. R. Tidericus Zukow (IV. R.). 67 I. 
39. Tidericus Harlinghes 20 sol. 13. die Junii. 
Ohne Diocesanzusatz fraglich. 



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55 

1428. Mich. 19. R. Johannes Vos (IV. R.). 92 I. Rostock 1428. 

Hier begegnen wir zuerst einem gemeinsam intitulirten 
Viererzug Ostfriesen: 

45. Ysebrandus Nordis \ 

46. Euerhardus Harghysna de Norda TV ,. XT , . , TT . 
.. T . j ^, i • ) IX die Nouembris VI mr. 

47. Johannes de Emesschouia J 

48. Eylardus de Herlingia, J 

von denen Nr. 47 dem Emsgau, d. h. wohl dem Krummhorn, 
entstammte. Wahrscheinlich hatten sie gemeinschaftlich in 
Norden vorstudirt, wo wir nach den wenigen uns leider nur 
erhalten gebliebenen Drkunden zwar erst Anno 1511 einen 
lateinischen Rector (Babucke, Ulrichsschule in Norden. p. 1. 2.) 
linden, wo aber aller Wahrscheinlichkeit nach der Bremer 
Domscholaster langst vorher eine Schule etablirt haben wird, 
weil uns in den Matrikeln Bologna 1371, Erfurt 1392, Paris 
1375 u. an and. Orten bereits Studenten aus Norden vor- 
gestellt werden. 

Anno XXIX Tiburcii electus est decanus Mgr. Bemardus 
Bodeker, in medicinis licentiates, sub quo promoti sunt baccalarii. 

Nr. 15. Simon Osterhusen s. 20 Rect. 

„ 17. Euerhardus Hagis s. ob. Nr. 46. 

, 18. Gherhardus Bare. 

„ 19. Isebrandus de Norda s. ob. Nr. 45. 

Es ist fast anzunehmen. dass der hier als Nr. 18 graduirte 
Gherhardus Bare auch ein Ostfriese war, der unter Nr. 44 der 
Intitulirten als Gherardus Robe IX die Nouembr. hora 2* 
p(auper) den andern voraufging. wahrend ihnen folgten Nr. 49 
Johannes de Sternebergh und Nr. 50 Petrus de Herlingia IX 
die. p(aup.). 

Nr. 20 Johannes Hoben de Nendorp 25 die Octobris, hora tercia 
ohne Gebuhrenangabe intitul., durfte wieder fraglich sein, wenn- 
gleich unsere Nen(Nenn-, Neen-, Neu)dorp (bei Ditzum, Witt- 
mund, Westerholt, Butforde und Remels) daran betheiligt sein 
konnten. 

Nr. 56 Ludolfus Oldesil und 1 in die dementis (23. Nov.) 

Nr. 57 Tidericus Hafman | hora XII. IV2 mf. 
sind gleichfalls fraglich, da auch grade ein Bolswarder 
Student vorintitulirt steht und es sowohl an der west- als an 



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• 66 

Restock 1428. der ostfriesischen Kfiste alte Siele sowie Haffmanner (Haff- 

anwohner, sogen. Hefflti) giebt. 

1429. Ost. 20. R. Johannes Holt (II. R.). 62 I. 
17. Simon Osterhusen 28 sol. 5. die Maji. 

Ob Osterhusen n. von Emden? (0. Akkord v. 1611); oder 
das Osterhus 6. vor Norden? (Herrensitz der erbgesessenen 
Nordischen Patricier-Familie Loringa; vgl. die Dedication zu 
David Fabricius: Van Isslandt vnde Gronlandt eine korte be- 
schryuinge. 1616. Neudruck Bremen 1890, und die Loringasche 
Genealogie. (Mspt.) 
28. Bodolfas de Rustringia 28 sol. 20. die Maji. Anno dom. 1430 
Tiburcii nebst Hinricus Oldendorp (s. 12. Rect.) unter Dekan 
Mag. Johannes Vos, utriusque iuris doctor, zum Baccalareas 
promovirt. 
61. Johannes Witmunt honoratus ad instanciam dni. decani Lubicensis. 
15. die Octobris. 

Nach Nr. 3 des 1. Rectorats war Dominus Johannes Bon- 
rade decanus Lubicensis et licentiatus in utroque iure. Schon 
hieraus ist ersichtlich, dass wir Joh. Witmunt nicht wohl bean- 
spruchen mogen, wahrscheinlich stammte er von Wittmiinde 
(Wyttmund), der Nordspitze der Insel Rtigen ; Deecke, Nieder- 
sachsische Namen von Seeortern aus den Zeiten der Hansa. — 
Mansons Seebuch. 1695. p. 79—80. 

1429. Mich. 21. R. Arnoldus de Tricht. 30 I. 
6. Erpoldus Ness Novembris die VIII. ddt. */« fl. Promovirt als 
Erpoldus Nees unter Dekan Mag. Bernh. Bodeker 1431 die Ti- 
burcii zum Baccalareus. 

Bei der Unzahl der Ness (Naes, Nese) an den Ktisten Nord- 
west-Europas sehr fraglich, woher? 

1430 Ost. 22 R. Tiderkus Zukow (V. R.). 52 I 

6. Tirlingus de Norda 7* fl. 

7. Hinricus Winetzna p(aup.). 

Wenn 6 u. 7 auch in der Matrikel durch die Monatsangabe Maji 
getrennt und Tirlingus in den April zuriickgeschoben, so ergibt 
die genauere Priifung, dass auch dieser am 1. Mai inscribirt 
wurde, da die Immatrikulanden vom 1. bis zum 25. April unter 
das 21. Rectorat und erst die seit dem 26. April Eintretenden 
in das 22. Rect. fielen, dessen Nr. 6 er bildet. 



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57 

Ein Tirlirig Addinga, nach Suur, Hauptlinge p. 150 „ein Rostock 1430. 
Edler des Norderlandes" „aus einem alten Consulargeschlecht", 
urkundet 1434 den 25. Juni als Zeuge and Bdrge in einem 
Friedensinstrument zwischen dem Friesenbunde (von 1430) und 
der Edelfrau Hima Itzinga zu Norden (Beninga, Edit. Harken- 
roht, 1723. p. 291—2 und 0. Drk.-B. Nr. 428). Der Name 
Tiding kommt in der Norder Gegend mehrfach vor, auch in 
der Historie (0. Urk.-B. Nr. 1178. 1191. 1613. — Wencke- 
bach Jus Theelachticum redivivum. Halle. 1759. p. 76. 121—3 
139. — Harkenroht: Oostfriesche Oorsprongkelykheden. 2 
Druk. 1731. p. 608. — U. Emmius Rer. Fris. hist. p. 532.), 
und ist bis heute noch in Gebrauch. 

30. Petrus Lange, Fryso VIII sol. 24. die Junii. 

31. Georgius Langhe, Fryso VIII sol. eod. die. 

Offenbar Brttder; der Stammname ist bemerkenswerth. 

Ob Nr. 9. Georgius Tzizenbottel paup. 2. Maji der Familie 
angehort, die 1545 einen Spross zu Wittenberg studiren lasst 
als Heinricus Tzytzebuttel Embdensis Frisius, ist nicht auszu- 
machen. 

1431. Ost. 24. B. Ludolphus Ebkestorp. 80 I. 
4. Tidericus Nese. p. XXV die April, s. 21. Rect. 

7. Tidericus de Austringia Vs fl. XXVII die Apr. 

Aus Ostringen s. v. Wittmund. 

Nr. 39 u. 40 sind 2 Gandersem mit dem Zusatz Rosto- 
chienses; Jahrb. XI. p. 128. 17. Rect. 

1431. Mich. 25. B. Johannes Vos (V. B.). 51 I. 

8. Johannes Harslo XII sol. XXV die Octobr. 

Ob von Hesel n. von Leer? (frtther Herselo, Harslo); oder 
vom Kloster Hasselt? s. 16. Rect. Bern, zu Nr. 82. 

1432. Ost. 26. B. Henricus Behelin. 93 I. 
51. Martinus de Ostringia. XI sol. XVII die Julii. s. 24. Rect. 

1432. Mich. 27. B. Tidemannus Johannis (II. B.). 50 I. 
3. Meynardus de Oestfrieia ddt. XV11I sol. Octob. 

Nr. 27 ein Meynardus Oldendorp ohne nahere Angaben. 
1433 im 28. R. ein Nicolaus Holtorp p. XIIH die Junii und 
1433 im 29. R. ein Johannes Bokeler de Oldendorp 7i fl. 
XVHI die Octobr. dsgl. Ohne einen sie deutlich als Ostfriesen 



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58 

Rostock 1432. kennzeichnenden Zusatz wird von hieran keiner dieser Namen 

mehr aufgenommen werden. 

1434. Ost. 30. B. Ludolfus de Ebbekestorp (II. B.). 129 I. 
41. Theodoricus Rodenkarke 26. Mai. 10' It (sol), p(romisit). 

Dieser die Intitulationsgebuhr zu zahlen versprechende 
Studiosus war wohl aus Rodenkirchen n. v. Elsfleth. 
112. Bartolomeus Ylowe ultimo die Septbr. */« A. 

War dieser aus dem Eloster Schola dei zu Jlo(w) s. v. 
Aurich? - Jahrb. XI. p. 118. 158—160. Rect. 

1434. Mich. 31. B. Bernardus Boddeker (III. B.). 58 I. 
3. Johannes de Haddeshusen 17. Octbr. nebst einem Theodoricus 
de Losse intit. mit dem Zusatz: n(ihil) quia pauperes; unus 
coquus meus, alter tercianus. 

Ob von Hatshusen s. v. Aurich? 

1435. Ost. 32. B. Nicolaus Wentorp. 87 I. 
60. Albertus de Herle ddt. »/§ fl. IX. die Junii. 
Aus dem Harlgau? (Harlingerland). 

73. Meynardus Wangherok ddt. x \ % fl. VI. die August.; von der Insel 

Wangeroog n. v. Jever. 

74. Tadeus Yeueris ddt. */» fl - VI die August. 

Die beiden kamen gemeinsam; dieser von Jever. 

Die de Ripis ohne Kennzeichnung als Friesen verzeichneten 
Studenten werden hier tibergangen. Erstere, in grosser Anzahl 
durch viele Jahrzehnte vorhanden, kommen wohl alle aus dem 
Stifte Ripen (Ribe) in Nordjutland und nicht aus der Riepe 
s. v. Aurich. 

Nach 0. Krabbe: Die Universitat Rostock im 15. u. 16. 
Jahrh. (1854) I. p. 110 ff. waren die inneren Kampfe in der 
Stadt Rostock um das Regiment derselben und die infolgedessen 
iiber sie verhangte kaiserliche Acht und Oberacht, sowie die 
vom Baseler Concil verfugte Strafe des Bannes und Interdiktes 
die Drsache, dass die Universitat endlich dem scharfen Befehl 
des letzteren nachkam und ihre Verlegung nach Greifswald 
beschloss. Der Umzug, bereits am 28. Sept. 1436 anbefohlen, 
erfolgte dennoch erst im Marz 1437. Man befiirchtete die 
ganzliche Auflosung der Akademie. Wenn auch anfangs der 
durch die Wirren schon in Rostock verminderte Zuzug sich in 
Greifswalde naturgemass wieder hob, — es wurden in den ersten 



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59 

Jahren hier ftber 300 Studirende inscribirt, — so ging die Rostock 1435. 
Hochschule seit 1439 ihrem volligen Niedergange entgegen. 
Die Matrikel ist vom 3. Aug. d. J. bis Ostern 1443 ohne 
jegliche Inscription geblieben. Nachdem 1439 in Rostock eine 
Aussohnung eingetretenund einvollstandigerFriedeabgeschlossen 
war, Bann and Interdict aufgehoben wurde und nunmehr der 
RuVckkehr der Universitat nichts im Wege stand, gab dennoch 
der Rath der Stadt keine Erlaubniss dazu, und es bedurfte der 
Einwirkung des Conservators der Universitat, Bischofs Gerhard 
von Bremen, urn die Einwilligung zu erlangen, die gleichwohl 
nur gegen Verzichtleistung auf die statutarisch vom Rathe der 
Akademie jahrlich zu zahlenden 800 Goldgulden, einer Haupt- 
einnahmequelle, zustande kam. Nach dieser schweren Ver- 
gewaltigung seitens der Stadt, welche nach Albert Krantz 
(Metropolis XI, 22) die Ursache war, dass der Hochschule in 
dieser Zeit die Gewinnung tuchtiger Lehrkrafte abgeschnitten 
bheb, kehrte die Universitat Ende April 1443 zuriick. Die im 
Sommer8emester dieses Jahres stattfindenden 278 Intitulationen 
bewiesen, wie sehr Rostock dem im ganzen Norden verbreiteten 
Bildungsbedfirfhis entsprach. (Nach Hofmeister III. Bd. p. 4. IV. 
ist indessen diese Zahl nicht als Zuwachs-, sondern als Prasenz- 
ziffer anzusehen.) 

1437. Ost. 36. B. Nicolaus Wentorp (II. B). 92 I. 
10. Thydericus Nordis Vt A- octava die Maji. 

1438 prom. Theodericus Nordis zum Baccalar. 
22. Tydericus Hertwerde ddt. »/• fl. XXVI die Maji. 
Ob von Hartward n. v. Esens? 



1443. Ost. 48. B. Hinricus Bekelin (VI. B.). 278 I. 
155. Euerhardus Emede ddt. */• A. 7. Julii. 

234. Petrus Meynardi de Emeda l /t fl. \ 

235. Hermannus Cupenye V» fl. > die 23. Septbr. 

236. Johannes Ludekens ddt. Vf fl. j 

Ein Dreiblatt Emder, wie bei Nr. 234 der Zusatz, bei Nr. 235 
der Stammname Cumpenye, der 1445 zu Coin, 1468 Ost. zu 
Rostock mit dem Zusatze de Emyda erscheint, und bei Nr. 236 
der Stammname, der als Lodeghe mit dem Zusatz de Emda 
1460 Ost. zu Rostock erscheint, ausweist und ihre gemeinsame 
Intitulation bestatigt. 



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60 

Rostock 1443. ±443. Mich. 49. R. Arnoldus Westfael. 110 I. 

20. Tidericus Nordanus l \% fl. XXI die Octobris. 

Mit Nr. 21 Hermannus Becker '/» fl. gemeinschaftlich 
intitulirt, ohne dass dieser sich als Friese kennzeichnet. 

Mit Nr. 32 Eylardus Groningk VIII sol. warden gemeinschaftl. 
eingeschrieben : 

33. Tidericus Norden »/ t n\ \ ,. YYV n . ' 

34. Wilhelmus Emeda '/« ■• ) ** ^ ^^ 

Wahrscheinlich ist es, dass der eine dieser beiden Norder 
Diedriche falschlich anstatt Hinricus intitulirt wurde, da ein 
Hinricus Nordam 1445 zum Baccalar befordert wurde, ohne 
dass es mir gelang, denselben zuvor in der Matrikel zu entdecken. 

61. Hermannus Marienhofi */• fl. XII Novbr. 

1424 ein Johannes de Margenhofi zu Erfurt; dort war 
Marienhofe, Marienhafe s. r. Norden Stammort. 

1444. Mich. 51. R. Nicolaus Wentorp (IV. R.). 97 I. 
4. Theodoricus Gheuerdes l li fl. | n 

6. Hinricus de Barem VIII sol. J 

gemeinschaftl. mit noch 4 Studiosen immatrik. ; der erste ist 
von Jever, der andre vielleicht aus Barum n. v. Wittmund, nw. 
v. Jever — s. 78 Rect. 

Ein 1446. Ost. Nr. 3. intit. Nicolaus Witmunt ddt. U mf. 
XXX. die Aprilis ist wohl auch noch nach Rugen zu ver- 
weisen — s. 20. Rect. 

1447. Ost. $6. R. Hinricus Bekelin (VIII. R.). 87 I 

62. Ludolphuu Emede ddt. II mf. 30. die Julii. 

1448. Ost. 58. R. Johannes Stammel (II. R.). 98 I. 
12. Tidericus Cristiani de Dstringia ddt. II mf. XXVIII die Aprilis. 
— s. 24. u. 26. Rect., es ist die alte friesische Landschaft 
Ostringen gemeint, welche nach D. Emmius Fris. orient, chorogr. 
descr. die Herrlichkeit Godens nebst den Kirchspielen Marks, 
Etzel, Horsten, Reepsholt, Wiesede und Leerhafe in Ostfries- 
land, Zetel und Drifel in Oldenburg, Jever, Sillenstede, Kleverns, 
Sandel und Schortens in der Herrlichkeit Jever umfasste. 
23. Tidericus Remberti de Aurica ddt. florenum levem XXII die Maji, 
— s. Jahrb. XI. p. 129. 24. R. 

Schon zum J. 1445 macht Hr. Dr. Hofmeister die An- 
merkung, dass um diese Zeit besonders haufig verschiedene 



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81 

meist unterwertige Miinzsorten vorkommen, zu denen auch Rostock 1448. 
die „leichten Gulden" gezahlt haben werden. 
25. Brunoldus de Varle de Bremen p. nl. 

In vielen Matrikeln nennen sich die Vareler: Friesen; und 
thatsachlich bildeten vor dem Aufkommen der Hauptlinge die 
Kirchspiele Jade, Varel, Zetel, Bockhorn u. Horsten die Friesische 
Wede, ein Waldgebiet von imposantem Umfang, in dessen 
Bereich der heute wieder viel genannte Neuenburger Urwald 
liegt. 

30. Hinricus Hermanni de Rostringia ddt. II mf. 1 Yn T .. 

31. Wolterus Edonis de Rostringia ddt. II mf. J 

s. 20. Rect. ; mit beiden ist die alte friesische Landschaft 
Rflstringen, Riustringen gemeint, die in R. diesseits u. jenseits 
der Jade zerfiel und sich von der Herrlichkeit Inn- u. Knyp- 
hausen bis Dangast diesseits, jenseits durch Butjadingen und 
Stadland bis Elsfleth hinauf erstreckte. 
61. Ricmarus Luberti de Frisia p. nl. XXVIII Augusti. Dem Namen 
nach ein Friese von der Ostkante. 

1448 Mich, kommt am 26. Novbr. ein Euerhardus Husym 
vor, dem eine stattliche Reihe gleicher Abstammung folgt. Es 
liegt am nachsten, dies Husym im holsteinischen Husum an 
der Hewer zu suchen, u. es nur dann als Husum im Emslande 
(jetzt Grothusen) zu setzen, wenn es als solches bezeichnet wird. 

1450. Ost. 62. B. Nicolaus Wentorp (Vll. B.). 104 I. 

34. Hermannus Gherardi de Frisia ddt. 2 mf. 16. Maji. 

35. Euerhardus <ta Norda ddt. H mf. XVII die Maji. 

1453. Mich. 69. B. Lambertus Witinghof. 69 I. 
14. Hinricus Vaghelsank de Emeda. ddt. II mf. XVIII die Octobris. 
Es sei an den Vogelsangzwinger der ehemaligen Festung 
Emden erinnert. 
16. Tidericus Herlingen de Frisia II mf. XIX Octbr. Unbestimmbar # 

1454. Ost. 70. R Joh. Stammel (IV. B.). 121 I. 
8. Albertus Gheuerdes ddt. II mf. ffll die Maji. — s. 32. u. 51. Rect., 

— die Stadt Jever ist Stammort. 
10. Hinricus Valke de Emeda ddt. H mf. IIH die Maji. Ost. 1465 
Baccalar, 1457 Mich. Magister. 

Vgl. Friedl. Urkundenbuch 1281 ; Jahrbuch XI 242. 475. 
477. Es ist noch darauf hinzuweisen, dass die Familie 



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82 

Rostock 1454. Valke, Falke, Valck durch die 2. Halfte des 15. und die 

1. Halfte des 16. Jahrh. von Bedeutung war und neben den 
von Hauptlingen zu Gelehrten heraufgestimmten Familiengliedern 
der „Kanken de Dornem" in hohern Beamtenkreisen des allgemach 
graflich werdenden Ostfrieslands eine Rolle spielte, urn darnach 
von andern politisch aufstrebenden Geschlechtern, worunter 
die Manninga's besonders bemerklich sind, beiseite geschoben 
zu werden. 

Nr. 49 und 50 sind Hinricus Kron und Martinus Dannenbom 
de Dikhusen, intit. den 16. Mai, denen 1456, 57, 67 und 
weiter eine Reihe de Dikhusen, Dykhusen, Digkelhusen folgt. 
Da Ostfriesland allein schon 2 Diekhusen, sehr alte Ortschaften 
von historischer Bedeutung, hat, ferner Groningerland mindestens 
einen bedeutenden Ort dieses Namens (das Kastell Focko 
Ukena's) und Westfriesland einen ahnlichen, so lasst sich schwer 
entscheiden, welcher von diesen Platzen jedesmal gemeint ist. 
Nach gef . Mitteilung von dort sollen zu Dykhausen in Godens 
in den altesten Namenregistern diese Personennamen nicht vor- 
kommen und von Kloster Dykhausen bei Visquard ist auch 
gar nichts Urkundliches mehr zu eruiren. Es ist daher erfreulich, 
dass uns 1466 wenigstens einmal der Beweis erbracht wird, 
dass einer der 1456 intitulirten 3 Dikhuser ein Ostringer war 
(s. 58. Rect.), wodurch es wahrscheinlich erscheint, dass alle 
drei, gemeinschaftlich auftretend, aus Dykhusen bei Godens 
stammten. 

74. Hinricus Yddeszen de Blixen ddt. 2 mf. \ T . 

75. Hinricus Speler de Blixen ddt. 2 mf. / 

Aus Blexen in Rfistringen (Wesermiindung). 

U56. Ost. 74. R. Joh. Stammel (V. R.). 98 L 

36. Wulfardus Berghen de Frisia ddt. 2 mf. 24. Apr. 

Aus Bergen, Bergum, auch Bargerbur 6. v. Norden? noch 
heute besteht in Norden ein weitverzweigtes, von B. stammendes 
Geschlecht dieses Namens, zu dem auch die bekannte, jetzt ver- 
zogene Glockengiesserfamilie von Bergen gehort. 

37. Fredericus Harkenstede de Nordis ddt. 2 mf. 24. Apr. 

Mit Nr. 36 zusammen intitul. 

52. Bernardus Detmari de Emeda H mf. 10. Maji. 



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63 

1456. Mich. 75. R. Lambertus Wytinghof (II. R.). 46 I. Rostock 1456. 
2. Hermannus Danneel de Osterhusen ddt. I mf . XVIII die Octobris. 
Mich. 1457 Baccalareus. — Ob Osterhusen n. v. Emden? 
9. Arnoldus Smyd de Emda ddt. II mf. 29. Octbr. 



ultima die March 
1457. 



37. Fredericus Ficko de Dykhusen ddt. II mf. 

38. Hinricus Menbode de Dykhusen ddt. II mf. 

39. Tidericus Tagge de Dikhusen ddt. II mf. 

1466 Mich, wird Wichmannus Meinbode de Ostringia intitulirt, 
und weil sich dessen Stammname mit dem hier sub Nr. 38 
genannten deckt, Diekhusen in Ostringen liegt und diese drei 
Diekhuser gemeinsam auftreten, so ist es wohl zweifellos, dass 
auch diese drei dem uralten Kirchdorf in Godens entstammten. 
— 1482 erscheint ein Tagge de Frisia wieder. Vgl. auch 
E. Beninga's Chronik p. 536. 540. 

1457. Ost. 76. R. Hinricus Schone. 103 I. 
57. Hinricus Ydonis de Dikhusen de Frisia ddt. II mf. XXIIII die Maji. 
s. 70. und 75. Rect. 

59. Hinricus Witting de Zagelte ddt. 2 mf. 1 yyvt H* M " 

60. Remhertus Dmme de Sagelte ddt. 2 mf . J J ' 

Als Friesen aus dem jetzt oldenburgischen Sagelterland ge- 
horen sie hierher. vgl. Dr. G. Sello, Saterlands altere Ge- 
schichte u. Verfassung 1896. p. 10. 14—18. 

63. Tidericus Berkel de Dikhusen ddt. II mf. 1 nT .. T 

64. Tidericus Wulfardi de Dikhusen ddt. II mf. J 

Nr. 63 war wohl aus Barkel, Barkelo n. v. Diekhusen und 
raumlich naheliegend. Wenn dies anzunehmen nahe liegt, so 
hatten wir hier wiederum zwei Ostringer vor uns. 
68. Meynardus Titardi de Harlingen ddt. II mf. XX die Junii. 
Westfriese? 

1457. Mich. 77. R. Nicolaus Garden. 54 I. 
3. Olofardus Hermanni de Frisia ddt. II mf. XX Octobr. 

Dieser Name, auch Ulphardus, Wlphardus, Wulphardus, 
Vulfardus geschrieben (Bologna 1477; Erfurt 1401, Koln 1428 
u. s. w.), heute noch als Ulfert vielfach im Gebrauch, ist in 
ganz Friesland verbreitet ; es ist deshalb fraglich, woher dieser 
stammt. 
16. Gherhardus Scharlesagitte ddt. II mf. XXI Novbr. 

s. 76 R. Dieser war .wohl aus Scharrel in Sagelte, 



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64 

Rostock 1457. die Ortsnamensform Scharle stimmt genau mit der Karte des 

Sagelterlandes vom Jahre 1588; vgl. Sello, Saterlds. alt. 
Gesch. u. Verf. 1896. 

1458. Ost. 78. R. Johannes Stammel (VI. R.). 101 I. 
48. Tidericus Schonebeke de Nordis ddt. II mf. V die Maji. 

Ein Schonebek urkundet in einem Kontrakt 1503 ; s. Norder 
Eirchenakten. 

1458 dieTiburcii promo virte Johannes Barum zum Baccalareus, 
ohne dass ich ihn intitulirt gefunden hatte; vgl. 51. Rect. 

1458. Mich. 79. R. Lambertus Witinghof (III. R.). 68 I. 
8. Hinricus Hertoghe de Dikhusen ddt. II mf. XXIII die Octobr. 
Unsicher, woher. 

1459. Ost. 80. R. Nicolaus Wentorp (X R.). 56 I. 

Da hier wieder jede Ortsangabe fehlt, sind die friesisch 
klingenden Namen nirgends unterzubringen. 

1460. Ost. 82. R. Johannes Stammel (VII. R.). 102 I 
35. Bernardus Uffonis de Norda ddt. II mf. VIII Maji. 

Bereits kurz nach 1400 erscheinen Dfen, Uffen, Uven in 
Norden, die im stadtischen Gemeinwesen, namentlich aber in der 
bekannten, vom Prof. Dr. P. Dahn in Konigsberg brieflich uralt 
genannten Teelacht (richtiger Teenacht) in leitenden Stellungen 
standen. Eine der altesten Strassen Nordens heisst Uffen- 
strasse, sie fuhrt vom Domhofe (Markt) s. zur Heringstrasse 
(dem Ude Focken-Deich, urn 1430 nach Silderneuland an- 
gelegt), die sich noch sichtlich als Deich kennzeichnet und 
dnrch die Ausschachtungen fur die Gasanlage Herbst 1896 als 
solcher auswies. — vgl. Wenckebach, Ius Theelachticum red. 
(1759) und ,Die zahlreiche Nachkommenschaft zwoer Schwester 
und dreyer Briider; oder Familien-Register der Holen- 
schen, Ufenschen und Fischerschen Familie in Norden, 
nebst dreyen hierzu gehorigen Familien-Baumen, mit vielem 
Pleiss gesammlet, in Ordnung gebracht, und zum Druck be- 
fordert von Michael Johann Friedrich Wiedeburg, Organist. 
Gedruckt im Jahr 1774 und zu finden in Norden beym 
Organisten Wiedeburg". (40 u. 16 SS in 4°). 
72. Ludolphus Luibbrandi de Emda ddt. II mf. XX111I die Julii. 
100. Hermannus Lodeke de Emda ddt. II mf. XV die Octobris, 



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85 

Ludeke, Lodeke kommt ofter vor; s. 48. R. u. in anderen Rostock 1460. 
Matrikeln. 

1460. Mich. 83. R. Lambertus Witinghof (IV. R.). 46 I. 

1. Folcmarus Smyd de Frisia ddt. II mf. XXI die mensis Octobris. 

Folkmar ein vielverbreiteter ostfries. Name. 
4, Johannes Volquerdi de Frisia ddt. II mf. XXI Octbr. 
17. Euerhardus Herlinghen ddt. II mf. XXI die Noubr. 

Eodem anno Dionisii (9. Octbr.) promovirte Johannes Barem 
zum Magister art.; s. 78 u. 51. Rect. 

1461. Ost. 84. R. Nicolaus Wentorp (XL R.). 74 I. 

Unter den wiederum nur minimalen Ortsangaben, einer 
Spezialitat des Rectors Wentorp, findet sich 

18. Johannes Baren ddt. II mf . Ill die mens. Maji, wozu 
der Herausgeber fragt: Barum? Barner? Da uns bereits zwei 
Barum, Barem aufstiessen, liegt nahe, an einen dritten dies. 
Nam. zu denken. — Baccal. 1473 Mich. — Mehrere Friesen- 
namen ohne Zusatz mussen hier fortbleiben. 

1461. Mich. 85. R. Johannes Stammel (VIII. R.). 42 I. 

24. Egbertus Smid de Emda ddt. II mf. XII die Novbrs. 

25. EyJardus Heydorn de Emda ddt. II mf. XII die Novbrs. 

Gemeinsam inskribirt. 

1462. Ost. 86. R. Lambertus Wytinghoff (V. R.). 102 I. 

12. Johannes Vorman de Norda ddt. II mf. ; s. Reers 

hemius (1796) p. 465. v yI ^ ^ 

13. Hinricus Smyd de Haghen ddt. II mf. / ^ ' 

14. Hinricus Euerhardi de Norda ddt. 11 mf. 

Gemeinsam intitulirt; Nr. 13 aus Hage 6. von Norden. 

66. Euerhardus Brun de Dickhusen ddt. II mf. . yyittt 3° T ** 

67. Hilbrandus Iseldes de Blexen ddt. II mf. 



. 1 . 

Gemeinsam immatrikulirt. Nr. 66 wohl Ostringer. 



1462. Mich. 87. R. Thomas Stammel. 60 I. 

26. Hinricus Yconis de Ezens ddt. II mf. ultima die Octobris. 

1463. Ost. 88. R. Hinricus van deme Werder (V. R.). 114 L 
3. Tidericus Nordis de Frisia ddt. II mf. XXII April. 
5. Johannes Emede de Frisia ddt. II mf. XXVI Apr. 

27. Meynardus Jacobi de Frisia ddt. II- mf. II Maji. 

5 



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66 

Rostock 1463. 45. Euerardus Feykonis de Frisia ddt. II mf. XIII Maji. 
50. Hinricus Norden de Frisia ddt. II mf. XX Maji. 
£7. Hiprjcus Lowe de Frisia ddt. II mf. XXVII Maji. 
(59. jst der bekannte Historiker Albertus Krantz de Hamborch, 
1482 Rector der Univ.) 

Nr. 5. Johannes Eemde erwarb Ost. 1465 das Baccalareat, 
Nr. 27. Meynardus Jacobi dasselbe Mich. 1465. 

1465. Ost. 92. R. Joh*. Stammel (X. R.). 75 I 
23. Hinricus Luberti de Astrengia ddt. II mf. XIII Majus. (sic!) 

Ein Ostringer. 
34. Hermannus Volrici de Emda ddt. II mf . die antepenultima Maji. 

1466. Ost. 94. R. Albertus Goyer. 106 I. 
52. Ludolphus Morman de Emeda ddt. II mf. XIIII Junii. 

L. Moerman prom. Mich. 1467 zum Baccalar; Mich. 1469 
zum Magister artium; vgl. Reershemius (1796) p. 464. 

1466. Mich. 95. B. Thomas Stammel (II. R.). 64 I. 
8. Wichmannus Meinbode de Ostringia ddt. II mf. XX die mens. 
Octobris. 

s. 75. Rect. 
12. Petrus Kremer de Norda ddt. II mf. die XXII Octbr. 

Der Familienname bis heute reichlich vertreten. 
23. Ludolphus Arlis de Nordis ddt. II mf . XVII Novbr. ; s. 3. Rect. 

1467. Ost. 96. R. Hinricus Schone (III. R.). 72 I. 
20. Luderus Hake de Langworde in Frisia ddt. II mf . XI die mens. Maji. 
Von Langwarden in Butjadingen; Luderus noch gebrauchlich 
an Jade u. Weser. 
29. Euerhardus Tymmermann de Geuer ddt. II mf. XX die mens. 
Maji. 

45. Arnoldus Kempen de Frisia ddt. II mf. ) VVTTII ,. . ,. 
An ^ , , rr , t, . . ,,, TT _ J XXIIII die Augusti. 

46. Euerhardus Kempen de Frisia ddt. II mr. J 

Von welchem der verschiedenen Kampen? 

1467. Mich. 97. R. Balthasar dux Magnopolensis. 63 I. 
27. Hinricus Smyd de Dikhusen ddt. n mf. VII Novbr. ; s. 79. Rect. 

Baccal. Ost. 1472. 
37. Johannes Martini de Ehmda ddt. 11 mf. 1111 Decbrs. 
56. Ludolphus Euerdes de Frisia ddt. II mf. XX April. 

Ausser L. Moerman (s. 94. Rect.) promov. zum Baccal. ein 



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67 

Hermannus Ouelsuest, der freilich von Bielefeld (10. Oct. 1466 Rostock 1467, 
intit.) stammt, dessen Stamm-Name indessen in dem zum 
erstenmal die Tagesgeschichte Ostfr. behandelnden Buche 
Dlrichs von Dornum, Disputation to Oldersum (Wittenberg 
1526) Bl. B 2 in verso vorkommt. Da die Ubersetzer der Dispu- 
tation samtlich der Meinung sind, der dort genannte ^Doctor 
Oeuelsuest" sei ein nom de guerre (E. Meiners (1738) I. 541 
nennt ihn: ,, Doctor Blindeman"; Reershemius (1763) ^Doctor 
Ubelsiehst"; ahnlich Rud. G. Brawe (1723. Mspt. im Kgl. St.- 
Archiv zu Aurich)), so wollte ich nur darauf auftnerksam 
machen, dass Ovelsuest in der That Personenname ge- 
wesen ist. 

1468. Ost. 98. B. Johannes Kane. ISO I. 

30. Fredericus Kumpenye de Emeda II mf. 
Baccal. Ost. 1469 als Fred. Kumpanie. 

31. Rodolphus Vrese de Emede II mf. 
Baccal. Ost 1469 als Rodolfus Vrese. 

32. Johannes Smyt de Norda II mf. I VI die mensis 
Baccal. Ost. 1469 als Johannes Fabri. | Maji. 

33. Meynoldus Rodolphi de Norda II mf . 
Baccal. Mich. 1469 als Meynardus Radolfi. 

34. Reynerus Theodardi de Norda II mf. 
Baccal. Mich. 1469 als Reyn. Theoderici. 

43. Johannes Meynardi de Wigherdis in Frisia II mf . VIII die Maji. 
Bacc. Ost. 1469. Wigherdis ist Wiarden n. v. Jever, auch 
anstatt Wiarden, Wierden schon Wigherden geschrieben. 
57. Egbertus Walthusen de Emeda II mf. XXI Maji. Bacc. Mich. 
1469 als Egbertus Wolthusen. 

Als in der Kolner Matrikel im 172., 201., 223. u. 305. Rect. 
oflenbar falsche Angaben der Immatrikulanden oder der Rectoren 
zu Tage traten, ferner ein im 292. Rect. als Siardus de Pilso 
inscribirter Sfudent sich 3 Jahre spater hochst wahrscheinlich 
Syardus de Emeda nannte, vprsuchte ich diese Verwechselungen 
zu erklaren und versprach, unter Rostock die Ortsangaben 
vieler Studenten etwas naher zu beleuchten. Jahrb. XI p. 122. 
Nachdem die beiden ersten Bande der Rost. Matr. aus- 
gezogen waren u. eine fluchtige Einreihung ergab, dass von 
1419 — 1611 rund 85 Studenten aus Norden, 34 aus Esens, 
11 aus Aurich und 182 ausEmden zu sein angegeben batten, 

5* 



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68 

Rostock '1468/ fiel e^ mhf auf, dass unter den letztgenannten manche Doppel- 
angabeh erfolgt waren, wie Egbertus Walthusen (Wolt-) de Emeda, 
Martinus Woltzed de Em., Herm. Westerwolt de Em., Everh. 
Wolthusen de Em., Thom. Metwalde de Em.^ Reym. Wester- 
husen de Em., Everh. Pilsum de Em., Wilh. Oldersem de Em., 
Nic. Suderhusen de End., Joh. Petkum de Em. u. and., die 
eine Haufung von Ortsnamen darstellten. Da nun Emden im 

15. Jahrh. erst allmahlich sich aus den engen Verhaltnissen 
einer Hauptlingsgefolgschaft losrang und ein Obergewicht iiber 
Norden auch namentlich nach der kommerziellen, finanziellen 
kulturellen und numerellen Seite damals durchaus noch nicht 
besass (von neuern Dntersuchnngen ganz abgesehen, sei hierfiir 
nur auf U. Emmii Pris. or. chorogr. descr. 1616 unter Norden 
verwiesen), so lag die Prage nahe, ob die Doppelangaben nicht 
dahin aufzufassen seien, dass man in dem ersten Ortsnamen 
den Stammort, im Zusatz de Emede eine Positions-Bestimmung 
desselben zu erblicken babe. 1 ) 

In der hieriiber mit Herrn Dr. Hofmeister geffihrten Corre* 
spondenz hiess es meinerseits unt. and.: „Es finden sich ofter 
Ortsnamen aus dem Kreise Emden (Emesgovia, Emsigerland) 
dem de Emede vorangestellt. Nun ist kaum anzunehmen, dass 
die Stadt E. allein diese grosse Anzahl Studenten sollte nach 
Rostock gesandt haben, da zu gleicher Zeit Emder auf andern 
Universitaten studirten, und andererseits ware es auffallig, dass 
die vielen und oft stattlichen Dorfer, Landsitze und Plecken des 
Emsgaus so gar keine oder eine verschwindend geringe Anzahl 
Studiosen producirt haben sollten, wahrend dies seii dem : 

16. Jahrh. doch in reichem Masse der Fall war. Sollte also 
nicht der mittlere Name als Stammortsangabe zu nehmen sein? tt 

Mit gewohnter Liebenswtirdigkeit lief die Antwort ein: 
„Diese mir auch mehrfach aufgestossene Eigenthfimlichkeit 
glaube ich durch die Annahme einer Schule in dem als 
Herkunftsort (der durchaus nicht striGte als Geburtsort 
aufzufassen ist) genannten Orte am leichtesten erkl&ren zu 
konnen. a 



' * ') In der Kolner Matrikel war man otters weit genatier, indem es 
manchmal in solchen Fallen heisst : VHetbeym, Strackholt, Langweyr p r o p e 
Emden. 



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69 

Nun ist zuzugeben, dass manche Ortschaften des Emsgaus Rostock 1468. 
bereits im 15. Jahrh. Schulen besassen (Jahrb. VII 1. Heft p. 
18 ff. 0. Urk.-Buch. Nr. 651 (866. 867.), dass aber von dem 
Besuche dieser Schulen sich Namen von Herkunftsorten ent- 
wickelt haben sollten, scheint mir wenig moglich. 

Das Beispiel des Egbertus Wolthusen, der bei der Promovirung 
zum Baccalareus den Zusatz bei der Intitulation „de Emeda u 
einfach fortlasst, bestarkt mich aber in der Annahme, dass 
de Emede fur jene aus unbekannteren Orfschaften stammenden 
Schiiler nichts weiter als eine Positions-Bestimmung derselben 
war, die man urn so lieber machte, als die Emder Schifffahrt 
sich auch nach Rostock erstreckte. 

58. Euerhardus Junghe de Emeda II mf. XXI Maji. 

Baccal. Ost. 1469 zusammen mit Nr. 30. 31. 32. 43. 

59. Albertus Haren de Emeda II mf. XXI Maji. 

65. Sibrandus Thadonis de Sillenstede II mf. ultima die Maji. 

Aus Ostringen 6. von Jever. 
98. Fredericus Smyd de Norda II mf. XXVII die Septbr. 

Baccal. Ost. 1471 als Fr. Smyt. 

Summa 11 Immatrikulanden von unserer Kuste. 

1468. Mich. 99. B. Lambertus Witinghof (VIII JR.). 63 I 
5. Thidericus Valke de Emda II mf. XXVI die Octbr. 

Baccal. Mich. 1470; s. Reershemius (1796) p. 571. 

1469. Ost. 100. B. Johannes Bremerman. 87 I. 

25. Georgius Georgii de Norda II mf. 

26. Martinus Munter de Esens II mf. 

27. Hinricus Olrici de Nordis II mf. 

28. Johannes Grawert de Nordis II mf. 

Baccal. Ost. 1476 als J. Grawerd. 

29. Reynerus Valke de Rees II mf. 

s. 70. u. 99. Reck; ein Emder? 
3>0. Wilhelmus Euerhardi de Nordis II mf. 

Baccal. Ost. 1471. 
31. Didericus Euerhardi de Emeda II mf. 

1469. Mich. 101. B. Conradus Scheteel. 73 I. 
(10. Tymmo Ouerdyk de Uthyn II mf. XXI Octbr.) 

Ob verschrieben fiir Dthim-Uttum? oder Eutin? 



VII die mensis Maji; 
gemeinsam immatr. 



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r * \ XXX Octbr. 



70 

Rostock 1469. 17. Fredericus Morman de Emida II mf. 
18. Ludolphus Morman de Emida II mf. 
Baccal. Ost. 1472. 

s. 94. u. 110. Rect. Andere Moerman s. 0. Urk.-Buch 
n. Bd. p. 829. 
58. Johannes Vmmen de Scharle II mf. XVIH Aprilis; s. 76. und 
77. R. 

1470 Ost. 102. B. Petrus Bentz. 113 1. 
11. Bemardus Folcardi de Emda ddt. II mf. V die Maji. Bacc. 

Ost. 1471. 
43. Hinricus Brabo de Wyerden II mf. XIX die Maji, s. 98. R. 

48. Theodericus Renoldi de Langewert II mf. \ 

Baccal. Ost. 1471 als Th. Reynoldi. J XXUI die Maji. 

49. Arnoldus Leonis de Waddensen II mf. J 

50. Martinus Woltzed de Emeda II mf . XXIIII die Maji. s. 98. R. 
Nr. 57. Wohl von Woltzeten nw. v. Emden. 

51. Gherardus Bolt de Frisia II mf. \ 

Baccal. Mich. 1476. V XXVI die Maji. 

52. Albertus Bernefuer de Frisia II mf. I 
Baccal. Mich. 1474. 

73. Gherbertus Gheye de Campis II mf. X die Junii. 
Von welchem Campen? 

81. Petrus Symonis de Frisia II mf. | _ , T ... 

82. Sybrandus Vlbadi de Frisia II mf. J 

1470. Mich. 103. B. Balthasar dux Magnopolensis, 
comes Zwerinensis. (II. B.). 47 I. 
2. Hildebrandus Jacobi de Harlinch II mf. XVII Octbr. 

17. Eggebertus Krevet de Wener II mf. ) K , 

18. Johannes Speleman de Wener II mf. J 

Die Familie Krevet stammte wohl von Crewert nw. v. 
Delfsiel und wohnte spater im nahegelegenen Weener. Derselbe 
Name erscheint um 1638 zu Marienhafe (Organist; 8. Mar. 
Kirch.-Akt.) 
23. Meynardus Brakel de Wangia II mf. X Novbr. 

Wohl aus Wangerland n. v. Jever. Baccal. Ost. 1472. 
30. Hinricus Sutoris de Norda II mf. XVIH Decbr. 

1471. Ost. 104. B. Albertus Ghoyar (U. B.). 133 I. 
41. Rodolphus Gholtsmyt de Emda II mf. IX die Maji. 



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71 

93. Richardus Vlbodi de Lardelt II mf . XX die Junii. Rostock 1471. 

Aus Larrelt w. v. Emden. Baccal. Mich. 1472. 
130. Petrus Egberti de Rostringia II mf. X die Octbr. 

1471. Mich. 105. R. Hinricus Schone (IV. R.). 99 I 

10. Sybrandus Remberti de Yphusen II mf. XXIII die Octbr. 

Von Uphusen 6. v. Emden oder Eppenhuizen n. v. Groningen. 

11. Theodericus de Reyda II mf. XXIII die Octbr. 

Aus Reiderland, Probstei Farmsum; s. Jahrb. XI. p. 116. 
Beide wurden gemeinsam intit. 
28. Olricus Volkardi de Ezenzee II mf. XIU die Novbr. 

47. Menoldus Wulfardi de Norden 11 mf. XXV111 Maji. 

48. Ludolphus Ryckeldes de Capella (?) in Frisia 11 mf. XXV111 Maji. 

Ob vom Klosterhofe Capelle bei Riepe 6. v. Emden? s. Fr- 
Arends, Erdbeschreibung des Furst. Ostfriesld. p. 137. 544- 

1472. Ost. 106. R. Lambertus Wytinghoff (IX. R.). 76 I 

18. Tidericus Boem de Blixen 11 mf. 

Bacc. Mich. 1473. 11 die Maji. 

19. Johannes Binsk de Blixen 11 mf. 

s. 70. Rect. Gemeinsam intit. 
30. Egbertus Smyt de Aurick 11 mf. XIX die Maji. 
34. Fredericus Feykonis de Frisia 11 mf. Ill die Junii. 

Baccal. Mich. 1473. 

61. Johannes Ruren de Loggen 11 mf. XX11U die Septbr. 

Ob von Loge, Loegen w. v. Emden oder Loge (Loga) 6. v. Leer ? 
In diesem Semester wurden 50 Bacc.-Promotionen erforderlich, 
eine Anzahl, die nur einmal 1484 unter dem Dekan Alb. Krantz 
urn 1 uberschritten wurde. 

1472. Mich. 107. R. Johannes Hane (II. R.). 103 I. 
36. Fredericus Sifridi de Esens 11 mf. 

Bacc. Mich. 1473 als Fr. Bifridi presbiter > X die Novbr. 
38. Euerhardus £oppen de Esens 11 mf. 

Bacc. Mich. 1474 als Euerh. Poppe. Dieser Name bluht 
noch heute im Harlerland. 

62. Bernardus Bolte de Frisia II mf. XXV die Marcii. 

1473. Ost. 108. R. Battasar dux Magnopolensis (II. R.). IM I. 
68. Gherardus Fleck de Emida II mf. tercia die Junii. 
71. Ludolphus Ludolphi de Emida II mf. IIII die Junii. 



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XVI die Octobr. 



72 

Rostock 1473. 101. Bartoldus Bartoldi de Herlinge II mf. Illl die Septbrs. 

Mit einem de Snex aus Westfriesld. intit., also wohl auch 
daher. 

1473. Mich. 109. R. Hinricus Schone (V. II). 51 I. 

1. Hinricus Nytardi de Emeda II mf. 

Bacc. Mich. 1474 als H. Nitardi 

2. Hermannus Wysseli de Emeda II mf . 

Bacc. Mich. 1474 als Herm. Wessel; Mag. art. Mich. 1476. 

Da wir allgemach den fur uns erreichbaren historischen 
Tagen naher rucken, sei auf Wessel hinge wiesen als „Meister 
(Magister) Hermann Wessel, Kerkheere te Emeden" bei E. Beninga 
Chronik van Ostfr. (Ed. Hark. 1723) p. 494 ad ann. 1505. 
p. 497. 498 u. f.; vgl. auch 0. Urk.-Buch II. p. 845. Reers- 
hemius Ostfr. Pr. Denkmahl (1796) p. 465 hat richtig „M. Herm. 
Wessels, officialis von Friesl., commissarius un Praebendat, 
auch folgends Vicarius zu Emden", verdruckt ist jedoch 1490 
bis 1595, weil Nachrichten iiber ihn bisher nicht iiber 1505hinaus 
bekannt geworden sind. 
9. Meynardus Berndes de Watwerden II mf. XIX die Octbr. 

Von Waddewarden n. v. Jever. 

1474. Ost. 110. R. Petrus Bentz (II. R.). 116 I. 

60. Gherardus Karner de Hoghenkerke II mf. VII Maji. 

Aus Hogenkerken, Hohenkirchen, alta ecclesia im Wanger- 
land n. v. Jever. 
66. Hinricus Ludolphi de Emeda II mf. X1I1 Maji. 
71. Ludolphus Ludolphi de Emeda 11 mf. XVI Maji. 

s. 108. R. Nr. 71. Von alien Ludolphi's promovirt keiner. 
77. Fredericus Rode de Norden 11 mf. XX11 Maji. 

Baccal. Ost. 1477 als Hinricus R. 
79. Albertus Smyt de Frisia 11 mf. XX111 Maji. f 

Bacc. Ost. 1475 als Abertus Sm. 
84. Johannes Koyke de Frisonia 11 mf. Vll Maji. 

Mit je einem Kommil. aus Franeker u. Bolsward intit., mithin 
wohl Westfriese. 
87. Matheus van Langen, Monasteriensis diocesis ddt. 11 mf. 1111 
die Julii. 

Wohl aus Langen, dem Pramonstratenserkloster an der 



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73 

Unterems. Jahrb. 11. 2. Hft. p. 19. 0. Urk.-B. I. Nr. 26 Rostock -1474. 
ad ann. 1255 zuerst erscheinend. 
88. Martinus Morman de Emda 11 mf. VU Julii. 

1474. Mich. 111. R. Joh*. Bremerman (II. R.). Ill I. 
24. Hinricus Nigenborch de Blyxem 11 mf . 11 Novbr. 

s. 70. u. 106. Rect. 
54. Euerhardus Hinrici de Emeda 11 mf. XX Marcii. 

Am 12. Apr. wurden neben anderen 2 Westfries. je 1 de Kampis 
u. de Franeker intit. Von letzterm heisst es, zugleich ein 
Bild jener Zeit: Iste Euerhardus Langedam propter enormes 
excessus rectori allatos seclusus est et frivole in conspectu 
tocius universitatis renunciavit. 

1475. Ost. 112. R. Conradus Scheteel (II. R.). 116 I. 

14. Albertus Theoderici de Emda 11 mf. XXUll Aprilis. 

Bacc. Ost. 1476. 

15. Gherardus Balte de Wyrden II mf. 

s. 102. R. Nr. 43. u. 51. u. 98. R. Nr. 43. Aus Wiarden 
(spr. Wierden) im Wangerland n. v. Jever. 

16. Fredericus Meynardi de Geuer 11 mf. \ 

Bacc. Mich. 1476. I xxy ^ A ^ 

17. Theodericus Fabri de Geuer 11 mf. j 

18. Johannes Schutte de Geuer 11 mf. J 

Der Name in jener Gegend noch lebendig. Bacc. wurde Mich. 
1480 Martinus Sch., wohl identisch mit Joh. Sch. 

30. Thomas Frederici de Emeda 11 mf. 

Bacc. Ost. 1476. 

31. Wesselus Hyldebrandi de Emeda 11 mf. 

Bacc. Ost. 1476 als W. Hildebrandi. 
46. Rembertus Remberti de Emeda 11 mf. Xlll Maji. 

59. Sybrandus Abiconis de Aurik 11 mf. \ 

Bacc. 1476 Mich, als Sibr. Aurick \ tercia die Junii. 

60. Theodoricus Grawart de Aurik 11 mf. j 
64. Gherardus Brand de Waddesen 11 mf. Xllll Junii. 

Magister Mich. 1475., s. 98. Rect. Die gleiche Anzahl wie dort. 

1475. Mich. 113. R. Johannes Lesman. 54 I. 
3. Ludolphus Owen de Emeda 11 mf. XV1U Octbr. 

Bacc. Mich. 1476. 
24. Wyardus Theardi de Redersum II mf. Ill Novbr. 



secunda die Maji. 



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74 

Rostock 1475. Von Reersum, Redershem 6. v. Norden ; davon Resterhaft, 

-hofe, der Redershemer Hof (Kirchhof). 

1476. Ost. 114. R. ffinricus Schone (VI. R.). 166 I. 
21. Johannes Verle de Bremis II mf. XXVII Aprilis. 

Von Varel in Oldenburg? s. 58. Rect. 
56. Sybrandus Poppe de Norden II mf. XIII Maji. 

61. Elerdus Gruuen de Dykhusen II mf. 1 yv M " 

62. Theodericus Tiderici de Dykhusen II mf.J 

Den Namen nach konnten sie Ostfriesen sein; s. Nr. 73. 
73. Elardus Ruter de Ostringia 11 mf. XX Maji. 

Nr. 89 u. 90 ein de Herlinge mit einem de Wolderkem 
(Workum) intit, beide wohl Westfriesen. 
91. Thomas Sibrandi de Emeda 11 mf. Ill Junii. 
Bacc. Ost. 1477. 
Nr. 93 u. 94 wie Nr. 89 u. 90. 
99. Hermannus Valkenberch de Waddensen 11 mf. XVI Junii. 
134. Fredericus Olardi de Norda 11 mf. XVI Sept. 

Wohl verschrieben anstatt Olfardi, Ulfers, die es bis auf 
heute hier giebt. 

(Nr. 144 ist ein Martinus Stortebeker de Meldorp intit., 
der 1477 in Erfurt erscheint. Jahrb. XI. p. 136.) 

1476. Mich. 115. R. Otto Ernst. 51 I. 

16. Wilhelmus Gherardi de Emda 11 mf. Vll Octbr. 

Bacc. Ost. 1479. 
34. Meynardus Scroder de Esen 11 mf. IX Apr. 
Ob von Esens? 

1477. Ost. 116. R. Johannes Bremerman (III. R.). 122 I. 
32. Wilhelmus Euerhadi de Marienhof 11. mf. Vlll Maji. 

Wohl Euerhardi? s. 49. Rect. 
45. Hinrikus Vrese de Emeda 11 mf. XX Maji. 
47. Thomas Remberti de Nordis 11 mf. XX111 Maji. 
70. Petrus Scherer de Esens 11 mf. XVI Junii. 
■90. Hermannus Westerwolt de Emeda 11 mf . VI Septbr. 

1477. Mich. 117. R. Nicolaus Kruse. 82 I. 

17. Johannes Nicolai de Emula II mf. Ultima die Octbr. 

Emula auf einer Rasur; wahrscheinlich Emida. 
20. Thidericus Gruffer <Je Geuer II mf. V Novbr. 



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?5 

23. Fredericus Heren de Ebda II mf . \ Rostock 1477. 

Verschrieben fur Embda? Bacc. Mich. 1478; | 
der Name ist hier bis heute lebendig. ( VD Novbr ' 

24. Hermannus Vurpil de Ebda II mf. J 

s. 124. Rect. Nr. 74; u. 125. Rect. Nr. 16. V. de Ezens. 
Neben Vurpil, Feuerpfeil, kommt auch Yarquast, Feuer- 
pinsel, Lunte, vor. 

1478. Ost. 118. B. Liborius Meyer. 92 I. 
1. Johannes Kulenberch de Emda II mf. XXI Aprilis. 
16. Gherardus Voss de Emda II mf. I it M *' 

18. Hermannus Vaghet de Emda II mf. 1 

68. Euerhardus Wolthusen de Emda II mf. IX Septbr. 
79. Hermannus Smyt de Emda II mf. I Octobr. 

Bacc. 1479 Mich., Magister Mich. 1481. 
88. Johannes Eybrandi de Wrenis II mf. XII Octobr. 

Weneris (Weener im Reiderlande) oder Wremis (Wremen im 
Lande Wursten)? Bacc. Ost. 1480. 

1479. Ost. 120. B. Conradus Schetzel (III. B.). 119 I. 
57. Odolphus Popponis de Blessem II mf. XXVII Maji. 

Wohl Blexen in Riistringen, jenseit der Jade. 

Bacc. Ost. 1480. 
75. Fredericus Haronis de Hinttis II mf. XXX Junii. 

Hinte n. v. Emden. 
98. Fredericus Kreyge de Emeda II mf. ultima Septb. 

Bacc. Mich. 1480 als Fr. Kreye. 
100. Hinricus Kerkhof de Kampis II mf. I Octbr. 

Wohl Hollander. 

1479. Mich. 121. B. Hinricus Schone (VII. B.). 81 L 

18. Albertus Ockens de Emyda II mf. * T 

19. Wilhelmus Schypper de Emyda H mf. / IU die Novembr ' 

Bacc. Mich. 1481 als W. Schipper. 
22. Hinricus Vust de Engerhof II mf. ffll Novbr. 

Aus Engerhofe, Engerhafe s. v. Aurich. 
28. Egbertus Luberti de Emeda n mf. XVI Novbr. 

1480. Ost. 122. B. Johannes Lessman (II. B.). 96 I. 
1. Ditmarus Gholtsmyt de Emida II mf. XXI Apr. 

Priester zn Emden, s. Reershemius 0. Pred.-D. (1796) p. 465, 



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XXIII die Maji. 



76 

Rostodk 1480. 34. Bernardus Albers de Frisea II mf . 

Baccal. Ost. 148i als B. Alberdes. 
357 Johannes } Meynarde de Frisea II mf . 

Bacc. Ost. 1481 als J. Meynardi ; noch- 
mals Baccal. Ost. 1483 ; Magist. Mich. 1483 
als J. Meynerdes. 
36. Hesselus Regges de Frisea II mf. 

Wohl ein Rengers aus Groningerland, wie Nr. 34 ein Alberda 
aus Friesland. Da Nr. 38 ein J. Buswardie de Frisea, also 
aus Bolsward in Westfriesld., Nr. 39 ein B. Lewardi de Frisea, 
also aus Leeuwarden, u. Nr. 41 ein Am. Staurie de Frisea, 
also aus Stavoren ebendaher ist, u. die ganze Gesellschaft ge- 
meinsam (Nr. 41 einen Tag spater) intitulirt wird, so sind 
wohl auch die obigen 3 Niederlander. 
55. Hinricus Amsen de Jeuer II mf. XIX die Junii. 
57. Tidericus Sesterflete II mf. XXVII die Junii. 

Wohl von einem der vielen Flete im Stad- u. Butjaderlande, 
65. Rembertus Enthens de Frisia II mf. XIUI Julii. 
Der Name ist groningisch. 

1480. Mich. 123. R. Lubertus Sedeler. 58 I. 
21. Johannes Alberti de Emda 11 mf. Vlll Novbr. 

Am 9. Nov. folgt ein Herm. Alberti de Groningen. 
29. Ludolphus Stock de Loppersum 11 mf. XXU Novbr. 

Ob von L. n. v. Emden oder L. in Groningerland? 

46. Ludolphus Mannynge de Nordis. 11 mf . XVU Apr. 

Weder in Matthias von Wicht's Geneal. Manninganorum noch 
in (J. H. D. Mohlmann's) Stammtafeln einiger Ostfriesischer, 
Hannoverscher (so!) und Westphalischer Familien (Leer 1832) 
p. 39 fi. war dieser Name zu fin den. 

47. Johannes Goldsmyjt de Norda 11 mf. XVU Apr. 

Beide gemeinsam intit. 

1481. Ost. 124. E. Hinricus Morin. HI I. 
65. Albertus Kroger de Emyda 11 mf. I Junii. 
70. Martinus Vurquast de Emida 11 mf. 

72. Hinricus Gral de Emida 11 mf. \ \\ die Junii. 

73. Ehwaldus Vrese de Emida 11 mf. 

74. Odolphus Vurpil de Frisia 11 inf. « Vlll Junii. 

s. 117. Rect. 



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77 

78, Bernardus Stockhan de Frisia 11 mf. | yvi T •- ' ^^A^ 

79; Ghisebertus Boem de Frisia 11 mf. j . 

Stockhan u. Boem sind wenig ostfr. klingende Namen. 
102. Hinricus Bettingelbernen de Frisia 11 mf. V Octbr. 

Wohl Betting de Berne in Stedingen s. v. Elsfleth. - 
J 10. Otto Heren de Pewessen 11 mf. XV Octbr. 

Aus Pewsum n. v. Emden. 

1481. Mich. 125. B. Hinricus Schone (VIII. R). 59 I. 

4. Olricus de Dornem 11 mf. , | . 

5. Hermann us de Dornem 11 mf. . , | 

Tauscht nicht alles, so erblicken wir in Nr. 4 einen N.amen, 
dessen Trager eine hervorragencje Stelkmg in . der qstfr-. Ge- 
schichte einnimmt, Junker Ulrich Attena yon Domum,. Sohn 
, des Ritters Sibet Attena von Esens u. Dornum aus .{lessen 
zweiter Ehe mit Margareta Addinga von WesterwoJ4. ; Da 
:-, diese Ehe bald nach dem 1465 erfolgten Tode der ersfjen Ge- 
mahlin geschlossen worden war, so ist Ulrichs Geburt; wohl 
nicht weit nach 1466 anzusetzen. Er ware spmit an 15 Jahr 
; ' gewesen, als er Rostock besuchte, pin Alter, das seiner Aufnahme 
in eine der mit- der alma mater organisch verbundenen Bursen 
angemessen war. Die Annahnie, dass die edle Familie der 
mit dem graf lich Cirksenaschen Hause blutsyerwandt verbundenen 
Attena etwa zu hqch gestanden habe, um einen, Sojui der 
Hochschule zuzufuhren, diirfte durch den Hinweis , au£ den 
gleichzeitigen Besuch der Universitat Koln 1481 durch seinen 
Vetter Graf Edzard nebst Bruder gehoben werden. Auch ist 
es dem Vater Sibet, der nicht nur als Krieger und Diplomat 
fur Graf Ulrich 1., sondern auch als Mitvormundsr , und Lehns- 
trager fur dessen verwaiste Sohne in hohem Ansehn sjtand,, 
gewiss zum Bewusstsein gekommen, dass die Kenntniss des 
jus civile auch politischen Wtirdentragern von Nutzen sei. 
. Nun starb freilich Sibet schon Ende 1473, ,/doch ist„anzu- 
nehmen, dass er mit seiner Mitvormiinderin, (fer Grafin Theda 
von Ostfriesland, auch uber die- weitere Erziehupg seiner wie 
ihrer unmiindigen Sohne verhandelt hahen werde und dass 
ferner demgemass gehandelt worden sein wird. 

Der Besuch einer Universitat klart denq ftuch auf, was 
sein Biograph, Herr Archivrat Dr. Wagner (Aljgem. Dtsch. 



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78 

Rostock 1481. Biogr.) mutmasste, er miisse sich in der Jugend „Kenntnisse 

angeeignet haben, die er spater erweiterte." Nachdem er sich 
dann in Fehden genug gethan, und seinen Burgfrieden zu 
OJdersum nach Schluss der grossen sachsisch-friesischen Wirren 
1518 angetreten hatte, „fand er jetzt auch Masse, seine Bil- 
dang zu vermehren und sich jene ausgebreiteten Kenntnisse in 
den Biblischen Schriften, wie im weltlichen Rechte anzueignen, 
die sein Sch wager, der ostfr. Chronist Beninga, an ihm riihmt." 
(Wagner). Seine wirksame Bethatigung bei Einfiihrung der 
Kirchenreformation zeitigte das erste fiber ostfries. Tages- 
geschichte berichtende Buch: ^Disputation to Oldersum, ynn 
de graueschup to Oestureeslant kortes na Viti geholden tusschen 
D. Laurens Jacobiten van Gronigen, vn M. Jurien Euangelisten 
tho Emeden in saken den Christ lichen gelouen bedrepen mit 
andere breuen vn Positien, angetogen, seer nutlich vnde ge- 
noechlich tho lesen: Vlrich van Dornhum Juncher. 1526." — 
„Gedruckt tho Wittemberg durch Nicolaum Schirlentz, In den 
Jar vns Heren M. D. XXVI. u — Wer sein Begleiter Hermannus 
von Dornum war, der sich Mich. 1482 das Baccalareat er- 
warb, liess sich in den Stammtafeln der Dornumer Geschlechter 
ebensowenig ermitteln, als die nahere Festsetzung des graf- 
lichen Begleiters nach Koln, Henricus de Dornem, der laut 
Zusatz eorundem familiaris (d. h. der graflichen) war und ent- 
gegen seinen das jus civile horenden Vettern das jus canonicum 
zum Studium erwahlte. Denkbar ist es, dass der ostfr. Name 
Hicco rich zu Heinricus erweiterte und damit ein bekannter 
Trager aus dem Hause der Kankena de Dornem erscheint. 

16. Bernardus Vurpil de Ezens 11 mf. XXV Octbr. 
s. 117. u. 124. Rect. 

(35. Hinricus Agricola de Groningen. 11 mf. Ill Marcii.) 

Vielleicht der (Grimersumer) Pastor Hinrich Huesman de 
Baflo prope Groningen, den Reershemius (1796) als Mag. H. H. 
1490 aufftthrt (p. 725). — Im Jahrb. I. Heft III (1874) p. 3 
u. 25 wird iiber die Spuren dieses Mannes berichtet, der wahr- 
scheinlich der erste Lehrer unsers Grimersumer Chronisten 
Eggerik Beninga gewesen ist. Albert Krantz, der Theologe 
und beriihmte Geschichtsschreiber des Nordens, seit 1463 zu 
Rostock intituliert, 1482 das Rectorat verwaltend, war un- 
zweifelhaft Huesmann's Lehrer, und wenn wir bei dessen Schtiler 



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79 

die Lust zur Historie so weit entwickelt finden, dass er in Rostock 1481, 

Krantzens Art eine Friesische Chronik zu schreiben unternimmt, 

so liegt nahe, als Medium zwischen beiden Agricola anzusehen. 

Hiermit ware also eine direkte Einwirkung Rostocks auf Ost- 

iriesland zutage getreten. — Noch sei bemerkt, dass Hinricus 

der jungere Bruder von Rudolf Agricola, dem einen der 3 be- 

ruhmten friesisehen Humanisten (s. Jahrb. XI p. 122. Nr. 62) 

war, und dass deren Bruder Johannes Huesmann eine sehr ge- 

achtete Stellung als ostfriesischer Landrichter unter Grafin Theda 

inne hatte (s. auch 0. Urk.-B. II. p. 819). 

50. Ludolphus Johannis de Nydorp II mf. | 

51. Tidericus Semmel de Rostringia II mf. / XIX die Aprilis. 

52. Sibrandus Edessen de Rostringia II mf. j 

Wir glauben nicht fehl zu gehen, wenn wir in diesem 
Studiosen den spatern ostfries. Landrichter Sibrand Edden 
(auch Eddens) annehmen, der ahnlich wie Johann Huesmann 
eine geachtete Stellung einnahm und sich namentlich fur das 
ostfries. Landrecht interessirte ; — s. (M. v. Wicht) Das ost- 

friesische Land-Recht, nebst dem Deich- und Syhlrechte . 

Mit einem Vorberichte von dem Ursprunge u. der Verfassung 

dieser Rechte . (Aurich, gedruckt bei Hermann Tapper, 

ohne Jahreszahl, aber von 1746.) p. 194 Note b. 196. 197. — 
Den Codex dieses Landrichters besass spater Eggerik Beninga, 
u. von Wicht und Tjaden haben ihn beide gekannt und be- 
nutzt; — (Tjaden) Das Gelehrte Ost Friesland. Erster Band. 
(1785) p. 133. — Dieser Sibr. Eddens hatte seinen Wohnsitz 
zu Ekel bei Norden und war durch die Heirat mit Hissa von 
Siegelsum, einer Enkelin des Patriciers Bener Uldinga zu Ekel 
mit den Uldinga, Aldersna, Rykena, von Wicht, Engena, 
Loringa und andern hervortretenden Familien des Norderlandes 
verwandt. Er starb am 18. Decbr. 1557 mit Hinterlassung eines 
Sohnes Bener Eddens. s. Rykenasche u. andere Stammtafeln 
des Norderl. (Mspte). 

1482. Ost. 126. R. Johannes Mileke. 113 I. 
54. Nicolaus Berdis de Vrisia 11 mf. IX Maji. 
Ob von Berdum n. v. Jever? 

Bei mehreren Studenten de Hagis, die auch fruher und 
spater vorkommen, ist es teils der Namen, teils der sie urn- 



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R»s£ock; 1482. gebenden batavischen Immatrikulirten halber wahrsoheinlicher, 

dass sie aus dem Haag, 'sGravenhage, als aus Hage bei 
Norden stammen (s. 19. u. 86. Rect.); wo also keine nahere 
Bezeichnung des Ostfriesen turns vorliegt, bleiben diese Namen 
imberucksichtigt. 
92, Enwaldus Schermer de Emida 11 mf. XIX Aug. 
94. Hermannus Mekelehorst de Aurik 11 mf. XIX Aug. 

Bacc. Ost. 1484. Um 1500 Amtsschreiber in Norden; s. 148. R. 

106. Thomas Methwolde de Emida 11 mf. 

107. Wilhelmus Marini de Emida 11 mf. 

108. Theodericus Metwalde de Emida 11 mf. 

109. Reymarus Westerhusen de Emida 11 mf . 

s. 98. Rect. 



XU die Octobris. 



1482. Mich. 127. R. Albertus Krantz, Mag., sacre theologie 
formatus et decretorum baccal. 96 I. 
34. Hermannus Tagge de Frisia 11 mf. IX Novbr. 
s. 75. Rect. Tagge de Dikhusen. 

67. Sybrandus Lubbensen de Languorden 11 mf. 

Bacc. Ost. 1484. 

68. Euerhardus Pilsum de Emda II mf . 
. s, 98.. Rect. 

69; Egbertus Herksen de Languorden 11 mf . 
Bacc. Gst. 1484. 



XVU die Aprilis. 



1483. Ost. 128. R. Lubertus Sedeler (II. R.). 100 I. 

2. Euerhardus Edesen ex Frisia II mf. 

s 125. R. J XXI Apr. 

3. .Theodericus Gherdes de Ostringia 11 mf . 

Vom sprachlichen Standpunkte auffallend, dass der Name 
nicht zuerst als Gerdisna oder Gerhardisna auftritt. 

31. Rembertus Garoldis de Emda 11 mf. ) Yll M " 

32. Eylardus Gherhardi de Emda 11 mf. j ajL 
48. Wilhelmus Oldersem de Emda 11 mf. ult. Maji. 

s. 98. Rect. 
(Nr. 88 ist Tymannus Loppersem de Groningen, wodurch die Bern. 

zum 98. Rect. eine neue Stiitze findet.) 
96. Albertus flintis de Hinte 11 mf. Vlll Octbr. 
, r Von Hinte n. v. Emden. 



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81 

1483. Mich. 129. R. Hinricus Morin (II. R.). 62 I. Rostock 1483. 

11. Wilhelmus Binghen Monaster, dioc. II mf. XV Octbr. 

Wohl von Bingum w. v. Leer (mundartlich Bingen, Bimgen)* 
29. Wilhelmis Wilhelmi de Kollmhorst II mf. 1. Novbr. 

Wohl v. Collinghorst s. v. Leer (mundartl. Kollnhorst). 
51. Wedego Kerkdorp II mf. IX Marcii. 

Ob von Karkdorp s. an Aurich? 

1484. Ost. 130. R. Baltasar Jenderick. 115 I. 
33. Sifridus Prederici de Dornum II mf. VII Maji. 

74. Gherardus Langeuelt de Aurick II mf.) 

75. Johannes Duten de Emyda II mf. j ultima M ^ 1 
81. Hindericus Erpensen de Lamwerden II mf. IX Junii. 

Wohl von Langwarden. 
86. Johannes van Erden de Emyda II mf. XXVIII Junii. 

102. Arnoldus Kremer de Emyda II mf. \ 

103. Ludolphus Lubbe de Jever II mf. I XI die 

Baccal. Ost. 1486 als L. Ltibben. | Septembris. 

104. Gherardus Lubbe de Jever II. mf. J 

1484. Mich. 131. R. Hinricus ValJce (II. R.). 48 I. 

12. Hermannus Nanno de Prisia II mf. IX Novbr. 

Die in Rostocks Geschichte Epoche machenden Domhandel, 
die Folgen der Zerwiirfnisse zwischen den Landesherren und 
der Stadt, fuhrten seit 1483 in steigendem Masse zu ernsten 
Conflicten und Gewaltthatigkeiten, wobei die Universitat so in 
Mitleidenschaft gezogen wurde, dass sie endlich ihrer Sicherheit 
halber im Juni oder Juli 1487, als Herzog Magnus zur Bela- 
gerung schritt, Rostock verliess und nach kurzem Aufenthalt 
in Wismar ihr Asyl in Liibeck fand, von wo sie im August 
1488 zuruckkehrte. Dass wahrend dieser bewegten Zeit die 
Akademie nur wenig besucht wurde, ja in den Asylen eine 
eigentliche Thatigkeit kaum entwickelt haben durfte, beweist 
die sinkende Nummer der Intitulationen, sowie die ganzliche 
Einstellung der Promotionen. Erst nachdem 1490 die vollige 
Beilegung der Wirren stattgefunden hatte, trat auch eine 
sichtbare Hebung in der Frequenz der Studirenden ein. (Krabbe, 
Die Univers. Rostock I. p. 179—217). 

1485. Mich. 133. R. Hinr. Schone (X. R). 70 I. 
• 12. Johknnes Kruse de Norden II mf. XVIII Novbris. 

6 



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82 

Rostock 1485. Baccal. Mich. 1486. 

21. Gherardus Sjnyt de Frisia II mf. I Decbris. 

I486. Ost. 134. R. IAborius Meyer. 66 I. 
4. Hinricus Lamberti de Nordis II mf. XXII Aprilis. 
18. Nicolaus Guderhusen de Frisia orientali II mf. ultima Apr. 

Wohl verschrieben anstatt Suderhusen, jetzt Suurhusen n. 
v. Emden. s. 146. Rect. 

34. Bernardus Hermanni de Emida II mf. | 

35. Etierhardus Martini de Emida II mf . J XUI die M ** 1 
41. Fredericus Gherardi de Emida II mf. penult. Maji. 

1488. Ost. 138. R. Arnoldus Bodensen (III. R.). 40 I. 
11. Johannes Namynk de Emda II mf. XVI Augusti. 

Bacc. Mich. 1490. 
27. Thidericus Breme de Sedik II mf. XIIII Octbr. 

s. Jahrb. XI. p. 128. 22. Rect. 

36. Arnoldus Esseke de Dykhusen. II mf. XXIIII Octbr. 

s. 75. Rect. 

1489. Ost. 140. R. Johannes Berchman. 66 I. 

24. Hinricus Witling de Stadlant II mf. 1 Yn -. .... 

25. Ludolphus Ruden de Stadlant II mf . / 

Nach D. Emmius Fris. or. chorogr. descr. (1616) ist Stad- 
land der sudwarts nach den Butjadern an der Weser auffol- 
gende Gau mit den Kirchspielen Esensham, Rodenkarken, Gols- 
warden, Hammelwarden und Elsfleth. 
61. Euerhardus Smyt de Weren II mf. XXIIII Septbr. 

Aus Weerden im Wangerlande oder Werdum, mundartlich 
Weerm im Harrellande? 

1489. Mich. 141. R. Battasar Jenderick. 50 I. 

Im Octbr. treten gemeinsam 6 Studenten de Frisia ein, 
deren Namen nach Holland weisen, wie Clawerma, Suding, 
Galing etc. Als 8 Tage spater ein Fiinferzug Ostfriesen in- 
titulirt wird, erscheinen sofort kennzeichnende Ortsnamen: 
14. Johannes Petkum de Emeda H mf. 

Bacc. Mich. 1490 als J. Petkum ohne yvrrrr j- n f K ' 
Zusatz ; Mag. Mich. 1493 als J. Poetknm. 
s. 98. Rect. 



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83 



XXIIH die Octobris. 



15. Martinus Hermanni. de Emeda II mf . 

Bacc. Ost. 1491. s. 134. Rect. Nr. 34. 

16. Nicolaus Hermanni de Vphusen II mf. 

17. Martinus Bockhorst de Aurick II mf. 

Bacc. Ost. 1492. 

18. Fredericus Theoderici de Aurick II mf. 

Bacc. Mich. 1490. 

25. Helmericus Cirici de Emeda II mf. XXV Novbr. 

26. Johannes Frederici de Wedewart II mf. XXVI Novbr 

Von Waddewarden no. v. Jever. 

33. Eggebertus Kruse de Langwart II mf. 

34. Hinricus Hodderdes de Langwart II mf. 

Von Langwarden in Butjadingen. 

35. Ebrandus Edes de Wedeworden II mr. 

s. Nr. 26. 



Rostock 1490. 



XXIII die Aprilis. 



1490. Ost. 142. R. Johannes Berchman (II. R.). 

12. Theodericus Egberti de Statland 11 mf. XXV11 Maji. 
16. Euerhardus Sybrandi de Emda 11 mf. V Junii. 



28 I. 



1490. Mich. 143. R. Amoldus Bodensen (IV. R.). 

2. Thomas Olrici de Emda 11 mf. XXVI Octbr. 

4. Petrus Eggeberti de Petkum 11 mf. XXIX Octbr. 



22 I. 



1491. Ost. 144. R. Amoldus Segheberch (II. R.). 95 I. 

27. Theodericus Veckens de Sutwaldis II mf. X Maji. 

Nach U. Emmius Fr. or. chor. descr. hiess das siidlichste 
Kirchspiel des Auricherlandes Sudwolde ; es ist heute ein Theil des 
zu Anfang dies. Jahrh. vereinigten Kirchspiels Forlitz - Blau- 
karken, dessen letzter Name die nach ihrer Schieferbedachung 
bezeichnete fruhere Kirche zu Sudwolde nennt. 



1491. Mich. 145. R. Johannes Eberbach. 76 I. 

21. Johannes Reyneri de Esens paup. nihil ddt. XXV Octbr. 

la 11 mf. I 

die Novbr. 



32. Engelbertus Tymmerman de Emeda 11 mf. 

33. Fridericus Reyneri de Loquarde 11 mf. 
36. Thomas Meyneke de Emeda 11 mf. V Novbr 

Baccal. Mich. 1493 als Theodericus M 



}- 



6* 



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84 



Rostock 1492. 1492. Ost 146. R. Jacobus Horstman. 151 I. 

52. Hinricus Mey de Emyda 11 mf. 

Baccal. Ost. 1493; Mag. Mich. 1497. 

53. Hermannus Custodis de Emyda 11 mf. 

Baccal. Ost. 1494. 

56. Stophanus Klensmyt de Emyda 11 mf. , XIX die Maji. 

Irrtftmlich anstatt Stephanus. 

57. Allardus Starkjohan de Emyda 11 mf. 

58. Rembertus Suderhusen de Emyda 11 mf. 

59. Wilhelmus Gherardi de Emyda 11 mf. 
139. Bernardus Nordis Bremensis dioc. 11 mf. V Octbr. 



IX Novbr. 



1492. Mich. 147. R. Baltaswr Jenderick (II R.). 61 I. 

18. Euerhardus Liuppen de Frisia II mf. 1 

19. Boldewinus Vsken de Frisia 11 mf. J 

20. Euerhardus Adolphi de Emida 11 mf. X Novbr. 

Baccal. Mich. 1493 als Euerherdes Odolphi. 
36. Rembertus Ockoni de Rysum 11 mf. XX111 Febr. 
Von Rysum n. v. Emden. 

1493. Ost. 148. R. Liborius Meyer (II R.). 100 I 

29. Tidericus Obodi de Nordis 11 mf. 

Bacc. Ost. 1496 als Tid. Nordis. 

30. Johannes Mekelhorst de Aurick U mf. 

s. 126. R. 1111 die Maji. 

31. Johannes Kleuer de Nordis 11 mf. 

Baccal. Mich. 1495. Magist. Mich. 
1497. 
55. Augustinus Vlfardi de Stapelmora 11 mf. 1111 Junii. 
Von Stapelmoor s. von Weener. 

69. Johannes Gherhardi de Nordis 11 mf. I 

70. Ludolphus Helmerici de Nordis 11 mf. / 

s. Jahrb. XI. p. 122. 277. Rect. 
80. Wichmanus Esenss 11 mf. XX Septbr. 
97. Ludolphus Esenss de Burhaue 11 mf. Xllll Octbr. 

Von Burhave so. v. Esens. 



XX Juli. 



1493. Mich. 149. R. ArnoUus Seghbberch (III. R.) 
9. Elardus Allexii de Golswart 11 mf. XXI Octbr. 
Von Golzwarden im Stadland; s. 140. Rect. 



103 I. 



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85 

35. Rembertus Haey de Wilwisum 11 mf . \ YV N , Rostock 1494. 

36. Meynardus Ulbodi de Wilwisum 11 mf . * 

Wohl von Wibelsum (Wivelsum) bei Emden. 

1494. Ost. 150. R. Johannes Krogher. 121 I. 

7. Johannes Yebe de Oldenworde 11 mf. XXM Apr. 

Aus dem Warden-(Worden)lande zwischen Jade und Weser? 
39. Bernardus to deme Kampe de Emida 11 mf. XI Maji. 

Eine halbberuhmte Person durch den Umstand, dass er als 
des Grafen Edzard I. Amtmann (Wiarda, Ostfr. Gesch. II. p. 
313) oder Hauptmann (Klopp 0. G. I. p. 315) im Jahre 1524 
den Evangelisator Emdens, Jurgen van der Dore (van deme 
Dore ; Georg a Portanus) bei seiner ersten evangelischen Predigt 
in der grossen Kirche Emdens auf graflichen Befehl gegen die 
ihn abwehrende romische Clerisei schiitzte. Sein Lebensbild 
ist bis hierzu noch nicht geklart, da das Ostfr. Urk.-Buch 
nicht iiber 1500 hinaus weitergefuhrt worden ist, indessen 
halte ich ihn mit Professor de Hoop-Scheffer (Gesch. der Re- 
formation in den Niederlanden — bis 1531. Deutsche Original- 
ausgabe. 1886. p. 223) fur einen „der angesehensten Ein- 
wohner" Emdens. Bei seinem Zeitgenossen Eggerik Beninga 
wird er in den Fehden Edzards nicht erwahnt, doch hat er 
an verschiedenen Ambassaden Anteil genommen und war ein 
Yertrauensmann des Grafen. Wenn auch etwa 10 bis 12 Jahre 
junger, als Ulrich van Dornum (s. 125. Rect.) darf man ihn 
neben diesem als einen Beschtitzer und Verfechter des Refor- 
mationswerkes hinstellen. Gewiss hat beiden der Besuch 
Rostocks die Grundlage ihrer humanistischen, spater evange- 
lischen Richtung gegeben, die bei Ulrich durch seine hohere 
Stellung und energischere Handlung freilich viel weitgehender 
hervortritt. tfberhaupt diirfte sich der Einfluss Rostocks auf 
Ostfriesland bei eingehenderem Studium bedeutend grosser 
erweisen, als man bisher angenommen hat. War doch auch, 
um nur noch einen Namen von grosserer Bedeutung fur die 
Evangelisation Ostfrieslands zq erwahnen, der Reformator des 
Harlingerlands, Johannes Visszbeke de Ezens, hier von 1514 
den 9. (19. nov. styl.) Decbr. bis 1519 zum Studium an- 
wesend (in diesem Jahre wird er am 7. (17.) Mai zu Witten- 
berg immatrikulirt), und stand doch gerade im letzten Viertel 



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86 

Rostock 1494. des 15. und ersten Drittel des 16. Jahrh. die Congregation der 

Briider des gemeinsamen Lebens zu Rostock in Blute. Wenn 
auch bis 1531 Rostock eine gut katholische Universitat blieb, 
so hatten doch schon bedeutende Unterstromungen den Roma- 
nismus derart erschiittert, dass mit dem kraftvollen politischen 
Auftreten Johannes OldendorpV und dem kirchlichen I. Sluter's 
Anfang 1526 die Evangelisation Rostocks begann, um ami. 
April 1531 eine vollendete Thatsache zu werden (Krabbe. 1. 
p. 394). 

Die kflnftige Geschichtschreibung Ostfrieslands wird ausser 
vielem andern nicht umgehen konnen, zuvor die eingehendsten 
Untersuchungen nach Stellung und Wirksamkeit der Rostocker 
Studenten bei Riickkehr in die Heimath anzustellen, umsomehr, 
als die Tendenz der seit 1590 bis ca. 1740 das Geschichts- 
feld kultivirenden Theologen und Padagogen unter uns eine 
unverkennbar hochst einseitige, von polemischem Eifer ver- 
schobene ist. (Vgl. ausser andern neueren Schriftstellern fiber 
das 16. Jahrh.: Fr. 0. zur Linden, Melchior Hofmann. 
(Haarlem. 1885) p. 163. Note 3; 234. Note 2; 236. Note 2.) 

47. Ghehardus ) Eyzens de J ddt 11 mf. I yv M " 

48. Wilhelmus J Frisia orientali \ ddt 11 mf. J JL 

Fur Ghehardus muss Gherhardus gelesen werden. 
59. Hermannus Hadewerdi de Emida 11 mf. XVI Maji. 

66. Bernardus Boye de Velt 11 mf. XXI Maji. 

Ob von Velde bei Stickhausen? 

67. Frater Martinus Lichtuot ordinis Carmelitarum de Emida 11 mf. 

[1111 Junii. 

Mit ihm wurde intit. Nr. 68. Frater Sebastianus de Brutzel, 

wahrscheinlich gleich jenem ein Karmeliter. Dass je eine Kar- 

meliter-Niederlassung in Emden bestanden habe, ist mir nicht 

bekannt geworden. 

69. Wilhelmus Syer de Nordis 11 mf. \ 

70. Jacobus Sweten de Nordis 11 mf. J 

87. Frater Johannes Kruse de Emda de curia beate virginis 11 mf. 

[XXV111 Julii. 

Dass der Kirche samt Freistatte zu Marienhafe s. v. Norden 

dieser Name (Stift der gebenedeiten Jungfrau Maria) zukam, 

ist in der Urkunde vom 24. Marz 1387 (0. U.-B. 1. Nr. 157) 

ersichtlich, wo aber in Emden diese Curie zu finden gewesen 



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87 

sein mag, habe ich trotz eingehender topograph. Studien Rostock 1494. 
nicht ausfindig machen konnen. 
95. Hermannus Haiken de Eggeling 11 mf. 11 Septbr. 

Von Eggelingfen n. v. Wittmund. Der Stammname ist im 
Harlingerlande noch sehr lebendig. 

1494. Mich. 151. R. Joachim Papeke. 53 I. 
26. Ludolphus Moller de Nordis II mf. XXII Novembr. 
Baccal. Ost. 1496. 

41. Clemens Syger de Nordis II mf. Vgl. 

150. R. Nr. 69. 1 XXVI Febr. 

42. Ludolphus Basenborch de Nordis II mf. 

Anstatt Basenborch ist Barenborch zu lesen und damit eine 
uralte (leider vor 5 Jahren durch Brand zerstorte) Burg in 
Ostlintel, 10 Minuten n. von Norden entfernt, gemeint, die 
urk. nachweislich vor 300 Jahren im Besitz des Burgermeisters 
Hayo Rykena war. Aus dem Namen Baringborg, Barenborg 
wurde, da dem Hause der Charakter einer Burg allmahlich ver- 
loren ging und dem Volke das sie umgebende hochstammige 
Gebusch starker in die Augen fiel, ein Barenbusk, der jetzt 
gelaufige Name. Von Kennern wurde jenes alte Steinhaus als 
das alteste Gebaude des Norderlandes bezeichnet. 

1495. Ost. 152. R. Johannes Berchman (III. R.). 48 I. 
Ista estate pestis incanduit per urbem, womit die geringe 
Frequenz erklarlich wird. 
18. Bemardus Hinrici de Aurik II mf. XIX Maji. 
22. Nicolaus Iwyken de Emeda II mf. XX Maji. 

1496. Ost. 154. R. Arnoldus Bodensen (V. R.). 93 I. 
30. Hermannus Kremer de Frisia II mf. IM Maji. 

Bacc. Ost. 1497. Postscript: Post doctor. Kremer kamen 
schon friiher von Norden und Emden vor. 
36. Wilhelmus Writzen de Frisia II mf. 5 Maji. 

42. Johannes Alardi de Nordis II mf. 

Bacc. Ost. 1497 als J. Nordis. 

43. Johannes Twellchorn de Nordis II mf. 

Bacc. Ost. 1497 als J. Twellikhorne ; Mag. Mich. 1499 als 
J. Twelckhorne. 

44. Martinus Haghe de Nordis 11 mf. Xlll Maji. 

Bacc. Qst. 1498 als M. Nordis; Mag. Mich. 1500 ebenso. 



XI die Maji. 



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88 

Rostock 1496. Man sollte annehmen, dass auch hier die Anm. zum 98. Rect. 

zutrafe. 
51. Hinricus Titekens de Emda 11 mf. XXI Maji. 
55. Euerhardus Tyardis de Frisia 11 mf. XXVI Maji. 

1496. Mich. 155. R. Hennyngus Schowarten. 89 I. 
13. Petrus Vmmen de diocesi Monasteriensi 11 mf. XXXI Octbr. 
Nur der Name weisst nach Ostfr. hin. 

15. Johannes Kremer de Emeda 11 mf. 1 

16. Hermannus Arnoldi de Emeda 11 mf. J 1U Novbr * 

Bacc. Ost. 1499. 
28. Albertus Lens Monasteriensis dioc. 11 mf. XX111 Decbr. 
Ob von Leer? 
Nr. 34 ist ein Conradus Plaggenmeyer de Oldendorpe; ddt. U 
mf. XIX die Januarii, dessen Name echt niederdeutsch ist. 
Bacc. Mich. 1498. 

1497. Ost. 156. R. Baltasar Jenderick (IV. R.). 66 I. 

15. Martinus Haytit de Emeda 11 mf. 1 

16. Ludolphus Theoderici de Emeda 11 mf. j XXV1U A P rUis * 

1497. Mich. 157. R. Liborius Meyer (III. R.). 56 I 
13. Borchardus Hyneke de Lintel 11 mf. XXV11 Octbr. 

Bacc. Mich. 1498 als B. Hynke; Mag. Mich. 1500 als B. 
Hinke. Er gehorte wohl dem angesehenen Patricierhause der 
Hinkena an. (Vgl. 0. Urk.-B. I. Nr. 44. 428. 11. Nr. 945. 950 
1034. 1730.) 
20. Gherardus Witte de Emeda II mf. IX Novbr. 

Bacc, 1498 Ost. als G. Blesse (interessanter Namenwechsel). 

25. Theodericus Fabri de Norda II mf. XVIII Novbr. 

Bacc. Ost. 1499 als Didericus Smyt. 

26. Bernardus Agberti de Emeda II mf. XXII Novbr. 

27. Arnoldus Pynekeruel de Buren II mf. XXII Novbr. 

Bacc. Mich. 1498. 

Ob von Buren, Buhren, Kirchspiel Uplengen no. v. Leer? 
56. Theodericus Poppen de Lengen II mr. XXIIII Aprilis. 
Hat Nr. 27 diesen nachgezogen ? 

1498. Ost 158. R. Gherardus Vrilde (II. R.). 131 I 
9. Johannes Frederici de Le II mf. XXVII Aprilis. 



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89 



46 



52 



XVII Maji. 



Bacc. Mich. 1499. 

Ob von Leerhafe, friiher Le (Ehrentraut. Friesisches Ar- 
chiv. II. (1854) p. 361 in einer im 0. Urk.-Buch I. fehlenden 
Urkonde v. J. 1354) sw. v. Jever oder von Bremerlehe n. v. 
Bremen? 
45. Euerhardus Nitterss de Betterwerde II mr. 
Von dem nach 1720 vollig ausgedeichten 
Kirchdorf Betteweer sw. v. Emden. (Vgl. 
Jahrb. VII. 1. Heft p. 32. 33.) 
Hermannus Bomer de Gherswet II mf. 

Fur Gherswet ist Gherswer zu lesen, es war das nach 1700 
den Wellen preisgegebene stattliche Kirchdorf Gerdsweer w. 
v. Emden. (Vgl. Jahrb. VII. 1. Heft. p. 30. ft.) 
Theodericus Heroeben de Ezens II mf. XXH Maji. 
s. Jahrb. XI. p. 136. 
69. Johannes Gherardi de Nordis II mf. XXIX Maji. 

Bacc. Mich. 1499. 
73. Wilhelmus Lenghen de Frisia 11 mf. 
s. 157. Rect. 
Hermannus Wibelsburen de Frisia 11 mf. 
Bacc. Ost. 1499 als H. Wyuelsburen. 
Von Wibelsbur, falschlich Wigboldsbur 
w. v. Aurich. 
Rodolphus Aurifabri de Emeda 11 mf. 
89. Johannis Nicolai de Nordis 11 mf. 

Bacc. Mich. 1500 als J. Nordis. 
Hermannus Henrici de Nordis 11 mf. 
Bacc. Ost. 1499. 



Rostock 1498. 



74. 



75. 



90. 



ultima die Maji. 



} XX111 Junii. 



82 I. 



XXX Octbr. 



1498. Mich. 159. R. Joh. Berchman (IV. R.). 

17. Olricus Smed de Langwerdia 11 mf. 

18. Hermannus Hertighe de Dykhusen 11 mf. 

Bacc. Ost. 1502 als H. Hartoghe. 

19. Elerdus de Blexen 11 mf. 

Gemeinsam intit., wird Nr. 18 wohl ein Ostringer 
s. 75. Rect. 



sein. 



1499. Ost 160. R. Ericus dux Magnopolensis. 
33. Bertoldus Surke de Bundis 11 mf. 1111 Maji. 
Von Bunde sw. v. Leer. 



123 I 



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90 

Rostock 1499. 37. Euerhardus Ederi de Frisia 11 mf. Vll Maji. 

72. Fredericus Kancken de Dornen 11 mf. \ yyiy m " 

73. Hinricus Kanken de eodem loco 11 mf . / 

Diese beiden in keiner Genealogie verzeichneten Briider 
Kankena aus Dornum erscheinen auf ihrer Studienreise 1506 
zu Bologna (Jahrb. XI. p. Ill — 112) und werden auf Zwischen- 
stationen, vermutlich am Bhein, in Frankreich und Italien, 
wohl weiter anzutreffen sein. — Zur genealog. Darstellung dieser 
Familie s. ferner Jahrbuch XI. p. 120. 223. Beet. ; das. p. 
123. 305. Beet.; oben 125. Beet. 
86. Elardus Hussman de Emeda 11 mf. XV11 Junii. 
115. Ludolphus Egberti de Bennigkwolt 11 mf. Xllll Octbr. 

Aus Beiderland? Bemerwold? 



Die Matrikel der Universitat Bostock von Dr. Adolf Hofmeister 
Bd. 11. 1. erstreckt sich von Mich. 1499 bis Ost. 1563. Aus ihr 
heben wir folgende Ostfriesen heraus: 

1499. Mich. 161. R. Ericus dux Magnopolensis (II. R.). 61 I. 
13. Sifridus Hermanni de Emda. Int.-Gebuhr fehlt 1 ). XXX Octbr. 
54. Albertus Oldendorp de Awrick ex Frisia. Xlll Apr. 

Der erste mit Sicherheit nachzuweisende Student aus Aurich- 
Oldendorf so. v. Aurich. 

1500. Ost. 162. R. Alberts Winkel 137 I. 

28. Hinricus Heysen de Oldendorp 11 mf. | ™ ,. •. .. 

29. Gotfridus Diderici de Norden 11 mf . | 

Ob Nr. 28 von Nr. 54 im 161. Beet, nachgezogen wurde? 
76. Elardus Gelden de Esens ex Frisia 11 mf. VI Junii. 
103. Wilhelmus Frederici de Emda 11 mf. XV11 Aug. 

1500. Mich. 163. R. Joachim Papeke (II. R.). 51 I. 

44. Martinus Eszardi de Emda. HI die Aprilis. 

45. Albertus Krull de Norda. VI die Aprilis. 

Bacc. Ost. 1503. 

s. Beershemius Ostfr. Pred.-Denkmahl (1796) p. 217. Nr. 20. 

*) Die Intit.-Gebuhr betrug nach wie vor 2 Mark, eine bezugliche snmma- 
rische Notiz der Zahlung durch die Immatrikulirten findet sich am Schlus jeden 
Semesters. 



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XX11 die Maji. 



91 

1501. Ost. 164. B. Andreas Becker. 137 I. Rostock 1601. 

Die Promotionen sind nicht eingetragen. 
47. Petrus Mannigen de Emda 

49. Euerhardus Falke de Emda 

Bacc. Mich. 1503; Mag. Mich. 1505 
als E. Valke. 

50. Teodericus Alardi de Emda 
58. Johannes de Randes de Oldenborch. Vlll Junii. 

Bacc. Ost. 1503 als Joh. van Ran den. Ob verschrieben fiir 
Raude, Rauden im Kirchspiel Hohenkarken n. v. Jever? 
(Ehrentraut, Fries. Archiv. 1. p. 420. 11. p. 113.) 
90. Fredericus Ludolphi de Herlinge. 11 Augusti. 
Unbestimmt, woher. 

1501. Mich. 165. B. Martinus Gloden. 93 I. 

15. Johannes Elardi de Eszens 1 w, T * ,. ^ ± i. • 

ia mr j.- t> i. i.- j t? lj \ XXVI die Octobns. 
lb. Martinus Keymberti de Embda I 

20. Jacobus Nordis de Emda III Novbr. 

68. Johannes Goltsmyt de Emda XII Aprilis. 

Bacc. Ost. 1503; (Tjaden) Das Gelehrte Ost. Fr. I. p. 132 
weist einen J. G. als „Rentmester General" der Grafin Anna 
zum J. 1542 nach. ' 

1502. Ost. 166. B. Ericus dux MagnopoUnsis (III. B.). 77 I 
39. Hermannus Hinrici de Empda XXI Maji. 

1503. Ost. 168. B. Gerardus Vrilde (III. B.). 121 I. 

30. Conradus Varle de Brema XIII Maji. 

1529 d. 8. Nov. wird ein Conradus de Varle Bremen zu 
Wittenberg immatr. — J. J. Harkenroht teilt in seinen Oostfr. 
Oorsprongkelykheden 2. druk (1731) p. 678 eine Grabschrift 
aus dem Eirchenchor zu Loquart w. v. Emden mit, wonach 
ein Amtmann gleiches Namens hier beamtet war: Anno Dni. 
1546 am dagch Marci starf Conradus van Vaerle, Vicarius in 
den Doem un Arrscharius (Ansgarius) to Bremen, schriver 
to Loquirden. Damals war Hauptling zu Loquard Wilko von 
Freese (Reersh. O. Pr. D. p. 274). — Ob beide Conrade 
identisch sind? 

32. Johannes Bouweman de Esens XV11 Maji. 

39. Johannes Eylardi de Emda XX11 Maji. 



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92 



Rogtock 1603. 41. Gerardus Borcherd de Emda XX11 Maji. 

Bacc. Mich. 1510 als Gherh. Borchardi, der denn freilich 
7 l J2 Jahre bis zur ersten Promotion verbrauchte. 
Theodericus Pebingh de Emda XV11 Junii. 
Bacc. Mich. 1506 als Didericus Pennynck. 
Petrus de Grewinge ex Frisia Vlll Julii. 

Mit einem Snekaner aus Westfriesl. gemeinaam int. 
Johannes Pistoris de Nordis XU Octbr. 



63 



81 



117 

1503. Mich. 169. R. Henningus Schowerte (II. R.). 62 1 
26. Hermannus Ymmynck de Rodenkarcken XV1U Novbr. 

1504. Ost. 170. R. Baltatzar Jenderick (V. R.). 128 I. 

17. Lubbertus Edis de Frisia | 

Bacc. Mich. 1503. J XXVU Aprilis. 

18. Hermannus Sibrandi de Emda J 

48. Wilhelmus Gerardi de Emda Vlll Maji. 

50. Symon Gysberta de Nigenkarcken 

51. Hinricus Swederi de Nordis 

Bacc. Ost. 1505. s. 150. Rect. ein I XIIII MajL 
Sweten de N. 

52. Rodolphus Vectoris de Emda 
55. Hinricus Iwens de Emda XXI Maji. 

Bacc. Ost. 1504. 
1504. Mich. 171. R. Nicolaus Louwe. 106 I 
35. Fredericus Euerhardi de Nordis VI Decbr.J 
99. Wilhelmus Egberti de Nordis XVII Apr. 

1505. Ost 172. R. Johannes Berchman (V. R.). 105 I 

4. Hermannus Frederici 

5. Theodoricus Euerhardi 

6. Bernardus Gerardi 

7. Conradus Tribbe 

1550 Maio wird ein Eustachius 
Tribbe Bremensis intit. 

8. Wilhelmus Hackons 

9. Teodericus Willeken 

Bacc. Ost. 1505 als Th. Wilkens. 

10. Johannes Euerhardi 

Bacc. Ost. 1505. 

11. Hermannus Luberti XXIUI Aprilis. 



de Emda XXHI Aprilis. 



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93 

1506. Ost. 174. R. Caspars Hoyer. 161 I. Rostock 1506. 

42. Wilhelmus Sybrandi de villa Leer IIII Maji. 

Der erste Student aus dem Dorfe Leer, 1824 zur Stadt er- 
hoben. (Fr. Arends. Erdbeschreibung — Ostfr. 1824. p 204). 
89. Rembertu8 Ansonis de Emeda XIX Maji. 

Gleich Nr. 8 im 172. Rect. ein britischer Name. 
95. Kettelerns Kettelersz de Oldendorp XIII (XXIII) Maji. 

Ob von Oldendorp nw. v. Esens? Hier wohnten wie in 
Thunum ehemals Kettler. 

1506. Mich. 175. R. Johannes Berchman (VI. R.). 65 L 
42. Ebrandus Edens de Doremen ultima Marcii. 

Ob von Dorum n. v. Bremen oder von Dornum, mundartlich 
Dormen o. v. Norden? 

1507. Ost. 176. R. Gerwrdus Vrilde (IV. R.J. 134 I. 
25. Arnoldus Prederici de Sudwoldis II mf. Ill Maji. 

s. 142. Rect. 
110. Hermannus Bruggeman de Aurick XXVI Septbr. 
112. Cornelius Mulick de Borkum die ultima Sept. 

Der erste Student vom Eilande Borkum in der Emsmiindung. 

1508. Ost 178. R. Gerhardus Frilde [so!] (V. R.). 192 I. 

83. Sibrandus Latzem de Harlingen XXVI Maji. — Westfriese? 

84. Petrus Sunnensmidt de Emda XXVIII Maji. 

Bacc. ?; Mag. 1511 Mich. 
140. Theodericus Derszym de Harlingen XIX Julii. — Westfriese? 

. ' T . > Beninga de Emda. XI Octbr. 

175. Johannes / ° 

Sonne Folpmar (Volkmarus, Volgmarus) Beninga's, Hauptl. 
zu Grimersum und Dornum, von denen Homerus (Hommo, 
Ommo) laut v. Wicht's Geneal. Osterhusa-Grimers. : „Pastor 
Uttumanus, postea 1520 Abbas coenobii Thedingani" war u. 
1557 d. 8. (18.) Febr. starb. Vgl. E. Beninga (Ed. 1723) p. 
604. 843. ; E. Fr. von Wicht Annales Frisiae (Mspt.) ad. ann. 
1520; Grabschrift bei J. J. Harkenroht Ostfr. Oorsprongkely- 
kheden (1731) p. 808.; H. Suur. Gesch. der ehem. Kloster in 
der Prov. Ostfriesland 1838) p. 27. 28. 

Cber Johannes B. finde ich nirgends etwas aufgezeichnet. 

Es ist auffallend, dass der ziemlich gleichaltrige Vetter 
Eggerik Beninga nicht auch Rostock besuchte, da er doch als 



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94 

Rostock 1508. wohlvorbereitet (s. 125. Rect.) gelten kann. Wahrscheinlich 

hatte er mehr Neigung zum Hof- und Waffendienst, als zum 
Donat und corpus jur. civilis und blieb am verwandten graf- 
lichen Hofe hangen. 
176. Henninges Aurifaber de £mda. XI Octbr. 

Gemeins. mit den vor. beiden intit. 
188. Euerhardus Eilardi de Emda XIII Octobr. 

1508. Mich. 179. R. Petrtis Boye. 73 I. 

8. Theodericus Egghardi \ A% ^ ^ ^ 

9. Sibrandus Egberti J 

1509. Ost. 180. R. Wolffgangus comes de Euersteen. 151 I. 
21. Martinus de Emedow Monasteriensis dioc. XXVIII April. 
Ganzlich abweichende Form fur Emden, Emedun. 

1510. Ost. 182. R. Nicolaus Louwe (III. R.). 77 I. 

Sub de canatu suo (des Joan. Berchman) nullus fuit promotus 

propter impedimentum pestis . 

62. Henricus Egberti de oppido Nordis. XXVI Junii. 

Stadtrechte wurden Norden aber erst 1535 zu theil. 

1511. Ost. 184. R. Joh. Berchman (VII. R.). 118 I. 
8. Ludolphus Greuinck ex Frisia V. Maji. 

41. Bernhardis (!) Noerdis de Noerden XIII Maji. 

44. Hinrikus Wilkens de Frisia XII1I Maji. 

62. Fredericus Ludolphi 

63. Johannes Ludolphi 

64. Hermannus Meynardi J de Norden XXVI Maji. 

Bacc. Mich. 1513; Mag. Ost. 1515 

65. Hinricus Rydt 

76. Fredericus Widen de Emda XIII Junii. 

77. Hermannus Szwefferinck de Emda XXI Junii. 

Bacc. 1512 Mich, als H. Swafrinck. 
81. Herbodus Hawens de Emda IV Julii. 

1511. Mich. 185. R. Bartoldus Moke (II. R.). 55 I. 

13. Gerardus Inckkenn | 

Bacc. Mich. 1513 als G. Ineken. / de Esens 4. Novbr *) 

14. Fredericus Galteth j 



l ) Rector Moller bedient sich zum ersten Male in der Matrikel arabischer 
Ziffern. 



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95 

24. Mgr. Enno Mergo de Emda. 26. Novbr. Rostock 1511. 

Wo derselbe graduirte, ist nicht erkennbar. 

1512. Ost. 186. R. Gerardus Frilden (VI. R.). 118 I. 

51. Gerardus Mathie \ , „ „ -- .. 

52. Gerardus Erlenn } de EsenS 24 ' Majl * 

1512. Mich. 187. R. Bartoldus Moller (III. R.). 101 I. 
8. Eilardus Nicolai de Frisia orientali. 25. Oct. 

25. Johannes Holsz de Rade pauper 14. Novbr. 

Ob von Rahe, Rode prope villain Aurekehofe (0. Urk. -B. 
I. Nr. 214)? 

26. Isebrandus Heren de Frisia orientali 19. Novbr. 

70. Ludolphus Tumanni de Equart \ . 

71. Euerhardus Rode de Butjageren / P ' 
91. Lndolphus Husen de Butjageren post 18. Apr. 

Nr. 70 aus Eckwarden in Butjadingen, desselben Gaus wie 
die iolgenden beiden. 

1513. Ost. 188. R. Lucas Ronnebeke. 131 I. 

27. Gherardus Fabri de Jeuer Bremensis XXX Apr. 
75. Jacobus Kuper de Emda XXVI Junii. 

(100. Gerardus Klinghe Monasteriensis IX Sept. 

Beziiglich der Giesserfamilie KL vielleicht von Wert.) 

1513. Mich. 189. R. Jeherwr Grothe (II. R.). 86 I. 
1&. Meinardus Dirici de Butradia 4. Novbr. 
Aus Butjadingen; Dirici=Diderici. 

32. Joannes Mathei de Nordis post 15. Novbr. 

Bacc.?; Mag. Mich. 1516. 

33. Engelbertus Block de Askendorp post 15. Novbr. 
36. Augustinus Docoma Friso orientalii p. 17. Novbr. 

41. Hinricns Deueren de Emmeda. 

Eine neue Les- und Schreibart von Emden 

42. Theodericus Kremer 

de Ezensz 



penultima 
die mens. 
Novbr. 



Bacc. Ost. 1516 
43. Fredericus Helderici 

Bacc. Mich. 1516 als Frider. Hilderzen, wahrscheinlich Vor- 
fahr des beriihmten Professors zu Heidelberg Edo Hildericus 
und dessen Sohnes Friedericus Hildersen (s. Heidelberger Matr. 
352. u. 355. Itect.) 



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96 

Rostock 1514. 1514. Ost. 190. R. Joh. Berchman (VIIL R.). 160 I. 

28. Johannes Wardis de Warden 5. Maji. 

Aus dem Wardenlande an der Unterweser? 
129. Andreas Kemnisse de Osterhusen 23. Aug. 

Von Osterhusen n. v. Emden? 
141. Hermannus Hermanni de Emda 1. Octobr. 
150. Euerhardus Euerhardi de Geuere 8. Oct. 
160. Hinricus Wiboldi de Emda 14. Oct. 

1514. Mich. 191. R. Petrus Boge (II R.). 78 I 

20. Johannes Wolth de Brenawolde 27. Octbr. 

Von welchem Wolde? 

30. Johannes Balcken de Emeda \ 

31. Johannes Visszbeke de Ezens \ 9 # Novbr. 

32. Egbertus Edens de Ezens ] 

Unter diesen 2 Esensern befindet sich der Reformator das 
Harlingerlandes Johannes Fischbek. Er studirte hier von 1514 
bis 1519, promovirte indessen erst in Wittenberg zum Bacc. 
und Magister. Bald nach dem energischen Auftreten Luthers 
wird er sich diesem zugeneigt haben und verweilt bei ihm 
vom 7. (17.) Mai 1519 noch an 7 Jahre, so dass er unt. and. 
auch der Verbrennung der papstlichen Bulle (10. Decbr. 1520) 
beigewohnt haben wird. Ueber ihn schrieb am eingehendsten 
H. Hamelmann in Opera geneal.-hist. (Ed. Wasserbach 1711) 
p. 792 ff. u. darnach Reershemius (1796) p. 365. 381. 407. 
vgl. auch U. von Werdum Series fam. Werdumanae (Mspt.). — 
Genauere Nachforschungen wiirden wohl noch manches Mate- 
rial iiber ihn ergeben, da seine Nachkommen bis ans Ende des 
vor. Jahrhunderts heranreichten. 

54. Brunoldus Beten de Warla 18. Jan. 
Von Varel? 

64. Bemardus Diszeler de Fredenborch. 8. Mart. 
Von welcher Friedeburg? 

1515. Mich. 193. R. Nicolaus Louive (IV. R.). 71 I. 

21. Wicbaldus Flaskoper de Emeda. 24. Novbr. 

1516. Ost. 194. R. Euerhardus Digman. 113 I. 
93. Hermannus Borinck de Esens. 18. Sept. 

1516. Mich. 195 R. Bertoldus Moller (IV. R.). 63 I 
10. Fredericus Alten de Larelto. 24. Octbr. 



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97 



129 I. 



Bremensis dioc. Ill Julius 



71 L 
27. Martii. 



Wohl von Larrelt w. v. Emden. 
42. Johannes Detleff ex Norda. 4. Decbr. 

1517. Ost. 196. R. Lucas Ronnenbeke (II. R.). 

105. Johannes Ockan 

Ob Ocken oder Onken? 
wahrscheinlich ostfriesischen 
Stammes. 

106. Meynardus Oldorp. 

s. 12. Rect. 

1517. Mich. 197. R. Eggebartus Harlem. 

51. Sibrandus Eszens Bremensis dioc; lies Esens. | 

52. Hinricus Mentzen eiusdem dioc. J 

1518. Ost. 198. R. Joachim Wolterstorp. 90 I. 
49. Gerardus Olrici de Eszen(s). 4. Junii.; lies Esens. 

Grafl. Rittbergscher Procurator um 1545 (Act. Rittb.) 
(61. Dominus Jochim Sluter 9. Julii. Primus docuit Evangelium 
a Luthero instauratum ad S. Petrum hie Rostochii. s. 150. 
u. 191. R.) 

1519. Ost. 200 R. Bartoldus MolUr (V. R.). 93 I. 

Wegen der herrschenden Pest fanden keine Promotionen 
statt. 
19. Hermannus Knypensz de Geuer XIII Maji. 
34. Hermannus Kremer de Emda XVIII Maji. 
39. Gherardus Wemben de Stickhusen XX Maji. 
44. Johannes Witte de Emda XXIIII Maji. 
78. Johannes Sicken de Esens XVI Julii. 
85. Hermannus Stickhusen de Frisia orientali VIII Aug. 

Bacc. Ost. 1520 als Hermannus Deteren, wohl auch ein 
Beweis, dass Stickhusen als der bekanntere Ort zunachst zur 
Positions-Bestimmung diente. s. 98. Rect. 

1520 Ost. 202. R. Jodocus Stagghe. 88 I 
54. Rodolphus Volmari de Emda 6. Junii. 

57. Gherhardus Habbonis de Leer de Frisia 

58. Gherhardus Mannink de Norden in Frisia 

Bacc. Mich 1522 als Gh. Menninghe. 

59. Hinricus Kremer de Gheueren in Frisia 

Bacc. Mich. 1522. 

60. Meynerdus de Gheueren in Frisia 



Rostock 1517 



14. die in Junio. 



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Rostock 1520. 1520. Mich. 203. R. Petrus Boye (III. R.). 52 I. 

20. Nicolaus Nicolai Frisius XXVII Novbr. 

Sehr fraglich, da Nicolaus in Ostfr. wenig ublich war. 
(Hier ist noch bemerkenswert, dass als Nr. 18 intit. warde 
Mag. Petrus Hircius Warnensis honoratus quia grecus, 
was bekanntlich damals eine Seltenheit war.) 
1521. Ost. 204. R. Jochim Wolterstorp (II. R.). 64 L 

23. Thomas Adden de Nendorp XI Maji. 

s. 12. Rect. Der Nendorp wie der Oldendorp giebt es 
viele, daher fraglicher Herkunft. 

Promotionen fielen wegen turbulenten Streites urn die Fuhrung 
des Dekanats aus. 
1521. Mich. 205 R. Engbertw Herlem (II. R.). 59 I. 
46. Johannes Edis Bremensis dioc. 9. Marcii. 

s. 170. R., wo ein Edis de Frisia erscheint. 
1522. Ost. 206. R. Euerhardus Dyckman (II. R.). 78 I 

21. Gerhardus Rhode Frisius XIII Maji. 

45. Sibrandus ] „ , T1TT T .. 
An „ \ Emdenses IIII Junu. 

46. Hermannus I 

54. Hinricus Peltzem de Emda; vorm 3. Juli. 

Wohl Peltzer, vgl. die Peltzerstrasse Emdens. 
60. Jochim Cantor de Emda IIII Julii. 

1522. Mich. 207. R. Petrus Boye (IV. R.). 31 I 
13. Matthias Bornen Frisius III die Decbr. 

16. Jacobus Octonis \ , „ , „ ,. ^ L 
.„ . ,, ., ,. > de Emda X die Decbr. 

17. Arnoldus Abodi / 

24. Ludolphus Sibranth Frisius VII die Aprilis. 

1524. Ost. 210. R. Engbertus Herlem (III R.). 29 I 
9. Joannes Tyde de Emda X Maji. 
11. Fredricus Gherlerdt de Emda 28. Maji. ; s. 257.-8. R. Nr. 105. 
(Nr. 19 ist ein Wilhelmus Thormunt prope Dammonem intit., 
der aus Termiinten bei Appingadam stammte. s. 98. Rect.) 
29. Albertus Petri de Loppersum XV Octbr. 

Ob aus Ostfriesland oder Groningerland ? 
Fur die Dniversitat brach mit dem Aufgange der Reforma- 
tion im ganzen Norden von Livland bis Danemark und Skan- 
dinavien eine bewegte und trtibe Zeit herein. Sowohl in ihrem 
aussern Bestande als ihrer inneren Organisation nach auf im 
Eatholicismus wurzelnden Institutionen begrundet und daher 



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mit diesen eng verwachsen, musste ihre Existenz mit der Rostock 1524. 
Glaubensanderung immer tiefer untergraben werden. Ein Teil 
der angesehensten Professoren verliess Rostock and wandte 
sich anderen Orten zu, and nicht minder verliessen die Horer 
die Stadt. Es ist daher nicht ttberraschend, wenn man er- 
fahrt, dass in dieser Periode bis zum Durchbruch des Evange- 
lismus in Stadt und Schule die Immatrikulationen reissend ab- 
nahmen und endlich 1526 auf Null sanken. Aber auch nach 
dem Siege der Reformation 1531 dauerte es Jahre, bis die 
Hindernisse soweit gehoben waren, dass eine Restauration er- 
folgen konnte, die in Folge politischer Kampfe unter schweren 
Wehen erstand, bis endlich mit der Wirksamkeit Arnold von 
Bueren's (bei Lingen), einem der tiichtigsten Lehrer, und Eiferer 
fur das evangel. Bekenntnis, Conrad Pegel's, Andreas Eggerdes' 
und Mag. Henricus Arsenius' das wissenschaftliche Leben aufs 
neue geweckt wurde und namentlich aus den Ostseelandern 
wieder Studirende herbeifilhrte. (Krabbe I. 364 ff.) 
1534. Ost. 230. R. Nicolaus Leo (XV. R.). 12 L 
11. Otto Remecze ex Frisia de Emeden 10. Aug. 

Vielleicht der bekannte Emder Drost aus der Geusenzeit, Occo Frese, 
vgl. Jahrb. XI (1895) S. 240 u. 477 (Occo Remets, alias Friese). 
(Nach Mich. 1536 wird [ohne Datum] ein Bernardus Mun- 
ster, Dioc. Monasteriensis, intitulirt. Derselbe Name kommt 
1580 in der Mar burger Matrikel vor. Beide sind der Zeit- 
diflerenz halber nicht identisch, mir scheint es aber glaublich, 
dass einer von ihnen, und meines Erachtens der letztere, der 
spater so beruchtigt gewordene Norder Burgermeister gleiches 
Namens ist. t)ber ihn berichtet nach dem zeitgendssischen 
Norder Chronisten B. Elsenius der Historiker Christian Funck 
in seiner Ost-Fries. Chronick [4. Teil 1785] p. 241—3 ad 
ann. 1600.) 

1538. Mich, 239. R. Conradus Pegel (II. R.). 22 I. 
12. Vuigerus Reinerus, Phrysius (undatirt). 

Lies Wicherus. 
1542. Ost. — 1543. Mich. 246.-248. R. Andreas Eggerdes 

(III—V. R.). 118 I 
26. Etwerdus de Ab Vplewert Frisius 17. Maji 1542. 

Der Intitulator hat wohl die Verdopplung nicht veranlasst ? ! 
— Zu Wittenberg wurde 1539 der junge Mann als Eckardus 

7* 



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160 

Rostock 1542. de Plowert Phrisius immatrikulirt. Er stammte aus Upleward 

Dplewert, mundartlich Plewert w. v. Emden. 

57. Thomas Grimersum Emdensis 3. Pebr. 1543. 

1544 die decima sexta Octobris wird ein Th. Herkes Frisius 
zum Baccal., 1547 decimo quarto Junii ein Thomas Hercksen 
zum Mag. promovirt. Beide scheinen mir nicht mit obigem iden- 
tisch zu sein, es finden sich namlich 1539 Ost. im 240. R. einge- 
tragen Nr. 11 Mag. Thomas Hercksen Bremensis 5. Maji und 
Nr. 26 Thomas Herckes de Holsatia 25. Junii. Ersterer kann 
der Promovirte nicht sein, es bleibt also nur die Annahme 
fur den letzteren moglich, der ein Nordfriese gewesen sein 
muss. Uebrigens tauchen Herksen, Hercksan, Herxen auch als 
Ostfriesen auf, s. u. a. 127. u. 268. Rect. 

76. Camperus Markensis de Emden 2. Maji. 

93. Joannes Joannis Frisius 5. Junii. 

(Mit einem Drenter Commilit. gemeinsam.) 

1543. Mich. — 1544. Mich. 249. u. 250. R. Joannes a Brunchorst 
(I. u. II. R.). 93 I 

54. Rodolphus Clausen Phrisius XII11 Maji. 

55. Cristianus Scrapper Oldenburgensis XI1II Maji. 

Intit. Wittenberg 1545 6. Oct. als Ch. Scr. Frisius. 
83. Bolardus Emdensis XXIIII Aug. 

Seit 1200 ist der Name Bolo fdr Ostfriesland aktenmassig 
festgelegt (0. Urk.-B. I. Nr. 11), aber erst 1490 erscheint zu 
Emden die Familie Bolardus, deren erster Trager B. van 
Jemmyngum (Jemgum), Borger to Emeden, bis 1500 haufig 
urkundet (0. U.-B. II. p. 800). Seitdem emporwachsend, tritt 
(ahnlich dem Bremer Bdrgermeister D. v. Bfiren 1562) im 
Emder Aufruhr von 1595 der Colonell Gerhard Bolardus als 
Fiihrer und Organisator der Revolution auf, um darnach als 
Burgermeister und endlich Vicedrost des Grafen Enno TH. bei 
den misstrauisch gewordenen Emdern gleich dem Syndikus 
Wiarda und andern moderaten Politikern in Ungnade zu fallen. 
(Ubb. Emmii Historia nostri temporis. Groningae. (1732) p. 20 ff. 
— ders. in vita Altingii p. 152 ft. — Christ. Funcks Ost-Fr. 
Chron. 4. Theil. p. 97 ft. 248.) Wenn es nun zweifellos ist, 
dass obiger Student der Familie B. angehort, so ist die Iden- 
titat mit dem Burgermeister Gerhard B. um so zweifelhafter, 



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101 



Conradus Pegel 



558. 



und scheint mir dieser der im 285. — 286. Rect. int. G. Boler- Rostock 1546. 
dus Embdensis zu sein. 
1546. Mich. — 1547. Mich. 255. u. 256. R. 
(III. u. IV. R.). 164 1. 

155. Gotfridus Titius, Prisius. Mense Octobri. 

1558 Pastor zu Westerhusen; Reershemius (1796) p. 

156. Aepko, Embdensis. Mense Octobri. 

Wohl mit Titius gemeinsam. Vielleicht der Mag. Aepko 
Oden, 1552 Schulmeister zu Emden, 1557 Prediger zu Larrelt. 
Reershemius (1796) p. 573. 
1547. Mich. — 1548. Mich. 257. u. 258. R. Adamus Trateiger 
(I. u. II. R). 136 I. 
84 Martinus Remelius Phrysius ] 

85. Henricus Ripperdau Phrysius \ XVII Majo 1548. 

86. Eilekaw Winken Phrysius J 

Nr. 85 in v. Wichts Ripperdaeorum Familia nicht aufzu- 
finden, Nr. 86 weist nach der Emder Patricierfamilie Winken 
hin, die um 1600 ausgestorben war. s. auch Reersh. (1796) 
p. 311. 
Melchior Frisius 



XVII Majo 1548. 



89. Melchior Frisius | 

90. Brandus Halmon Frisius J 
93. Haiko Tunkerda Phrysius XVIII Majo. 

Wahrscheinlich 3 Batavier. 

102. Bernardus Meppensis; Zusatz: Mag. 

Immatr. Wittenberg 1549 mit noch drei Ost- 
friesen. Er schrieb sich auoh B. Meppis und 
Meypis, und soil schon 1547 Rector der Latein- 
schule zu Emden gewesen sein. Dies ist nach 
den Intitulationen jedoch nicht moglich und dafiir 
etwa 1550 anzusetzen. 1563 trat er in den 
Pfarrdienst zu Larrelt ein. — Reershemius (1796) 
p. 755 f.; 573. — An der Disputatio in Coetu 
Embdano habita Anno (15)63 12. Julii beteiligte 
er sich auch mit einigen leeren Redensarten ; — 
vgl. Mag. Folcherus Ligarius. Kurtze vnd eint- 
faltige anleitung — pp. (Rostock 1599) Bl. Dv 
in r. et v« 

103. Aemilius Tham Embdensis. 

Imm. Wittenberg 1551 als Aem. Tannem (Tammen?) 



XII Junio 
1548. 



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102 

Rostock 1548. 104. Tjarcho Mannen Phrisius. 
Imm. Wittenberg 1550. 

105. Gerlardus Bolte Phrisius. 

Dr. Hofmeister vermuthet ein entstelltes Ger- 
hardus, s. aber 210. Rect. Nr. 11; jedoch ist 
der Name ungewohnlich. Ob dies der 1549 mit 
Nr. 102 und 106 zu Wittenberg immatrik. Ge- 
randus Frisius sein mag? 

106. Joannes Aportanus Phrisius. 

Imm. Wittenberg 1549 mit Nr. 102. 105 (?) und einem 
Weichardus Frisius (lies Wichardus) gemeinsam. — Er war 
der Sohn des Emder Evangelisten Jtirgen a Portanus und 
wurde Pastor zu Canum bei Emden; Reersh. (X796) p. 566. 
476. 479. 
1548. Mich. — 1549. Mich. 259. u. 260. R. Andreas Eggerdes 

(VI. u. VII. R.). 80 I 
(15. Bernardus Embdensis Bremensis 11. Febr. 1549. 

Imm. Wittenberg 1545 als B. ab Embden Brem.) 
42. Reinerus Hyschen Frisius 18. Maji 1549. 

Imm. Wittenberg 1550 als R. Heisken a Marcke, Phrisius; 
desgl. zu Marburg 1557 als Regnerus Hiscen a Marca, Juris 
Licentiatus. Ob er, der auch noch andere Universitaten be- 
sucht haben wird, es zum J. U. Dr. gebracht habe, ist noch 
unaufgeklart. — Nach Matth. von Wichts Familiengeschichte 
(Mspt.) war er durch die Ripperda mit dem Hause Ukena ver- 
wandt. Graf Enno II. habe durch Bitten und Versprechungen 
von dem Grossvater R. Hisko von Mark die auf diesen ver- 
erbten Portraits der Ukena ergattert, — durch Grafin Theda 
war ja das Ukenasche Haus mit den Cirksena's aufs engste ver- 
bunden worden, — und dafiir unt. and. dem altesten Sohn 
Gerhard v. Mark die durch den Tod des bei Jemgum 1533 
gefallenen Norder Drosten Adolph Loringa erledigte Drostei 
verliehen. In von Wichts Stammtafel der Meckena-Grothusani 
findet sich nun, dass dieser Drost Gerhard mit Sophia Falke, 
einer Enkelin des 1546 verstorbenen Emder Btirgermeisters 
Nomo Meckena, verehelicht war und dass dieser Ehe zwei 
Sohne, Edzard und Johann v. Mark, entsprangen. Dnsers 
Reiner Hisken v. Mark wird gar nicht erwahnt, wieder ein 
Beweis, wie mangelhaft die altesten Stammtafeln noch sind. 



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103 

Grafin Anna nnd Graf Johann (I.) verliehen dem Reinerus 1546 Rostock 1549. 
verschiedene Beneficien der Ludgerikirche zu Norden, als Dr. 
med. (und jur.?) Thomas Ennius von Dornum, der Leibarzt 
Enno's II. und Kanzler Graf Johann's (I.) bei seinem Fortgange 
nach Falkenburg darauf verzichtete. Was ftir einen Einfluss 
Kanzler Ennius, der mit dem katholisch gewordenen Grafen 
Johann vollstandig sympathisirte, auf die beabsichtigte Contra- 
Reformation in Ostfriealand, der unt. and. J. a Lasco zum 
Opfer fiel, austibte, wird sich wahrscheinlich erst ermitteln 
lassen, wenn die Archivalien des Palkenburgers ausgegraben 
sein werden. Die bisher erschienenen Darstellungen jener und ' 
auch der Zeit des Bruderstreits zwischen Edzard II. und Jo- 
hann (II.) sind ganzlich ungentigend. Bevor ftir die letztere 
nicht die bei Funck (bezw. Elsenius) IV. p. 4. 5. erwahnten 
Geheimdokumente, die ich an einer langen Reihe Archive ver- 
geblich suchte, wieder herbeigeschafft sind, wird eine sehr 
wichtige und bisher historisch einseitig verwerthete Partie 
unserer Landesgeschichte nicht geschrieben werden konnen. — 
Unser Reiner v. Mark nun, dem graflichen Hause in der Seiten- 
linie verwandt, trat nach absolvirtem Studium in den durch 
den bekannten, aber noch viel zu wenig gewurdigten Norder 
lutherischen Drosten Regnerus Crumminga (Reiner Crumma) 
von 1538 bis 1560 verwalteten Drostenposten. Da er in 
Crumminga's Fussstapfen ging, war er dem damals durch 
Hardenbergs und Graf Christoph von Oldenburgs (Bruder der 
Grafin Anna) Einfluss den Reformirten zugeneigten graflichen 
Hofe, dem reformirten Kanzler Fr. ter Westen, den reformirten 
Grafenerziehern P. Medman und Wilhelm Gnapheus und dem 
reformirt gewordenen Teile der ostfriesischen Hauptlinge nicht 
sympathisch, wie man einesteils bei Babucke, Geschichte der 
Ulrichsschule zu Norden (1877) p. 14. 16. lesen kann. Seine 
Tochter Etta Hiske v. M. wurde die Gattin des nam- und 
mannhaften Norder Btirgermeisters Hayo Rykena (f 1606), dessen 
Studienort ich bisher nicht ermitteln konnte. — Vgl. Genealogien 
der Norder Geschlechter (Mspte ) ; Norder Contracten-Protokolle 
(diverse Bande); M. v. Wicht jr., Geschichte der v. Wicht'schen 
und der damit verwandten Familien (Mspt.); J. H. D. Mohl- 
mann ist in seinen Vorarbeiten zu einem „Denkmal der 
Drosten und Amtmanner" (Mspt. 1832) nicht zur Klarheit ge- 



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104 

Rostock 1549. kommen; s. ferner Jahrbuch I. 2. (1873) p. 55. 58. 59. ; — Kgl. 

Staats-Archiv Aorich: Cons.-Acten. Acta von d*m Kirchen- 
Wesen in der Stadt Norden. Fasc. I. Nr. 9. ; Fasc. II. Nr. 9a. 
— Ober Ennius als Gesandten der Statthalterin Konigin Maria 
vgl. Bertram. Histor. Crit. Joh. a Lasco II. p. 182 f. 
43. Ericas Alberti Emdensis 18. Maji 1549. 

Mich, mit Nr. 42 gemeinsam intit. 
45. Hespelns Harusma Frisii 21. Maji. 
Wohl Batavier. 
1550. Ost. 262. R. Conradus Pegel (V. R.). 57 I. 
(Nr. 23 ein Isaac Grawert de Novo Brandenburch.) 
35. Reynerus Boccatius, Frisius. Juni. 
39. Henricus Heringius, Frisius. Juni. 

Nr. 35 wohl Bataver, Nr. 39 Oldenburger. 
1550. Mich. 263. R. Conradus Pegel (VI. R.). 27 I. 
4. Jacobus Jacobi, Frisius. Octbr. 
20. Udalrichus Emptes, Frisius. Marz. 

(25. Dauid Chytraeus, Mensingensis, artium Magister Witenbergae 
promotus. Spaterer Zusatz: Doctor theologiae atque pro- 
fessor: Die grosse Zugkraft Rostocks nach Luther's und 
Melanchthon's Tode.) 
1551. Mich. 265. R. Conradus Pegel (VIII. R.). 24 I. 
14. Edo Hillert, Frisius. Spat. Zusatz: Mgr. artium. — Mense 
Novembri. 

Nach (Tjaden) Das Gel. Ost-Friesl. 1. p. 160 ff. Anno 1533 
zu Jever geb. ; einer fraglichen Annahme zufolge sollte er ein 
Seitenspross der Vareler Hauptlingsfamilie Harles sein, indessen 
sagt der dazu citirte Siebr. Meyer (Friesische Merckwurdig- 
keiten pp. (1747) p. 81—92) dies gar nicht, mithin fallt 
die ganze Annahme; viel wahrscheinlicher stammt er 
aus einer gutsituirten biirgerlichen Familie, von der wir ein 
Glied im 189. Rect. Nr. 43 intitul. finden, wahrscheinlich 
seinen Vater. Sache der Jeveraner wird es sein, die gar nicht 
soweit zuruckliegenden Familienverhaltnisse zu untersuchen, 
da der in Rostock zum Baccal. beforderte Fridericus Hildersen 
wahrscheinlich spater in Jeverschen Diensten gestanden haben 
wird, wenn die Verfasser der Hilrichschen Biogr. in den „Bei- 
tragen zur Specialgeschichte Jeverlands" (1853) p. LXXVII f. 
recht haben, zu sagen: ,Es ist wohl gar nicht zu bezweifeln, 



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105 

dass Edo H. einer von denen gewesen, welche Fraulein Maria Kostock 1651. 

beym Anfange der Reformation in Jeverland zum Studiren 

nach Wittenberg geschickt ; a — . War etwa der a. a. 0. p. XXIV 
erwahnte Oberprediger Christ oph Hillerssen zu Waddewarden, 
der von 1558 bis 1564 anf Maria's Kosten in Wittenberg 
studirte, (s. Album acad. Vitebergensis ad ann. 1558 [wo 3 Hil- . 

tersen immatr. warden]) und einen Sohn Frederich H. als seinen 
Nachfolger hinterliess, p. CXXXL, ein Brader Edo's? Nach 
Tjaden u. den Jev. Beitragen ware die Laufbahn Edo's diese: 
In Wittenberg Student; Jena Student u. Professor; Wittenberg 
(Lektor?); Magdeburg Rector; Frankfurt a. 0. Professor; 
Heidelberg Professor; Altorf Professor u. erster Rector mag- 
nificus; f dort 1599. — Nach unserer Matrikel wurde er aber 
im Novbr. 1551 zu Rostock intitul., ging von hier nach 
Wittenberg 1555 (18. Juni intit.), ist in dem im 0. Monatsbl. 
V. p. 446 ff. veroffentlichten Matrikelauszuge Jena's leider 
nicht zu finden; von mir in Magdeburg und Frankfurt noch 
nicht eruirt; wird 1569 (18. Novbr.) als Mag. Edo Hildericus, 
Jeverensis, zu Heidelberg immatrik., hier 1578 (9. Sept.) „ad 
professionem theologicam" renovirt, erhalt aber laut Matrikel 
zu Marburg am 15. Decbr. 1578 unter Vorsitz Dr. Aeg. Hunnii 
die Promotion zum Doctor theologiae. tlbrigens war er laut 
der Heidelberger Matrikel 1579 — 80 Prorector der dortigen 
Hochschule und kann somit erst nach Verweigerung der 
Unterschrift zur Concordienfornuel Ende 1580 nach Altdorf 
gekommen sein. Wunschenswert bleibt, wie von ihm, so von 
Joh. Fischbek, U. von Dornum, Reiner Crumma, Hayo Rykena, 
Th. Ennius u. and. Ostfriesen, die bei Tjaden keinen Platz 
gefunden haben, archivalische Nachrichten zu sammeln und in 
unserm Jahrbuche zu veroffentlichen. Was systematische For- 
schungen auch noch heute beizubringen vermogen, beweisen 
uns die auf ostfr. Gelehrte bezuglichen Arbeiten Bunte's, 
Berthold's, Hapke's und Sello's. Wir geben uns der Hoffnung 
hin, dass es moglich sein wird, von den altera Chronisten und 
Genealogien bald hier lange Reihen vorzufiihren. 
1552. Ost. 266. B. Antonius Freudernann. 155 I. 

32. Joannes Ecius, Frisius 15. Maji. 

Immatr. Wittenberg 1554 als I. Etius (Aetius?). 

48. Thomas Martinus Frisius 1. Junii. 



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106 

Rostock 1552. 129. Victor ab Oldersheim ) 

-«rv n , , ~, , , . f fratres nobiles Frisii 14. Sept. 

130. Hector ab Oldersheim J r 

Immatr. Wittenberg 1551 (19. Nov.) als V. et H. ab Alders- 
heim, Fratres nati ex equestri familia in Frisia, die wohl noch 
weiter gefunden werden. — Es waren Sohne des Hauptlings 
Hero von Oldersum, Hofmarschalls und Rats Grafen Enno'sII. 
(f 1559). Von Victor fand ich in keiner der mir zuganglichen 
Genealogien eine Spur, selbst nicht in Alex. v. Werdum's 
Stamm-Register (Edit. Mohlmann 1845); Hektor ttbernahm das 
yaterliche Erbe gemeinsam mit seinem Bruder Boyo Ocko u. 
starb am 6. Mai 1587, nachdem Bojoecke ihn bereits am 
1. Jan. 1573 zu Gunsten Graf Johann's (II.) von Oatfr. ent- 
erbt hatte. Biirgermeister Helias Loesing producirte dieses 
viel Staub aufwirbelnde, urn 1700 noch das Kammergericht zu 
Speyer beschaftigende Testament in den „Ost-FriesischenMannig- 
faltigkeiten a III. (1786) p. 100 fi. 112. 

131. Joannes Frisius 14. Sept. (gemeinsam mit Nr. 129 u. 130.) 

Immatr. zu Wittenberg 1551 d. 23. Mai als Joh. Frisius 
ex comitatu de Hoi (Hoya) Nobilis; vielleicht ihr Hofmeister. 

133. Gibbo Nortochius Frisius 20. Sept. 

1550 wird ein Gibbo Nordensis zu Wittenberg intit. ; Nord- 
oog ist ein uraltes freies Bauerngut in der Hagermarsch bei 
Norden gewesen (U. Emmii Rer. Fris. Hist. p. 321 ad ann. 
1430), so dass beide dieselbe Persop sein konnten. — Con- 
rector zu Emden (Reersh. [1796] p. 759); Pastor zu Wirdum 
(das. p. 722); vgl. auch Beninga's Chronik (1723) p. 829; 
Ed. Meiners Oostvr. kerkelyke Geschiedenisse n. (1739) p. 88 ff. 
185. nach (M. Alting's) Grtindtlicker Warhafftiger Bericht : Van 
der Evangel. Reformation — tho Embden pp. (1 594) p. 278 
fi. ; Warhafitiger Gegenbericht der rechtglaubigen (i. e. luther.) 
Predicanten in Ostfriesslandt (Emden, bey Johan von Oldersum. 
1593) Bl. Fv. ff. 

134. Adolphus van Hoen nobilis 20. Sept. 

Die Familie stammte aus dem Bentheim'schen ; s. Raet von 
Bogelkamp's Beitrage zur Geschichte Westphalens (1805) I. 
p. 242. — Vater dieses Adolph war der wackere Drost Jiirgen 
van Hoen zu Leeroort; s. (Mohlmann) Stammtafeln (1832) p. 
29 ; — Adolph wurde Schwiegersohn des im 259. — 260. Rect. 



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107 

erwahnten Drosten Reiner Crumminga zu Norden; s. das. Rostock 1652. 
Stammt. der Fam. Crumminga. 

135. Wichardue Auen Frisii 20. Sept. 

Obige 3 wurden gemeins. intit. — Zu Wittenberg wurde 
1549 mit andern Ostfr. ein Weichardus Fris, immatr. 

136. Gerlacus Paludanus 1 w • •• 91 q f 

137. Wichmannus Nordensis J • P • 

Nr. 136 immatr. Wittenberg 1553 als Garlacus P., wahrschein- 
lich hiess derselbe Moorman oder Woltman, doch begegnet uns 
auch der Name Pool, Poel. Nr. 137 war Stipendiat der Herr 
Feyken-Stiftung zu Norden und erhielt 1556 nach Wittenberg 
13 Gld. 5 Schap gesandt, doch ist er mir dort in der Matrikel 
nicht aufgestossen. — s. Babucke, Ulrichsschule zu Norden 
(1877) p. 175. 

138. Snelgerus Beninga J ^ ^ 

139. Franciscus Pantzer I 

Nr. 138 wurde 1551 (3. Mai) zu Wittenberg als Snelgerus 
(irrig Suelgerus) Benigo Phrisius orient, immatr. Er war der 
eine der beiden illegitimen Sohne des Drosten und graflichen 
Raths, auch ostfr. Chronisten Eggerik Beninga, wurde spater 
von Kaiser Karl V. legitimirt, bekam Grimersum als Wohnsitz, 
wurde Propst zu Weener und Hatzum 1561 u. f 1580. — 
vgl. v. Wicht, Geneal. Osterh.-Grimers. ; v. d. Appelle in : Ostfries. 
Monatsbl. VI. p. 433 ff. ; ein noch uneruirter Genealog das. 
VII. p. 49 ff.; — Emder Jahrb. III. (1874) p. 9. 27. 

Nr. 139 gehort wahrscheinlich der aus Groningen stammenden 
adligen Familie Panzer, Pantzer an, da im Alb. acad. Viteb. ad 
ann. 1551 ein Franciscus Panser Groningensis nobilis Frisius 
immatr. wird, wahrscheinlich derselbe Student wie hier. 

140. Joannes Westerwolt Frisius gratis | ~i o l 

141. Joannes Bramius Frisius j 

Beide Emder gemeinsam. In Series consul, flor. Reipublicae (!) 
Embdanae ad ann. 1442 — 1661 kommt von 1550—1565 
(obiit 5. Maji) Johannes Bramsche vor, der Vater von Nr. 141. 
— Der Sohn wurde zu Wittenberg 1552 als Johannes Bramius 
Embdensis, consulis filius gemeinsam mit den beiden Older- 
sumer Brudern immatr., auch findet sich 1566 Joannes Bramius, 
Frisius zu Heidelberg und 1569 zu Marburg Joannes Bromsche, 
Fris. orient. — Dass dann sogar 1580, also 28 Jahre nach 



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108 

Rostock 1552. der Rostocker Intitulation, ein Joa. Bramius, Pr. or., zu Basel 

eingeschrieben wird (s. Jahrb. XI. p. 422), scheint kaum mehr 
die Identitat beider Personen zuzulassen. Wenn aber dies 
dennoch der Fall sein sollte, so darf man sich gerechtem 
Zweifel an der etwaigen spatern Leistungsfahigkeit des nun- 
mehr stark gealterten Mannes hingeben. 
160. Joannes Kerckmann Frisius \ 4C% _ , 
151. Egerus Beninga Frisius } 12 0ct 

Beide imm. Wittenberg 21. Decbr. 1553. 
Nr. 150 war urn 1560 znerst Pastor zu Petknm, urn 1567 
zu Ditzum; s. Reershemius (1796) p. 293. Nr. 4 u. 610 Nr. 5. 
Nr. 151 der Vettersvetter von Nr. 138 (s. ob.), beide Ur- 
enkel des Probstes Ayold Beninga zu Hinte (f 1483); — 
Dieser Eger war der Sohn des Hauptlings Garrelt Beninga zu 
Grimersum und Dornum (f 1546); er wurde erster President 
des ostfries. Hofgerichts 1593, f 1607; — s. v. Wicht Tab. 
geneal. Osterh.-Grimers. 
1552, Mich. 267. R. Antonius Freudemann (II. R.). 71 I. 
2. Engelbertus Westerholt Oldenburgensis 18. Oct. 
Imm. Wittenberg 1554 als E. W. Frisius. 

16. Dido Maninga Frisius nobilis 26. Oct. 

Imm. Wittenberg 1551 als Dido Mamgo (so!) nobilis ex 
Phrisia orientali. — Meine Genealogien kennen ihn nicht ; dem 
Alter nach konnte er ein alterer Bruder Uniko Manninga's sein. 

17. Dlricus Beninga Frisius 27. Oct. 

Fehlt in meinen Genealogien. 
1553. Ost. — 1554. Ost. 268. u. 269. R. Joannes Draconites 

(I. u. II. R.). 120 I. 
14. Christophorus Brunschilt Phrysius, mense Maji. 

16. Gerhardus Harxen Budiariensis Phrysius, Mai. 

Lies Butjadiensis, vulgar Butjarlander ; immatr. Wittenberg 
1551 als Erhardus Harcksan Fris.; s. 127. u. 246. Rect. 

17. Menhardus Bolken Phrysius, Mai. 

Dem Namen nach ein Ostringer, wo die Bolken, Bohlken 
noch heute zu Hause sind. 

18. Hermannus Sibrandi Jeuerensis Phrysius, Mai. 

19. Menhardus Menhardi, Mai. 

Die Meinardi sind auch wohl hier zu suchen. 
Nr. 16 — 19 gemeinsam intit. 



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109 

82. Joannes Hie Ledensis Phrysius, Novbr. Rostock 1553. 

Immatr. Wittenberg 1554 Joa. Ledensis Frisius; — 1553 
wurde hier imm. Dlricus Bolenius Ledensis non proctil a Brema, 
so dass wir es vielleicht mit Stadlandern, bezw. Rfistringern 
zu thun haben. 

1554. Ost. 270. R. MaUhaeus Roselerus. 42 I. 
13. Bernardus Ebben Embdensis, 12. Mai. 
30. Meinardus Wihardt Frisius gratis, 25. Jnni. 

1555. Ost. 272. R. Bernardus Mensingus. 61 I. 
39. Simon Frisius, Mense Junio. 

1556. Ost. 274. R. Conradus Pegel (IX. R.). 62 I. 
3. Nicolaus Gerardi, Frisius, Mense Aprili. 
18. Vlricus Ziadonis, Frisius, Mense Majo. 

Anno 1564 pridie Calendarum Martii — promoti sunt bac- 
calarei et magistri artium hi viri tres, darunter Vdalricus Z. 
Phrisius und Guernerus Embdensis. — Oberprediger zu Neuende 
im Jeverland; — s. Specialgeschichte Jeverlands (1853) p. 
CXVI. u. CLXVII. 
1556. Mich. 275. R. Joa. Draconites (III. R.). 24 I. 

22. Joannes Wandscherer, Geberensis Phrysius, Mense April. 

Von Jever. — s. Specialgesch. Jeverlands (1853) p. XCV1.; 
Prediger zum Sande s. v. Jever; das. p. CXV. 

23. Meinardus Annii Essensis Phrysius orient.; Apr. 

Lies: Esensis. 

1557. Ost. 276. R. MaUhaeus RoseUrus (III. R.). 72 I. 

18. Rodolphus Thomas | Frisii, gratis prorsus et mendikantes 

19. Regnerus Wibrandi J panem. 22. Maji. 

Woher diese Vaganten? 
1558. Ost. 278. R. Guilielmus Nouesianus. 60 I. 
11. Vlricus Emdensis 5. Maji. 
13. Wiardus Nannius a Stickhusen 9. Maji. 

Das Ausgabebuch des Emder Kirchenraths, gefilhrt von 
Gerhardus thorn Camp, zeichnet zum Jahr 1552 an: „Wyardo 
van Deteren tot syn studeren 29 Gulden." (Mitget. von Hrn. 
Rector J. de Vries zu Emden). 
(29. Hermannus Hammelman, Osnaburgensis, 23. Maji. 

Dieser, auch in der ostfr. Kirchengeschichte zu nennende 
bedeutende oldenburgische General-Superintendent, dessen Vor- 
arbeiten zur nordwestdeutschen Kirchen- und Gelehrten- 



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110 

Rostock 1568. geschichte von keinem Forscher entbehrt werden kdnnen, 

gewann sich hier den Grad als Licenciat der Theologie, indem 
er Thesen fiber das Abendmahl so gl&nzend vertheidigte, dass 
D. Chytraeus sein besonderes Wohlgefallen dariiber aussprach. 
— vgl. L. Schauenburg. Hundert Jahre Oldenburgischer Kirchen- 
geschichte von Hamelmann bis auf Cadovius. I. Bd. (1894) p. 3 ff., 
29. ff.; — ders. Die Tauferbewegung in Oldenbg. (1888) p. 11. 
35 ff.; — ders. Beitrage pp. (1888) p. 37. 60. 65 ff.; Sello. 
Des D. Fabricius Karte v. Ostfr. (1896) p. 27. 29. ; — Oncken, 
Zur Kritik der Oldenburger Geschichtsquellen, Berlin 1891, 
S. 135 ff.; Jahrbuch des Oldenburger Vereins I. S. 6. 

33. Rodolphus Phrysius Canerus, 17. Maji. 

36. Fredericus Hajo Jeuerensis, 14. Junii. 

1558. Mich. — 1559. Mich. 279. u. 280. R. Bernhardus Men- 

singus (II. R.). 93 I. 
62. Stephanus Moppel Frisius, Juni. 
92. Fredericus Kendes Embdensis, Octbr. 

1559. Mich. — 1560. Mich. 281. u. 282. R. Andreas Martinus 

(II. u. III. R.). 114 I. 
65. Vlricus Geuerensis, Frisius honoratus, Maji. 
1560. Mich. — 1561. Mich. 283. u. 284. R. Matth. RoseUr 

(V. v. VI. R.). 152 I. 
19. Wernerus Bramiue Embdensis, 24. Decbris. 

Mich. 1563 v ? s. 274. R.) Bacc. u. Mag. als Guemerus 
Embdensis. Ob Bruder von Nr. 141 im 266. R.? 
81. Cornelias Lemmer Frisius, 10. Junii. % 

Der Name weist nach Holland hin. 
1561. Mich. — 1562. Mich. 285. u. 286. R. Laurentius Kirch 

hoff (I. u. II R.). 196 L 
(24. Briccius Nordanus Susatensis, Febr. ; — vgl. Joh. Holtmanns. 
Brixius Nordanus. Zeitschr. des Bergischen Geschichtsvereins. 
XI. Bd. (1875) p. 211—12. — Dieser obige war ein Sohn des 
durch seine merkwurdigen Lebensschicksale bekannt gewordenen 
Soester Reformators Brixius von Norden aus Ostfriesland.) 
61. Johannes Ludickes Frisius, post festum Tiburcii. 
111. Gerhardus Bolerdus Embdensis, Mense Majo; — s. 249. Rect. 
Der Emder Revelutionar von 1595, sp&ter Vertrauensmann 
Graf Enno's III. (f 1612); — s. Wiarda Ostfr. Geschichte. 
in. Bd (1793) p. 250. 256. 314. 320. 



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Ill 

118. Wihardus Lengius, Frisius, mense Majo. Rostock 1561. 

120. Richardus Wesselius 1 _ . .. ... 

121. Nicolaus Jacobus J FnSU ' men8e Maj0 
132. Georgius Rordahusanus Frisius, mense Junio. 

Letztere 3 wohl Batavier, Nr. 132 von Roordahuis in 
Ferwerderadeel oder Franekeradeel in Westfriesland ; — vgl. 
Mart. Schoockii Belgio foederato, lib. XV. cap. 1-5. 
139. Lubbertus Frisius Nordensis, mense Junio. 
142. Nicolaus Jacobi Frisius Jeuerensis, m. Julio. 

1562. Mich. 287. R. Laurentius Kirchhoff {III. R). 86 I. 
7. Theodoricus Frisius Oldenburgensis. Vor Jan. 1563. 

39. Faconius Frese Frisius, Mense Aprili. 

Wohl Focko Fr.? 

80. Edo Friderici Frisius, Mense Majo. 

1563, Ost. 288. R. David Chytraeus. 68 I. 
(2. Matthias Vehe Ballenbergensis Francus; — vgl. Chronicon 
msptum rerum Frisiae orient." Autore Bernardo Elsenio ab 
Anno 1264 — 1631 ad ann. 1589 Dec. 21. (wogegen Bertram 
in parerga Ostfr. p. 199 ff. den 2. Dec. angiebt). Nach 
Elsenius war Vehe „ein groulicker Arrianer und Servetianer, 
welcke de Rabbinos wol gestudeert, unde de Latinische, 
Greckische und Hebraische Spracke ad unguem gewost hefft." 
Sein tragisches Schicksal ereilte ihn in Ostfriesland, wo er 
am obengenannten Tage „in de Grete gestorven unde in loco 
inhonesto begraven worden, als he nicht lange thovoren tho 
Emden was uthgebraken, und tegen de vornamesten Theologos 
im Lande disputeret hadde". Vollig falsche Nachricht fiber 
diesen armen Haretiker brachte s. Zt. das Ostfr. Monatsblatt ; 
— Reershem. (1796) p. 728; Meiners, Oostvr. kerk. Geschiede- 
nissen II. (1739) 216. Bertram s. ob. 

1564. Ost. 290. R. Johannes Boukius. 65 L 

(36. Regnerus Bousema natus in oppido Dam orientalis Frisiae; 
Mense Julio; — s. 189. Rect. Nr. 36.) 

40. Lucas Ritzardi Frisius orientalis, 7. Juli. 

Pastor zu Uphusen 1566, zu Grimersum 1573 — 1598; — 
. a. Reershemius (1796) p. 633. 725. 

1565 grassirte die Pest dermassen in Rostock und der Umgegend, 
dass8000Personen, worunter 10 Professoren, daran starben. Die 
Intitulat. sanken daher im Wintersem. 1565 — 66 aui 26 herab. 



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112 

Rostock 1566. 1566. Ost. 294. R. Simon Pauli 102 I. 

(Nr. 101 ist Tycho Brahe, natus ex nobili familia in ea parte regni 
Danici quae dicitur Scania, and bekannt durch seine litera- 
rischen und persdnlichen Beziehungen zu unserm „Pastor und 
Astronomius a David Fabricius ; — Emder Jahrb. VI. 2. (1885) p. 
107. 111. u. weiter; das. VII. 1. (1886) p. 95—98; das. VIII. 1. 
(1888) p. 6—11. 38—39. wo zuletzt ausdrticklich stent, 
dass Tycho ihn in den [astronomischen und mathe- 
matischen] Wissenschaften unterrichtet habe, was 
bisher gar nicht beachtet worden zu sein scheint.) 

1567. Ost. 296. R. David Chytraeus (II R.). 84 I. 
14. Petrus Frisius. Mai. 

(49. Doctor Paulus Lutherus Martini Lutheri filius. 
Zusatz: Artis medicae doctor.) 

1569. Ost. 300. R. Henricus Brouceus. 46 I 
35. Freimerus Henrici Phryso. Septbr. 

1569. Mich. 301. R. Johannes Posselius {II. R.). 23 I. 
19. Menso Friederici Nordensis. Martio. 

Pastor zu Arle 1578; — Reershem. (1796) p. 199. 
21. Hecataeus Frisius Aldenburgensis. Martio. 

1570. Ost. 302. R. Simon Pauli (II. R.). 90 I. 
30. Thomas Tyobe Embdensis. Maio. 

Pastor zu Wolthusen 1575; — Reershem. (1796) p. 636. 
33. Aeibo Reershumius Frisius. Maio. 

Lies Aibo Reershemius. Pastor zu Petkum 1575 — 1617 ; — 
Reersh. (1796) p. 288 ff. Aus Reersum, Redersheim bei Dor- 
num stammend, nannte er sich darnach Reershemius; — 
s. Stammtafel der Familie Reershemius (Mspt.) ; Funck, Ost-Fr. 
Chron. IV. (1785) p. 57.; s. 113. R. Nr. 24. 
37. Vbbo Emmius Frisius. Maio. 

Der bekannte friesische Historiker aus der Grete, Rector 
zu Norden und Leer, erster Rector Magnificus und Professor 
der Universitat Groningen; — uber, fur und gegen, ihn er- 
schien eine Unzahl Schriften und Abhandlungen ; eine unpar- 
teiische Wurdigung des Historikers stent noch . aus. 
s. S. 51. 
47. Vlricus Heimringius Frisius. Juni. 

Pastor zu Uphusen 1575; Conrector zu Norden 1585 — 1605. 



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113 

— Reershem. (1796) p. 634. 444. — Er Hess 1576 zu Emden Rostock 1750. 
bei Nicol. Biestkens eine Prosodie drucken. (Mitt, von Herrn 

Rektor J. Fr. de Vries zu Emden). 

1571. Ost. 304. R. Laurentius Niebur. 70 I. 
38. Johannes Rhederus Nordensis Frisius. Juli. 

Immatr. Helmstedt 1578. Pastor zu Osteel 1579, zu Dor- 
num 1599; — Reershem. (1796). p. 181. 208; Funck, Ost- 
Fries. Chronick. IV. (1785) p. 57. 

1571. Mich. 305. R. Marcus Luschovius. 48 I. 
16. Garlacus Hajo Frisius. Novbr. 

(47. Simon vonn Pethkkum Hamburgensis. Apr. 72. 

— Jahrbuch VI. 2. u. VIII. 1. p. 32. — vgl. Reershem. 
(1796) p. 50. 101.) 
48. Lubbertus Aetius Frisius. Apr. 72. — vgl. 266. R. 

Wahrscheinlich aus Jeverland; — Martens im Jeverischen 
Prediger-Gedachtniss (Aurich. 1783) nennt einen Prediger zu 
Schortens Godfried Aretius um 1588, den Feustking, Histor. 
Colloqu. Jeverens. p. 36. Artius, und Meene in den Beitragen zur 
Specialgsch. Jeverlands (1853) p. CX als Arendts verzeichnet. 
Er war der Vater des Gotfr. Aetius, Arntius, der als Pastor zu 
Aurich-Oldendorf, Timmel, Ochtelbur und Bagband bis 1646 vor- 
kommt; — Reershem. (1796) p. 124. 128. 129. 144. 

1572. Ost. 306. R. Bartholomaeus Cling. 147 I. 

27. Henricus Boetius Nordensis Frisius. Mai. 
47. Simon von Peckum Emdensis Frisius. Juni. 

Lies Petkum; — s. 305. R. 
1573. Ost 308. R. David Ghytraeus (III. R.). 48 1. 
(14. Martinus Nordanus Lubecensis. Mai; — s. Holtmanns, Brixius 
Nordanus (1875) p. 211; — s. 285-6. Rect. 

28. Daniel Frise. Mai. Aus Jever ? 

1573. Mich. 309. R. Lucas Bacmeisterus (HI R.). 63 I. 
(58. Bruno Lubberti Oldenburgensis ; Zusatz: Elardi Lubini frater. 
(s. 368. R.) April 74. s. Schauenburg, Hundert Jahre Oldenburg. 
Kirchengeschichte (1894) p. 92. Pastor zu Apen nach 1579; 

— von dieser Familie reichen Zweige nach Ostfriesl. hintiber, 
vgl. Reershem. (1796) p. 779.) 

1574. Ost. 310. R. Fridericus Heine (II. R.). 88 I. 
23. Theodericus Hajonis Frisius, Mai. 

Pastor zu Wolthusen 1575 und Loquart; f 1603; — Reersh. 

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114 

Rostock 1573. (1796) p. 637. 275; Thomas Frantzii Getreuer Rath (1610) 

p. 9.; Funck O.-Fr. Chron. IV. p. 57. 
24. Enno Adolphus Frisius, Mai. 

Wohl ein von Wicht, da in einigen Stammtafeln derselben 
als Bruder (alterer ?) von Hektor, Ernst und Otto anstatt eines 
Hayo ein Enno erscheint. 

1574. Mich. 311. R. Johannes Borcholdt (II R.). 100 I. 

13. Hulricus ab Erosum \ ... _ . .. ^ ,, 

+ A ~ , « > nobiles Fnsii; Octbr. 

14. Onno ab Erosum / 

Dr. Hofmeister fragt, weil unleserliche Schriftziige vorhanden 
seien, ob der Stammort Ensum heisse ? — Wie die Stammtaf el 
der Ewsumer Familie ausweist, sind es die Bruder Dlrich (nach 
seinem Grossvater mutterlicherseits, Ulrich vonDornum, benannt) 
und Onno von Ewsum, zu Jennelt burgsassig. — E. Fr. von 
Wicht in Annales Frisiae (Mspt.) ad ann. 1586 berichtet uber 
den tragischen Tod des letzteren zu Weener; (Mohlmann) in 
den Stammtafeln (1832) p. 41. 42. giebt dazu die Grabschrift; 
uber die Folgen vgl. Jahrb, IV. 2. (1881) p. 84. 

Beide wurden 1571 zu Marburg immatrik. 
24. Johannes Aldenkyrchensis Dickhusanus Novbr. Fraglich, woher. 
62. Juo Mammen, Frisius Winmundensis. Marz 75. 

Lies Ino — Witmundensis; Immatr. Helmstedt 1579. — 
Rector zu Esens, Pastor zu Burhafe; f 1622. — Reersh. (1796) 
454. 407. 
64. Daniel Eilsumanus Frisius. Marz 75. gewohnl. Eilshemius gen. 

Pastor zu Eilsum und Emden, f 1622; 1618 Deputirter zur 
Dordrechter Synode; — Reershem. (1796) p. 727. 494.; Meiners, 
Oostvrieschl. kerkel. Geschiedenisse II. (1739) 216. 430. ; J. J. 
Harkenroht, Emdens Herder-Stai (1716) p. 16 f.; (Tjaden) 
Das Gel. Ost.-Fr. I. (1785) p. 230 weist ihn nach Outhofs 
Waarschouwinge (1723) p. 643 der Norder Lateinschule zu 
(wiederholt bei Babucke, Gesch. der Ulrichsschule in Norden 
[1877] p. 171). 

1575. Ost. 312. R. Henricus Brouceus (II. R.). 117 I. 
2. Edhardus Medochius Frisius, April. 

Lies Edzard; — in den Beitr. zur Specialgesch. Jeverlands 
(1853) p. CXX und bei (Tjaden) Das Gel. Ost-Fr. III. (1790) 
p. 10 wird er Edzard Ludolf von Middoch genannt. Er war 



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115 

Prediger zu Tettens im Wangerlande und ist der Vater des Rostock 1575. 
bekannten Hamburger Predigers Jodocus Edzards von Glan. 
3. Balthazarus Olferdi Frisius, April. 

1580 Vicar, spater Pastor zu Uphusen, 1590 zu Emden, 
1593 zu Nesse; — Reershem. (1796) p. 634. 277. 202.; 
Funck, Ost-Fr. Chron. IV. p. 57. — Konigl. Staats-Archiv 
Aurich: Collectan. zu Brenneysens Ostfr. Kirchengeschichte I. 
Nr. 124: Past. Ulpherdi Klage wider die Uphusener Kirchen- 
geschworenen ; deren Klage wider jenen zu Speyer; und Graf 
Edzards Anweisung an den grafl. Procurator Dr. H. Stamler 
daselbst, U.'s Sache zu vertreten. 

Als Landsleute und Nachbarn kamen obige beiden gemeinsam 
auch die folgenden 3 Intitulirten scheinen jener Ostkante zu 
entstammen. 

6. Iberus Haio Frisius, April. 

7. Onno Gherlacus Frisius, Apr. 

76. Gerhardus Oldenburgensis Frisius, Apr. 
99. Bonno Rikenna Frisius, Apr. 

Immatr. Marburg 1574; die Wittenberger Matrikel (Edit. 1841) 

geht nur bis 1560 ; zu Helmstedt intit. als Frisius Nordanus 1575 

den 17. Aug. Er war stud, juris und der Sohn des Norder 

Burgermeisters Hayo Rykena. Er starb noch als Student 1577. 

106. Johannes Hillinck Emdensis, Apr. 

Jahrbuch VI. 1. (1884) p. 31 ; Vrije Fries. VII. 295. (H. 
Prickers Album). 
1575. Mich. 313. R. Guilielmus Lunaeburgensium et Brunsuicen- 

sium dux. 68 I. 
9. Luderus Delues, Frisius, Novbr. s. 96. Rect. 

1577. Ost. 316. R. Laurentius Niebur (II R.). 120 I. 
7. Johannes Oldewellus Mellensis, A]jril. 

J. Oldewelt, Pastor zu Hage, Norden undPilsum; f 1590; 
— Reershem. (1796) p. 190. 246. 707. ; — s. Missive Oder Send- 

brieffe etlicher Studenten sampt einer Bapstlichen Bulla 

An Licentiatum Hermannum Hamelmannum. (Ohne Jahr und 
Druckort; jedoch herausgegeben zu Bremen in der ersten 
Halfte des Jahres 1593 mit einer Vorrede Dr. Chri- 
stophori Pezelij.) p. 25.; — Antwort Der Rechtgelau- 
bigen Predicanten in Ostfrieszlandt auff die Missive oder 
Schendebrieff etlicher erdichteten Studenten vnd Brem- 

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} April. 



U6 

Rostock 1577. Embdischen Kauffleuten (1593 als Anhang zum „Warhafftigen 

Gegenbericht" zu „Embden bey Johan von Oldersum" gedruckt.) 
Bl. Dviij in r. et v. ; — Griindtlicker Warhafftiger Bericht : 
Van der Euangelischen Reformation — — tho Embden vn in 
Ostfrieszlandt — Dorch de samptlicke Dener Christi vnde 
ordentlicke Prediger — — darsiiluest (Bremen 1594) ; p. 408. 
414.; — Ed. Meiners Oostvr. kerk. Geschiedenisse. II. (1739) 
p. 85. 394 ft, — Funck, Ost-Fr. Chron. III. (1785) p. 304 ff. 

39. Johannes Euers Embdensis, Mai. 

73. Henricus Conradus Witmundensis Frisius. Juli. 

Pastor zu Dornum f 1641; — Reershem. (1796) p. 211. 
1578. Ost. 318. R. Nathan Chytrams. 106 I. 
49. Boetius Aeneas Frisius, Juli. 

Dem Namen nach Niederl&nder. 
(75. Casparus Frisius patricius Rostochiensis.) 

1578. Mich. 319. R. Petrus Memmius (II. R.). 44 I. 

40. Jodocus Heronis Witmundensis 

41. Engelbertus Joannis Jeuerensis 
1580. Ost. 322. R. Laurentius Kirchovius (IV. R.). 90 I. 

70. Hermannus Eccelius Frisius, August. 

Pastor zu Pogum und Niittermoor bis 1600; — Reershem. 
(1796) p. 282. 658. 
1580. Mich. 323. R. Marcus Luschovius (III R.). 51 I. 
29. Christophorus Rudolphi Jeuerensis, Marz. 

1582. Ost. 326. R. Simon Pauli (III. R.). 132 I. 
19. Jacobus Pastow Phrysius, Mai. 
161. Haio a Nessa, Frisius, October. 

Spaterer Zusatz: Jur. utr. doctor, illustrissimi principis ac 
domini, domini Adolphi Friderici, ducis Megalopolitani cancella- 
rius et professor huius, academiae publicus ordinarius. 
Ost. 1590 Doctor juris. 

Immatr. Helmstedt 1585 den 23. Decbr. ; — (Tjaden) Das 
Gel. Ost-Friesl. I. (1785) p. 223 ff. (— a quibus ad studia 
literarum assuefactus, jactis artium et linguarum fundamentis, 
praeceptore quidem longe fidelissimo Rev. M(ag). Joh. Ligario, 
Comitis Frisiae concionatore aulico, — ) ; — Sammelband Nr. 884 
der Norder Stadtbibliothek : Nr. LIE.; — Allg. Dtsche. Biographie. 
1582. Mich. 327. R. Valentinus Schachtius (II. R.). 68 I. 
44. Lubbertus Giesseus Geverensis Frisius, Apr. 



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Frisii, April 1585. 



117 

64. Luardus Holthusius } Rostock 1582. 

65. Hermannus Eournick 

Lies: Coenring 

66. Ippius Lumbarti 

Lies: Lamberti 

67. Hector Harringa 
58. Folcherus Ligarius 

Spaterer Zusatz: pastor 
Femariensis. 

Diese 5 Ostfr. kamen gemeinsam. — Nr. 64 war Pastor zu 
Nesse, Woquart und Pewsum, f 1601 ; — Reershem. (1796) 
p. 202. 271. 268; — Funck, Ost-Fr. Chron. IV. p. 57. — 
Nr. 65 war Pastor zu Hinte und Norden, f 1644. Er war 
der Vater des Polyhistors H. Conring zu Helmstedt; — 
Reershem. (1796) p. 531 ft. 258. — Nr. 67 war Sohn des kaiserl. 
Obristen Habbo Harringa oder des Dlrich Harringa, der Kaiser 
Karl V. in dessen afrikanischem Feldzuge diente, fiir seine 
Tapferkeit den Adel erhielt, u. 1569 zu Norden starb. In v. 
Wicht's u. (Mohlmann's) Stammtafeln fehlt dieser Hektor; — 
Norder alte Geschlechtstabellen (Mspte.). — Nr. 68 ist der 
alteste Sohn des Hofpredigers des Grafen Edzard II. und 
Kirchen-Inspektors der luther. Gemeinden Osttrieslands, Mag. 
Johannes Ligarius. — Promov. 1590 zum Magister. — War 
auch zu Wittenberg immatr., dessen Matrikel leider bis 
jetzt noch nicht uber 1560 hinaus publicirt ist. — Kirchen- 
inspector und erster Prediger zu Burg auf Fehmarn, 
f 1607.; — (Tjaden) Das Gel. Ost-Fr. I. (1785) p. 182 ff. ; 
— Apologet seines Vaters in der Kurtzen vnd eintfaltigen an- 

leitung (1599) s. 257—8. Rect. Nr. 102. — Den nach 

dem 1596 erfolgtem Tode seines Vaters an ihn gelangten 
wertvollen Papieren zur ostfr. und niederlandischen Kirchen- 
geschichte (s. Anleitung [1599] Bl. Aiiij-Ej) habe ich leider ver- 
geblich zu Greifswalde, Rostock, Hamburg, Kiel, Schleswig, 
Burg auf Fehmarn, Kopenhagen, Upsala und Stockholm nach- 
geforscht ; ich gebe aber die Hoffhung nicht auf, sie oder einen 
Theil von ihnen dennoch ebensowohl endlich aufzufinden, wie 
es nach lOjahriger systematischer Arbeit gelang, eigenhandige 
Manuscripte des Vaters Joh. Ligarius zu finden (darunter die 
verschollene Confessio Brylensis, die Grundlage der erneuten 



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118 

Rostock 1582. luther. Kirche Bataviens nach 1560) und mit sonst ungeahnten 

Aufschlussen iiber diesen aus hiesigen wie niederlandischen 
Quellen zu einem Lebensbilde zu verwerten. — David Chytraeus 
iiber Folcher Lig. in Epistolarum Chrytr. Syntagma p. 781 f.; 
— Joh. Moller, Cimbria literata. II. (1744) p. 472. — Kirchen- 
Propst Hr. J. Michler zu Burg auf Fehmarn wies unterm 29. Aug. 
1892 freundlichst darauf hin, dass bereits 1744 in der Bib- 
liothek des Kopenhagener Advokaten Joa. Becker ein Mspt. 
des Folcher Lig. gefunden worden sei. 

1583. Ost. 328. R. Joannes Albinus. 94 1. 
91. Henricus Osterlanus Phrysius, Octob. 

1584. Ost. 330. R. Johannes Frederus. 104 I. 
97. Tilemannus Hannichius Varlensis, Sept. 

Ein Glied der bekannten Familie Hanneken; — (Tjaden) 
Das Gel. Ost-Fr. III. (1790) p. 19 sagt im Artikel Meno H.: 
„Schon sein Gros-Vater Gerhard und sein Elter-Vater Tilemann 
H. waren in dasiger Gegend (Blexen) und zu Varel Prediger 
gewesen." 

1585. Ost. 332. R. David Chytraeus (IV. R.). 126 I. 
28. Fuluius Gelmeri Frisius, Mai. 

Immatr. Helmstedt 1589 als F. Gelmerus Fris.; Pastor zu 
Osteel, f 1603; Vorganger des David Fabricius ; — Reershem. 
(1796) hat falschlieh (verfuhrt durch Tjaden [III. p. 297] 
Julius dafur; — Jahrbuch VI. 2. (1885) p. 118; — VIII. 1. 
(1888) p. 13, wo leider wieder irrtumlich angegeben wird, dass 
Iko v. Knyphausen die Stelle zu vergeben gehabt habe, was 
nicht der Fall war, vgl. schon Tjaden III. p. 297. 

111. Regnerus Blank Wurdanus Frisius, Octbr. 

Immatr. Helmstedt 1583 als Ronnerus Bl. Frisius; — zu 
Heidelberg 1592 als Raenerus Blanc, Buttiensis Fris. orient. 

112. Joachimus Coggius Osterhusensis, Octbr. 

Ein Koch aus Osterhusen n. v. Emden? 

1585. Mich. 333. R. Lucas Bacmeisterus (V. R.). 76 I. 
9. Etho Barlagius Frisius orientalis, Novbr. 

Immatr. Heidelberg 1588 als Edo B., Fr. or. 
Unter den 4 Berlage, die Reershem. (1796) p. 770 und 788 
verzeichnet, befindet sich dieser Edo nicht; desgl. nicht unter 
den 3 Predigern dieses Namens in Beitragen zur Specialgesch. 



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119 

Jeverlands (1853) p. CXIX u. CXX. — 1st wohl als Jurist Rostock 1585. 
aufzusuchen ? 
55. Isebrandus Hertzen Frisius orientalis, Marz 1586. 

1587. Ost. 336. R. Henricus Brucaeus (IV R.). 140 I. 
16. Henricus Burhovius Phrisius, Mai. 

Ob von Burhafe 6. v. Esens oder in Butjadingen? 
Immatr. Helmstedt 1584 als H. Boravius Phris. 

33. Christophorus Vdalricus Geneuerensis (sic!) Frisius, Mai. 

Lies Geverensis. 
83. Theodericus Lubersenus Frisius, Juli. 

Immatr. Helmstedt 1584 als Ericus Ltibbersen Phris. Woh 
aus der Familie Lubbers zu Langwarden in Butjadingen, aus 
der auch Sibrand L. hervorging; — (Tjaden) Das Gel. Ost- 
Fr. I. (1785) p. 245. 

1587. Mich. 337. JR. Erasmus Stockmannus. 96 I. 
19. Elardus Vinsen Frisius, Novbr. 

70. Henricus Sylvius Frisius, April 1588. 

Wahrscheinlich aus Esens oder Thunum, wo um diese Zeit 
Pastoren des Namens hedienstet waren; — Reershem. (1796) 
p. 365. 378. 

1588. Ost. 338. R. Simon Pauli (IV R.). 115 L 
13. Hermannus Crispinus Frisius, Mai. 

Ein Hermann Crusius (Namenwechsel wie im 157. R.) ist von 
1626—36 Pastor zu Ochtelbur; - Reershem. (1796) p. 145. 
1589. Ost. 340. R. Joannes Albinus (II. R.). 100 I 
49. Laurentius de Veno Frisius, Juli. 

Ob ter Vehn? 
1590. Ost. 342. R. Bartholemaeus Clingiw (III R.). 106 I 

30. Hermanus Bosel Frisius, Juni. 

31. Johannes Nienburg Frisius, Juni. 

Pastor zu Stapelmoor bis etwa 1622; — Reershem. (1796) 
p. 683. 

34. Henricus Alfhusius Witmundensis, Juni. 

Immatr. Helmstedt 1586 als H. Alfusius Witmond. Unter 
den 4 Predigern des Namens Alphusius bei Reershemius (1796) 
p. 769 nicht zu finden. Die Familie war namentlich im 
Harlingerlande angesehen und verbreitet. 
43. Martinus Eiben Esensis Frisius, Juni. 

Gleich dem vorigen ein angesehenes Geschlecht des Har- 



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120 

Rostoek 1590. lingerlandes, das sich ungleich jenem ofter der Jurisprudentia 

widmete, soweit es nicht im freien Bauernstande verblieb. 
Tjaden im Gel. Ost-Fr. HI. (1790) lasst den Stammvater 
zwar den General-Superintendenten Harlingerlands Meinert 
Hayo Eyben (f 1598) sein, in Ulr. von Werdum's Series 
familiae Werdumanae *) (Mspt.) p. mihi 248 wird dagegen der 
Drsprung aus bauerlichem Blute nachgewiesen. — Martin Eiben 
war wohl der spatere grafliche Rath und Drost von Esens, 
vgl. Bydragen tot de geschiedenis etc. van Groningen VIII 
(1871) S. 92. 

100. Theodoricus Hannekenius Oldenburgensis, Septbr. — s. 330. Rect. 

101. Lambertus Eilardi Geuerensis, Septbr. 

102. Poppo Theodoricus Geuerensis, Septbr. 

Letztere 3 gemeinsam. 
1591. Ost. 344. R. Wilhelmus, Curlandiae et Semigalliae dux. 103 1. 
21. Reimerus Ligarius a Ness, Mai. 

Jungerer Bruder von Mag. Folcher Lig. — s. 327. Rect. 
Nr. 68; — zweiter oder dritter Sohn des Hofpredigers Mag. 
Joh. Lig. und, wie der obige Zusatz anweist, ihm, da er noch 
Prediger zu Nesse war (1569 — 1577), daselbst geboren. — 
Wie es moglich ist, dass dieser Reimer, der 1591 also etwa 
18 — 20 Jahre alt gewesen sein mag, als Prediger zu Wad- 
warden im Jeverland 1576 die Jeversche Kirchen-Ordnung 
unterschrieben haben soil, ist mir ein Ratsel; — Reershem. 
(1796) p. 248. — Wahrscheinlich hat er, nachdem er urn 
1600 Oberprediger zu Waddewarden geworden war, die er- 
wahnte Ordnung nachtraglich unterschrieben und damit der 
vom Kirchenregiment geforderten Unterstellung im Ortho- 
doxismus gentigt. — Sein Lebenslauf ware darnach Pastor zu 
Freepsum 1599, 1600 Exulant, 1601 Pastor zu Waddewarden, 
1612 zu Norden (f 1623). — In Beitr. zur Specialgesch. 
Jeverl. (1853) p. CXXXII heisst es unter Waddewarden: 
„Nr. 9. Reinerus Ligarius, welcher nebst 23 Lutherischen 
predigern aus dem Embdischen weggejaget, ist als exul hieher 
gekommen, wenige Jahre aber hernach die Gemeinde verlassen 
und sich nach Norden begeben. a — Dass Enno III., am sich 

x ) Das von mir benutzte Ex., von der Hand Dr. Gottfr. Henr. Muller's, 
Amtmanns zu Esens, descript. ao. 1730 mense Febr. ex autographo, ist im 
Besitz der Familie von Wicht zu Rastede, 



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121 

die Reformirten geneigt zu machen, in Abwesenheit seiner Rostock 1591. 
Mutter 24 luth. Prediger, die sein Vater nach und nach in 
den westlichen Landgemeinden introducirt hatte, kurzer Hand 
entliess und ihrem Schicksal iiberliess, so wie dass auch die 
damalige „Republik a Emden dies Ereignis mit besonderef 
Genugthuung begrusste, verdiente einmal die gebtthrende 
historische Beleuchtung, wozu obiges Bruchstiick aus dem 
Widerhall, den dies in den Nachbarlandern hervorrief, mit 
dienen mag. 
1592, Ost. 346. R. Wilhelmus, Curlandiae etc. dux (III. B.). 81 I. 
34. Christophorus von Arpenbeke Phrisius, Juli. 

1592. Mich. 347. R. Ulricas, heres Norwegiae, dux Sleswici, 

Holsatiae etc. 84 I. 
59. Conradus Gherlacus Frisius, April 1593. 

Fehlt jinter den 4 von Reershemius fur Ostfr. und den 4 in 
Beitr. f. Jeverland genannten Predigern gl. Stamm. 

1594. Ost. 350. R. Augustus dux Brunsuigae et Lunaeburgi. 107 I. 
31. Henricus Brandesius Friso Butiadiaiius, Juli. 

Aus der bekannten Familie Brandes, der in diesem Jahrh. 
der ausgezeichnete Physiker entstammt. 
45. Johannes Ulrici, Frisius Oldenb., Juni. 

1596. Ost. 354. R. Marcus Hassaeus. 101 I. 
42. Bernhardus Andreae Nordensis, Juni. 

(Im April 1599 wurde intitul. Axillus Gustavii Ocksenstem, 
Suecus nobilis. Zusatz : Regiy Sueciae cancellarius et in bello 
Germanico plenipotens legatus. Ostfriesland dftrfte sich seiner 
erinnern, wenn auch die schwedischen Archive in dieser Hin- 
sicht erst wenig durchsucht worden sind.) 

1599. Mich. 361. R. Johannes PosseUus jun. 59 I. 
33. Johannes Herminius alias Elopffenberg, Nordanus Frisius, 

[Febr. 1600. 
Es ergetzt, zu sehen, dass nach der Latinisirungsperiode 
die Namen jetzt das Bestreben zeigen, aus der mundartlichen 
Tonart in die breiter auftretende „sachsische Kanzleisprache a 
zu avanciren. Klopfienberg hiess namlich und heisst bis heute 
(die Familie siedelte 1815 nach Emden iiber) Kloppenborg ; sie 
entstammte wahrscheinlich dem heute siidoldenburgisdien, 
friiher mftnsterischen Stadtchen gl. Nam. 



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122 

Rostock 1600. Am 25. Juni 1600 starb David Chytraeus, und wenn auch 

noch einige Jahrzehnte darnach der Besuch der Rostocker Hoch- 
schule seitens der Ostfriesen ein reger blieb, so wendete sich 
der Zug der Studenten, zuerst unterbrochen durch den 
30jahr. Krieg, allmahlich andern Universitaten, seitens der Re- 
formirten namentlich Groningen und Franeker zu. Massgebend 
blieb jedoch in erster Reihe eine tiichtige Facultat, so dass je 
nach dem Studium auch die Universitat gewahlt wurde, die 
Grossen aufzuweisen hatte, wie es ja noch gegenwartig iiblich 
zu sein pflegt. 

1601. Ost. 364. R. Barthol Cling (V. R.). 136 L 
74. Jholdus Brandt Frisius, Juli. 
86. Henricus Veldthusanus, Phrisius, Juli. 

Prediger zu Barstede, doch nicht „schon 1599 a , wie Reershem. 

(1796) p. 153 angiebt; seit 1624 zu Hage; — das. p. 193. 

1603. Ost. 368. R. Eilhardus Lubinus. • 101 I. 

Die Pest raffte unter den 1300 ihr Verfallenen auch mehrere 

Studenten und den Prof, der Theol. David Lobechius hinweg. 

74. Christophorus Pauli Frisius, Juli. 

Nicht unter den 3 Predigern dies. Nam. bei Reershem. zu 
finden. Er stammte wohl aus dem Norder Geschlecht dieses 
Namens. 
100. Engelbertus Hoier, Hervordianus Westphalus, Octbr. 

Pastor zu Cappeln in Holstein bis 1644, darnach zu Norden 
(f 1692). Bekannter apologetischer Historiker; Vater des 
fleissigen und fruchtbarer^, theolog. Schriftstellers Mag. Fran- 
ciscus H. Hoyer, Verfassers des auf Rist'scher Tradition er- 
bauten Norder Gesangbuchs von 1697 (gleich dem des ersten 
allgemeinen luther. Gesangbuchs filr Ostfr. von 1690, 1 ) durch 
Mag. Casp. G. Schepler). — Reershem. (1796) p. 232. 251. 
1607. Ost. 376. R. Barthol. Clingius (VI. R.). 108 1. 
(97. Joachimus a Nessa, Rostochiensis'; Sohn von Hayo a N. — 
s. 326. Rect.) 



*) Das von mir 1880 — 1 benutzte Ex., der erste Abzug der ersten Anf- 
lage, vom Fursten Christian Eberhard durch Nachtrage erweitert, von der 
Ftirstin Eberhardine Sophie dnrch eigenhandige Einzeichnnng als ihr Hand- 
exemplar gekennzeichnet, fand ich in der Kon. Univ.-Bibliothek zn Gottingen 
Weitere Nachforschnngen iiber Schepler fiihrten mich in den bekannten Dichter- 
kreis des Hymnologen J. Rist zu Wedel (Elbschwanorden). 



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123 

1608. Ost. 378. R. Petrus Sassiw. 143 I. Rostock 1608. 

(77. Martinus Nordanus, Lubicensis, Juni; — s. 285 — 6. Rect.) 
1609. Ost. 380. R. Eilhardus Lubinus (II. R.). 136 L 

31. Johannes Gartnerus, Oldenburgo-Frisius, Juni. 

32. Johannes a Lindern, Oldenb.-Fris., Juni. 

90. Folckardus Oncken Frisius Orientalis, Juli. 

1609. Mich. 381. R. Christianus Sledanus. 95 L 
79. Johannes Oldewelt Frisius, Apr. 1610; — Sohn des Predigers 
gl. Nam.; — s. 316. Rect, — Magister philos. 8. Nov. 1610. 

Immatr. Helmstedt Mai 1605. 
1610. Ost. 382. R. Emestus Cothman (II B.). ti , 121 L 

91. Quirinus von Kranckebehr Frisius, Septbr. — Lies Kanckebeer 
(bei Nesse). — Immatr. an mehreren Universitaten ; — Ostfr. 
Hofrichter. 



Aus dem III. Bde. der Matrikel (Rostock 1893), welcher die 
Zeit von Ostern 1611 bis Ost. 1695 umfasst, sind folgende Ost- 
friesen hier vorzufilhren : 
1611. Ost. 384. R. Guilielmus Laurenbergius (V. R.). 146 L 
17. Tobias Konringius Nordanus Frisius. Maio. 

Pastor zu Engerhafe 1615, zu Dornum 1625 (f. 1652) ; — 
aus der bekannten und bis heute bluhenden Familie Conring; 
Reersh. (1796) p. 168. 209. 

1611. Mich. 385. R. Georgius Dasenius. 62 I. 
5. Johannes Conringius Meinardi Frisius. Novbri. 

s. 384. Rect., Bruder des Tobias C. ; Pastor zu Nesse 1614, 
zu Westerakkum 1620; — Reershem. (1796) p. 202. 395. — 
War Meinhardi seiner Mutter Stammname? 
1612. Ost. 386. R. Paulus Tarnouius (II. R.). 127 L 
120. Johannes Hechlerus Oldenburgensis Frisius. Octobri. 
1612. Mich. 387. R. Johannes Affelmann. 88 I. 
17. Edzardus Stamler Frisius orientalis. Decbri. 

f als ostfr. Hof-Gerichts- Assessor 1652 ; iibei ihn : (Tjaden) 
Das Gelehrte Ost - Friesland. Zweiter Band. S. 349—59. 
Hierin ist zunachst zu berichtigen, dass Stamler nicht erst 
1618 nach Rostock kam und ferner nach dem Catal. studios. 
Scholae Marpurgensis Pars XII (1884) p. 21. 1618 am 3, Sept, 
zum Dr. jur. utr. promovirte. 



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124 

Rostock 1612. 63. Meinhardus Minckenius Friso Butiadianus. Aprili Anno 1613. 
1613. Ost. 388. R. Joachimus Schonermarck. 171 I. 

(Nr. 2. u. 3. sind Adolphus Fridericus and Johannes Fridericus 
a Nessa, fratres Rostochiensis, Sohne unsers beruhmten Lands- 
manns Haio a Nessa.) 
89. Gellius Foccius Frisius orientalis. Julio. 

Pastor zu Eggelingen. — s. Reershemius (1796) p. 418. 
143. Gerhardus Hannekenius Blexensis Frisius. Septbri. 

Pastor zu Blexen; — s. (Tjaden) Das Gel. Ost-Fr. Bd. ffl S. 19. 
(Nr. 168 u. 169 sind Fridericus und Gothofredus Nordanus, 
Rosstochiensis, Fratres, doctoris Nordani filii. Enkel des aus 
Norden gebiirtigen westfalischen Mitreformators Brixius 
Nordanus; vergl. Joh. Holtmanns, Brix. Nordanus, Dussel- 
dorf 1876.) 

1613. Mich. 389. R. Thomas Lindeman (II. R.). 70 I. 
10. Hermannus Fabricius Friso Esensis. Octobri. 

Hofcaplan, spater 2. Prediger zu Esens; — s. Reershemius 
(1796) p. 364. 373. 
1614. Ost. 390. R. Marcus Hassaeus (II. R.). 182 I. 
38. Johannes Eberhardi Geuerensis Frisius. Maio. 

1614. Mich. 391. R. Joannes Assverus (II. R.). 61 I. 

58. Theodorus Henrici Jeberensis \ M . 

59. Casparus Toebing Jeverensis J 

Ob Sohn des Pastors Balthasar Tobing zu Hohenkirchen, 
Schwiegersohn des Oldenburg. General-Superint. Hamelmann? 
— s. Beitrage zur Specialgeschichte Jeverlands. (1853.) p. CXXV. 
1615. Ost. 392. R. Eilhardus Lubinus (III. R.). 164 I. 
16. Gerhard Richteringus Friso. Maio. 
19. Georgius Drentwede Frisius. Maio. 

28. Tycho Abeli Haga-Frisius. Maio. 

29. Bernhardus Hechlerus Frisius. Maio. 

121. Hermannus Wilkonis Jeminga-Frisius. Aug. 
147. Haro Schemeringus Frisius. Septbri. 
155. Thomas Eckhardus Oldenburgo-Frisius. 

Nr. 16. s. Reersh. (1796) p. 199; Prediger zu Arle; — Nr. 19. 
das. p. 326 ; Prediger zu Dplengen. — Nr. 28. das. p. 193 als 
Dyko Abeli, Prediger zu Hage; f 1624. 
1615. Mich. 393. R. Johannes Quistorpius. 115 I. 
93. Antonius Lagus Oldenburgensis Frisius, Mai 1616. 



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125 

1616. Ost. 394. R. Ernestus Cothman (III. R.). 144 I. Rostock 1616. 

89. Antonius Dietlefius a Kiphusen Frisius, Juli. 

Von Gut Kiphusen w. v. Dornum. 
129. Albertus Valkenius Jevera-Frisius, Sept. 

1617. Ost. 396. R. Joannes Bacmeisterus. 210 I. 
135. Cnristophorus Stover, Jeverensis Frisius, Juli. 
193. Cnristophorus Abeli, Frisius orientalis, Septbr. 

s. 392. Rect. — - Ob Bruder von Dyko? Unter den 4 Pre- 
digern d. N. bei Reershemius nicht genannt. 

1617. Mich. 397. R. Johannes Slekerus. 55 I. 
4. Hermannus Erasmi Frisius, Octob. 

Pastor zu Norden (f 1629); — Reershem. (1796) p. 249. 
1618. Ost. 398. R. Paulus Tarnovius (III. R.). 171 I. 

90. Hermannus Eiben Esensis Ostfrisius, Juni. 

s. 342. Rect. 
150. Johannes Lubkenius Oldenburg. Frisius, Aug. 
155. Bernhardus Hondebeke Embdanus Frisius, Septbr. 

Kommt als Canirivus in einer andern mir z. Zt. nicht zu- 
ganglichen Matrikel vor. 
161. Johannes Gloie Oldenburg. Frisius, Septbr. 

1618. Mich. 399. R. Johannes Affelman (II. R.). 87 I. 

1. Minso Stammius Jeverensis Frisius, Octbr. 

2. Johannes Stammius Jeverensis Frisius, Octbr. 

35. Eilardus Reilius Oldenburgens. Frisius; — s. 400. Rect. — 
Jan. 1619. Zusatz: Anno 1621 mense Novembri ad decennium 
relegatus. 

37. Michael Haveman Stadensis, Jan. 1619. Magister phil. 1619 
23. Mai. Recipirt Ost. 1620. 

Pastor zu Norden 1630 — 33; General - Superintendent des 
Herzogthums Bremen (f 1672); — fruchtbarer Schriftsteller ; 
zu den bei Reershemius p. 249 f. verzeichneten theils theolo- 
gischen, theils padagogischen Werken desselben sind nachzu- 
ftigen 2Schriften, die imVerzeichniss sammtl. Biicher der Grossen 
Kirche zu Emden (1836) I. Theologica sub Nr. 649 und 677 
aufgefuhrt werden. Ueber sein Verhaltniss zum luth. General- 
Superint. Michael Walther s. Bartels, Zur Geschichte des Ostfr. 
Consistoriums (1885) p. 5. 44.; — Mehr ttber ihn spSter. 

57. Henricus Twentropff Harlensis, Apr. 1609. 



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126 

Rostock 1618. 73. Hermannus Gisekenius Brunswicensis, Apr. 1619. 

Pastor zu Filsum (f 1644); — Reershem. (1796) p. 319. 
81. Gerhardus Buningius, Ed. Oldenburgensis Frisius; April 1619. 

— Lies Edewecht. — Tmmatr. 1618 zu Stettin; s. p. 49. 
Pastor zu Barstede und Osteel (f 1662) ; — Reershem. (1796) 

p. 153. 184. 

1619. Ost. 400. R. Joachimus Schonermarck (II. B.). 175 I. 
83. Petrus Agena Frisius, Juni. 

161. Joannes Becker Esensis Frisius, Octbr. 

Pastor zu Engerhafe (f 1636); — Reersh. (1796) p. 169. 

162. Henricus Essenius Witmundensis Frisius, Octbr. 

Pastor zu Burhafe 1623, zu Wittmund 1640 (f 1650); — 
Reersh. (1796) p. 408. 401. — Gleich seinen Zeitgenossen, 
den ostfr. Pastoren David Fabricius, Hermann de Werffe, Daniel 
Marcellus, Ludolf Blanke u. Erasmus Hermanni, Astrolog. 

1619 am 15. Novbr. promov. zum Mag. phil. Fridericus 
Reilius, Oldenburgensis Frisius, der mir in der Matrikel nicht 
aufstiess; — s. 399 Rect. Nr. 35. 

1619. Mich. 401. R. Thomas Lindeman (IV. R.). 46 I. 
41. Hemmerus Hinrici Nordanus Frisius, Marz 1620. 

Ein Pastor Lambertus H. Nordanus zu Bakemoor 1608 ; — 
Reersh. (1796) p. 332. 124; — Unter den vielen Predigern 
d. N. (das. p. 776. 793) keiner dieses Vornamens. 

1620. Ost. 402. R. Joannes Laur ember gius. 198 I. 
(Ohne alle Monatsangaben.) 
166. Johannes Broderi Frisius. 

Sohn des Auricher Hofpredigers Broderus Poppius; Pastor 
zu Berdum (f 1651); — Reersh. (1796) p. 416 mit dem Zusatz: 

— „ist der letzte gewesen, der hier plattdeutsch geprediget 
hat." 

1620. Mich. 403. R. Joannes Assverus (III. R.). 66 I. 
65. Joannes Hulseman Esena-Frisius, Apr. 1621. — Spaterer Zusatz : 

Nunc professor theologiae in academiae Wittebergensi ; — 
wieder spater: nunc Lipsiensi. — Immatr. Helmstedt Ostern 
1620; Marburg Ost. 1628; hier wurde er auf Befehl und 
Kosten des Grafen Ulrich's II. zum Licentiatus thefol., 
in Wittenberg gleicherweise zum Doctor theol. creirt. — 
Geb. 1602 d. 26. Novbr. zu Esens als Sohn des dortigen 



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Oberpredigers Hinrich H., ging er durch die Schulen zu Rostock 1620. 

Norden, Stade und Hannover iiber zum Studium in Helmstedt, 

Rostock, Wittenberg, Leipzig und Marburg, um sodann in 

immer glanzenderer Laufbahn vom Professor zu Wittenberg 

iiber Dresden als Ober-Hofprediger nach Leipzig zum General- 

Superintendenten des Kurfurstenthums Sachsen aufzusteigen. 

Er war neben Abraham Calovius der Hauptverfechter des 

Orthodoxismus, jedoch auch freien Denkens und Verhaltens 

nicht unfahig, wie sein Breviarium der Theol. (1655) beweist. 

Die Mitwelt ehrte ihn durch den Nachsatz unter seinem 

Epitaphium: Theologorum sui Seculi princeps! — Reershem. 

(1796) p. 366. 249; (Tjaden) Das Gel. Ost-Fr. II. p. 375 «.; 

— Allgem. Dtsch. Biogr. 

1621. Ost. 404. B. ^E^^Ji Ubinus (IV .R+f m f 

Joannes Bacmeisterus (II. B.J. 
4. Fridericus Coesfelt Jevera-Friso, April. 

1622. Ost. 406. R. Ernestus Cothman (IV. R.). 91 I. 
73. Nicolaus Uden Embdanus Frisius, Septbr. 
1622. Mich. 407. R. Thomas Lindemannus (V. R.). 183 I. 
60. Balthasar Dedingius Frisius, Marz 1623. 

1623. Ost. 408. R. Joannes Bacmeister (III. R.). 271 L 
(69. Jodocus Wetter Osnaburgensis, Juni. 

Einer der gehasstetsten rittbergischen Kanzler des Har- 
lingerlandes, dessen Tod zu einer Volkssage Anlass gab, die 
Ulr. von Werdum in Series Famil. Werdumanae usque ad ann. 
1667 (Mspt.) p. 188 (des Orig.) mitteilt 1 ). — Aus dem Volks- 



') Et Cancellarii quidem huius acerbitas nomen ipsius etiam post mor- 
tem in commune tarn exosum reddidit, nt vana populi credulitas, ex vulga- 
tissimo tunc rumore, hand dubio sibi persuaserit, eodem die, quo Wetterus 
Esenae decessit, navigio cuidam, ex Norwegia hanc oram repetenti, prope In- 
sulaa Harlingicas, obviam venisse navem aliam, velis et reliquo instrnmento, 
atque ipsis etiam nautis, pice magis atris horrendam : et stygios hos naviculatores, 
pro more interrogatos unde quo quare iter facerent, tremendo murmure res- 
pondisse, Cancellarii Esensis iam primum defuncti animam ad celebrem Islan- 
diae montem, Heclam, se devehere ; quo loco cum glacies rupibus illisa et 
flammae per hiantes cautium rimas ex cavernis sulpbureis passim eluctantes 
perpetuo stridore ac mugitu praeternavigantium aures feriant ; delirum vulgus 
per totam hanc plagam borealem fide satis certa quondam credidit, sortile- 
gorum aliorumque maleficorum animas per earn montem velut atri Ditis ia- 
nuam ad inferos descendere et statim in aditu miserrimis tormentis excruciatas, 
huiusmodi eiulatus et laments in omnem maris viciniam effundere. 



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Maio 



128 

Rostock 1623. munde reproducirt v. Fr. Arends in sr. Erdbeschreibung des 

Ftirstenth. Ostfr. und des Harlingerl. (1824) p. 441, und von 
mir zu Nordwerdum 1862 aufgezeichnet und publicirt in 
(meinem) Ostfriesischen Jahrbuch I. 2. (1870) p. Ig8.) 
1624. Ost. 410. R. Paulus Tarnovius (IV R.). 114 I. 
51. Antonius Guntherus Backhusius, Jevera-Frisius, Juni. 

Mag. phil. 1628. Diakon zu Jever 1630, Pastor zu Wiippels 
(f 1645); — Beitr. zur Spec.-Gesch. Jeverlands (1853) p. XIV. 
54. Henricus Cramerus Oldenburg. Frisius, Juni. 
74. Johannes Schroder Butiada-Frisius, Juni. 
(Johannes Friedrich Fiirsen Hamburgensis;Lieent. jur. zu Hamburg. 
Der etwas eigentumliche Sachwalter und Testamentsvoll- 
strecker der Prinzessin Juliana Luise von Ostfriesland, wahr- 
scheinlich verehelichten Pastorin Morgenstern; — Herquet. 
Miscellen (1883) p. 12 ff.) 
1625. Ost. 412. R. Joachimus Schonermarck (III. R.). 205 I. 
(1. Haio a Nessa Rostochiensis 

2. Christophorus Enno a Nessa Suerinensis 

3. Fridericus a Nessa Suerinensis fratres, doctores 
Haionis a Nessa filii. s. 388. Rect.) 

39. Gerhardus Fockenius Jevera-Frisius, Junio. 
150. Simon Mummaeus de Lage Friso orientalis Wittmundanus, Julio. 
Lies Mammaeus; — Aus einer der wenigen unter uns be- 
findlich gewesenen adligen Pastorenfamilien (de Lage, Potinius, 
a Voss, von Steinecker etc.), die fast nur eingewandert waren. 
— 8. 431. Rect. — ; Pastor zu Petkum 1627, zu Reepsholt 
1629, zu Vechta 1632, exilirt 1638 von den Kaiserlichen, 
wieder angestellt zu Sillenstede, (f 1642). Seine Sonne er- 
reichten in Sachsen- Weimar hohe Amter; — Reershem. (1796) 
p. 294. 350; — (Tjaden) Das Gel. Ost-Fr. Ill (1790) p. 170 ff.; 
fehlt in den Beitr. zur Specialgesch. Jeverl. (1853). 
1625. Mich. 413. R. Thomas Lindeman (VI. R.). 74 I. 
41. Gerhardus Hoppius Oldenburgo-Frisius, Febr. 1626. 
1626. Ost. 414. R. Joannes Bacmeisterus (IV. R.). 256 I. 
192. Joannes Bladthofius Oldenburgo-Frisius, Aug. 
202. Joannes Humelius Oldenburgo-Frisius, Aug. 
209. Meinhardus Butingius Esensis Frisius, Aug. 

Bei Reershem. (1796) p. 771 unter 4 Predigern d. N. nicht 
zu finden. 



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129 

229. Joannes Vollerus Verona-Prisius, Septbr. Rostock 1626. 

Dies Verona aufzulosen ist mir nicht gelnngen; vielleicht 
Werum, Werdum, mundartlich Weerm. 

1626. Mich. 415. R. Joannes Assverus (IV. R.). 58 I. 
49. Garleef Luiders Aurica-Frisius, April. 

1627. Ost. 416. R. Johannes Cothman. 133 I. 
29. Jodocus Bernhardus Glaneus Jeverensis Frisius. Maio. 

74. Anthon-Gunther Balich Oldenburgo-Frisius, Junio. 

75. Johannes Balichius Oldenburgo-Frisius, Junio. 

78. Ludovicus Backhusius Jevera-Frisius, Junio. s. 437. R. 

Nachdem der Kriegswirren halber die Intitulationen von 
1627 Mich, an auf 23 und in den folgenden Semestern auf 
37, 20, 85, 51, 79, 17 (1630 Mich.), 58 u. 45 gesunken 
waren, hob sich der Besuch bei der inzwischen mit Gustav 
Adolfs Eingreifen eingetretenen Sicherung Norddeutschlands im 
Sommer-Semester 1632 auf 292, im Sommer-Sem. 1633 sogar 
auf 303 Inscriptionen, ein Beweis, dass bei der Verodung mittel- 
und siiddeutscher Universitaten der Bildungstrieb die Jiinglinge 
das nunmehr gesicherte Bollwerk an der Ostsee aufsuchen 
liess, um den unterbrochenen Studiengang wieder aufzunehmen. 

1633. Ost. 428. R. Johannes Cothman (II. R.). 303 I. 
231. Engelbertus Hoierus Hervordensis Westphalus, Juli. 

1638 Pastor zu Cappeln in Holstein, 1644 zu Norden 
(f 1692); — Verfasser der bekannten Apologia Nordana von 
1674; Reershem. (1796) p. 232. — s. p. 137 die Berichtigg. 
252. Mgr. Eilhardus Menekenius Oldenb. Frisius, Aug. 
260. Christianus Lahusius Oldenb. Frisius, Aug. 
275. Gerhardus Ligarius Nordensis Frisius, Septb. 

Immatr. zu Hamburg am Akad. Gymnasium 13. Juni 1621 ; — 
s. Sillem, Die Matrikel des Akad. Gymn. in Hamburg 1613-1883. 
(1891). — Er war von dreien der zweite Sohn des Pastors 
Mag. Reimer Lig. zu Norden, studirte die Rechte und promo- 
virte zum Dr. jur. utr. Er wohnte zu Norden und iibte dort 
unt. and. das Amt eines Teelachters von 1637 bis 1645 aus, 
wo er abgesetzt wurde; — s. Wenckebach, Ius Theelachticum 
redivivum. (1759) p. 183. — Er starb als ostfr. Hofgerichts- 
assessor 1653 d. 24. Mai ; — s. Sammelband der Norder Stadt- 
bibliothek Nr. 884 in folio (Mspt.): Nr. LII. 

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130 

Rostock 1633. 1633. Mich. 429. R. Stephanus Clotz. 121 I. 

28. Johannes Lantzius Oldenburgo-Frisius, Decbr. 
103. Antonius Hoting Friso, Mai 1634. 

In der jurist. Facultat graduirte unter dreien Eberhard 
Schnell, Fris. orient., von dem es wie von den andern heisst, 
dass von ihnen „in matricula fiberall nichts vorkomme" und 
dass man sehe, die betreff. Dekane hatten „das Einschreiben 
wohl uberall nicht viel geachtet. 14 — s. 400. Rect. 

Dieser nicht immatr. Dr. jar. utr. war spater Amtsverwalter 
zu Norden und der Vater des Norder latein. Rectors J. U. 
Dr. Lorenz Schnell ; — s. Babucke, Gesch. der Dlrichsschule in 
Norden. (1877.) p. 149. — Reershem. (1796) p. 441. 
1634. Ost. 430. R. Henricus Schuchman. 232 I. 
186. Martinus Nesselius Weiskircha-Moravus, Septbr. 

Erster Rector der restaurirten Lateinschule (Ulrichsschule) 
zu Aurich; — s. Funck. Ost-Fries. Chronick. VI. (1786) p. 102. 
112. 115 ff. ; — Reershem. (1796) p. 448 ; — eingehend handelt 
iiber ihn die Festschrift zu der 250jahr. Stiftungsfeier des 
Konigl. Gymnasiums zu Aurich am 17. Sept. 1896. Vom Gym- 
nasialdirektor, Professor Dr. M. Heynacher. (1896) p. 97—134. 
195. Antonius Mollerus Frisius, Septbr. 

1634. Mich. 431. R. Nicolaus Schutze. 46 I. 
9. Samuel Voss, nobilis Megapolitanus, Novbr. 

Dr. theol., Consistorialrath und Hofprediger in Ostfriesland 
von 1659 bis 1670; — s. Reershem. (1796) p. 55 ff. — s. 412. 
Rect. Nr. 150. 
1636. Mich. 435. R. Johannes Quistorpms (VII. R.). 82 I. 
10. Dodo Juchter Oldenburgo-Frisius, Novbr. 

1637. Ost. 436. R. Henricus Rahne. 253 1. 
116. Johannes Schomerus Osnabrugensis, Juni. 

Pastor zu Strakholt (1643—85); — s. Reershem. (1796) 
p. 127. — Stammvater des unter uns weitverbreiteten und 
bluhenden Geschlechts gl. Nam. 
169. Johannes Ernestus Vogler von Osteel, Juni. 

Mit verbliiffender Wendung wird in der vdllig in lateinischer 
Sprache niedergeschriebenen Matrikel der junge Mann als 
Ausnahme unter Zehntausenden vorgestellt. 
244. Joachimus Rachelius Holsatus, Octbr. 

Der beruhmte Satiriker ; — Rector zu Norden 1660 — 67. — 



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131 

s. Reershem. (1796) p. 439. — Babucke. Gesch. der Ulrichs- Rostock 1637. 
schule in Norden (1877) p. 148. 

1637. Mich. 437. R. Johannes Kleirischmidt. 48 I 
38. Gerhardus Bachaus Jeverensis, Apr. 1638. s. 416. R. 

1638. Ost. 438. R. Henricus Rahne (II R.). 57 I. 
11. Georgius Uphovius Emda-Frisius, Mai. 

Pastor zu Ochtelbur 1648—69; — Reersh. (1796) p. 145. 
109. 
16. Antonius Guntherus Godtfridi Jevera-Frisius, Juni. 
21. Casparus Alteneich Nordensis, Fris. orient., Juni. 

Jurist. 
26. Wolfgangus a Speulda Aurica-Frisius, Juli. 

Jurist. 
33. Henricus Sturenburgk Aurica-Frisius, Juli. 

Prom. 21. Mai 1644 zum Dr. jur. utr., wobei er de ordine 
iudicii verteidigte. 

1638. Mich. 439. R. Joannes Huswedelius (II R.). 28 I. 
1. Erasmus Foltenius Oldenburgo-Frisius, Novbr. 

Dr. Hofmeister notirt, vom S.-Sem. 1638 bis zum W.-S 
1639 — 40 seien keine Namen Promovirter eingetragen, und 
mutmasst die Ursache in der iiberaus heftigen Pest, die in 
der von Flfichtigen uberfullten Stadt wiitete, und der dadurch 
hervorgerufenen Verwirrung. 

1639. Ost. 440. R. Johannes Cothmannus (III R.). HI I. 

25. Johannes Wilken, Norda-Frisius, Juni. 

26. Nicolaus Elstorpius, Norda-Frisius, Juni. 

56. Elhardus Edonius, Jheuera-Frisius, August. 

57. Johannes Wardenburg, Oldenburgo-Frisius, Aug. 

58. Henricus Kerker, Jheuera-Frisius, Aug. 

65. Johannes Rudolphus Gryphiander, Oldenburgensis Frisius, Aug. 

Der bekannte Oldenb. Rath und Schriftsteller. 
110. Johannes Ketwich, Frisius orient., Octbr. 

Pastor zu Barstede (f 1682) ; — s. Reersh. (1796) p. 154. 
Aus der alten bis kurzlich bluhenden Predigerfamilie gl. N., die 
namentlich in Amdorf, Barstede und Bakemoor vertreten war. 
1640. Mich. 443. R. Nicolaus Schiitze (III. R.). 155 I. 
62. Anthonius Gunther Vmmius Oldenburgens., Mai. 
65. Johannes Grimmius, Oldenburgo-Frisius, Mai. 



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132 

Rostov 1641. mi . Qst. 444. R. Johannes Cothman (IV. R.). 72 I. 

1Q. Tjarcho Gathena, Frisius orientalis, Juli. 

Jurist. — s. 465. Rect. 
47. Theodoras flenrici, Frisius orientalis, Aug. 

Pastor zu Asel (f 1665); — s. Reershem. (1796) p. 420. 

1641. Mich. 445. R. Johannes Quistorpius (IX. R.). 66 I. 
53. Remtetus Gerdes Norda-Frisius, April 1642. 

1642. Ost. 446. R. Heinricus Schuckman (III. R.). 191 I. 
1. Gerhardus Brawe Frisius, April. 

Conrector zu Aurich ; Pastor zu Norden (f 1683) ; — s. Reers- 
heraius (1796) p. 451. 261. 251. 
10. Engelbertus Ketler, Frisius orient., Mai. 

Prom, zum Dr. jur. 7. Oct. 1643; disp. uber das Thema: 
ad synopsin iuris feudalis. — Immatr. zu Marburg ; 1652 Amt- 
mann und Rentmeister zu Norden (f 1676); — s. (Tjaden) 
G. O-Fr. III. (1790) p. 36 ff. 
47. Otto Hilmericus Bierhusius, Esena-Frisius, Juni. 

Pastor zu Esens (f 1696); — s. Reersh. (1796) p. 367. Ein 
Enkel gl. N. das. p. 146. 154. 

79. Johannes Wolkenius, Witmundensis Frisius, Juni. 

Pastor zu Middels 1644; zu Wittmund (f 1678); — s. Reersh. 
(1796) p. 109. 401. 

80. Johannes Olscerus, lheveranus Frisius, Juni. 
102. Haio Ewenius Esens-Frisius orient., Juni. 
161. Johannes Dam Norda-Frisius, August. 

s. Reersh. (1796) p. 203. 416. — Die Familie bliiht noch 
heute in Norden. 
177. Lucas Bernhardi Valckenreich, Frisius orient., Octbr. 

Pastor zu Funnix (bis 1665, Abgang vor der Remotion); 
— s. Reersh. (1796) p. 412. 

1642. Mich. 447. R. Joachimus SchnobeUus. 58 L 
14. Henri cus Fischbeck Dorumo-Frisius, Decbr. 

Amtmann am Dornumer Patrimonial-Gericht 1660 ; — s. in 
Dorn. Acten; — wahrscheinlich vom Harlinger Evangelisten 
des Namens abstammend. 
57. Gerhardus a Clooster eques Friso, Mai 1643. 

Gleich Nr. 14 aus Dornum stammend, Sohn des danischen 
Kammerherrn, Drosten zu Berum, Hero Mauritz v. CI. ; — geb. 



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133 

1625, f 1678; — Jahrb. VIII. 1. p. 59: — v. Wicht, Geneal. Rostock 1642. 
Witm.-Friedeb.-Dornumannor. 

1643. Ost. 448. R. —-. ^-v TTT P x 159 I. 

Henncits Bahne (III. R.). 

18. Wichmannus Warneri, Jevera-Frisius, Mai. 

106. Johannes Henricus Hannekenius, Oldenburg.-Fris. Aug. 

1643. Mich. 449. R. Joachim Stockman (III. R.). 49 I. 
14. Adolph Enno Liibberti Aurico-Frisius (Monat fehlt). 

22. Johannes Brawe Frisius (desgl.). 

Pastor zu Victorbur 1649, zu Arle 1653 (f 1690); — 
Reersh. (1796) p. 165. 199. — Ein Glied der weitverzweigten 
altera ostfr. Pastorenfamilie d. Nam., nun in der Manneslinie 
erloschen. 
29. Christophorus Uphovius Emdensis Frisius (desgl.) 

Pastor zu Middels, 1651 removirt. — s. 438. Rect. Nr. 11 ; 
Bruder desselben ; — s. Reersh. (1796) p. 109. 

1644. Mich. 450. R. Johannes Cothman (V. JR.). 125 I. 

66. Thaddaeus Theodorici Oldenburgo-Frisius, Juni. 

67. Bernhardus Tollener Oldenb.-Frisius, Juni. 

Prom, zum Mag. phil. 1646, zum Dr. phil. 1647. 
1644. Mich. 451. R. Johannes Quistorp (X. JR.). 55 I. 

38. Edo Hanneken Frisius, April. 

39. Georgius Andreas Queccius Frisius, April; ob Eveccius? 

40. Johannes Silkenstede, Frisius, April. 

41. Anthonius Gunther Vaselius, April. 

Vier Oldenburger Friesen. 

1645. Ost. 452. R. Hemricus Schuckman (IV. JR.). 176 I.\ 

140. Wilhelmus Rugeroh Jevera-Frisius, Juli. 

141. Fridericus Franck Jevera-Frisius, Juli. 
157. Wilhelmus Henkenius Frisius, Aug. 

Drei Oldenburger. 

1646. Mich. 455. R. Joachim Lutkeman. 91 L 
59. Gerhardus Meier Aurica-Frisius, April. 

Keiner der 28 bei Reershem. vorgefuhrten Prediger d. N. 
85. Petrus Acest: Frano, Jevera-Frisius, Mai. 

Ob Franc? fragt Dr. Hofmeister. 
1647. Mich. 457. R. Johannes Quistorpius (XI. JR.). 72 L 
45. Herbardus Mulenius Frisius, Marz. 



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134 

Rostock 1648. 1648. Ost. 458. R. Henricus Rahne (V. JR.). 193 I. 

3. Edo Plagge Witmundensis, Frisius orient., April. 

Pastor zu Burhafe b. Esens 1650 (f 1683) ; — s. Reersh. (1796) 
p. 408. — Das erste mir in Matrikeln begegnende, studirende 
Glied der verbreiteten, in diesem Jahrhundert mehrfach dem 
Pharmaceutenstande angehorenden Familie d. Nam., ursprung- 
lich Landwirte. 
117. Diedericus Petri Oldenburgo-Frisius, Juni. 
159. Henricus Becker Oldenburgo-Frisius, Aug. 

1648. Mich. 459. R. Joachimus Schnobelius (II. R.). 77 L 
47. Antonius Gunther Hanneken, Oldenb.-Frisius, Marz. 

69. Johannes Hiittemannus Oldenb.-Frisius, April. 

70. Haio Heronis Witmundensis Frisius, April. 

1649. Ost. 460. R. Andreas Tschemingius. 146 I. 
64. Gonradus Bode Delmenhorst-Frisius, Juni. 
141. Godofredus Joannes Haien Esena-Frisius, Octbr. 

1649. Mich. 461. R. Joachim Stockman (IV. R). 82 I. 
20. Lubbertus Ailardi Witmunda-Friso orient. (Mon. fehlt.) 

Als L. Eilhardi Rector der Dlrichsschule zu Aurich; — 
s. Reersh. (1796) p. 449. 
22. Cunradus Specht Rephold-Frisius orient, (desgl.) 

Von Reepsholt ; — Sohn des Hofpredigers Enno III., spatern 
Oberpfarrers zu Reepsholt (Reersh. p. 44. 349.) ; Pastor zu Leer- 
hafe 1663 ; s. Reersh. (1796) p. 361. — Die Nachkommen Lehrer. 

1650. Ost. i62. E. Johannes Cothman^ f m f 

Hermannus Schuckman (II. JR.). 
1. Melchior Evers Jevera^Frisius, April; Sohn eines Orgelbauers. 

24. Bernhardus Blancke Aurica-Frisius, Mai. 

25. Ludgerus Wigger Bernensis Frisius, Mai. 

30. Albertus Vollerus Bernensis Frisius, Mai. 

31. Nicolaus Haien Bernensis Frisius, Mai. 
35. Egbertus Henrici Bergman Frisius, Mai. 

134. Anton-Gunther Fritzius Frisius, Juli. 

1650. Mich. 463. R. Caspcvrus Mauritius. 70 I. 
44. Johannes Vietor Stickhusa-Frisius, Marz 1651. 

Pastor zu Middels 1651, zu Marienhafe 1657 (f 1666); — 
s. Reersh. (1796) p. 109. 178. 
68. Warnerus Relefs Jevera-Frisius, April 1651. 



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135 

1651. Mich. 465. R. NicoUus Schutze (IV JR.). 66 I. Rostock 1651. 

1. Tiarcho Gatsena, jur. utr. Lie, Friso orient., Octbr. 
s. 444. Rect., nach seiner Prom, hierher zuriickgek. 
53. Hector Johan Adolph Friderich von Wicht, 
Norda-Frisius, April 1652. 

Geb. 1630 ; — Commissarius in matrimonialibus ; — s. von 
Wicht in Tab. Wichtemannor. 

1652. Ost. 466. R. Augustus Varenius. 189 I. 

5. Lambertus Gerdes Holla-Frisius, Mai. 

Pastor zuHage 1666 (f 1688); — s. Reersh. (1796) p. 194. 
Er lasst ihn von Arle stammen, was hiernach mit Hollen bei 
Stickhausen oder Hfillen bei Aurich berichtigt werden muss. 

6. Nicolaus Barthius Oltdorp-Frisius, Mai. 

Schulmeister zu Hage bis 1671, Pastor zu Holtdorf (jetzt 
Holtrop) bei Aurich, woher er stammte (f 1689); — s. Reersh. 
(1796) p. 122. 
115. Johan Tormin, Frisius, Juni. 

1652. Mich. 467. R. Johannes Corfinius. 68 I. 
1. Ummius Hersenius Butjada-Frisius, Novbr. ; s. 268-9. R. 
48. Alko Henrici Haga-Frisius, Marz 1653. 
68. Georgius Bolenius Norda-Frisius, Mai 53. 
1653. Ost. 468. R. Hermannus Schuckman (HI. R.). 142 I. 
16. Hillardus Holen Frisius orientals, Mai. 
111. Bernhardus Pulvermacher Jevera-Frisius, August. 

1658. Mich. 469. R. Johannes Quistorp (XII. R.). 69 I. 
30. Matthias Hiltebrandt Esena-Frisius, Febr. 1654. 
43. Ernestus Friedlieb Oldenburgo-Frisius, Marz 54. 
53. Heitzonius Gathena Norda-Frisius, April 54. 

s. 465. Rect. Nr. 1. 
59. Luderus Hawerken Oldenb.-Frisius, April 54. 

1654. Mich. 471. R. Hermannus Lembke. 180 I. 
101. Alardus Butienter Oldenb.-Frisius, Mai 55. 
138. Anthon Gunther Hartken Oldenb.-Frisius, Juni 55. 

1656. Ost. 474. R. Johannes Georgius DorscJmts. 165 I. 
10. Antonius Gunther Oldenburgo-Frisius, Mai. 
37. Gerhardus Koch Jeverensis, Juni. 
155. Matthias Tiling Jevera-Frisius, Septbr. 

1657. Ost. 476. R. Henricus Rahne (VII. R.). 155 I. 
12. Gerlacus Siassius Butiada-Frisius, Mai. 



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136 

Rostock 1658. 1658. Ost. 478. R. Caspar March. 144 I. 

16. Anthon Giinther Knaut Oldenb.-Frisius, Mai. 
30. Hermannus Koch Gevera-Frisius, Juni. 
140. Dlricus Sandhorst Aurica-Frisius, October. 

Pastor zu Ochtersum 1663 (f 1670); — s. Reersh. (1796) 
p. 388. 

1658. Mich. 479. R. Michael Cobabus. 45 I. 
1. Eimerus Wierichs Oldenburgo-Frisius, Novbr. 

1659. Ost. 480. R. Johannes Georgius Dorscheus (II. R.). 131 I 
77. Hugo Muntzbruch Frisius, Juni. 

s. Reershem. (1796) p. 204. 201. 302; — Sohn eines der 
beiden Pastoren gl. Nam. 

1660. Ost. 482. R. Albertus Willebrandt. 50 I 
7. Godefridus Becker Esensis Frisius, Juni. 
1662. Ost. 486. R. Augustus Varenius (III. R.). 56 I 
23. Johannes Georgius Dam Frisius orient., Mai. 

Pastor zu Nesse 1667, zu Berdum 1669 (f 1674); — 
s. Reersh. (1796) p. 203. 

1662. Mich. 487. R. Johannes Quistorpius iun. (III. R.). 41 1. 
5. Hero Hersenius Oldenburgensis, Ende 1662. 

s. 467. Rect. Nr. 1. 
41. Gerhardus Puthoff Oldenburg. Frisius, Anfang 63. 

1665. Ost. 492. R. Augustus Varenius (IV. R.). 88 I. 

53. Warnerus Haitess Norda-Frisius, Juni. 

54. Johannes Ludovicus Gisenius Friso orient., Juni. 

1666. Mich. 495. R. Hermannus LembJce (III. R.). 33 I. 
12. Mag. Casparus Havermann Jevera-Frisius, Jan. 67. 

1670. Ost 502. R. Albertus Willebrandus (III. R.). 42 I. 
32. Mag. Albertus Arens Aurica-Frisius, propter gradum non 

juravit. Juli. 

1671. Ost. 504. R. Joannes Bacmeisterus (III. R.). 122 I. 
66. Christophorus Becker Esena-Frisius, Juli. 

1672. Ost. 506. R. Augustus Varenius (VI. R.). 87 I. 
58. Ledebertus Reershemius Esena-Ostfrisius, Aug. 

1672. Mich. 507. R. Michael Cobabus (II. R.). 110 I. 
64. Johannes Wolken Aurica-Frisius, April 73. 

Pastor zu Thunum 1679, zu Burhafe 1695; — s. Reersh. 
(1796) p. 379. 408. 



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137 

1673. Ost. 508. R. Henricus Rud. Redeker (III. R.). 49 I. Rostock 1673. 
17. Henricus Eberhardus Hoier Norda-Frisius, Sept. 

s. Reershem. (1796) p. 232. 251.; — ein Sohn eines dieser 
beideii Norder Pastoren. 
35. Antonius Heinricus Lowenstein, Detera-Fris., Octbr. 

Pastor zu Detern 1678; — s. Reersh. (1796) p, 316. 
1674. Ost. 510. R. Franciscus Wolfius. 101 I. 
65. Johannes Volrad Mehl Norda-Frisius, Juli. 

Die Vornamen finden sich haufig in den Familien Kettler 
und Siltmann zu Norden; dagegen ist mir der Stammname 
unter tausenden von Norder Namen nicht vorgekommen. 
1677. Ost. 516. R. Joannes Bacmeisterus (IV. R.). 39 I. 
30. Helmericus Ortgiese Friso orient., Mai. 

Pastor zu Etzel 1677 (fl720); — s. Reersh. (1796) p. 356. 
1681. Ost. 524. R. August Varenius (VIII. R.). 93 I. 
16. Henricus Borchers Jevera-Frisius, Mai. 
44. Thomas Jansen Aurica-Frisius, Juni. 

48. Leonhardus Solten Haga-Frisius, Juli. 

49. Henricus Wolken Witmund-Frisius, Juli. 

Pastor zu Engerhafe 1688 (f 1712) ; — s. Reersh. (1796) p. 171. 

50. Henricus Christianus Diiker Esena-Frisius, Juli. 

Pastor zu Spiekeroog vor 1688, zu Middels bis 1693, zu 
Dunum bis 1710; — s. Reersh. (1796) p. 396. 110. 386. 
1685. Mich. 533. R. Georgius Radovius (VI. R.). 33 I 
8. Johannes Andreas Witter Jevera-Frisius, Novbr. 

1687. Ost. u. Mich. 536. u. 537. R. Justus Schomerus 
(I. II. R.). 81 I. 
46. Melchior Diterich de Degingk Jevera-Fris., Octbr. 

1694. Ost. 550. R. Johannes Joach. Schqpffer. 85 1. 
12. Johann Heinrich Becker Esena-Ostfrisius, April 30. 

Berichtig.: p. 60. Nr. 61 lies s. v. Norden; d. 62. Z. 16 v. u. lies 
1457 ; p. 63. Nr. 60 1. Rembertus. — p. 122. 364. R. Nr. 100 ist irrtiimlich 
mit dem richtig angebenen Pastor gl. N. (Sohn des erstern) auf p. 129. 415. R. 
Nr. 231 verwechselt word en. Ersterer muss ansfallen und die Notizen mussen 
auf letzteren iibertragen werden. — Nachtrag zum Jahrb. XI.: p. 136. 177. R. 
betr. : Brieflicher Mitteilung des Bibliothekars Dr. Martineau im British Museum, 
dd. London 12. Sept. 1895 zufolge endet die Joyesche Schrift auf p. LXI in verso 
lat: „M. D. XXX. IIII. (1534) at Emdon by Jacob Aurik." Es scheint dies also 
eine Anglisirung des Namens Emden zu sein und keine der regellosen Schreib- 
formen, wie sie zunachst im hier vorgefuhrten Emdonia anzusehen ist. 



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Kleinere Mitteilungen. 
i. 

I. Ober die angebliche Schlacht bei Norden in Ostfriesland, im 
Anfange des 12. Jahrhunderts. 2. Uber einen angeblichen Untergau 
des Nieder-Emsgaues. 3. Uber drei angeblich friesische Ort- 
schaften. 4. Ober den ehemaligen Guterbesitz der Kloster Pohlde 
und Eiten in friesischen Gebieten. 5. Uber die Insel Ganc und die 
villa Widmundhem. 6. Ober den Ortsnamen Kollinghorst 

Von Dr. B. Bunte, Oberlehrer a. D. in Hannover. 

1. Ober die angebliche Schlacht bei Norden in Ostfriesland, 
im Anfange des 12. Jahrhunderts. — Albert Krantz (Saxonia, 
Francofurti 1580 S. 115) berichtet, dass Heinrich der Dicke, der 
Sohn des Baiernherzogs Otto, um das Jahr 1100 in Friesland mit 
vielen andern erschlagen sei. Derselbe habe namlich den Versuch 
gemacht, das unbandige Yolk daselbst zum Gehorsam zu bringen, 
aber seine Reiter hatten in dem sumpfigen Lande nicht die Ober- 
hand gewinnen konnen. Dieser Yorfall aber soil sich, wie nebenbei, 
zum Jahre 1106 (vergl. S. 122), bemerkt wird, in Norden (in Norde 
Phrisiae) zugetragen haben. Im Vertrauen auf die Richtigkeit dieser 
Angabe, haben alle friesischen Geschichtschreiber, von Eggerik Be- 
ninga an (Chronyk van Oostfriesland, herausg. von Harkenroht, 
Emden 1723 S. 98) bis auf unsere Zeit, die Nachricht gebracht von 
der Schlacht bei Norden, und Ubbo Emmius (Rer. Fris. hist., Lugd. 
Bat. 1616 p. 101), sowie Hamelmann (Oldenburgisch Chronicon, 
Oldenburg 1599 S. 49) geben sogar Mitteilungen uber den Verlauf 
derselben. Die beiden letzteren stimmen auch darin iiberein, dass 
der Sachsenfur8t die Absicht gehabt habe, das ganze friesische Ge- 
biet zwischen dem Fli und der Weser in seine Gewalt zu bringen, 
und dass er den Antang damit in dem jetzigen Ostfriesland habe 
machen wollen. Da er aber gewusst habe, dass dies ein schwie- 



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139 

riges Dnternehmen sei, so habe er den Grafen Priedrich von Olden- 
burg, sowie dessen Verwandten, den Grafen Elimar (Eilmar), zur 
Teilnahme an diesem Feldzuge beredet und sei dann mit diesen 
Kampfgenossen und einem grossen Heere durch das oldenburgische 
Gebiet in Ostfriesland eingeriickt. Hier aber hatten die Sachsen 
in der Nahe von Norden, wo sie ein Lager errichtet hatten, eine 
gewaltige Niederlage erlitten, und ihr Anffihrer sei mit vielen ange- 
sehenen Mannern erschlagen. Emmius meint auch, dass der Graf 
Heinrich eigentlich gar keine Anspruche auf Friesland gehabt habe, 
und stellt nebenbei die unglaubliche Behauptung auf, dass Norden 
damals die angesehenste Stadt (oppidum splendidissimum) zwischen 
der Ems und der Weser gewesen sei. Auch irrt er in der Angabe, 
dass Gertrud, die Gemahlin Heinrichs von Nordheim, sich spater 
mit dem Kaiser Lothar vermahlt habe, wahrend dieser vielmehr 
ihre Tochter Richenza (Rixa) zur Gattin hatte. Viel kiirzer als bei 
Emmius lautet die Mitteilung hieruber bei Wiarda (Ostfr. Gesch. 
Bd. I. S. 155). Diesem Forscher erschienen auch bereits einige 
Angaben des Emmius und anderer Schriftsteller bedenklich, doch 
meint er, man musse den Grund und Ungrund hiervon auf sich be- 
ruhen lassen. 

In betreff der Ortlichkeit stimmen alle genannten Schriftsteller 
tiberein, in der Angabe der Zeit aber weichen sie von einander ab. 
Krantz setzt den Todestag Konrads, des altesten Sohnes Heinrichs IV, 
der nach den genaueren Nachrichten bei Albert von Stade u. a. im 
Jahre 1101 gestorben ist, in das Jahr 1100 und fdgt dann sogleich 
die Bemerkung hinzu: 'Eo tempore Henricus Crassus . . in Phrisia 
caeditur etc' Beninga setzt die angebliche Schlacht in das Jahr 
1107, Emmius dagegen, dem Schotanus (De geschiedenissen van 
Friesland, Franeker 1658), Wiarda a. a. 0., Onno Klopp (Ostfr. 
Gesch. I, 91) u. a. gefolgt sind, in das Jahr 1106, wahrend Hamel- 
mann zwischen den Jahren 1103 und 1106 schwankt. Nach den 
uns jetzt vorliegenden Berichten aber, unter weichen die bis zum 
Jahre 1124 reichende Weltchronik des Ekkehard von Aurach (SS. VI, 
225) und der die Zeit von 741—1139 behandelnde annalista Saxo 
(SS. VI, 738), der, wie Waitz angedeutet hat, wahrscheinlich in 
Halberstadt lebte, die wichtigsten sind, fallt zunachst die Ermordung 
des Grafen Heinrich, wie auch Prinz (Jahrb. 1883. S. 31) bemerkt 
hat, in das Jahr 1101. Eben dies bezeugen auch die kurzen Mit- 
teilungen in den ann. Hildesheimenses (SS. Ill, 107), womit die 



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140 

Bemerkung in den ann. Wirziburgenses (SS. II., 246) wortlich uber- 
einstimmt, and ebenso die Angaben in dem chron. Sampetriimm 
(Mencken, Script, rer. german. III. 205) und in dem Chronicon des 
Abtes Albert von Stade, wahrend die ann. Corbeienses (SS. Ill, 7), 
wo sich nor die korze Bemerkung findet 'Henricus comes inter- 
fectus est', mit Unrecht auf das Jahr 1100 hinweisen. Auch auf 
einem spater errichteten Grabdenkmal in Bursfelde, wo der Graf 
Heinrich ein Kloster hatte erbauen lassen, ist sein Todesjahr richtig 
angegeben (vergl. Scheidt, Orig. Guelf. Hanoverae 1753. Bd. 4. 
S. 513). 

Sodann erfahren wir aus den meisten dieser Berichte, dass dem 
Grafen Heinrich, nachdem er sich mit dem Kaiser Heinrich IV aus- 
gesohnt hatte, ein Gebiet in Friesland zur Yerwaltung uberwiesen 
war, und zwar, wie der ann. Saxo bemerkt, als ein durch eine 
Urkunde beglaubigtes beneficium, sowie ferner, dass derselbe in 
Friesland bei einem feindlichen Uberfall, aber nicht, wie man bisher 
annahm, in einer Schlacht, seinen Tod fand, wahrend seine Frau 
Gertrud, welche zugleich mit ihm dorthin gereist war und sich in 
seiner Nahe befand, nur mit Miihe entkam. Der Graf Heinrich 
wurde namlich, wie der ann. Saxo, der genaueste Berichterstatter 
in dieser Sache, bemerkt, von friesischen Bauern und Vasallen des 
Bischofs von Utrecht mit Nachstellungen bedroht, und als er dies 
merkte und nach dem Meere (d. h. nach der Zuyderzee) hin 
flfichtete, von Schiffern erstochen. Die Ortlichkeit, wo dies geschah, 
ist in den vorhin erwahnten Schriftstucken nirgends angedeutet; 
wir lernen dieselbe aber kennen aus einer bisher wenig beachteten 
Stelle, auf welche zuerst Jakel (die Grafen von Mittelfriesland, 
Gotha 1895) aufmerksam gemacht hat. In den im 12. Jahrhundert 
aufgezeichneten Annalen der St. Marienkirche in Utrecht findet sich 
namlich (SS. XV, 1302) die kurze, aber sehr wertvolle Bemerkung: 
'Heinricus Grassus, comes Fresiae, interfectus apud Nagel et sub- 
mersus in aquis, non comparuit per 7 ebdomadas', und Jakel 
S. 114 fg. hat nachgewiesen, dass Nagel (Nagela, Nagele) ein 
nicht weit von Staveren gelegener und wahrscheinlich durch Sturm- 
fluten weggerissener Wohnplatz war, der von einer gleichnamigen 
Meeresstromung in dieser Gegend den Namen erhalten hatte. 

Hiernach wurde nun der geschichtliche Yorgang etwa so 
lauten miissen: 'Heinrich der Dicke, der alteste Sohn des Grafen 
von Nordheim, begab sich mit seiner Gemahlin Gertrud, einer 



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141 

• 

Tochter des Markgrafen Egbert I., und zugleich, wie man anzu* 
nehmen berechtigt ist, mit einem grosseren Gefolge von Reitern 
und Dienern, im Jahre 1101 nach Friesland, am sich in der soge- 
nannten friesischen Mark, mit welcher er durch eine Urkunde des 
Kaisers Heinrich IV belehnt worden war, huldigen zu lassen und 
die Verwaltungsgeschafte zu ordnen, was Ekkehard mit den Worten 
,res acturus 4 anzudeuten scheint. Dort aber wurde er von Dienst- 
leuten des Bischofs Burchard (vergl. SS. XV, 1302), welcher, nach 
der Ermordung seines Vorgangers Konrad, dem Bistum Utrecht seit 
dem Jahre 1100 vorstand, sowie von friesischen Bauern mit Nach- 
stellungen bedroht, und als er das Vorhaben derselben merkte und 
sich eiligst an das Meer begab, wurde er, wahrend seine Prau der 
Gefahr entging, nicht weit von Staveren, in der Nahe des ehe- 
maligen Kirchdorfes Nagel von Schiffern erstochen und ertrankt, 
und sein Leichnam kam erst nach sieben Wochen zum Vorschein. 
Sein Tod aber erregte im deutschen Reiche allgemeine Trauer. 

Was ferner die friesischen Gebiete betrifit, welche dem Grafen 
Heinrich von Nordheim zugewiesen waren, so waren dies Landschaften, 
in welchen fruher sein Sch wager Egbert II., welcher Graf von Braun- 
schweig und seit etwa 1074 auch Markgraf von Meissen war, ebenso 
wie dessen im Jahre 1068 gestorbener Vater Egbert I, die Grafen- 
rechte ausgettbt hatte. Von Egbert II. aber wissen wir, dass er in 
der Nahe der Zuyderzee die Verwaltung gehabt hat in den Gegenden, 
welche urkundlich als comitatus quidam de Stavero, comitatus 
quidam Frisiae nomine Oostrogouwe et Westrogauwe (vergl. Heda, 
hist. Ultraiect p. 139) und comitatus quidam nomine Jslegowe (vergl. 
z. B. Eccard, geneal. Sax. p. 307) bezeichnet werden, und von der 
Thatigkeit dieser beiden Markgrafen in den Bezirken Westergo, 
Ostergo und Staveren zeugen auch noch einige in den friesischen 
Munzstatten zu Bolsward, Dokkum, Leeuwarden, Staveren, Winsum 
und Garrewer (nicht Garrelswer, wie man frfiher annahm) gepragte 
Mttnzen (vergl. Dannenberg, die Miinzen der sachsischen und fran- 
kischen Zeit, Bd. I. S. 205 fgg.). Wahrend aber Egbert L, der ein 
Sohn des Grafen Ludolf von Braunschweig und ein Vetter des 
Kaisers Heinrich IV. war, ebenso wie sein Bruder Brun (f 1057), 
stets in Treue zu dem Kaiser verharrte — er war es auch, der dem 
jungen Kaiser Heinrich IV., als dieser im Jahre 1062 in den Rhein 
sprang, das Leben gerettet hatte — , stand sein Sohn Egbert H. 
mehrfach auf der Seite seiner Feinde und hegte sogar die Hofinungt 



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142 

die Konigskrone fur sich zu gewinnen. Daher wurde ihm durch 
eine Urkunde von 1077 zunachst das Gebiet von Staveren entzogen 
und dem Bischof von Utrecht ubertragen, und im Jahre 1086 verlor 
er auch die ubrigen Komitate. Nachdem er sich aber bald nach 
dem Treffen bei Bleichfeld, welches im August desselben Jahres 
stattfand, dem Kaiser wieder unterworfen hatte, erhielt er die frie- 
sischen Landschaften Westergo und Ostergo zwar zuriick, wurde 
aber bald nachher, im Jahre 1089, aller seiner Besitzungen ver- 
lustig erklart und im Juli 1090 von Anhangern des Kaisers ermordet, 
und zwar, wie in dem chron. Sampetrinum gemeldet wird, in einer 
Mfthle an der Selke (Selicha), aber nicht, wie Hamelmann und andere 
annehmen, in der Mfihle zu Eisenbiittel, in der Nahe von Braun- 
schweig. Mit ihm erlosch im Mannesstamme das altere Geschlecht 
der Grafen von Braunschweig ; seine Guter aber erbte seine Schwester 
Gertrud, welche sich einige Jahre vorher, wahrscheinlich schon im 
Jahre 1086, nach dem Tode ihres ersten Mannes, des Grafen 
Dietrich II. von Katlenburg (f 1085), mit dem Grafen Heinrich von 
Nordheim verheiratet hatte. Dieser aber, der nach der Vereinigung 
der braunschweigischen Landgebiete mit seinen eigenen grossen Be- 
sitzungen der machtigste Graf in Sachsen geworden war, bot, bald 
nach dem Tode seines Schwagers, dem Kaiser, welchem er, ebenso 
wie sein Vater und seine Briider Kuno und Siegfried, langere Zeit 
hindurch feindlich gegenuber gestanden hatte, die Hand zur Ver- 
sohnung, und es gelang ihm sogar, einen Teil der Verwaltungs- 
gebiete, welche frfther sein Schwager in Besitz gehabt hatte, zu 
gewinnen. Markgraf von Meissen ist er aber nicht geworden ; diese 
Wurde erhielt vielmehr, nach dem Tode Egberts II, Heinrich I oder 
der altere von Eilenburg (lleburg, Ilburg), der Sohn des Grafen 
Dedo von der Lausitz, dessen z. B. Ekkehard von Aurach zum 
Jahre 1103 mit den Worten gedenkt: 'Heinricus marchio, vir sui 
temporis in Saxonia praepotentissimus, obiit', und von welchem wir 
wissen, dass er mit der vorhin genannten Gertrud, nach dem Tode 
ihres zweiten Mannes, ganz kurze Zeit verheiratet war. Ferner ist 
nirgends davon die Rede, dass er auch mit dem sachsischen pagus 
Isla, dessen Verwaltung bereits seit dem Jahre 1077 an den Bischof 
von Utrecht Ubertragen war, belehrt worden sei. Was ihm aber 
sicher zugewiesen war, das waren die fur den Inhaber sehr 
wertvollen friesischen Landschaften Westergo und Ostergo, oder 
die Gebiete zwischen dem Pli und der Lauwers, welche von dem 



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143 

ann. Saxo und andern als marchia Fresiae hezeichnet werden, und 
in welchen der Bischof von Utrecht ohne Dnterbrechung erst seit 
ungefahr zehn Jahren die Grafenrechte ausgeiibt hatte. Ob derselbe 
ausserdem auch mit der Landschaft Staveren belehnt wurde, mochte 
insofern fraglich sein, als dies Gebiet seit dem Jahre 1086 aus der 
Verwaltung von Mittelfriesland, zu welcher dasselbe friiher immer 
gehort haben muss, abgezweigt und dem Bischof von Utrecht unter- 
stellt gewesen war. 

Nach dem jetzigen Ostfriesland aber, welches unter der Be- 
zeichnung 'marchia Fresiae 4 zu keiner Zeit einbegriffen war, und wo 
auch Egbert I und Egbert II keine Grafenrechte ausgeiibt haben, 
ist der Graf Heinrich von Nordheim niemals gekommen, und ebenso 
wird in keinem alteren Berichte gemeldet, dass derselbe auf seiner 
Reise nach Friesland von den oben erwahnten Grafen von Oldenburg 
begleitet gewesen sei. 

2. Uber einen angeblichen Untergau des Nieder-Emsgaues. — 
Durch die von Pastor Falke sehr ungenau herausgegebenen Korveier 
Schenkungsurkunden (Codex traditionum Corbeiensium, Lipsiae 1752), 
sowie durch das registrum Sarachonis, welches sich, ebenso wie sein 
chronicon Corbeiense, als ein gefalschtes Machwerk herausgestellt 
hat (vergl. Jahrb. Bd. XI S. 416; Wilmans, Kaiserurkunden, I S. 11, 
36, 201, 225) ist in den Untersuchungen uber Gau- und Ortsnamen 
viel Unheil angerichtet worden. In betreff der Lage des an der Ems 
befindlichen Dorfes Aschendorf findet sich in dem reg. Sarach. § 607 
folgende unsinnige Angabe: 'In Emisgo in pago Laingo in villa 
Asikinthorpe odolf habet etc.* und infolge dieser Bemerkung sind 
manche (z. B. v. Leutsch, Ein Blick auf die Geschichte Hannovers, 
Leipzig 1827 S. 19; Suur, Geschichte der Hauptlinge in Ostfriesland, 
S. 10; Houtrouw, Ostfriesland am Ende der Furstenzeit, Bd. I S. 190) 
zu der irrigen Ansicht verleitet worden, dass der Laingo, wie Falke 
annahm, ein Teil des Emsgaues gewesen sei, und zwar das Ober- 
ledingerland, d. h. das auf der Ostseite der Lede oder Leda gelegene 
Landgebiet. Allein dieser Landstrich, welcher in Schriftstiicken des 
14. und 15. Jahrhunderts Oberlederalond genannt wird, hat niemals 
einen besonderen Gau oder Untergau gebildet. Zur Zeit der Gau- 
verfassung gehorte derselbe zu dem Unter-Emsgau, der in vier Teile 
zerfiel, namlich in das eigentliche Emsganalond, das Brokmonnalond, 
das Mormonnalond und das Oberlederalond, und die Bezeichnung 
Laingo kann nur fOr den Leinegau anerkannt werden. Ein Laingo 



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144 

neben dem Emsgau steht unrichtiger Weise auch auf der Dialekt- 
karte von Piper (Kettler, Zeitschr. fur wissenschaftliche Geographie, 
Lahr 1880 S. 188). — Ausser Aschendorf soil nach der Meinung 
Falkes auch Vollen (Dorf im Amte Leer), welches urkundlich zum 
Jahre 1221 Vulen genannt wird, zu dem angeblichen Laingo gehort 
haben, allein der in den trad. Corb. (Wigand § 232) erwahnte Ort 
Fuilmi in pago Laingo, den Palke irrthumlicher Weise in Ostfries- 
land und zwar in ,Vollen l entdeckt zu haben glaubte, muss in Leine- 
gau gelegen haben, und wenn derselbe noch vorhanden ware, so 
mtisste er jetzt Ftilme heissen, ahnlich wie ein Ort, der im Rb. 
Minden, in der Nahe von Eisbergen liegt und urkundlich zum Jahre 
1351 (vergl. Meinardus. Drkunden des Stiftes Hameln) auch Vulmen 
genannt wird. Die letztere Bezeichnung mochte vielleicht auf die Be- 
deutung dieses Ortsnamens hinfiihren; denn Vulmen kann gebildet 
sein aus Fulmhusen (d. h. zu dem Wohnplatze des Fulmo]. Der 
seltene Name Fulmo wird von Starke (die Kosenamen der Germanen, 
Wien 1868 S. 115) als Koseform zu Fulcomerus bezeichnet. Die 
Vermutung aber, dass der in dem Korveier Heberegister genannte 
Ort das jetzige Dorf Fulde (in der Nahe von Walsrode) sein konne, 
wie v. Wersebe (Beschreibung der Gaue zwischen Elbe, Saale u. s. w., 
S. 226) und Bottger (Diocesan- und Gaugrenzen II, 120, wo ungenau 
Fiulmi satt Fuilmi steht) annehmen, ist hiernach nicht wahrscheinlich. 

Anmerkung. Dass das vorhin erwahnte chronicon Corbeiense 
von Falke, welches Wedekind (Noten zu einigen Geschichtschreibern 
des deutschen Mittelalters, Hamburg 1821 Bd. I S. 374—399) in 
dem Glauben, dass dies ein wertvolles historisches Denkmal sei, 
nochmals hat abdrucken lassen, auf Falschung beruht, haben Hirsch 
und Waitz (Kritische Prfifung der Echtheit des chron. Corbeiense, 
Berlin 1839) hinreichend nachgewiesen. 

3. Cber drei angeblich friesische Ortschaften. — H. Bottger 
(in der eben erwahnten Schrift, Bd. II S. 334) hebt aus der Schrift von 
Meichelbeck (hist. Frisingensis, Augsburg 1734, Bd. I Abt. 2 S. 252) 
eine Stelle hervor, in welcher, bei Erwahnung eines Guteraustausches 
zwischen dem Bischof Atto von Freisingen und einem gewissen 
Rifwin, welcher zur Zeit Ludwigs des Frommen stattfand, drei Ort- 
schaften genannt werden, namlich Bouch, Aotingas und Burchrein, 
und versetzt dieselben, mit Rucksicht darauf, dass hier von einem 
pagus Westergawe die Rede ist, ohne Bedenken in den friesischen 
Westergo, wobei er bemerkt, das dieselben wahrscheinlich von dem 



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145 

Meere verschlungen seien. Dies ist jedoch ein Irrtum; denn die 
genannten Landguter, aus welchen das Kloster Preisingen bereits 
im 8. Jahrhundert Einkiinfte bezog, lagen nicht in Friesland, sondern 
in dem bairischen Westergau und sind noch jetzt erhalten. Die 
Namen dieser Ortschaften aber, welche an einer anderen Stelle bei 
Meichelbeck (Bd. I. Abt. 1 S. 106) auch Euting, Purgkrein und Puch 
genannt werden, sind so zu deuten: Aotingas (Autingas, Auting, 
Eutting, Eitting) ist das jetzige Eiting im oberbairischen AG. Erding 
(vergl. die Bemerkung bei Meichelbeck Bd. I S. 147) ; Bouch (Puoh, 
Puch) ist das jetzige Buch am Buchrain, in demselben Amtsgerichte, 
und Burchrein, welches in altester Form Purcreini lautet, ist das 
jetzige Burgrain ; vergl. Bavaria, Landes- und Volkskunde des Konig- 
reichs Bayern, Mttnchen 1860, Bd. I Abt. 2 S. 619. — In den 
Gesta episc. Preising. (SS. XTV, 316) lauten der erste und der letzte 
der eben erwahnten Ortschaften Otingan (v. Otingen) und Burgreina. 
4. Cber den ehemaligen Guterbesitz der Kloster Pohlde und 
Elten in den friesischen Gebieten. — Am Siidrande des Harzes, eine 
Stunde von Herzberg, in dem alten Gau Lisgo, liegt ein Ort, namens 
Pohlde, der in altester Form Palithi, Palide, Polithi, Polide, Poleda 
genannt wird und zu den altesten Orten in der Provinz Hannover 
gehort. Dieser Wohnplatz, wo sich ehemals eine curtis regia be- 
fand, wurde nebst Quedlinburg, Nordhausen, Grone und Duderstadt 
im Jahre 929 von Heinrich I seiner Gemahlin Mathilde als Wittum 
(iberwiesen. Diese bestimmte den dritten Teil dieser Besitzung zum 
Bau eines Klosters zu Ehren des h. Servatius, und ihr Sohn, Otto I, 
bestatigte diese Stiftung durch eine Urkunde vom Jahre 952. 
Otto II verschenkte das Kloster, welches urspriinglich zu dem Sprengel 
von Mainz gehorte, im Jahre 981 an das Erzstift von Magdeburg 
und 1534 kam dasselbe in den Besitz der Herzoge von Braunschweig 
und Liineburg. Die ersten ausfiihrlicheren Nachrichten fiber das 
Kloster hat Leuckfeldt (antiquitates Poeldenses, Wolfenbiittel 1707) 
gegeben; die annales Palidenses, welche mit dem assyrischen Konig 
Ninus beginnen und bis zum Jahre 1130 reichen, sind abgedruckt in 
den SS. XVI, 48 fgg. Besitzungen des Klosters Pohlde in Friesland wer- 
den erwahnt in der vorhin genannten, iibrigens geialschten und erst 
im 13. Jahrhundert angefertigten Urkunde Ottos I. vom Jahre 952 
(vergl. MG. hist. ed. Pertz I, 593; MG. DD. herausg. von Sickel 
Bd. I nr. 439) und in der Bestatigungsurkunde Ottos II vom Jahre 
981 (vergl. MG. hist, II, 300; MG. DD bei Sickel, Bd. II, nr. 259). 

10 



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146 

Nach dem ersteren Schiiftstucke hatte das Kloster Besitzungen in 
Wicfort, Dnewerde und Colmerhorn, nach dem anderen in Wite- 
borde, Retzwordt, Bestlau, Thunewerdt, Colleinehornon, Hilderedes, 
Ziericon. Alle diese Namen sind, mit Ausnahme von Thunewerd, 
woftir in den trad. Fuld. (vergl. Jahrb. 1895 S. 99) Tunfurt, Tunu- 
wert, Tunwerd stent, ganzlich entstellt. Jakel (Die Grafen von 
Mittelfriesland S. 66) deutet mit Recht Unewerde (Thunewerdt) 
= Tennaard, jetzt Ternaard, und Colmerhorn (Colleinehornon) = 
Kollumer Horn, und bemerkt dazu, dass diese Besitzungen Erbguter 
waren, welche Otto I von seiner Mutter, der Konigin Mathilde, einer 
Tochter des Grafen Dietrich und der friesisichen Grafin Reinhilde 
oder Reginhilde erhalten hatte. Von den iibrigen, bisher noch nicht 
nachgewiesenen Ortschaften ist Bestlau, meiner Ansicht nach, ohne 
Zweifel das jetzige Dorf Baflo, NW von Groningen (vergl. Jahrb. 
1895 S. 18 nr. 18, wo ich nachgewiesen habe, dass Bestlon in den 
trad. Fuld. verschrieben ist statt Beftlo, Beflo, Baflo). Ferner 
scheint Wicfort (Witeworde) entstellt zu sein aus Witwurt (Wit- 
werde), welches in altester Form in einem Heberegister fur das 
Kloster Werden bei Crecelius (Index bonorum etc. Heft I) Uuituurdh, 
Uuiduurd lautet und wahrscheinlich identisch ist mit Wester -Wijt- 
werd, S von Dsquert. Sodann ist Retzwordt anklingend an Riaz- 
uurd (Rizwert), vergl. Jahrb. 1895 S. 97 nr. 130, und statt 'Hilde- 
redes, Ziericon' ist wahrscheinlich zu schreiben Hilderades zirikon 
(= kiricun, kirikon, altostfr. tsiurke, ziurke) d. i. die Kirche des 
Hilderad, vergl. Henrikas kirikun (ecclesia Heinrici) bei Crecelius 
a. a. 0. S. 13. Der Name Hildirad findet sich z. B. bei Lacomblet 
Drkb. I nr. 17 zum Jahre 800. Nicht zutreffend sind die Erkla- 
rungen in De vrije Fries, Jahrgang 1880 S. 253, wo nur Thunewerdt 
richtig erklart ist. Alle hier genannten Besitzungen aber lagen, wie 
es scheint, nicht weit von einander, innerhalb der jetzigen Provinz 
Groningen. Kollumer horn lag wahrscheinlich in der Nahe von 
Kollum, SO von Dokkum. 

Die Nachrichten iiber das ehemals auf dem Eltenberge befind- 
liche und urn das Jahr 968 gestiftete Kloster und Frauleinstift Elten 
sind nur sehr diirftig und in sehr ungenauen Abschriften erhalten, 
was seinen Grund wohl hauptsachlich darin hat, dass die Abtei 
Elten im niederlandischen Kriege, im Jahre 1575, ganzlich zerstort 
wurde. Die wenigen Urkunden sind abgedruckt bei Bondam im 
Charterboek van Gelre, so wie bei Teschenmacher, annales Cliviae etc., 



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147 

Lipsiae 1721, genauer aber bei Lacomblet, Niederrhein. Urkb. Bd. I 
nr. 110, 112, 115, 127, 306. Hier werden als Besitzungen 
des Klosters verschiedene Hofe genannt, die in den jetzigen Ort- 
schaften Emmerich, Heteren, Rinderen, Renkum u. s. w. lagen. So- 
dann wird noch der Zoll von der Fischerei im Gau Salon und in 
der Yssel erwahnt, und in drei Drkunden, die hier f(ir uns haupt- 
sachlich in Betracht kommen, ist die Rede von Besitzungen in frie- 
sischen Landschaften, wortiber die Angaben so lauten: 

1. In der Drkunde nr. 112 zum Jahre 970, in welcher Otto I 
die dem Eloster von dem Grafen Wichmann geschenkten Guter be- 
statigt, wird bemerkt: ,et quaecunque in his qnatuor comitatibus, 
scilicet Heruesta, Famelga, Merime mirme, mid age praedictus comes 
Wichmannas habere videbatur'. — 2. In der Urk. Otto's HI, nr. 127 
vom Jahre 996 steht: ,Insuper in Frisonibus quicquid abbatissa in 
quatuor comitatibus, uidelicet Hunesco, Fualgo, Merme, Micheta 
tributaria munificentia avi nostri recepisset 4 . — 3. In der Dr- 
kunde Lothars von Sachsen, nr. 306 zum Jahre 1129 werden 
die vier Landschaften nach der Abschrift, welche Lacomblet 
vor sich hatte, Hunergo, Finelgo, Merma, Micheta genannt, 
wahrend die beiden ersten Namen bei Teschenmacher Hu- 
nesgo, Sudalgo fcmten. — Bottger (Dioc- und Gaugrenzen, Bd. 3 
S. 349), welcher ausserdem auch noch einen Auszug aus einer Ur- 
kunde bei Falke mitteilt, bemerkt hierzu : ,Aus diesen verstummelten 
Namen treten die vier Gaue Hunesgo, Fivelgo (st. Finelgo) Hug- 
merchi (st. Merma) und Emisga (st. Emische) hervor.' Hier sind 
die beiden ersten Namen ganz richtig gedeutet, in betrefi der beiden 
andern aber kann ich nicht beistimmen. Augenscheinlich hat sich 
Bottger hierbei durch Falke leiten lassen, der hier wieder eine 
Falschung begangen zu haben scheint. Falke (trad. Corb. p. 450) 
teilt namlich seinen Lesern mit, er hate von einem Freunde eine 
bessere Abschrift der Urkunde Ottos III erhalten und liefert nun in 
der von ihm verofientlichten Urkunde, welche angeblich aus dem 
Jahre 997 stammen soil, die Namen Hunesgo, Fivilgo, Humerche, 
Emische. Lacomblet (a. a. O. I. S. 68 Anm. 6) hat aber schon 
bemerkt, dass diese Namen wohl nur eine Anderung Falkes seien, 
denn im ubrigen sei die von Falke mitgeteilte Urkunde nicht besser 
als andere. Ofienbar hat sich nun Falke fiir den sinnlosen Namen 
Micheta, wofur er keinen Rat wusste, das ebenso sinnlose Wort 
Epaische ausgedacht, am auf diese Weise seine Vermutung, dass hier 

10* 



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148 

nor der Emsgau gemeint sein konne, annehmbar zu machen. Das 
Wort midage aber, welches in der Urkunde Ottos I vorkommt, hat 
er dabei ganz ubersehen oder auch nicht zu deuten gewusst. Dieser 
letztere Name aber ist vollkommen richtig ; denn Midage ist dieselbe 
kleine Landschaft, welche sonst Midoge und Midogsterland genannt 
wird. Hier lag z. B., 3 Stunden NW von Groningen, das beriihmte 
friesische Kloster Aduard oder Adwert (in der Volksspraohe auoh 
Auert genannt), welches in den Gesta episc. Traiect. (SS. XXIII, 
423) Aduard in regione Middage genannt wird. Dass ferner statt 
Merme (Merma — an einer Stelle steht durch fehlerhafte Wieder- 
holung merime mirme) ohne weiteres Hugmerchi zu schreiben sei, 
wie Bottger, im Vertrauen auf die Angabe Falkes, annimmt, ist 
ebenso wenig zu glauben. Gemeint ist vielmehr die in dem nord- 
lichen Teile des Hunsego befindliche kleine Landschaft, welche z. B. 
in den eben erwahnten Gesta Seite 422 Merna und sonst auch 
Marne, de Merne genannt wird. Hiernach mussten diese Namen, 
meiner Ansicht nach, so lauten: Hunesgo, Fivelgo, Merna, Midage. 
Diese vier Amtsdistrikte (comitatus) aber lagen alle unmittelbar 
neben einander, auf der Westseite der Ems, in der jetzigen Provinz 
Groningen, und in denselben iibte der Graf Wigmann (Wicmann, 
Wichmann — die alteste Form dieses Namens ist uuigmannus), wie 
es scheint, langere Zeit hindurch die Grafenrechte aus. Dieser 
Wigmannn, der Stifter des Klosters El ten, der nicht, wie dies z. B. 
von Scheidt (Orig. Guelf. Bd. 4 S. 565) geschieht, mit dem gleich- 
zeitigen Wichmann II, dem Sohne des Grafen Billing, der im Jahre 
967 in einem Gefechte gegen den polnischen Fursten Misico seinen 
Tod fand, verwechselt werden darf, war, wie Wilmans (Kaiser- 
urkunden I, 429) angedeutet hat, der Sohn eines gewissen Gerbert 
und der Enkel eines gewissen Meginhard und hatte seinen Hauptwohn- 
sitz in dem Gau Hamaland, worin z. B. Elten und Deventer lagen. Das 
Deventer in dem comitatus eben dieses Wigmann lag, ersieht man ai}s 
einer Urkunde Ottos I vom Jahre 952 (MG. hist. I, 241). Die Lebenszeit 
dieses Mannes, der sehr viele Eomitate besass und auch Graf von 
Gent genannt wird, fallt in die Regierungszeit des Kaisers Otto I, 
und nach der vorhin erwahnten Urkunde vom Jahre 970, wo sich 
die Worte 'habere videbatur' befinden, scheint er kurze Zeit vorher 
gestorben zu sein. Sein Todestag und der seiner Gemahlin sind jetzt 
bei Wilmans a. a. 0. genauer angegeben als bei Wedekind (Noten 
u. s. w. Bd. II S. 69). Er war verheirathet mit Liutgardis, der 



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149 

Tochter des Grafen Arnulf von Flandern and hinterliess zwei T6chter, 
namens Liutgarde (Lutgarde) und Adela. Die erstere wurde spater 
Aebtissin in Elten ; Adela aber heiratete den reichen Grafen Balderich 
und war die Mutter des Bischofs Meinwerk von Paderborn. Dieser 
erbte spater von seiner Mutter mehrere Besitzungen am Niederrhein, 
z. B. in Renkum, welche er der von ihm gestifteten Benedictiner- 
Abtei Abdinghof bei Paderborn uberwies (vergl. Lacomblet, Urkb. I, 
67 fg.). 

5. t)ber die Insel Ganc und die villa Wittmundhem. — Dass 
mit der in den trad. Puld. erwahnten insula Ganc, wofur, meiner 
Ansicht nach, auch Gang, Gong, Gone geschrieben werden konnte, 
die am Ende des 8. Jabrhunderts in der Nahe der Emsmiindung 
befindliche und dem Priester Liudger als Missionsbezirk zugewiesene 
Insel Bant gemeint sein konne, wie, nach dem Vorgange von Her- 
quet (Miscellen zur Geschichte Ostfrieslands, Norden 1883 S. 241), 
z. B. Houtrouw (Ostfriesland u. s. w., Bd. 1. S. 526) und Fiirbringer 
(Gesch. der Stadt Emden S. 303) annehmen, ist, meiner Ansicht 
nach, aus sprachlichen und sachlichen Grunden unmoglich. An- 
klingend an den obigen Namen ist der Name Utgong, Utgonc. So 
hiess ehemals ein kleiner Hafenplatz bei Berlekum im nordlichen 
Teile des Westergo, am Busen der Bordena, der wahrscheinlich am 
Ende des 15. Jahrhunderts untergegangen ist. Im Jahre 1470 
machten die Bewohner dieses Ortes noch einen Vertrag mit Praneker 
(Tegenwordige Staat XIV, 414). Das altostfriesische Wort utgong 
utgung, ags. utgang bedeutet Ausgang; Utgong war also fiir einen 
Hafenplatz eine sehr passende Bezeichnung. — Die insula Ganc wird 
in den trad. Puld. (vergl. Jahrb. Bd. XI, S. 92, nr. 66, 67) an zwei 
Stellen erwahnt, namlich in nr. 10 und 111. Nach der ersten Stelle 
macht Hera, eine Tochter des Abo, eine Schenkung von vier Huf en ; 
nach der zweiten schenkt eine andere Tochter desselben Mannes, 
der hier richtiger Avo genannt wird, terram 24 pecudum, d. h. ein 
Weideland, welches fiir 24 Stuck Vieh ausreichte, aber nicht, wie 
Houtrouw a. a. 0. ubersetzt, 24 Kuhweiden. In Urk. 96 steht 
Gankchala, was wahrscheinlich verschrieben ist statt Gankaland 
und also dasselbe bedeutet wie insula Ganc. In Urk. nr. 24 und 
125, wo von einer Schenkung eines gewissen Burgolf die Rede ist, 
steht bios Ganc ohne weiteren Zusatz, aber auch hier ist ohne Zweifel 
wieder dieselbe Insel gemeint oder, was auch moglich ware, ein 
gleichnamiger Ort attf dieser Insel, und keineswegs, wie Fiirbringer 



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160 

a. a. 0. meint, das Kirchdorf Bant im Jeverland. Mit Rucksicht 
auf die Ortschaften Witmundhem, Westerkinlosen, u. a., welche in 
den vorher erwahnten Urkunden neben Ganc aufgezahlt werden, 
lasst sich aber mit Sicherheit behanpten, dass die Insel Ganc, wie 
auch schon van den Bergh (Middeln. Geogr., 2. Aufl. S. 24) annahm, 
nicht weit von Texel and Wieringen, am Ausgange der Zuyderzee, 
vielleicht an der Stelle, wo jetzt Breezand liegt, gelegen haben muss. 

Dass ferner die eben genannte villa Witmundhem im Texle- 
Gau gelegen haben muss, and nicht, wie Herquet, Hoatrouw, Fur- 
bringer a. a. annehmen, in Ostfriesland, glaube ich im Jahrb. Bd. 
XI. S. 101 nr. 170 hinreichend nachgewiesen za haben. In der 
Gegend von Jever, sowie in Emden and Wittmund in Ostfriesland 
hat das Kloster Fulda keine Besitzungen gehabt. 

6. Cber den Ortsnamen Kollinghorst. — Die Annahme, dass 
Kollinghorst (Dorf im Amte Leer) schon in der heidnischea Zeit be- 
standen habe and damals ein sehr heiliger Ort und eine beriihmte 
Opferstatte gewesen sei (vergl. Houtrouw, Ostfriesland a. s. w. I, 
196) beruht auf ganz verkehrten Vorstellungen. Harkenroht dachte 
hierbei, wie bei vielen anderen ostfriesischen Ortsnamen, irr- 
ttimlicher Weise an keltischen Ursprung. Er spricht auch otters von 
keltischen Wortern, doch sind dies immer nur solche Ausdriicke, 
welche er selbst ausgedacht hat, um eine Erklarung von Ortsnamen 
zustande za bringen, oder die er verkehrter Weise ffir keltisch hielt 
(vergl. Jahrb. 1890, S. 85 fg.). Der Name Kollinghorst muss 
gedeutet werden als 'der Horst des Rolling. ' Zur Verglei- 
chung dient der Name Eollinghusen (Df. in Holstein N von 
Gliickstadt) das heisst der Wohnplatz oder zu dem Wohn- 
platze des Rolling. Die Stammform zu Rolling ist Rolle und in 
altester Form Cholo, Colo. Auf den Namen Rolle ist, wie ich im 
Jahrb. Bd. X S. 90 angedeutet habe, auch der friesische Ortsname 
Collum (richtiger Rollum) Rollehem zuriickzufiihren. Der Name 
Colling findet sich z. B. bei von Hodenberg im Hoyaer Urkundenb. ; 
die Form Coling bei Doebner, Drk. der Stadt Hildesheim, Bd. I nr. 
69 zu den Jahren 1211 — 1213. Ferner kommt derselbe Name in 
den englischen Ortsnamen Collingham, Collingworth zum Vorschein, 
und vollig entsprechend dem Namen des ostfriesichen Wohnplatzes ist 
der englische Ortsname Collinghurst (in der Grafschaft Sussex). 
Auch in der Schweiz tritt dieser Name hervor in der villa Cholling- 
hoven, (jetzt Rolliken im Ranton Aargau), welche bereits zum Jahre 
917 (vergl. SS. II, 90) erwahnt wird. 



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151 

n. 

Einige Bemerkungen zur Uberiieferung der Gesta abbatum Orti s. 

Marie. 

Von Dr. M. Klinkenborg in Gottingen. 

Fur die Geschichte Frieslands im 13ten Jahrhundert sind neben 
der Chronik der Abte Emo und Menko von Floridus Hortus die 
Gesta abbatum Orti s. Marie die Hauptquelle. Erst in unseren 
Tagen sind sie durch die Ausgaben von Weiland und Wybrands 
allgemein zuganglich geworden; sie enthalten die Lebensbeschrei- 
bungen von ftinf Abten; Friedrich (1163—1175), Siard (1198—1230), 
Sibrand (1230-1240), Jarich (1240—1242), Ethelger (1242- 1259). *) 
Von den alteren friesischen Historikern haben nur wenige sie ge- 
kannt und benutzt. Worp von Thabor hat sie in seiner Chronik 
zuerst ausgebeutet; so sagt er von einer seiner Erzahlungen: sicut 
dicitur in vita venerabilis domini Sibrandi, sexti abb at is Horti beatae 
Mariae virginis, unde haec transsumpta sunt. Aus der vita Ethel- 
geri stammt sein Bericht: de fundatione monasteriorum Aulae dei, 
Gercks et Bouwe cloester et praedicatorum in Lewerdia. 2 ) Aber 
bereits dem Ubbo Emmius standen die Gesta nicht mehr zur Ver- 
fiigung, er kannte sie nur durch Worp: et sic quidem ex codice 
monastico coenobii Horti Mariae virginis Worperius. 8 ) 

Einen Auszug aus diesen Gesta und aus anderen, jetzt ver- 
lorenen vitae abbatum Orti s. Marie verfasste der Pastor Sibrandus 
Leo in Menaldum am Ende des 16. Jahrhunderts unter dem Titel: 
Vita et res gestae abbatum Horti divae virginis 4 ) ; fast von alien 
Abten bis herab auf Regnerus Asperen, der als letzter Abt etwa im 
Jahte 1570 sein Kloster verliess, mussen ihm Lebensbeschreibungen 
vorgelegen haben, denn nur von einem sagt er: Hie (Theodoricus) 
nullo memorabili facto decoratus scriptorum incuria silentio praeter- 
itur. Dass er nicht gerade sehr sorgfaltig gearbeitet habe, be- 
hauptet Wybrands in der Einleitung zu seiner Ausgabe. 

In neuerer Zeit machte I. Bolhuis van Zeeburgh auf die Gesta 



*) Weilands Ausgabe im 23ten Bande der Mon. Germ. Script. 1874. 
Wybrands, Gesta abbatum Orti s. Marie 1879. Die Jahreszahlen fur die Abte 
nach Weiland, anders Wybrands. 

*) Worperi Thaboritae Chronicon Frisiae 1847. S. 157. 159. 164., vergl. 
Wybrands S. 156, 169. 212. 

*) Ubbonis Emmii Rerum Frisicarum historia. 1616. S. 137. 

*) gedr. bei A. Matthaei Veteris aevi analecta Bd. V. (1738) S. 243—266. 



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152 

wieder aufmerksam und wies auf die einzig erhaltene Handschrift 
zu BriiS8el hin, die dem Ende des 15. Jahrhunderts angehort. 1 ) Fast 
gleichzeitig gab sie L. Weiland heraus; allerdings beschrankte cr 
sich auf die Gesta abbatum Sibrandi, Jarici, Ethelgeri und liess die 
vitae Fretherici et Siardi fort, da er aus alteren Aufzeichnungen 
Bethmanns die Qberzeugung gewonnen hatte, dass sie keine histo- 
rische Bedeutung hatten. Die Anschauungen Bethmanns waren 
jedoch irrig, und so entschloss sich het Friesch Genootschap te Leeu- 
warden zu einer neuen, vollstandigen Ausgabe, die von Wybrands 
besorgt 1879 erschienen ist. Diese Arbeit verdient das Lob, das 
ihr der erste Herausgeber Weiland in der historischen Zeitschrift 
gespendet hat. 2 ) 

Trotzdem glaube ich, dass Wybrands in einigen, nicht un- 
wesentlichen Punkten seinen Text besser hatte bieten konnen, wenn 
er die Autoren, denen die Gesta in vollstandigerer Gestalt vorlagen, 
als die Briisseler Handschrift sie enthalt, wenn er den Worp und 
Sibrandus Leo zur Kritik herangezogen hatten. Der Beweis dieser 
Behauptung lasst sich an der Hand einer Stelle der vita Sibrandi 
erbringen : 

Cap. V. Quod ecclesie sue possessiones abbas Sibrandus am- 
pliavit. Possessionibus aliis, quas vel cum viventibus attraxit sive 
cum mortuis legata suscepit, illas quas hodie ecclesia habet in Mer- 
kahowe, pro centum libris Hollandie comparavit a domno Nicolao 
Persin, amministrantibus officium celerarie religioso viro fratre Bou- 
teto sacerdote et canonico de Mora, fratre Ulbodo conyerso antiquo 
de Fincum, egregiis exteriorum provisoribus, suis temporibus adiecit. 8 ) 

Schon der grammatische Bau des Satzes weist darauf hin, dass 
der Text hier verderbt ist. Offenbar hangt possessionibus aliis .... 
illas, quas hodie ecclesia habet in Merkahowe, von dem Yerbum am 
Schlusse des Capitels ab : von adiecit, sodass das diesem coordinierte 
Verb comparavit vollstandig uberfliissig ist. Ausserdem — und dies 
ist das wichtigste — werden durch die Worte pro centum libris 
Hollandie comparavit a domno Nicolao Persin zwei Satzglieder ge- 
trennt, die aufs engste zusammengehoren : illas, quas hodie ecclesia 
habet in Merkahowe . . . amministrantibus officium celerarie . . . fratre 



*) I. Bolhuis van Zeeburgh, Kritiek der Friesche Geschiedschrijving 
(1873) S. 198. 

») Historische Zeitschrift Bd. 43 S. 498. 

8 ) Wybrands S. 154, Mon. Germ. Script. XXIII S. 577. 



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153 

Bouteto .... fratre Ulbodo. Beide Satzglieder beziehen sich auf 
die Jahre von 1267 — 1275, in denen die vita Sibrandi verfasst 
wurde (ho die) 1 ), wahrend das Hauptverbum adiecit und somit auch 
comparavit die Zeiten des Abtes Sibrand (1230 — 1240, suis tem- 
poribus) angeben, Um beide Schwierigkeiten — das ftberflftssige 
Verbum und das unverstandige Auseinanderreissen zweier eng zu- 
sammengehorenden Satzglieder durch das comparavit — zu besei- 
tigen, nehme ich an, dass die Worte: pro centum libris Hollandie 
comparavit a domno Nicolao Persin nicht ursprunglich im Text ge- 
gestanden haben, sondern erst spater eingefiigt sind. Dabei sind 
zwei Moglichkeiten vorhanden, entweder hat der Yerfasser der vita 
selbst oder ein anderer die Notiz nachgetragen. 

Die richtige Beantwortung dieser Frage ist nur moglich, wenn 
die Zeit, in der das Kloster Mariengarten Gtiter auf Merkahowe von 
Nicolaus Persin ftir 100 Pfund gekauft hat, nachgewiesen wird. 
Ist dies nach dem Jahre 1275, in dem spatestens die vita Sibrandi 
vollendet wurde, geschehen, so ist die Nachtragung wahrscheinlich 
durch einen anderen als den Yerfasser der vita erfolgt. Fur die 
Richtigkeit der Angabe. dass Sibrand von dem Ritter Persin die 
Guter gekauft habe, spricht in erster Linie der Umstand, dass eben 
zu der Zeit, in der Sibrand Abt war 1230 — 1240, ein Ritter Nico- 
laus Persin sich nachweisen lasst; er wird zum Jahre 1227 Nov. 
zuerst genannt, und er lasst sich bis zum 6. October 1255 urkund- 
lich verfolgen. 2 ) 

Aber wesentlich anders lautet der Bericht, den Worp von 
Thabor liber diesen Kauf giebt. 8 ) Circa annum domini mcccv do- 
minus Nicolaus Persyn, eques auratus in Hollandia, vendidit abbati 
et conventui Horti Mariae (vulgo Marigaerde) in Frisia insulam 
dictam Markenhove ex opposito Monnekedam in mari meridionali 
sitam pro centum libris Hollandiae. Dass Worps Quelle in diesem 
Falle dem Kloster Mariengarten entstammt, diirfte wohl kaum 
zweifelhaft sein, zumal er, wie gezeigt wurde, die uns erhaltenen 
Gesta dieses Klosters benutzt hat und ausserdem zum Jahre 1345 



f ) so nach Wybrands und Weiland, Pijnacker Hordijk, Quedam narracio 
dc Groninghe (1888) S. XXI Anm. giebt 1267—1271 nicht ohne Wahrschein- 
lichkeit an. 

■) van den Bergh, Oorkondenboek van Holland en Zeeland Bd. I (1866—74) 
Nr. 307 und Nr. 620. 

•) Worp S. 176. 



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154 

Nachrichten giebt, deren Entlehnung aus verlorenen vitae abbatum 
Orti s. Marie ich unten nachweisen werde. 

Doch ist die Angabe des Worp — ganz abgesehen von ihrem 
Ursprung — historisch glaubwfirdig, hat insbesondere circa annum 
1305 ein Nicolaus Persin gelebt? Gewiss, er war der Enkel jenes 
oben genannten Nicolaus Persin, dessen Sohn Johannes in einer 
Drkunde vom 27. Juli 1282 einen Nicolaus Persin, filius noster 
nennt. Dieser Nicolaus lasst sich bei v. d. Bergh bis zum 28. Sep- 
tember 1298 nachweisen; 1 ) urn ihn auch weiter zu verfolgen, muss 
man, da das Urkundenbuch von v. d. Bergh nur bis 1299 geht, 
seine Zuflucht zu dem : Groot Charterboek der Graaven van Holland 
von v. Mieris nehmen, bei dessen Benutzung man folgende Worte 
v. d. Berghs zu beachten hat: hoe hoogst verdienstelijk ook voor 
zijnen tijd, niet meer voldeed aan de eischen van den onze. Eens- 
deels toch had hij dikwijls onnaauwkeurige teksten gebruikt, die tot 
dwalingen leidden, anderdeels waren er sedert dien tijd zoovele, be- 
langrijke oorkonden ontdeckt, die een geheel nieuw licht over vele 
zaken verspreidden, dat de onvolledigheid zijner verzameling telkens 
meer in het oog viel. 2 ) 

Trotz dieser seiner Unvollstandigkeit lasst sich nun Nicolaus 
Persin bei v. Mieris noch am 5. Nov. 1303 nachweisen; man darf 
also wohl annehmen, dass er noch circa annum 1305 gelebt hat. 
Als Erganzung sei hier noch erwahnt, dass damals der Abt von 
Mariengarten ebenfalls wieder Sibrand (1301 — 1313) hiess. 8 ) 

Die Nachricht des Worp hat dieselben Griinde der Glaubwiir- 
digkeit far sich wie die der vita Sibrandi ; dagegen lassen sich gegen 
letztere schwere Bedenken geltend machen wegen der Form, in der 
sie auftritt. Ich halte daher den Bericht des Worp fflr den ge- 
sicherten und meine, dass der Satz, der den Kauf in der vita Si- 
brandi meldet, mindestens nach dem Jahre 1305 — dem Jahre des 
Kaufes — eingeftigt ist, dass er mithin kaum noch von dem urn 
1270 schreibenden, damals schon liber 50 Jahre alten Verfasser der 
vita herriihrt. 4 ) 



*) v. d. Bergh II Nr. 460 u. Nr. 1042. 

") y. d. Bergh I S. V. 

•) v. Mieris II S. 35 und Matthaei Analecta V S. 257. 

*) Dass die betreffenden Worte nicht ursprunglich im Text gestanden 
haben, zeigt auch ein Vergleich der vita mit dem Auszug bei Sibrandus Leo. 
Bier heisst es: Collegii sacri doctorum virorum fama ubilibet locorum divul- 



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155 

Wann jedoch ist diese Nachtragung geschehen? Schwerlich 
darf man annehmen, dass sie schon durch den einfachen Kanf im 
Jahre 1305 veranlasst wurde. Die Monche miissen in ihren Ge- 
fiihlen ganz anders aufgeregt worden sein, ttm in ihren Chroniken 
nachzuforschen, welche Beziehungen sie zur Insel Merkahowe hatten. 
Einigen Aufschluss hieriiber giebi uns die Gescbichte von Merka- 
howe. Grosse Verhaltnisse sind es gewesen, die das Geschick dieser 
kleinen lnsel bestimmt haben ; sie spielt eine, wenn auch nur passive 
Rolle in den Kriegen, welche die Friesen ihrer Freiheit wegen gegen 
die Grafen von Holland fuhrten. In einem dieser Kampfe, in der 
Schlacht bei Stavoren fiel der letzte Spross des hollandischen Grafen- 
hanses, Wilhelm im Jahre 1345. Ihm folgte seine Schwester Margarete, 
die von ihrem Gem ah], dem Kaiser Ludwig, mit Holland, Seeland and 
Friesland belehnt wurde. Um ihren Bruder zu rachen, confiscierte sie 
alle Friesen gehorigen Gdter in Holland : unter ihnen befanden sich 
auch die Besitzungen des Klosters Mariengarten auf Merkahowe. 
Hieriiber sagt Worp von Thabor S. 189 : In ultionem necis fratris sui in 
Frisia perempti confiscavit omnia bona, quae Frisii tarn spirituales 
quam seculares habuerunt in Hollandia. Inprimis insulam Marcken- 

hove, quam (ut supra diximus) abbas de Marigaerde eme- 

rat a domino Nicolao de Persyn, imperatrix vendidit diversis et pluribus 
emptoribus et mercatoribus. Similiter omnia privilegia et iura abbati 



gata multos ad sua conferenda donaria allexit. Unde ex Hollandia plerique 
mediam insulae Marcken ditionis Hollandiae Amstelrodamo proximae partem 
dono datam, reliquam centum libris monetae Hollandicae a prudenti oeconomo 
fratre Ulpio de Feyntjum collectis, studio Sibrandi a nobilibus de Persyn Nico- 
lao et Joanne est mercatus (Matthaei Analecta V. S.249). Dass hier Sibrandus Leo 
nicht allein aus Fluchtigkeit einen von den Gesta abweichenden Text giebt, hat 
schon Wybrands (S. 154 Anm 1) erkannt ; dies zeigt auch vor allem die Erwah- 
nung eines Johannes de Persyn, denn Johannes war ein Familienname der Persins. 
— Nur durch die Annahme, dass die betreffenden Worte in der vita Sibrandi 
spater eingefugt sind, erklart sich der abweichende Bericht des Sibrandus Leo ; 
ihm sowohl wie der erhaltenen Handschrift der Gesta wird ein Codex vorgelegen 
haben, der am Rande des Kapitels einen ausftihrlichen Bericht uber den Erwerb 
von Merkahowe hatte. Nur ein Theil dieses Berichtes ist dann eben in unsere 
Handschrift der Gesta als Interpolation iibergegangen, wahrend er uns ausfuhr- 
licher beim Sibrandus Leo erhalten ist. — Der Bericht bei Bakhuizen van den 
Brink, Markerhoofd (Vrije Fries X S. 115.), dass Abt Ethelger 1251 die Insel 
gekauft habe, ist deswegen nnwahrscheinlich, weil die vita Ethelgeri nur einen 
Kauf Sibrands kennt, vgl. unten S. 158. Die Quelle dieser Nachricht kann ich 
ubrigens nicht kontrolieren. 



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156 

et conventui de Ludingekercke a Wilhelmo Romanorum rege et co- 
mite Hollandiae data et concessa abstulit et cui voluit dedit. 

Woher hat Worp diese Nachrichten? Sie stammen aus einer 
verlorenen vita Valteri II. abbatis Orti s. Marie, wie aus einer 
Vergleichung mit Sibrandus Leo hervorgebt. Hac clade nuntiata 
comitissa ex amissione mariti Frisiis graviter infensa omnia illorum 
bona per totam Hollandiam publicata aerario suo iussit inferri. In- 
sulam Marcken suis occupans satellitibus monachos in mari proiectos 
submergi praecepit. Aedes incensae, sic ut memorata clade mona- 
sterio multum damni sit datum. 1 ) 

Dass Worp seine Nachrichten aus dem Kloster Mariengarten 
hat, dtirfte die Vergleichung mit Sibrandus Leo deutlich ergeben; 
in nebensachlichen Punkten weichen sie von einander ab. Bei Worp 
nimmt die Schwester Wilhelms, nach Sibrandus Leo seine Gemahlin 
die Ingel Merkahowe dem Kloster, doch ist der Bericht des Worp, 
nicht der des Sibrandus Leo richtig, wie zwei Urkunden vom 
23. Juli 1346 beweisen, 8 ) in denen die Kaiserin Margarete die Giiter 
des Klosters Mariengarten auf Merkahowe verschiedenen namentlich 
aufgefiihrten Personen yerkatift. 

Nicht mit Freuden werden die Monche diesen Verlust ertragen 
haben, allein zunachst konnten sie nichts an der Thatsache andern, 
denn hier ging eben Macht vor Recht. Afcer verschmerzt und ver- 
gessen haben sie ihren Verlust niemals; man ersieht dies daraus, 
dass sie nach 100 Jahren unter anderen Umstanden einen Prozess 
anstrengten, um ihre G titer wieder zu erlangen. Es geschah dies 
unter dem Abte Wilhelm, der von 1462 — 1485 dem Kloster vor- 
stand. Als er bereits zehn Jahre im Amte gewesen war, dachte 
er daran, die Besitzungen zu vermehren und liess deshalb insbeson- 
dere ilber die Kaufbriefe von Merkahowe Nachforschungen anstellen : 
doch horen wir daruber den Sibrandus Leo, der anschaulich den 
Verlauf des wegen Wiedererwerbs dieser Giiter angestrengten Processes 
schildert: 8 ) „Hic exacto decennio de agris monasterii amplificandis 
literas emptionis insulae Marcken altius scrutatur. Adhibito fratrum 
omnium consilio ipsam recuperare decernit, agrorum oppignoratione 
ingenti pecuniarum copia comparata Bruxellam Belgii totius curiam 
primariam adiit, communicato cum viris iuris utriusque prudentia 

') Matthaei Analecta V. S. 258. 

•) v. Mieris II. S. 719. 720. Das Regest von 719 ist falsch. 

8 ) Matthaei Analecta V. S. 259 u. die Berichtigungen in Vrije Fries X. S. 112. 



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157 

claris consilio actionem instituit, curat per apparitorem vocari insulae 
heredes omnes. Magni fiunt apparatus, snmmo ab utraque parte 
iuris processu, Latina et Gallica lingua agitur, ipso Carolo Bur- 
gundo praesente. Tandem post longam condictionem dicta sententia. 
Cuique sua dogmata, quibus possessionem tueri velint, exhibere 
praecipitur. Insulae possessores de amissione futura subodorati summo 
astu rem tractant. Simulant pacificationem, quam quibusvis con- 
ditionibus cum abbate inire praetendunt, ut hoc verborum lenocinio 
ipsum in suam nassam pertrabant, ad convivium vocant, honorifice 
excipiunt et splendide tractant. Quibus abbas longae absentiae et 
sumptuum pertaesus lubens obsequitur. Fit longa potatio in multam 
noctem. Interim ipsius famulum dato auro corrnmpunt acceptisque 
e vidulis omnium rerum Uteris soli famulo concreditis claudunt et 
abeunt. Abbas domum deductus de fraude ignarus in utramque 
aurem secure dormit. Postridie summo mane quaesitus famulus 
nusquam apparet. Reserata cista literae ablatae. Sequitur fletus 
et stridor dentium. Abbas quo se vertat, ignorans ipsi duci Carolo 
fit obviam. Interrogates de processu (iam hesternae fraudis ex 
indicio certus) nihil responded Cui Carolus: potor, potor, ut 
potasti scelus. Abbas collectis reculis re infecta domum revertit. 

So waren denn die Guter auf Merkahowe durch den feucht- 
frohlichen Abt gliicklich vertrunken; betriibt kehrte er nach dem 
Verlust des Prozesses zu seinem Kloster zuriick. Indess wird dieser 
Prozess, der etwa in den Jahren 1470-1473 gefiihrt wurde, die Monche 
in gewaltige Aufregung versetzt haben. Eben damals, als man 
genau uber die Kaufbriefe von Merkahowe nachforschte, wird man 
auch die Klosterchroniken zu Rate gezogen haben und die Worte 
pro centum libris Hollandie comparavit a domno Nicolao Persin aus 
der yorliegenden Urkunde an den Rand der vita Sibrandi geschrieben 
haben. Dabei mag zuerst ein Irrtum vorgelegen haben, indem die 
Monche annahmen, dass der Abt Sibrand I (1230 — 1240) die Be- 
sitzungen auf Merkahowe von Nicolaus Persin gekauft habe, Wahrend 
doch erst um 1305 der Abt Sibrand II sie erworben hatte. 

Als dann spater die erhaltene Abschrift von dem mit der 
Randbemerkung versehenen Codex gemacht wurde — es geschah 
dies nach Wybrands in den letzten Jahren des funfzehnten Jahr- 
hunderts — ist diese Randbemerkung in den Text selbst aber- 
gegangen; ja wenn auf uns nur eine Abschrift des Briisseler Codex 
gekommen ware, vielleicht hatten wir es dann mit einer zweiten 



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168 

Interpolation an dieser Stelle zu thun. Am Rande unserer Abschrift 
steht namlich — ein deutliches Zeichen fttr das Interesse fiir Mer- 
kahowe — von einer Hand des sechszehnten Jahrhunderts : Marchen- 
hove est insula prope Amstelredamme . . . que nunc Merkla . . 
vulgariter dicitur, que attinet conven .... orti Marie in f . . .*) 

Mit diesen Worten vergleicht man unwillkiirlich die Bemer- 
kungen der vita Ethelgeri fiber Merkahowe: .... Merkaland, que 
est insula circumcincta ex omni parte non quidem salsis, sed dulci- 
bus aquis maris, ex empcione abbatis Sibrandi, ut supra tactum est 
capitulo : Possessionibus, attinens ecclesie Orti sancte Marie. 8 ) Sind 
auch diese Worte spater eingefflgt? Ich glaube es nicht, weil das 
Dictat dem des Verfassers der vita entspricht. 

Doch ich will diese Gedanken nicht weiter ausfiihren: es ge- 
nugt fiir mich, darauf hingewiesen zu haben, dass trotz aller Gvite 
der Ausgaben von Weiland und Wybrands die eine und keineawegs 
unwichtige Frage von ihnen ungelost ist, inwieweit die Auszfige des 
Worp und Sibrandus Leo fiir die Edition Bedeutung haben. Dass 
dies der Fall ist, glaube ich an einem Beispiel nachgewiesen zu 
haben. 



III. 
Das GrOndungsjahr des Franziskanerklosters und eine Walburgis- 

kirche in Emden. 

Von Dr. P. Wagner, Archivrath in Wiesbaden. 

ttber die Zeit der Grflndung des Franziskanerklosters in Emden 
ist bisher nichts bdkannt geworden. Die Chroniken enthalten dar- 
fiber keine Angaben, und das Archiv des Klosters mit seinen Ur- 
kunden scheint, wie leider anch die der dbrigen ostfriesischen 
Kloster, bis auf geringe Reste unwiederbringlich verloren zu sein. 
An den anderen Stellen aber, an denen Archivalien auch fiber diese 
Kloster zu finden waren, namlich in den General- und den betreflen- 
den Provinzialarchiven derjenigen Orden, die Niederlassungen in 
Ostfriesland hatten, ist bisher ebensowenig Nachforschung gehalten 
worden, wie in der grossen Fundgrube fur kirchliche Nachrichten 
der abendlandischen Welt, dem vatikanischen Archive in Rom. 

Aus letzterem theilte mir der apostolische Ponitentiar bei S. 

*) Wybrands S. 154. 
*) Wybrands S. 20Q. 



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159 

Peter in Rom, Herr P. Conrad Eabel, Ord. Min. Conv., dem ich 
hierfur zu besonderem Dank verpflichtet bin, das Regest einer Ur- 
kunde mit, die das Grundungsjahr des Franziskanerklosters in Emden 
sicherstellt. Sie ist fiir den Franziskanerorden ausgestellt; ihr 
Wortlaut Hegt mir nicht vor. Da aber das Regest die das Emder 
Kloster betreffende Stelle wortlich mittheilt, ersetzt es einigermaassen 
den vollstandigen Text der Urkunde. Es verdient um so mehr be- 
kannt gemacht zu werden, als die Stelle auch eine fiir die Geschichte 
Emdens sonst noch interessante, bisher ganz unbekannte Nachricht 
bringt. 

Der Registerband des vatikanischen Archivs Tom. 66 (ep. 3969) 
enthalt eine Bulle des Papstes Johann XXII fiir den Franziskaner- 
orden vom 19. Mai 1317 „In ecclesiae firmamento" (anno I. p. IV), 
deren Regest mir, wie folgt, mitgetheilt worden ist: 

Johannes papa XXII ministro generali ordinis fratrum 
Minorum concedit facultatem recipiendi decern loca in par- 
tibus et provinciis infrascriptis, videlicet ... in Emsgovia 
in loco, qui dicitur Walburgeharcha, inter Emetha et Fal- 
lerne . . . Monasteriensis dioecesis . . . Datum Avinione 
XIV Kalendas Junii anno primo. 
Die Urkunde ist nach der Mitteilung des Herrn P. Eubel be- 
reits in Waddings Annales Minorum, torn. VI 2 p. 494 veroffentlicht 
worden, allerdings mit der falschen Lesart: Ejusgonia statt Ems- 
govia. Sie wird demnachst im 5. Bande der grossen Urkunden- 
sammlung des Franziskanerordens, dem Bullarium Francisc, von 
neuem abgedruckt werden. 

Hiernach ist also das Jahr 1317 als Grundungsjahr des Fran- 
ziskanerklosters in Emden anzunehmen. 

Vollig neu ist ferner die Nachricht, dass es an einem Orte er- 
richtet werden sollte „qui dicitur Walburgeharcha". Jeder Zweifel, 
ob das Emder Kloster gemeint ist, wird durch den Zusatz „ inter 
Emetha et Fallerne" ausgeschlossen. Ein Ort Walburgeharcha ist 
meines Wissens und nach den eingezogenen Erkundigungen im heu- 
tigen Stadtgebiete von Emden bis jetzt unbekannt. Eine Vermutung, 
die man begen konnte, ware die, dass anstatt „ Walburgeharcha a zu 
lesen ist „Walburgekarcha". Es ware alsdann anzunehmen, dass 
zwischen Emden und Faldern an der Stelle, wo spater das Franzis- 
kanerkloster eingerichtet wurde, eine der h. Walburgis geweihte 
Kirche gestanden hat. 



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160 

Die heilige Walburgis war die Schwester der Heiligen Willibald 
und Wunnibald, beides Genossen des Friesenapostels Willibrord 
bei seinen Versuchen der Christianisirung Frieslands. Sie wurde 
870 heilig gesprochen und scheint dann in friesischen Gegenden 
viel verehrt worden zu sein. Auch in Groningen gab es eine 
Walburgiskirche, die schon im 12. Jahrhundert genannt wird, ver- 
mutlich aber noch viel alter ist und bis in den Anfang des sieb- 
zehnten Jahrhunderts bestanden hat. 1 ) 

Ist die Annahme richtig, dass es auch in Emden eine Wal- 
burgiskirche gegeben hat, so wird weiter anzunehmen sein, dass 
sie im Jahre 1317 nicht mehr vorhanden gewesen ist. Nur die 
Stelle, wo sie gestanden hat, mag noch bekannt gewesen und Wal- 
burgiskarcha genannt worden sein. Sonst wurde schwerlich die 
Bulle des Papstes Johannes XXII von einem locus, qui dicitur 
Walburgeharcha sprechen. 



IV. 
Ummeborch, Gareborch, Ouersteborch. 

Von J. Fr. de Vries, Rektor in Emden. 

Nach Urkunde Nr. 1193 in Friedl. Ostfr. Urkundenbuch be- 
zeugt ein Wybeth Lflbkens to Gareborch, zur Zeit Kirchvogt der 
Kirche zu Ummeborch, dass er mit Einwilligung des heren Egghen, 
Pfarrers zu Ummeborch, und im Beisein des Wernekens tor 
Ouersteborch, der vorscr. kercken mede-kerspelman, dem Meister 
Johann von Cleve ein Haus in Emden verkauft habe. (10. Sept. 1487.) 

Denselben her Egghen finden wir in Urkunde 1127 als kercheren 
unser kercken ton Borghen, in welcher Eigenschaft er einen Tausch- 
kontrakt zwischen Wybet to Umyngheborch und dem Ordenshaus 
Jemgum besiegelt. Friedlander ist geneigt, dies Borghen in der 
Nahe des Jfimmiger Hammrichs zu suchen und Umyngheborch fiir 
das dort nach Arends Erdbeschr. S. 190 belegene Neuburg zu halten, 
in dessen Nahe sich ausserdem noch die Borgstede und Oldeborg 
finden. 

Ich halte Borghen fiir das auch spater noch so benannte, jetzt 
allgemein als Kirchborgum bezeichnete Kirchdorf an der Ems in 



') Diest-Lorgion, Geschiedkundige beschrijving der stad Groningen, I 55. 



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161 

Oberrheiderland, das nach Bartels (Jahrb. d. Ges. f. K. u. v. Alt. I, 
Heft 1. p. 17) im Miinsterschen Pfarrreiregister vom Jahre 1475 
Hulf eghenborg oder richtiger Humeghenborg geheissen habe und in 
welchem sich nach Kettlers Beschreibung des Amtes Leer eine Um- 
megaborg befunden hat. 

Humeghenborg, Umyngheborch, Ummeborch scheint von der 
Ummegaborg den Namen erhalten zu haben und das Kirchdorf 
Kirchborgum oder kurzweg Borgen zu bezeichnen; die einge- 
pfarrte Ortschaft Gareborch ware dann das noch heute zu diesem 
Eirchspiel gehorige Middelsteborgen, der Name Ouersteborch 
aber in dem jetzt ebenfalls zu Kirchborgum gehorenden Verste- 
borg oder Feersteborgen erhalten. 



V. 

Orel Actenstiicke zur Blockade Emdens durch die Wassergeusen 

im Jahre 1585. 

Mitgeteilt von Dr. G. Lie be in Magdeburg. 

Die unsicher schwankende Haltung Ostfrieslands in den ersten 
Zeiten des spanisch - niederlandischen Eampfes wurde nicht zum 
mindesten dadurch veranlasst, dass die Geusen seit ihren Anfangen 
im Jahre 1568 sich die Ems zum Hauptschauplatz ihres Treibens 
ausersehen und dadurch einen schroffen Gegensatz innerhalb der 
Grafschaft hervorgerufen hatten. Wahrend der Landesherr, Graf 
Edzard n, durch Albas Drohungen eingeschdchtert, uberdies von 
dem ganzen Widerwillen des Lutheraners gegen die Kalvinisten er- 
fiillt, sich Spanien zuneigte, stand die Bevolkerung zumal der See- 
stadte auf Seiten der Geusen. Allerdings gait dies mehr fiir die 
unteren Schichten, denen der billige Erwerb gekaperter Waaren, ja 
oft genug active Beteiligung an den Beuteziigen, eine Interessen- 
gemeinschatt mit den Freibeutern bot. Die grossen Kaufleute da- 
gegen, die besonders dem Getreidehandel oblagen, fanden sich durch 
das Treiben der Geusen oft geschadigt. 1 ) Hatten diese schon 1575 
durch Blokade des Emder Hafens die Zufuhr des aus deutschen 



l ) Franz, Ostfriesland und die Niederlande 1567 bis 1573 (Jahrb. XI. S. 
237, 392). 

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162 

Hafen stammenden Getreides nach den spanischen Gebieten zu hin- 
dern gesucht, so wiederholten sie 1585 dieses Vorgehen mit der 
bestimmten Absicht auf Aushungerung Groningens. 1 ) Welcher Drack 
dadurch auf den Seeverkehr Emdens ausgeubt wurde, erhellt aus 
den nnten abgedruckten in erregtestem Tone gehaltenen Schrift- 
stiicken. Nach vergeblichem Beschreiten des Rechtsweges wandte 
sich die Stadt an Graf Edzard, der seinerseits den schon so oft 
vergeblichen Versuch wiederholte, wie friiher den westfalischen Kreis 
jetzt den niedersachsischen um Hilfe anzugehen. In dessen Acten 
haben sich die Copien der eingereichten Schreiben erhalten, wahrend 
die Originale vom Kreise an den Kaiser weiter gegeben worden sind. 2 ) 

I. 

Notariats-Instrument uber die Verhandlung an Bord 
des westfriesischen Admiralschiffes. 
Kundt und zu wissen sei alien und einem jeden dem dis gegen- 
wertig instrument zu sehen, lesen oder horen lesen furkomen wirt 
Das im Jahr unsers Herrn 1585 am 7. Octobris auf erfurdern 
Burgermeister und Radt der stadt Embden Ich undengenanter Kay- 
serlicher binnen Embden residirender offenbarer Notarius mich an 
des Erbarn und Manhaften Michael Hagen Stadischen Westphriess- 
landischen Admiraln itzo uf des Heiligen Reichs und der wolgebornen 
grafen und herrn zu Ostfriesslandt meines gnedigen herrn Embse- 
strom vor logen liegenden Schifsborts verfuegt und bei ihme fleissig 
angehalten, nachdem er fast die Embder schiffe so von der Elbe, 
Eider und der orter hero und dan wiederumb die von Embden nach 
Bremen, Hamburg und des wegs hin mit ihren schiffen und einge- 
ladenen Kaufmansguetern zu fahrende vorhabens waren, in ihrer 
reise impedirte uud verhinderte, wie er auch ingleichen die Embder 
schiffe so gesterigs tags aus Hollandt gekomen und ihre gueter alda 
vollekomlich verlicentet und alle geburnus gethan hatten bei sich 
helt liegende und nach der stadt Embden ausszufahren belettede 
und dan der armen schiffer gantze narung und wolfart an ihren 
schiffen (die zum teil noch nicht bezalt) was gelegen, geschwiegen 



*) Bitter, Deutsche Geschichte im Zeitalter der Gegenreformation u. d. 
dreissigjahrigen Krieges II S. 22. 

•) Staatsarchiv Magdeburg, Niedersachsisches Kreisarchiv Munzsachen 8: 
Acta des General-Probations-Tags im Niedersachsischen Kreise im October 1585 
zu Braunschweig gehalten. 



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163 

der Kaufleute Schade und nachtheil, das derhalben gemelter Admiral 
als ein verstendiger wolte zu gemute fueren und dabeneben einge- 
denk sein, das es teglich sturm und ungewitter was und also leicht- 
lich entweder durch wetter oder wind oder aber durch andere in- 
convenienten merklicher grosser schade der Kaufleute und verderb 
der Schiffer durch allsolich sein des Admirals aufhalten konnte ge- 
scheen. Begerende derhalben, dass er denselben Schiffern ihre 
billige narunge nach ihres weges wolte segeln lassen und passiren 
und als er darnach mir Notario seine bestallung, darin Ihme solichs 
was interdicirt und verbotten hatte lesen lassen und also geiness- 
wegen dahin sich wolte lenken und bewegen lassen habe ich Nota- 
rius ihme daruf angemeldet, das die sembtliche Kaufleute und Schiffer 
sich hiermit wolten bedingt und vorbehalten haben, im fal durch 
alsolich ufhalten einiger schaden in ihren schiffen und guetern Wurde 
wiederfahren, allsolichs auf den Westfriessen wiederumb zu erholen. 
Woruf der Admiral alsobalt wieder geantwortet, wan die Embdere 
auf den Westfriesen tasteten so mochten die Westfriesen wiederumb 
auf die Embdere tasten, bis solange ein offenbar Krieg daraus ent- 
stunde, welches er als ein Kriegsman gar wol leiden konte, also das 
ich Notarius auf dasmal bei ihme nichts habe erhalten noch er- 
werben kunen, und bin also von dannen gescheiden. Geschehen 
sind diese Dinge uf des gedachten Admirals Orlachschiff in beisein 
seins Schreibers auf Jahr und tag als boven stundt unden geschrieben 
Johan Havallingius publicus Notarius 

Collacionirt gegen des vorgenanten Notarii Protocol und damit 
gleichlautend befunden uhrkundt mein Handt 
Aico Bolman Notarius. 

II. 
Schreiben der Stadt Emden an Graf Edzard. 
Wolgeborner grafe, Euer gnaden seind unsere gehorsame under- 
thenige Dienste zuvor, gnediger Herr, Euer Gnaden sollen wir under- 
thenig nicht verhalten, ob wir wohl verhoffentlich vermutet, Ess 
werden der Romisch Kayserlichen Majestat unsers allergnedigsten 
Herrn zusambt der aussschreibenden fursten des niedersechsischen 
und westphelischen Kreises jungst den hollandischen und west- 
friesischen Statten insinuirte mandata in etwas gewirket und auss- 
gericht haben, so befinden wir leider das Wiederspiell, das je mehr 
sie von des Reichs und Euer gnaden stromen abgemanet* je viel 

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164 

hahrter und halsstarriger sie werden und nun nicht allein mit 
Plunderung and beschabung des Reichs und Euer gnaden under- 
thanen zu wasser und zu Lande sich settigen lassen, sondern auch 
gar kein gudt und wahre wie oder welcher gestalt die geschaffen 
sein und wohin oder woher dieselben kommen und verfueret werden 
sollen, von oder uf Euer Gnaden stadt Embden lassen wollen, ja 
auch nicht von Lehr oder der ortter noch dorthin gestatten, also 
dass kein Hamburger, Englischer oder einige andere Bier, Korn, 
getreide ankommen kan oder abe. Und ob wir wohl zu etlichen 
mahlen Notarien und Zeugen derhalb an itzigen westphrisischen 
Vice-Admiral Michael Hagh umb dardber uns zu beclagen, Copey 
seiner bestallung zu begem, auch davon zu protestiren abgefertigt, 
so ist doch solchs alles in den windt geschlagen und vergeblich 
gewesen, letzlich aber nach vielfaltigem anhalten so viel erhalten, 
das der Notarius nur vision und erlesung der bestallung eins theils 
bekommen aber kein datum und beschluss derselben erfahren kunnen, 
viel weniger Copey erlangen, also das wir und gemeine Burgerschaft 
genugsamb belagert und uns die mundt geschlossen ist. 

Hat aber der Vice-Admiral zum beschluss gesagt, dass ein 
ander Commissarius vorhanden, derselbe andere ordenung und bescheidt 
beibringen solte, was dams werden wil, mag die Zeit lehren und 
habens Euer Gnaden zum wahren underthenigen bericht nicht sollen 
unvermeldet lassen. Der almechtige Godt wolle Euer Gnaden zu 
glucklichem Graflichem wolstandt und gesundheit gnedig fristen. 
Datum unter unserm secretsiegil Ano 85 am 8. Octobris 
Euer Gnaden 

underthenige und gehorsame Dienere 

Burgermeistere und Radt 

Euer gnaden stadt Embden. 

m. 

Schreib&n des Grafen Edzard an Markgraf Joachim 
Friedrich, Administrator von Magdeburg. 
Hochwurdigster, Durchlauchtigster, Hochgeborner furst, Euer 
forstliche gnaden seind meine gantz willige dienste bestes fleisses 
und vermugeus zuvor, gnedigster Herr, Euer fdrstlichen gnaden 
iibersende Ich zum tiberfluss hirmit zu, was in kurtzen tagen meine 
underthanen als Burgermeister und Radt meiner stadt Embden der 
Freibeuter trutzes, frevels und muthwillens halben an mich gelangen 



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165 

lassen, darauss Euer furstliche gnaden gnedigst abzunemen, mit was 
durstigen und feindseligen gemuthe sie mir und meinen armen 
Landen und Leuten zusetzen and wie sie der Romisch Kayserlichen 
Majestat mandaten allerdings nicht gehorsamen. Wo nun allerhochst- 
gedachte Romisch Kayserliche Majestat mit der Achts-Execution und 
derselben mandaten also das sie und Hire haab, leib und gueter 
menniglichen frey sein, nicht verfahren, alss zugleich auch die 
defensifhulfi auf das mit ausrustung notturftiger Kriegsschiffe, sodan 
bestellung einer anzal Kriegsvolcks zu Ross und fuesse in zeiten 
anordenung und vorsehung beschehen muge, mir zu statten kommen 
werde, so ist unmoglich, das ich oder meine arme Lande und Leutte 
uns dessen langer erwehren oder aufhalten konnen. Darumb gelangt 
hiemit an Euer furstliche Gnaden meine unterdienstliche bitte, all- 
dieweil mehrhochstgemelter Romisch Kayserlichen Majestat diese 
handelung allerunderthenigst ohn verzug zu erkennen zu geben 
meine unumgengliche notturft erfurdert, Euer furstliche gnaden ge- 
ruhe gnedigst, dieses an Ihre Majestat furderlichst auch zu gelangen 
und dis gantze werck bei derselben endlich dahin zu befurdern, da- 
mit Ihre Kayserliche Majestat doch nunmehr diese arme betrangte 
Grafschaft mit Kayserlichen gnaden in der thadt ansehen und das 
dabey anordnen thun und beschaffen lassen, Was Ihrer Majestat 
allergnedigste vertrostung der Chur- und fursten und Stende gne- 
digete und gnedige vor mich beschehenen intercessiones und vor- 
schlege auch dis beschwerliche, betrubte werck an Ihme selber er- 
furdert und also alss ein loblicher Romischer Kayser mich und meine 
arme underthanen weiter nicht wimmern und weheclagen lassen wolle. 
Solchs umb Euer furstlichen gnaden muglichs fleisses zu verdienen 
erkenne ich mich schuldig, bins auch zu thun bereidtwillig, Euer 
furstliche Gnaden dem Allmugenden in vaterliche hende und be- 
schirmung und derselben mich zu gnaden empfelend. Datum Auwe- 
rich am 11. Octobris Anno 1585. 
Euer furstlichen gnaden 

Underdienstwilliger 

Etzardt Grave und Herr 

zu Ostfriessland manu propria 



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166 

VI. 
Der Vater des David Fabricius. 

Von J. Fr. de Vries, Rector in Emden. 

Die wichtigste Quelle zur Feststellung der Familienverhaltnisse 
des David Fabricius ist sein Calendarium historicum. Aus diesem hat 
zunachst Oberlehrer Dr. Bunte das betreffende Material veroffent- 
licht 1 ), wichtige Daten aus dem Leben des David und seines Sohnes 
Johannes verdanken wir Dr. G. Berthold 2 ), und Archivrat Dr. jur. 
G. Sello hat in der Absicht zu neuen Forschungen anzuregen das 
Bekannte zu einer Ahnentafel zusammengestellt und scheinbare 
Fehlgriffe des Dr. Bunte richtig zu stellen versucht. 8 ) 

Leider konnte uber den Vater des David F. nur so viel er- 
mittelt werden, dass er um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts 
in der Stadt Esens lebte, spater nach Emden zog, sich dort schon 
hochbetagt am 21. Dezemb. 1600 zum dritten Mai und zwar mit 
einer Barbara romissen verheiratete, endlich am 3. Oktober 1608 
im Alter von 82 Jahren in Emden verstarb und auf dem Gasthaus- 
kirchhof daselbst seine letzte Ruhestatte fand. Cber die Herkunft, 
den Namen und die burgerliche oder berufliche Stellung desselben 
konnten nur Vermutungen aufgestellt werden. Wahrend E. Edzards 4 ) 
ihn in unbegriindeter Weise zum Rektor der lateinischen Schule in 
Esens machte, erblickten Dr. Bunte und Dr. jur. Sello in dem lati- 
nisierten und stilisierten Namen und dem Familienwappen des Sohnes 
einen Hinweis auf den Beruf und den vielleicht diesem entnommenen 
Familiennamen des Vaters. Unter Beachtung der Neigung und Ge- 
schicklichkeit des Sohnes fur Schmiedearbeiten, die er bei Her stel- 
lung seiner astronomischen Apparate bekundete, sind beide geneigt, 
den Vater fur einen Grobschmied zu halten und Dr. Bunte bemerkt 
ausdrucklich : „Der ursprungliche Familienname war wahrscheinlich 
Schmidt oder Smidt. a Dr. jur. Sello halt es fur beachtenswert, dass 
von den uns bekannten mannlichen Mitgliedern der Familie Fabricius 
keiner einen friesischen Vornamen fiihrt; in Verbindung 



*) Jahrb. d. Gesellsch. f. b. K. u. vaterl. Altert. in Emden Bd. VIII. 
Hft. 1. pag. 1 u. f. 

*) G. Berthold, der Magister Johann Fabricius u. d. Sonnenfl. Leipz. 1894. 

*) G, Sello, Dr. j., des Fabricius Karte von Ostfriesld. u. andere Fabriciana 
im Oldenburger Archiv. Norden 1896. — p. 40. 

*) Friesisch. Jahrb. 1867. 



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167 

mit dem Umstand, dass sowohl David wie sein Sohn Johannes in 
Braunschweig die Schule besuchten, konnte dies nach seiner Mei- 
nung auf eine Einwanderung deuten, und wenn etwa Davids Vater 
dem Gelehrtenstande angehort hatte, so ware vielleicht der Gross- 
vater als Schmied anzusetzen. Alle weiteren Vermutungen wurden 
abgebrochen in der Hoffnung, dass vielleicht durch einen gliick- 
lichen Fund die Sachlage klar gestellt werde. 

Ein Bericht uber ein paar kleine Funde dtirfte daher nicht 
unwillkommen sein. Nach alt-ostfriesischem Brauch tragt der erst- 
geborne Sohn fast ausnahmslos den Namen des Grossvaters vater- 
licherseits. Da nun des David F. Erstgeborner Johannes heisst, so 
diirfte der Vater des Predigers und Astronomen denselben Vornamen 
Johannes, Johan, Jan gehabt haben. Diese Vermutung wird gesttitzt 
durch einige Notizen in dem Kalendarium historicum verglichen mit 
denen im Eheprotokoll der reformierten Gemeinde in Emden. 1 ) 
Das Kalendarium berichtet unter dem 2. Febr. 1596 die Verlobung 
eines Bruders des Predigers, namens Bernhard, mit einer Claske aus 
Emden. Nach Emder Sitte und Eheordnung 2 ) musste der Verlobung 
nach sechs Wochen die Sfientliche Kopulation in der Kirche folgen. 
Wenn nun das kirchliche Eheprotokoll vom 18. April 1596 als 
Neuvermahlte einen Berent Johans und eine Claeske, Peter van Jem- 
mingum dochter auftiihrt, so ist unter Berent Johans ohne Zweifel 
der oben erwahnte Bruder Bernhard zu verstehen und der Familien- 
name Johans, d. i. Sohn des Johan, berechtigt zu dem Schluss, der 
Vater beider Bruder habe Johann geheissen. Von einem anderen 
Bruder des Predigers berichtet das Kalendarium als Bandbemerkung 
zum 17. Juli 1597: „nuptiae fratris mei Joh. et uxor Annae filiae 
Adriani schulmeisters Embdae", das Emder kirchliche Eheprotokoll 
vermerkt unter demselben Datum die Heirat von Johan van Esens 
vnd Anna Adriaens, am 1. Okt. 1620 aber verheiratet sich Anna 
Adrians S. (salige) Jan Janssens van Esens wedewe mit einem Lub- 
bert Berents. 8 ) Offenbar ist Johan van Esens und Jan Jansens von 
Esens dieselbe Person: der Bruder des David F. und des Berent 



*) Protocollum der Eheluiden so nach ordentlicher publication in der 
gemeyne ordentlick in der Ehe sint bestediget geworden anfangende den 2. July 
Anno 1587 — 26. Dec. 1619. Archiv d. Gr. Kirche in Emden. Pergmtbd. in fol. 

*) Emder Ehe-Ordniengh v. 26. Jnni 1596. 

•) Eheliiden Protocollum etc. vom 2. Janr. 1620 — 1675 incl. im Archiv 
d. Gr. Kirche in Emden. Pgmtbd. in fol. 



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166 

Jehans; w&hrend aber Berent den Vornamen des Vaters als Fami- 
liennamen tibernommen hat, dtirfte Jan oder Johann Janssen den 
vollstandigen Vor- und Zunamen des Vaters fuhren. 1 ) 

Im Jahrbuch der G. f. b. Kunst Bd. VI, 2 Hft. p. 113 teilt Dr. Bunte 
aus dem Ealendarium folgende Bemerkung des David F. zum 21. 
Dez. 1600 iiber die dritte Heirat seines Vaters mit : „Eodem die pater 
meus duxit 3 [tertiam] uxorem Barbaram romissen"; das kirchliche 
Eheprotokoll ftihrt an demselben Datum eine „ Barbara Thomas" auf. 
Es lag nahe, bei dieser Ahnlichkeit an einen Lesefehler zu 
denken. Bei genauer Priifung der Originalnotiz im Ealendariom 
ergab sich, dass Dr. Bunte irrtiimlich romissen statt tomessen ge- 
lesen hat. Wahrend nun das Kalendarium den „pater mens 14 und 
„Barbaram tomessen" nennt, verzeichnet das kirchliche Eheprotokoll: 
„Johan Jansen va Esens vn Barbara Thomas" — also neben dem 
Namen der Stiefmutter den vollstandigen Namen des Vaters des 
Predigers und Astronomen Dauid Fabricius. 2 ) 

Dass Archivrat Dr. j. Sello als Geburtsjahr des Vaters 1516 
angiebt, beruht wohl nur auf einem Rechenfehler ; es muss 1526 
heissen. Ein zweiter Lesefehler ist Dr. Bunte untergelaufen bei der 
Notiz im Kalendarium zum 20. Febr. 1597. Dr. Bunte hat gelesen: 
nascitur Embdae filia Henrici Krudener, mines swagers et Gerdrud 
uxoris etc., das Original hat: nascitur Embdae filia Alrici Kru- 
dener mines olde Swagers vn Gerdrud ux. Ao. 1597. 20. Febr. 



') Der Bruder Johan wurde bislang fur einen Schiffer gehalten, da er 
1596/97 eine grossere Seereise machte; das Eheprotokoll des Emder Rathauses 
verzeichnet zum 14. Mai 1597: Johan van Esens kriidener und Anna Aeryaens, 
des Adriany schoelmeisters dochter, die angeuers des brugegams vnd brudts 
broed. Darnach war er nicht Schiffer, sondern Krautner. 

") Das Eheprotokoll des Emder Rathauses Nr. 3 von Ao. 1600—1603, in 
welches die ehelich Vcrlobten kurz vor der kirchlichen Proklamation einge- 
tragen wurden, schreibt unter dem 29. Novbr. 1600 p. 23: Johan van Esens 
vnd Barbara Thomas. Die Angeuer (d. i. der Zeuge, Btirge) Johan van Loquard 
organista. Dieser Organist Johan van Loquart heisst im kirchlichen Eheprotokoll 
vom 24. April 1597 Johan Thomas va Loquart; er verheiratete sich mit Stine 
Adrians scholm. dochter, wahrend (wie bereits bemerkt) Johan van Esens der 
jungere mit der anderen Schwester Anna Adriaens die eheliche Verbindung ein- 
ging. Der Organist Johan Thomas van Loquart war der Sohn des vormaligen 
Pastors Thomas Nataneus von Loquard (S. Reersh. Pred. Denkm. p. 274), 
Barbara Thomas, die dritte Ehefrau des alteren Johan va Esens, ohne Zweifel 
die Predigerstochter, die Schwester des Organisten und „Angeuers a Johan 
Thomas van Loquart. 



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Durch diese Verwechslung der Namen hat sich Dr. Bunte verleiten 
lassen, noch eine dritte Schwester des David F., namens Gertrud 
anzunehmen, die mit Hinrick Krudener verheiratet gewesen ware. 
Dr. Sello will die Gertrud nicht als Schwester gelten lassen, aber 
weder er noch Dr. Wagner haben das Ratsel zu losen vermocht. 

Nach der Notiz vom 21. August 1598 war die Schwester Janneke 
mit Alrick Krudener verheiratet gewesen ; sie starb am 1. Marz 1595. 
Der Witwer Aelrick Jan sen verheiratet sich am 25. Januar 1596 
mit Gertrudt Tonnis 1 ), ihnen wird am 20. Febr. 1597 eine Tochter 
geboren, Alrick Krudener stirbt am 21. August 1588 uud hinterlasst 
Gertrud als Wittwe, die dann noch wieder als verheiratet aufge- 
fiihrt wird im Eheprotokoll vom 15. Febr. 1601, wo es heisst: 
Johan Hilwers vnd Gertrudt S. Aelrick Krudeners wed. 

Dass es unter den mannlichen Mitgliedern der Familie Fabri- 
cius keinen giebt, der einen friesischen Namen fuhrt, braucht wohl 
nicht widerlegt zu werden, da wir neben David die Bruder Berent 
und Jan kennen gelernt haben. 

Mit dem Namen Jan oder Johann Jansen va Esens machte ich 
mich auf die Suche, um auch den Stand oder das Handwerk des- 
selben feststellen zu konnen. Im Emder Burgerbuch kommt der 
Name Johan Jansen in der letzten Halfte des 16. Jahrhunderts 
mehrfach vor, ohne gerade auf den Vater des David Fabricius zu 
deuten ; am 18. Juli 1593 wird ein Johan van Eesens Emder Biirger, 
Stand und Beruf sind nicht genannt, aber die Confirmation der 
Vierziger vom 19. September 1593 hat unter den nach Gilden 
verzeichneten Unterschriften einen Jan Jansen Schmidt als Mitglied 
der Schmiedezunft, und ich zweifle nicht, dass damit der Name und 
der Beruf unseres Johan Jansen van Esens bezeichnet sind, wenig- 
stens wiirden dazu der Name Faber und der gekronte Hammer im 
Familienwappen vorzuglich passen. 2 ) Der Schmied Jan oder Johan 

l ) S. Eheprotokoll d. ref. Gemeinde in Emden v. 1587—1619. — Dass 
Aelrick Jansen der Aelrich Krudener sein muss, geht deutlich aus dem 
Eheprotokoll des Emder Rathanses hervor, wo die Witwe des Alrich Krudener 
ausdrucklich Gertrud Tonnis genannt wird. Am 3. Januar 1601 heisst es: 
Jan Hilwers vnd Gertrud Tonnis salige Tonnis ohers nagelatene dochter vnd 
salige Alrich krudeners wedwe. (Ehepr. III. p. 28.) 

') Auf den gekronten Hammer scheinen die Emder Schmiede von alters 
her nicht wenig stolz gewesen sein, er findet sich noch heute fiber der Thur 
des alteu Schmiedezunfthauses hinter der Halle, auch besagt der Vers einer 
Gildetafel der Emder Schmiede in den Sammlungen der „Kunst a : 



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Jansen findet sich fiberdem zum oftern in einem Protokoll der Emder 
Schmiedezunft von 1592— 1602. 1 ) „Ao. XV C 94 vp Johanny* begeg- 
net er uns als „hulper a oder zweiter Altermann unter dem Namen 
Johan Jansen (Prot. d. Schmiede p. 25.), am 3. Juli 1595 wird 
Johan Jansen erster Altermann nnd bescheinigt „den 4. dach yulij" 
durch eigenhandige Unterschrift : „Jan Janss a die Ubernahme des 
ihm zur Verwaltung (iberwiesenen Zunftvermogens (Prot. d. Schmiede 
p. 31.). Am 2. Juli 1596 finden wir nochmals die eigenhandige 
Unterschrift „Jan Janss a (p. 37.), am 11. Juli d. J. „hebben de older- 
lueden als Johan Jansen vnde Davidt Jansen Mesmaker rekenscup 
gedan, also dat Johan Jansen smydt ys afgegaen." Den neuen Alter- 
leuten werden „thogerekent yndt redt gelt vnde schulde suver gelt 
de summa van ses hundert acht vnde fyfftich gulden a 10 sch. dar- 
tho twe sulvere beker etc. (p. 38). 

Schliesslich findet sich der Name Jan Jansen noch einmal in 
einem Verzeichnis freiwilliger Gaben der einzelnen Zunftmitglieder 
zur Tilgung einer der Stadt Emden durch Ankauf der Herrlichkeiten 
Up- und Wolthusen erwachsenen Schuld, datiert vom 16. Dezemher 
1600 (p. 53). Wahrend die meisten Meister einen, hochstens drei 
Gulden zeichnen, leistet Jan Jansen mit funf andern einen Beitrag 
von sechs Gulden, darnach scheinen seine Vermogeusverhaltnisse 
ziemlich gunstig gewesen zu sein. 

Nach dem alien steht fest: David Fabricius Vater hiess 
Jan Jansen; der Sohn flihrte den gekronten Hammer, das 
beliebte Zeichen der Emder Schmiede, in der vordern Halfte 
seines Wappens, Jan Jansen gehorte zur Zeit als Johan, 
Jan Jansen va Esens sich in Emden verheiratete, zur 
Emder Schmiedezunft; der Schmied Jan Jansen ist ohne 
Zweifel Jan Jansen va Esens, der Vater des Predigers und 
Astronomen David Fabricius. 



Men bouwt huizen, Castelen of enige Fondamenten, 
De Smeden maken de eerste Instrnmenten. 
Darnm mag het haar gebeuren, 
Dat zy de krone boven de hamer voren. 

l ) Protokoll der Emder Schmiedezunft von 1592—1602 in der Bibliothek 
der Kunst, Mannskr. Nr. 166 in 4 g . 



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171 

vn. 

Scbreiben des Landsknechts Hans Bloemhoff au8 der Zeit des 
dreissigjahrigen Krieges an Biirgermeister und Rat der Stadt 

Emden, 

mitgeteilt von J. Fr. de Vries. 

Ehrnveste wolweisse hochgelerte herrn Borge Meistere 
vndt radt der stadt Emden. 
Es seindt meine vnderdanige dinste zu Aller Zeit willig bereidt, 
Meine gebettende herrn Ich kan ausz groszhochdrungender nodt 
nicht vnderlaszen, meine herrn, Meine noet zu erkennen zu geben, 
wie das ich mich al mein lebent lanck habe laszen saur werden, 
mein brodt mit Ehren zu vordienen Nu aber godt sei es geklagdt 
Jch von mansfeldt bin gansz verdorben, vndt mein armodt, welches 
Ich al mein lebent lanck mich habe saur laszen werden In fremden 
landen bey konigen vnde vorscheidene forsten grauen vnde stedde: 
bei I. Koniglich M: In polen auff 3 vorscheidene ortten, alsz: pos- 
zen, lublin, frauwenstadt ; In der schleiszige bey hertzog wenszlauus ; 
In Heszen In der wederauw bey graff ernst von solms ; zu lichte bei 
graff ernst; zu hanauw bei dem graue zu stolborch; zu ranstadt 
bei dem palsgrauen Friderico; zu manheim bei die reingrauen; zu 
aldens bei dem Curuorsten von tryer, zu Oudens bei dem Curuorsten 
von coin; zu dies bei der stadt coin; bey dem hertzog von Cleue 
zu huszen; bey der stadt Zwol, bey der stadt Deuenter, bei dem 
graven zu oldenborch zu Jeverden, bey der stadt leuerden, bey dem 
grafien von ostfrislandt, bey der goden stadt emden, Nu aber, godt 
sei es geklagdt, Mein vbriges heuftlein, welches ich noch habe zu 
behalden gehadt, zu der sehe gewaget, part vnd goet In petter 
hendricks schip vor 3 Jahren auch vorloren vndt alles quidt ge- 
worden vor roszel 1 ), also das meine meddelen gans vorloren sein 
vndt lange Jaren mit meine handt arbeit nicht vordinet habe, so 1st 
meine gebettende herrn wolbewost, das ich alhir an eines Ehrlichen 
olden borgers dochter bin gehulckt, alrich burmansz dochter kindt 8 ), 
vnd der libe godt vns mit kinderkens begifltiget, so das meine frauw 
bey mir vndt Ihre liben kindern Ihre wolfart mus beisetzen vndt 



*) La Rochelle an der Westkiiste Frankreichs. 

*) Hansz BloemhofF verheiratete sich am 19. Dezember 1624 mit Bekhe 
Jaspers. Sal. Berendt Joosten van Stryp Witwe (Eheprotok. d. ref. Gem. in 
Emden.) 



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172 

Ihre godern also krencket, das ich langer kein auskunft weis, gleich 
meinem herrn borger Meister Zwalm 1 ) auch wol bewost ist, das mit 
afdrach Ihre vorigen kindern auch hadt muszen aus Ihre godern 
den kindern vber die 2000 gulden zu legen. Ist derhalben an meine 
hochgebedende herrn alle samptlick mein sehr gantz vnderdanliches 
demodiges bitten : Meine herrn, die wollen mir von dage oder mor- 
gen, wen dar Ein Ehrliches officien mochte vor vallen, mit begiff- 
tigen, auff das ich mein frauw vndt kindern nicht mochten gans 
vndt gar In armodt racken ; bitte meine hochgebettende herrn wollen 
bei mir thun, als ein Jder gerne wollte das gott bey im thun solte, 
wen, meine libe herrn, mir die nott nicht darzu erforderde, Ich 
wolte libe herrn darmit nicht beschweren; hoffe zu gott vndt 
meine herrn werden Ewr libes hertz bewegen vndt mir gutten ges- 
sellen vorthelffen. Meine herrn helffen so mangen fort, gott wirdt 
es vmb einen Idem wider vorgelden, Ich habe keine, Meine liben 
herrn, die vor mich lauffen vndt bitten, wie wol meine herrn auch 
weinig darmit gedient ist, drumb mus ich das haupt ansprechen 
vndt bin von meine libe herren als godes vorwachten, wil meine 
gebettende herrn alien samptlich In die gnade gotten befohlen haben, 

hans plumhoff, 

Ewr Ehrniienst! wolweiszen hochgelerten 

vnderdaniger gehorsamer diner. 

Aufschrift: An die Ehrveste wolwise hochgelerte herrn Borger 
Meistere vndt radt der stadt Emden, Meine groszgenstige gebetende herrn. 

Yon anderer Hand darunter : Hans Blumhofi. - Ohne Ort u. Datum 
— (Acta Emdensia. Man. der Ges. f. b. K. u. vaterl. Alt., No. 37.) 



VHI. 
Be80ldung8klage eines Predigers in der 2. Halfte dee XVII. Jabrb. 



Bewye, Dat bet een Predikant met sijn Huyevrouw alleen niet 
mogeiick en is op 500. guldens eerlijk te (even; want by noot- 

sackelijk 'e Jaers dit voigende van doen heeft. 
A En Broot 36-0- 

Aen twee vierendeel Boter met den Impost 48-0- 

Aen Kaes, soo koeye, witte, groene, Soetemelcx, en wat 

Werme Saen 4-0- 



l ) Burgermeister Bernhardns Swalve D. von 1623—1649. 



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173 



Aen een vierendeel van een Os, een half Varcken, vier 
Bouten a 2 gulden, acht Hoenderen a 15 stuyvers, 
tien paer Duyven a 4 stuyvers het paer, drie-en-dertigh 

pont Huspot 50-0- 

Aen varsche en gesoute Vis, Stockvis, Haringh 20-0- 

Aen vyf-en-twintigh pont Ryst, Haver en Gort 5-0- 

Aen Eerwetten en boonen, so groen en droogh 4-0- 

Aen Warmoes, Rapen ende allerley Wortelen en Kool 6-0- 

Een Schepel Boeckweyte Meel 3-0- 

Aen 20 pondt Tarve Meel 2-0- 

Appelen, Peeren en ander Fruyt 10-0- 

200 Eyeren, a 2 guld. 't hondert 4-0- 

Aen allerley Melck en Room 10-0- 

Peper, Gember, Nagelen, Foely en ander Kruyt 9-0- 

Suycker en Sieroop 3-0- 

Aen allerley Salade 2-0- 

Een halve sack Sout met Impost en t'huys brengen 2-0- 

Azyn 2-0- 

Oly van Olyven 2-0- 

Acht half Vaten Bier met Impost en t'huys brengen 30-0- 

Hondert en twintigh Manden Turf met het opdoen 27 

gulden, en 13 gulden aen Hout, te samen 40-0- 
Een Half Aem France Wijn met den Impost en t'huys 

brengen 20-0- 

Aen Licht, soo Kaerssen als Lampen 12-0- 

Mostaert en Swavelstock 1-0- 

Zeep 7-0- 

Styfsel 2-0- 

Potten en alderley Aerdewerck 2-0- 

Aen de waster en Schoonmaeckster met de kost 12-0- 

Feylen, Besemen, Boenders, Kalck, Swartsel, Schulpsant en 

Bicksteen 2-0- 
Tot onderhoudt van Huysraet, soo Yser, Koper, Tin Bedden 

en Dekens 12-0- 

Aen Brief-loon 1-0- 

Aen Reys-gelt 10-0- 

Aen Doctor, Apotheker, Barbier, met Scheeren, Laten, en 

Dranken 10-0- 

Aen Boecken, Papier, Pennen, Inckt en Courant, 25-0- 



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174 

Aen den Armen 10 gulden 's Iaers, 't is ruym een 
halve stuyver daegs, de Yrouw en mach de Diaconen niet 
laten voor by gaen, alsoo de Man alle Predicatien de 
Gemeente tot mildadigheydt vermaent, soo moet sy een 
goede voorganghster wesen, of daer sonde van de Diaconen 
op ghelet worden, die mochten hem dan van gierigheit 
beschuldigen, ende volgens dien voor een Afgoden Dienaer 
schelden. 10-0- 



Somma - 421-10 



Den Apostel Paulus seyt, die den Altaer dient, moet' er af 
leven, den Arbeyder is sijns loon waerdig, en men moet den Os die 
dorsche, den mondt niet toe binden, waerum en versiet men onse 
Geestelijcke Arbeyders, die als Wachters over onse Zielen gestelt 
zijn, niet met een eerlyck Salaris, op dat se mogen, gelyk van haer 
vereyscht wert, Gastvry zyn, en by de lieden eerlyck te verschijnen, 
men behoort te gedencken dat Samuel een Zijden rock droegh, 
1 Sam. 28. 14. 

Wy sullen de Eleederen stellen met haer toebehooren, ende deselve 
wat particulariseeren. 

T\e Man alle twee Iaer een kleet, dat kost 40 guldens 
** jaerlijcks 20-0- 

Om de 10 Iaer een Mantel van 60 guld.'s jaers 6-0- 

Om de 10 Iaer en Tabbert van 40 guld.'s jaers 4-0- 

Om de vier Iaer een Hembtrock van 8 guld.'s jaers 2-0- 

Aen Somer en winter Hantschoenen l-O- 

Iaerlijcks aen Schoenen en Muylen voor haer beyden 8-0- 

Aen boven ende onderkousen voor haer beyden 7-0- 

Tot een Hoet, 's jaers 3-0- 
De Vrouv om de tien Iaer een Huyk van 40 gulden, Iaerlijcks 4-0- 

Alle 20 Iaer een Vlieger van 60. guld. Iaerlijks 3-0- 

Alle drie Iaer een Bock van 24 guld. Iaerlijks 8-0- 

Alle drie Iaer een Jackjen van 18 guld. jaerlijcks 6-0- 
Alle twee Iaer een Borst met Mouwen van 12 gulden 

Iaerlijcks 6-0- 

Alle drie Jaer een Borstrock van 6 guld. Iaerlicks 2-0- 

Somma - 80-0- 



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175 

Hier is noch niet gestelt voor Lint in de Broeck, en Vetera in 
Schoenen, Messen, Kannen, Kranen, Kammen en veel dinghen die 
men alles niet en kan bedencken, das hier voor memorie. 

Voor het Linden Iaerlijks. 

TToor Man en Vrouw yder een Hembt 8-0- 

En paer slaep Lakens 8-9- 

Voor hals Neusdoecken en Befien 12-0- 

Voor Neusdoecken in de sack 3-0- 

Twee Fluynen 4-0- 

Een Pelue Laken 2-0- 

Twee Servetten 2-0- 

Mutsen, Huyven, en Doeckhuyven 3-0- 

Aen Nachthals Doecken 1-0- 

Vlechtsnoeren 0-6- 

Een drooghdoeck 0-8- 

Dasjes en Mans Mutsen 2-0- 

Somma - 45-14- 
421. 10. 
80. 0. 
45. 14. 



Somma 547. 4. 
En voorts andere dingen die om kortheyt werden overgeslagen, 
wort in bedencken gegeven, als een Predikant met sijn Huysvrou 
alleen soo vele noot sakelijck van doen heeft als hier boven gestelt 
is, hoe bekommert dat die moeten leven die belast zyn met veel 
kinderen, en anders geen middelen van haer selven hebben. 

Tot Delft, by Fieter de Menagie, aldernaest de goede Hoop, 1682. 
Den sesden Druck. 1 ) 



IX. 
Ostfriesische RechtssprichwSrter. 

Von C. Dirks en, Lehrer in Meiderich. 
1. 
De bror tastd mit beide hannen to, de siister mit 6n — 
wortlich aus dem ostfriesischen Landrecht. Die Erklarung giebt 
das Landrecht S. 314: 



l ) Loses Druckblatt im Archiv der hiesigen Grossen Kirche. 



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176 

Een Broeder nimpt so voele alse twee Sftsters and twee 
Siisters so voele als ein Broeder. 
Und zwar tastet der Bruder mit zwei Handen gegen die Schwester 

a. in die elterliche Erbschaft (v. Wicht B. 2, Kap, 4 f 
S. 314; Kap. 56, S. 370; Kap. 88, S. 395. 396; 
Kap. 89, S. 397), wofern nicht die Eltern im Testamente 
ein anderes ausdriicklich verordnet haben (Buch 2, Kap. 
57, S. 371), 

b. in die unbeerbte Nachlassenschaft der Geschwister (Buch 
1, Kap. 124, S. 264), 

c. in die beerbte Verlassenschaft , wenn namlich die 
Schwester von dem Herde oder dem Bruder bereits ab- 
geteilt worden ist (Buch 2, Kap. 118, S. 420). 

Wenn der Bruder zwei Teile gegen die Schwester nimmt, so muss 
er auch zwei Teile von den Schulden bezahlen (Landrecht B. 2, 
Kap. 90, S. 398). 



2. 

De bloderge hand nimd gin arfskup (auch: diird gin arfe 
wesen). 

„bloderge hand" steht fur: Morder. 
Der Morder darf nicht Erbe sein. 
Wie die Paromie zu verstehen ist, zeigt das ostfr. Landrecht in 
B. I, Kap. 139 und B. II. Kap. 128: Wanner de Soene den Vader 
doit schleit, off de eine Broeder den andern, de mach dairtho geen 
Erffgenaem wesen und neen Loffguit van oene untfangen; dan de 
bloedige Hant mach geen Erffgenaem wesen. 

Der Begrifi „ bloderge hand" ist dahin zu erganzen, dass auch 
die Kinder und Enkel des Morders in vorliegendem Falle nicht Erbe 
sein konnen. (Ostfr. Landrecht II. Kap. 128.) 



3. 

De fldchtige f6t makd de schiildige man. Die bei ten Doorn- 

kaat in Bd. I. auf Seite 517 vorkommende Paromie ist dem ostfr. 

Landrecht Bd. I. Kap. 112 entlehnt, wie folgende Stelle zeigt: 

Wente de flttchtige Voit maket den schuldigen Mann (von Wicht 



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177 

S. 239). Auch die peinliche Hals- oder Gerichtsordnung Kaiser 
Karls Y. vom Jahre 1533 teilt die in obiger Paromie ausgesprochene 
Ansicht, indem sie ebenfalls die Flucht eines Angeklagten zu den 
„gemeynen argkwonen vnd anzeygungen, so sich auf eine missethat 
ziehen", rechnet. Es heisst da (Ausgabe von Miiller S. 24): Zum 
sibenten, so jemant eyner missethat halb fliichtig wiird. 

Obige Rechtsparomie hat in Tunnicius' Sprichwortersammlung 
unter Nr. 245 folgenden Wortlaut : De vor vliit, dat is de schuldige. 



4. 
De freen wil, mat erst fttdenen. 
„£rst fttdenen, dan frden", ist darnach die Kegel, 
utdenen heisst: 

a. die gesetzliche Zeit dienen, 

b. hinlanglich lange dienen, urn die fdr den kdnftigen Beruf 
notigen Erfahrungen zu sammeln. 

Die Redensart wird beispielsweise von der Hausfrau angewandt, 
wenn die Magd ihr erklart, dass sie einen Brautigam habe und 
dieser wiinscht, sie ab und zu besuchen zu diirfen. Die Hausfrau 
will damit sagen: Wer eine Pflicht ubernommen hat, hat dieselbe 
zu erfullen und kann nicht frei fiber seine Zeit verfiigen. 

Man wendet die Redensart indes auch jiingeren, heiratslustigen 
Personen (Burschen und Madchen) gegeniiber an, welche wahrend 
einer kurzen Dienst- oder Arbeitszeit unmoglich die fur ihren kiinf- 
tigen Beruf erforderlichen Eenntnisse sich haben aneignen konnen. 
Das meiste Ungluck in den Haushaltungen riihrt gerade daher, dass 
der Mann oder die Frau ihrer Aufgabe nicht gewachsen sind. 

Als Rechtssprichwort aufgefasst, vertritt es die irrige Ansicht, 
dass das Gesinde nicht befugt sei, wegen einer sich ihm darbietenden 
Gelegenheit zur Yerehelichung das noch unbeendete Dienstverhaltnis 
abzubrechen. Das ostir. Landrecht bestimmt in B. H. Kap. 283 
ausdriicklich, dass eine Magd, welche sich zu verheiraten beabsich- 
tigt, ihren Dienst sofort verlassen darf; der Enecht allerdings ist 
verpflichtet, bis zu Ende derselben zu bleiben, jedoch muss ihm sein 
Herr drei Tage zur Hochzeit geben. 

Nach dem Sachsenspiegel B. II. Art. 33 (Ausgabe von Miiller 
S. 80) ist in vorliegendem Falle auch der Knecht berechtigt, das 
Dienstverhaltnis zu losen. Es heisst daselbst : Welcher freyer Knecht 

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178 



ein ehelich Weib nimmt der mag wol aus seines Herrn 

Dienst kommen. 



5. 

De held, is net so slim (d. h. gerade so schlimm) as de d'r 
steld. Berthold I 217, 6: Der da verhilt der ist ein dieb als wol 
jener, der da stilt. Freidank, Bescheidenheit (Ausgabe von Bezzen- 
berger) 46, 23. 24: 

Swa ein diep den andern hilt, 
da enweiz ich, weder me stilt. 

Darum: 'n heler un'n d6f horen mit'nander an de galg'. — 

Ein anderes Sprichwort behauptet, dass der Hehler schlimmer 
sei als der Dieb : 'n heler is slimmer as'n d6f (ten Doornkaat Kool- 
man B. 2, S. 13), denn: War gin helers (im nordlichen Teile Ost- 
frieslands : halers) siint, dar sunt ok gin stelers (ten Doornkaat Kool- 
man B. 2, S. 13). Gleicher Ansicht ist, wenn auch auf Grand 
einer andern Voraussetzung, der Renner 4021 : 

Noch schuldiger ist iener, der da hilt, 
denn iener der mit sorgen stilt. 

Der Sachsenspiegel verlangt auf Grand dieser Anschauung in 
B. II Art. 13, dass der Hehler dieselbe Strafe erhalte, wie der 
Dieb: „Wer Diebe behauset oder Raub behelt, oder einen mit 
Hiilf dazu sterket, wird er des uberwunden, man sol iiber ihn richten 
als liber jenen, der es selbst gethan hat." Die auf den Diebstahl 
festgesetzte Strafe ist aber — bei Tage begangene, leichtere Falle 
ausgenommen — nach den Anfangsworten desselben Artikels, der 
Tod durch den Strang: „Den Dieb sol man hencken" (Ausgabe von 
Miiller S. 69). Das ostfr. Landr. bestimmt in Buch 1 Cap. 62: De 
mit Deverie betegen wert, de sal dat mit Gelde eder mit sinem 
Halse beteren. 

.* 
6. 
Dat is ok gin horkind! von Vater oder Mutter zur Antwort, 
wenn es heisst : dieses oder jenes Kind braucht diesmal keinen Apfel, 
kein Kleidungsstuck etc. zu haben. Aussereheliche Kinder genossen, 
wie wir aus dem Schwabenspiegel (376, 2), dem Sachsenspiegel 
(B. I Art. 36) und dem ostfr. Landrecht Buch II, Cap. 1 erfahren, 
Bait den iibrigen Kindern nicht die gleichen Anrechte. Kinder ge- 



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179 



meiner Huren waren von der Erbschaft vollstandig ausgeschlossen 

(Landr. B. II Cap. 1.) 

* * 

7. 
„Twe ofer en is moren* entgegnet der von zwei Kameraden 
gleichzeitig angegriffene Knabe. Meine Vermutung, dass obiges 
Sprichwort dem ostfr. Landrecht entlehnt sei, habe ich nicht be- 
statigt gefunden; dennoch glaube ich die Ansicht aufrecht erhalten 
zu sollen, dass wir es hier mit einem fruher giltigen Rechtssatz zu 
thun haben, dessen Sinn ist: Wenn zwei Personen wegen vorsatz- 
lichen Mordes einer dritten Person angeklagt sind, so konnen die- 
selben sich von vornherein nicht darauf berufen, dass sie sich in 
der Notwehr befunden hatten. „Zw6ne sint eines her", wie Hart- 
mann im Iwein 4329. 5350. 6636 und an andern Stellen richtig 
bemerkt, „diu liute habent sich dar an." 

8. 
't bekiken is umsunst. 

Das Besehen einer Ware verpflichtet nicht zum Kaufe der- 
selben. Thol, Handelsrecht § 71 ; Brinkmann, Lehrbuch des Handels- 

rechts § 85 Anmerkung 2. 

* * 

* 

9. 

De olste deld, un de jiingste weld. Bei der Teilung eines 
Nachlasses unter mehrere Erben soil der alteste derselben die Teile 
bestimmen, der jungste aber wahlen diirfen. Das ostfr. Landrecht 
sagt darttber B. II Cap. 88: 

Wo Siister und Broeder sinnen, de Erve, Lant, Sant, Huiser, 
Warve, Gelt und Geschmeide tho delen hebben, un de Suster nicht 
utboedelt sinnen by oerer Oldern Levent, so sail de oldeste Broeder 
sett en, de jungeste Suster und Broeder kesen u. s. w. 

Dieselbe Vorschrift findet sich Schwabensp. 26, Sachsenspiegel 

HI Art. 29 u. Sachs. Weichbildrecht 26 § 2. 

* * 

10. 
Man un wif is en Iff; auch: slapen twe unner en deken, leren 
's ok bold en spreken und ahnliche Sprichworter reden von dem 
innigen Verhaltnis, in welchem Mann und Weib zu einander stehen 

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180 

und von dem gewaltigen Einfluss, den beide Teile nach der guten 
oder schlechten Seite auf einander auszufiben imstande sind, so dass 
beide gewissermassen „eine Person" oder, wieMatth. 19 steht, „ein 
Fleisch" sind. Wohl jeder hat beispielsweise schon die Erfahrung 
gemacht, dass ein braveshWeih einen verrohten, wenn nicht geradezu 
verkommenen Menschen, zur Einsicbt gebracht. „De mut trauen", 
heisst es in nicht seltenen Fallen, „fillicht word't dan beter mit 
hum. tf Yon dieser Thatsache lasst sich offenbar auch das friesische 
Recht leiten, wenn es bestimmt, dass ein lediges, sonst unbeschol- 
tenes Fraaenzimmer, dem Yater und Mutter gestorben sind, einen 
Verbrecher selbst von der Todesstrafe durch das Versprechen, ihn 
zum Manne zu nehmen, befreien konnte. Den betr. Passus finden 
wir im 10. Buch von Wiarda's ostfriesischer Geschichte § 13 mit- 
geteilt; er lautet: 

Dit is recht : Waerso dat men enen Dief vanget end men hem 
dan brenget toe rechte so verordeelt men hem. Daerna so mach 
den Dief voerantworden een mundeloos Magedeken, dat is, die Vader 
noch Moeder en hevet, die mach den Dief nemen toe enen echten 
Man. Wyll syt anders doen, ende dat mach men haer nyet wey- 
geren, ende soe is die Deef vry daer mede ende quit. 

Es moge noch bemerkt werden, dass am 1. Aug. 1571 ein 
junges Frsruenzimmer in Emden von diesem Recht Gebrauch machte. 

AIs Quelle des Sprichworts betrachtet man gewohnlich folgende 
Stelle in Cap. 6 des Schwabenspiegels: 

Man unde sin wip die ein reht unde redelichen zer 6 chomen 
sint, da ist niht zweiunge an, si sint wan ein lip. 



X. 
Anfrage. 

Tjaden verzeichnet in seinem „Gelehrten Ost Friesland" III (1790) 
S. 100 unter den Handschriften Ulrichs von Werdum: „Res 
Frisiae. 55 S. in 4. Auf dem Titul stehet: sequentes Antiquitatum 
Locunae descriptae ex Manuscripto veteri Petkumi Anno 1659. mense 
Octobri. U. v. Werdum. a Was 1659 eine alte Handschrift war, 
musste doch mindestens urn 100 oder 150 Jahre zuruckliegen. Ist 
vielleicht ein Leser in der Lage, fiber diese Schrift, die langere Zeit 
vergeblich gesucht wurde, Auskunft zu geben? 



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Bericht fiber die Qesellschaft vom 1. Mai 1895 bis 
zum 1. September 1897. 

In dem Bestande ihrer Mitglieder und in der Zusammensetzung 
ihres Vorstandes bat die Gesellschaft wahrend des verflossenen Zeit- 
raumes nicht unbedeutende Veranderungen erfahren. Das Hinscheiden 
hatte sie zu beklagen ihres Schriftfiihrers, des Hrn. Pastor Pleines, 
der seines Amtes in unserer Mitte seit mehr als 50 Jahren mit 
unermudlicher Treue fast bis zu seinem Todestage waltete : er starb 
nach kurzem Unwohlsein im 86. Lebensjahre am 3. Februar 1896, 
nachdem er das Protokoll der Sitzung vom 28. Januar mit ge- 
wohnter Gewissenhaftigkeit und Ausf&hrlichkeit ausgearbeitet und 
auch noch die Einladung zur Generalversammlung vom 4. Februar 
aufgesetzt hatte. Mit ihm schied der letzte Prediger der alten, seit 
1554 bestehenden franzosisch - reformirten Gemeinde in Emden, die 
seit dem 2. August 1897 ihre Selbstandigkeit aufgegeben und 
sich der hiesigen deutsch-reformierten Gemeinde angeschlossen hat. 
Einen kurzen Lebensabriss des Entschlafenen brachte aus Anlass 
seiner Ernennung zum Ehrenmitgliede das vorige Jahrbuch. Eine 
Woche vor ihm war der Gesellschaft durch einen plotzlichen Tod 
ein anderes Yorstandsmitglied entrissen worden, Herr Agge Meyer, 
der sich durch biedere Gesinnung und treue Erfullung der iiber- 
nommenen Pflichten die Liebe und Achtung aller, die ihn kannten, 
erworben hatte. Wir betrauern ferner den Tod des Herrn Senator 
Barth und unter den auswartigen Mitgliedern den der Herren Guts- 
besitzer Kempe in Groothusen, Superintendent Metger in Groot- 
husen, Auktionator Roben in Grossefehn und des Kaufmanns Dauwes 
in Hamburg, der sich durch eine hochherzige Stiftung in seiner 
Yaterstadt Emden ein bleibendes Angedenken gesichert hat. Mit 
Bedauern sahen wir endlich scheiden den Konservator unserer Ge- 
maldesammlung, Herrn Direktor Suur, der seine Yaterstadt Emden 



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182 

verliess, urn einem Rufe als Leiter des Realgymnasiums zu Iserlohn 
m folgen; die Gesellschaft wird die genussreichen Stunden, die sie 
seinen Referaten fiber Ktinstler und Kunstwerke verdankte, nicht 
vergessen. Neu aufgenommen warden 

als einheimische Mitglieder: 

Kaufmann van Doornum, — ofi. angest. ostfr. Auctionator van 
Heuvel, — Kaufmann C. Thiele; 

als auswartige Mitglieder: 

Apotheker Bakker auf Borkum, — Lehrer Dirksen in Meiderich, 
— Gutsbesitzer ten Doornkaat Koolman in Gross-Midlum, — Hr. 
Meckhoff Doornbosch in Baflo (Prov. Groningen), — Marine-Ober- 
pfarrer Goedel in Wilhelmshaven, — Holzhandler Huhnstock in 
Papenburg, — cand. min. Klumker, Leiter des Centralinstituts 
far Armenpflege in Berlin, — Pastor Rigts in Woltzeten, — Rentier 
Salter in Wien, — cand. phil. Sundermann in Berlin, — Superinten- 
dent Voss in Esens, — Referendar Dr. Wolfes in Hildesheim. 

Zum Ehrenmitgliede wurde erwahlt Herr Bildhauer G. 
Kftsthardt in Hannover, der Schopfer unseres Kaiserdenkmals und 
Restaurator des Enno-Denkmals in der hiesigen Grossen Kirche, der 
wahrend seiner Anwesenheit in Emden auch unmittelbar sein Interesse 
fur unsere Bestrebungen bethatigt hat. Zu correspondierenden 
Mitgliedern wurden ernannt: Herr Archivrat Dr. Wagner in 
Wiesbaden, der als Vorstand des Kg]. Staatsarchivs zu Aurich wie 
so manchem so auch uns freundliches Entgegenkommen bewiesen 
und jetzt zu unserem Bedauern seine dortige Stellung mit der in 
Wiesbaden vertauscht hat; — Herr Reichsbaumeister Peters im 
Haag, der anerkannt beste Kenner der nordniederlandischen Bau- 
kunst, der durch seine anregenden, auch Ostfriesland nahe beriihrenden 
Aufsatze iiber Alt-Groninger Baukunst im Groninger Volksalmanak 
und personliche Besuche in Emden auch uns wohlbekannt geworden 
ist; — Herr Archivrat Dr. jur. Sello in Oldenburg, der durch die 
Wiederauffindung der Karte des D. Fabricius sowie durch seine 
Schrift uber Saterlands altere Geschichte und Verfassung sich den Dank 
aller Freunde friesischer Geschichte verdient hat; — Herr Dr. M. 
Klinkenborg in Gottingen, der seine Krafte jetzt zwar Gebieten, 
die uns ferner liegen, dem grossen Unternehmen einer Sammlung der 
alteren Papsturkunden, zugewandt hat und auf Jahre an die Archive 
des Auslandes gefesselt sein wird, der aber das Interesse fur seine 
Heimat bereits durch mehrere Arbeiten bezeugt hat und hoffentuch 



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183 

kunftig Zeit finden wird, seine Forschungen zur friesischen Geschichte 
wiederaufzunehmen : 

Die Gesammtzahl der Mitglieder betragt: 

a. Ehrenmitglieder 11, 

b. Korrespondierende 19, 

c. Einheimische 58, 

d. Auswartige 84, 

172. 
Zu den gelehrten Gesellschaften und Instituten, mit denen die 
Gesellschaft in Schriftentausch steht, sind hinzugetreten : 

1. Koninklijk Oudheidkundig Genootschap zu Amsterdam. 

2. Westpreussischer Geschichtsverein zu Danzig. 

3. Historischer Verein fur Stadt und Stift Essen. 

4. Verein fur Geschichte und Altertumskunde zu Frank- 
furt a. M. 

5. Heraldisch - Genealogisch Archief (D. G. van Epen) im 
Haag. 

6. Nordoberfrankischer Verein fur Natur-, Geschichts- und 
Landeskunde zu Hof. 

7. Verein fur hessische Geschichte und Landeskunde zu 
Eassel. 

8. Gesellschaft fur Geschichte und Altertumskunde der Ost- 
seeprovinzen zu Riga. 

9. Nordiska museet zu Stockholm. 

10. Ortsverein fur Geschichte und Altertumskunde zu Braun- 
schweig und Wolfenbiittel. 

11. Vereeniging tot beoefening van Overijsselsch regt en ge- 
schiedenis zu Zwolle. 

Der Vorstand der Gesellschaft besteht gegenwartig aus folgen- 
den Mitgliedern: 

Kommerzienrat Schnedermann (Vorsitzender). 
Oberburgermeister Fiirbringer (stellvertr. Vorsitzender). 
van Rensen, Sekretar der Handelskammer fur Ostfriesland 

und Papenburg (Schatzmeister). 
Oberlehrer Dr. Ritter (Schriftfuhrer und Konservator der 
Altertumssammlung). 
Als Beisitzer fungiren: 

Rektor J. Fr. de Vries (Bibliothekar). 



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184 

Kreisphysikus Dr. Tergast (Mttnzen). 
Apotheker Herrmann (Gemalde). 

Senator Dreesmann Penning (Instandhaltung des Hauses). 
Oberlehrer Dekker (zweiter Schriftfiihrer und Konservator 
der Altertumssammlung). 
Hausverwalter : van Jindelt. 

Die Dienstagsversammlungen waren im Allgemeinen gut be- 
sucht; Stoff zu Mitteilungen und Bespi echungen war in der Kegel 
mehr als reichlich vorhanden, da eine grosse Anzahl der Anwesen- 
den sich thatig zu beteiligen pflegte; Zeugnis legen davon die Pro- 
tokolle ab, deren Reichtum zu dem Vorschlage Anlass gegeben hat, 
das Interessantere durch Abdruck im Jahrbuch auch iili weitere 
Ereise nutzbar zu machen. 



Zuwachs der Sammlungen. 

Unter den zahlreichen Ankaufen heben wir die Reste eines 
goldenen ostfriesischen Diadems (Pa el), vermutlich aus dem XV. 
Jahrhundert, hervor, die trotz der fur die Finanzen unserer Gesell- 
schaft bedeutenden Kaufsumme im Herbst 1895 erworben wurden. 
Es war ein geradezu wunderbares Zusammentreffen, dass kurz, nach- 
dem die Gesellschaft die Trachtenbilder des Manningabuches ver- 
offentlicht hatte (1893), ohne dase auch nur im Entferntesten an 
die Moglichkeit eines Auffindens von Originalen gedacht werden 
konnte, im Fruhjahr 1894 bei Westerhusen, auf einem Grundstiick 
des Landwirts Bode an der Nordwestseite des Dwarstiefes kurz vor 
seiner Einmundung in das Hinter Tief, der kostbare Rest einer wirk- 
lichen „Pael a gefunden wurde. Beim Baggern mit der umgebenden 
Erde vom Ufer des Tiefes losgerissen, hatte er zwei Jahre 1 Fuss 
tief unter den am Rande aufgehauften Erdmassen gelegen, bis diese 
im Fruhjahr 1894 auf das Grundstiick geschafft wurden und die 
Arbeiter des Herrn Bode mit dem Spaten auf den Goldschmuck 
stiessen, leider nicht ohne dabei einen der edlen Steine zu ver- 
nichten. Der zu Tage gefdrderte Rest war ein fast vollstandig er- 
haltenes Glied nebst drei kleineren Stiicken der nach dem Manninga- 
buche (Tafel XV b und k) in der Regel aus 7 Gliedern bestehenden 
„Pael a , die wohl nicht als die Urform des friesischeii „Ohreisens a 
(Friedlaender, Ostfr. Urkundenb., zu Urk. 101; die ostfriesische Be- 



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zeichnung des Ohreisens ist „Hullenstifte a ) anzusehen, sondern eine 
Abart des „Schapels tf , des bekannten mittelalterlichen Frauen- 
schmuckes, sein durfte. 1 ) Die Pael war bisher oberflachlich aus 
ostfriesischen Urkunden von 1364 — 1500, aus U. Emmius, dem 
Groninger Corn. Kempius und aus Andeutungen bei Gnapheus 
Aemdanae civitatis Encomium, bei E. Beninga und den Westfriesen 
Andr. Cornelius, Winsemius etc. bekannt (vgl. Jahrbuch X Heft 2 
S. 68 und 36) ; Harkenroht Ofcrsprongkelykheden S. 883 sagt noch : 
„Wat dit woord Pale of Padle oudtyds geweest zy, daar van geeft 
Eilianus geen berigt; ondertusschen oordele ik, dat het een zeeker 
Vrouwen Cieraad zal geweest zyn.* Eine genauere Vorstellung ge- 
wahrten erst die Abbildungen und Erlauterungen des Manninga- 
buches (S. 17 und Tafel XV b und k). U. Manninga schreibt S. 17: 
„dith heeth eyn pael und ys van goeden golde ungeuerlick 6 2 ) vinger 
breth und myth voelen stenen yngelecht und myth leden gemaketh 
dath idt sick na dath hoeueth vlieth." Diese Beschreibung wird 
nun bis ins Einzelne durch unser Exemplar bestatigt (vgl. die Abbildung 
am Schlusse d. Jahrb.): das erhaltene Glied besteht aus 20karatigem 
Golde, ist 6 Finger (10 cm.) breit, mit dunkelroten und fleischfarbenen 
Steinen, die wie auf den Manningabildern ohne strenge Symmetrie 
teils rund teils viereckig sind, und mit weissen Perlen verschiedener 
Grflsse 8 ) eingelegt und mit Scharnieren („leden a bei Manninga) ver- 
sehen, dass es sich an den Kopf anschmiegen kann. Es ist wie 
auf den Manningabildern in 3 horizontale Felder gegliedert; das 
schmale balkenartige Mittelfeld tragt, teils mit Punzen geh&mmert, 
teils wohl eingraviert, eine originelle schuppige Drachenfigur mit 
anliegendem Flugel, zwei Pfoten oder Klauen in Schrittstellung, 
zurilckgebogenem schlanken Halse und deutlich erkennbarem Auge 
und Rachen nebst stumpier Schnauze; ein Ohr ist am Hinterkopf 
sichtbar. Der schwerer erkennbare Schweif unterhalb des Fliigels 



') Neocorus, Chronik des Landes Ditmarschen, I S. 153, nennt das Dit- 
marsche Jungfrauengeschmeide geradezu j,Peel edder Zeppel" (= Schapel). 

*) S. 17 steht irrttimlich 5. 

8 ) Durch giitige Vermittlung des Directors am Provinzialmuseum zn 
Hannover, Hrn. Dr. Reimers, sind die dunkelroten Steine als edle Granate, 
Almandine, die fleischfarbigen als Carneole bestimmt worden ; die kleinen Perlen 
heissen jetzt im Handel Passauer Perlen, die grossen Schottenperlen ; natiirlich 
geht aus letzteren Bezeichnungen nichts iiber die Herkunft der Perlen unsera 
Goldschmucks hervor. 



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186 

windet sich nach vorne hin und lauft zugleich nach rtickwarts in 
ein, wie es scheint, eingraviertes Geranke mit unbestimmbarem (akan- 
thusartigen ?) Blattwerk aus, das den Drachen auch oben, unten und 
vorne umgiebt. Ansserordentlich zart ist die aufgelothete Filigranver- 
zierung auf dem obern and dem untern der 3 Felder (Filigran mit Knot- 
chen). Die grossen Steine sind von einem Kranze kleiner weisser Perlen 
umgeben. Scharniere sind auch oben am Rande angebracht und 
deuten auf eine vorhanden gewesene Bekronung hin, wie sie auf 
Tafel XI und XII der Manningabilder erkennbar scheint. Aufgelotete 
Goldplattchen an 4 Stellen der Riickseite beweisen, dass Reparaturen 
vorgenommen worden sind. Die Grosse des Ganzen wird ungefahr 
40 Centimeter, wenn nicht mehr, betragen haben. — Die Ver- 
zierung des Mittelstuckes erinnerte einen sachkundigen Freund 
unserer Gesellschaft an die verschlungene Ornamentik der fur die 
germanische Kunst des Mittelalters so einflussreichen irischen 
Miniatur$n-Malerei und Goldschmiedekunst (vgl. Schnaase, Gesch. der 
bildenden Kttnste, 2. Aufl., Ill S. 617); eine eigentliche Verschlingung 
der Drachenfigur in spirale Ornamente ist aber bei genauerer Be- 
trachtung nicht zu bemerken. Naher liegt ein Vergleich mit romani- 
schen Kirchenskulpturen und besonders mit den Rankengewinden und 
Thierfiguren der ehemaligen Kirche zu Marienhafe (D. alte Kirche 
zu Marienhafe, her. v. d. Gesch. f. b. K. u. vat. Alt. zu Emden, 1845, 
Tafel V 3 und 15, X 2, 3, wo die Figur des Drachen besondere Be- 
achtung verdient, 4, 5). Jede andere Datierung aber, die den Schmuck 
auf Grund der altertumlichen Ornamentik etwa in das XII. Jahrh. weisen 
wollte, wird hinfallig angesichts der Ubereinstimmung unseres Fundes 
mit den von U. Manninga beschriebenen Schmuckstucken aus der 
zweiten Halfte des XV. Jahrhunderts ; diese ist so gross, dass auch 
unser Schmuck, falls U. Manninga nicht etwa Erbstiicke aus weit 
alterer Zeit vor sich gehabt haben sollte, wahrscheinlich in diese 
Zeit zu setzen ist. Die Moglichkeit, dass unsere „Pael" einheimische 
Arbeit sei, ist nicht auszuschliessen, da diese Art des Eopfschmucks 
um 1300 — 1500 eine characteristisch ostfriesische und die Gold- 
schmiedekunst, den Berichten fiber die Zahl der vorhanden gewesenen 
Goldschmiede und dem Reichtum an Goldschmuck nach zu urteilen, 
der gegen Ende des Mittelalters in Ostfriesland gross gewesen muss, 
gerade hier eine hohe Entwickelung erreicht zu haben scheint. 
Noch manche Fragen, zu denen der Fund Anregung giebt, warten 
der Losung. Am interessantesten ist wohl die, welche Stellung der 



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187 

Schmuck innerhalb der iibrigen Kunstleistungen des Mittelalters in 
Ostfriesland einnimmt und ob die Technik und Ornamentik Schlusse 
auf kunstgewerbliche Beziehungen des damaligen Ostfrieslands zu 
nicht-ostfriesischen Gegenden erlaubt. — Wir halten uns ftir ver- 
pflichtet, hier ausdrticklich anzuerkennen, dass der Ankauf der 
„Pael", dem sich anfangs allerlei Schwierigkeiten entgegenstellten, 
uns schliesslich wesentlich erleichtert wurde durch den grossmutigen 
Verzicht des Hrn. Landwirts Bode in Westerhusen auf seinen Besitz- 
anteil zu Gunsten seiner Arbeiter, die den Schatz auf seinem Lande 
gefunden hatten. — Aus den beiden Mtinzfunden von Dietrichs- 
feld bei Aurich im Fruhjahr 1895 und 1896 haben wir zu den 2 
unten zu erwahnenden Mtinzen, die uns von Hrn. Landesgeometer 
Sprengell in Aurich geschenkt worden sind, 57 Munzen angekauft. 
Sobald der Fund uns bekannt wurde, setzten wir uns mit Hrn. 
Lehrer Arends in Dietrichsfeld, Hrn. Archivrat Dr. Wagner in 
Aurich und Hrn. Dr. Menadier am Kgl. Mtinzkabinet in Berlin in 
Verbindung; ihnen verdanken wir die folgenden Mitteilungen. Durch 
die Schuld des Finders, eines Arbeiters, der seinen Fund anfangs 
verheimlichte, ist leider ein grosser Teil der gefundenen Mtinzen 
verzettelt worden. Hrn. Dr. Wagner in Aurich haben vom ersten 
Funde 429 Munzen und die Scherben des Thongefasses, in dem die 
Munzen sich befanden, vorgelegen, nebst einem kleinen runden 
massiven silbernen Stabchen von 2 cm. Lange und 5 mm. im Durch- 
messer und einer sechskantigen silbernen Rohre von 3 cm. Lange 
und 5 mm. Durchmesser, die darin gefunden waren. Nach Hrn. Dr. 
Menadier (vgl. Berliner Mtinzblatter 1895, Septemberheft) waren 
unter diesen Munzen 15 Magdeburger Otto-Adelheidpfennige aus dem 
Ende des X. Jahrh., je eine aus Dortmund, Koln, Thiel, Deventer 
(Graf Wichmann von Hamaland 967 — 1016), 2 sog. Sachsenpfennige. 
Alle iibrigen waren „barbarische Nachmunzen", zum Teil, besonders 
die Nachahmungen Kolner Pfennige, sicher friesicher, moglicherweise 
ostfriesischer Herkunft („denarius levior, Rednathes monete" in der 
2 der 17 friesischen Kiiren?), darunter 77 Nachahmungen von Ltine- 
burger Pfennigen des Herzogs Bernhard II von Sachsen (f 1059), 
275 Nachahmungen von Kolner Pfennigen der ottonischen Konige, 
38 Nachahmungen von Pfennigen Ludwigs des Frommen, 13 Nach- 
ahmungen Dursteder Pfennige Karls des Grossen, 1 Nachahmung der 
Liitticher Krumstabspfennige. Unter den nachtraglich im Anfang des 
Jahres 1896 gefundenen 99 Mtinzen waren 80 Nachahmungen von 



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Luneburger Piennigen des Herzogs Bernhard II von Sachsen, 18 
Nachahmungen der Kolner Pfennige and 1 sog. Wendenpfennig. 

Durch Schenkung ist der Gesellschaft folgendes zugewandt 
worden : 

I. BQcher, Handscbriflen und Gem&lde. 

Broschiire liber die Verkehrsverhaltnisse im Krummhorn (King), 
-r- Aufsatz iiber die Verlangerung des Treckfahrt-Kanals ostl. von 
Aurich vom Amtsassessor J. de Pottere 1832 (Schnedermann). — 
Unterricht der Landwehr- and Landsturmmanner zn Fuss 1813 
(J. T. Barth). — Bild der Bremer Giftmischerin Gesche Gottfried 
(J. de Ruyter). — Photographieen von Gegenstanden aus dem 
Maseom des Friesch Genootschap zu Leeuwarden, ferner Darstellung 
einer Schlittenwettfahrt aus Westfriesland (Dr. de Boer-Leeuwarden). 

— G. H. van Borssum Waalkes, Andreae Tiarae Annotationes, 
Aantekeningen betr. de Roomsch-Kathol. Kerk in Friesland sedert 
de Hervorming tot 1696 (derselbe). — Drucksachen betr. die Fahrt 
der Ostfriesen nach Friedrichsruh im Mai 1895 (v. Letten). — 
Wagner, verschiedene Biographien von hervorragenden Ostfriesen, 
Separatabdriicke aus der Allg. Deutschen Biographie (Archivrat 
Wagner-Aurich). — Winkler, In ons zeventiende gewest (vom Verfasser 
in Haarlem). — Schrage, iiber den Marschboden in Ostfriesland, 
2 Broschtiren iiber Heilstatten (Klug). — Lieder, gesungen 1779 in 
der lather. Kirche zu Aurich zur Feier des Geburtstages Friedrichs 
des Grossen (Frau Dr. de Beer). — Zeichnung, darstellend den Markt 
zu Hinte in alter Zeit nebst einem darauf beziiglichen Gedicht von 
Bttren (Obertelegraphensekretar Bakker). — Homannscher Atlas in 
2 Banden (Apotheker Hermann). — Wolters, Nekrolog des aus 
Larrelt stammenden Archaologen Dr. Lolling in Athen (Hopken). 

— Biographie des Giordano Bruno (Frau Kommerzienr. Y. Brons). 

— Karte von Ostfriesland zur franzosischen Zeit (Fraul. Piepers- 
berg). — Plan der friiher projektierten Emder Pferdebahn (W. 
Loosing). — Schrift iiber die Wasserverhaltnisse von Emden 1881 
(Zimmermeister Stohr). — Gutachten iiber die Massregeln zum 
Offenhalten des Emder Hafens (Deichrichter Freerksen-Larrelt). — 
Photographieen des Museums van Oudheden zu Groningen und des 
Eirchturmes zu Pilsum (Reichsarchivar Feith-Groningen). — Katalog 
der MOnchener Kunstausstellung 1895, Katal. der Gallerie Schack 
pebst einer grpssejrei} Anzahl anderer Ratalo^e (Fiirbringer). — r 



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189 

Dienst- und Strafreglement der Emder Bargerwehr 1849 (0. van 
Senden). — Radierungen von Fr. L. Meyer: St. Magni in Braun- 
schweig, Abbattino, Italienisches Madchen, Gruppe am Brunnen, 
Madchen an der Wiege (nach Passini), Zigeuner (nach Henneberger), 
Studienkopf (nach Bonifazys), Kupferstich von Eilers, die heilige 
Caecilie, nach Rubens (Ministerium der Geistl., Unterrichts- und 
Medizinal-Angelegenheiten). — Winkelmann, Notitia historico-politica 
von Westfalen und Sachsen 1667, Kettler, Decisiones Ostfrisicae 
Bremen 1675, Grupen, Origines Germaniae Bd. 1 und 3 Lemgo 1768, 
Uflenbach, Merkwiirdige Reisen 1754, 3 Bde. (Generalsup. Bartels 
in Aurich). — Ostfriesische Nachrichten, 1 — 78, 1849, redigiert von 
Miquel (Kapit. Tito). — 3 photographische Abbildungen der Pil- 
sumer Kirche (Rijksbouwmeester Peters in 'sGravenhage). — Litho- 
graphische Aufhahme des Emder Rathaussaales z. Z. der Feier bei 
Gelegenheit der Einweihung der Hannoverschen Westbahn 1856 
(Schnedermann jr.). — Handbuch des practischen Seerechts der 
Englander und Franzosen, Allgemeines Landesrecht ftir die preussi- 
schen Staaten (Schnedermann jr.) — Verzeichnis der auf Norderney 
1835 — 1852 angekommenen Gaste, alter Kupferstich, darstellend 
Ludwig XTV. mit Spottversen in hollandischer Sprache (Schneder- 
mann jr.). — Konvolut alter ostfriesischer Drucksachen (v. Heuvel). — 
Engelhard, Das Steingrab zu Thuine, Programm des Gymnasiums 
zu Lingen (vom Verfasser). — Sammlung alter Drucksachen, Ostfries. 
Zeitungen und Edicte aus dem XVIII. Jahrh. (v. Heuvel). — Schrift 
betr. Sonnenuhren, Augsburg 1752 (Seilwaarenhandler Pels). — 
Document des Diakonie-Kollegiums, das 1861 in den neuen Turm 
der Grossen Kirche eingemauert wurde (Lehrer Kiewiet). — Certificat 
des Obersten Lewe, Colonels des in Emden garnisonierenden hollan- 
dischen Regiments, fur den Fahnrich Robertus Suur v. J. 1736, der 
4 Jahre in diesem Regiment gedient (Peter Hollander). — Schrift- 
stucke betr. die vor kurzem abgebrochene Olmiihle „Licht en Spijs a 
an der Hinter Strasse (Schnedermann jr.). — Blok, Rekeningen der 
stad Groningen uit de 16de eeuw, Werken uitgegeven door het 
Historisch Genootschap te Utrecht III. 9 (Professor Blok-Leiden). 
— J. E. Halbertsma, Norderneyer schetsen en phantazieen, Gro- 
ningen 1854 (Schnedermann jr.) — Grondvesten der christl. Religie 
1614 (Wwe. Abben-Grimersum). — Lehrbrief der Zimmer- und 
Schreinerzunft ftir Joh. Lockhorn 1810, Lohnungsbuch ftir den 
Hannoverschen Garde-Grenadier Bernh. Lockhorn aus Emden 1831 bis 



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190 

1834, Schriftstftck, betr. das Haas des Backers Collmeyer an der Ecke 
der Krahnstrasse und des Brauersganges 1778 nebst 2 andern Docu- 
mentenaus den Jahren 1765 und 1789 (O.Butenberg). — Copien zweier 
Plane der Festnngswerke von Emden and Leerort aas einem hand- 
schriftlichen Werke des niederlandischen Festungsbaumeisters M. 
v. Coehoorn, Vorbeelden van eenige sterken forteressen en steden 
(Buchhandler Schwalbe). — Drucksachen betr. das X. ostfriesische 
Kriegerfest in Emden 1896 (E. v. Letten). — Blok, Geschiedenis 
van het nederlandsche volk III. (Prof. Blok-Leiden). — Waling 
Dijkstra, uit Prieslands volksleven, 2 Bde. (B. Brons aus dem Nach- 
lass seines Sohnes). — Kartensammlung des Berumer Amts in 7 
Abteilungen mit Beschreibung und Inhaltsverzeichnis aus dem Jahre 
1841, 9 Karten von Ostfriesland, 7 Karten von Nord- und West- 
friesland, Oldenburg, Holland, Belgien, ein Band Afbeeldingen van 
Oud-Friesland door B. Schotanus und Sterringa (Hild. ten Doorn- 
kaat Koolman-Norden aus dem Nachlass seines Vaters). — Staats- 
handbuch fiir die Provinz Hannover 1895 (Klug). — de Boer, Fries- 
lands Volk, Abdruck aus der Tweemaandelijks Tijdschrift Juli 1896 
(Dr. de Boer-Leeuwarden). — Klumker, die Handwerksbetriebe eines 
ostfriesischen Marschdorfes (Loquard), aus Schmollers Schriften zur 
deutschen Wirtschaftsgeschichte LXVIIL, Untersuchungen iiber die 
Lage des Handwerks, Heft 7 (Cand. min. Klumker-Berlin). — Aan- 
merkingen over de kon. pruisische asiatische Kompagnie te Emden 
van een oud ervaren koopmann aan desselfs vriend te B. — Robes- 
pierre Manifest der Frankenrepublik an alle Volker Europas Upsala 
1795 (H. Geelvink). — Eine Sammlung Acten und Manuscripte aus 
dem Nachlass des Bierbrauereibesitzers Hesse in Weener (Geelvink). 
— Alte Geschaftsempfehlung des Perrfickenmachers Palm in 
Norden (J. Losing). — Bekanntmachung des Emder Magistrats far 
Rheder und Schiffer vom 26 Marz 1622 (Schnedermann). — Por- 
trat eines Geistlichen und Skizzen von dem verst. Maler von Kraft; 
(in Verwahrung iibergeben vom Kaufmann Dekker). — Wanderbuch 
eines Schneidergesellen aus den Jahren 1830 — 40 (Pastor ViStor- 
Hinte). — Wandtafel mit Darstellungen vor- und fruhgeschichtlicher 
AltertUmer nebst Text, herausg. von der Provinzial-Commission zur 
Erhaltung und Erforsch. der Denkmaler der Prov. Hann. (Landes- 
directorium). — Manufacturwaarenrechnung von R. A. Pfeiffer in 
Emden far Rath von Halem v. J. 1784 (Schnedermann). — Decret 
des Emder Magistrats v. J. 1734, betr. Verleihung der Schank- 



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191 

gerechtigkeit an den Inhaber des „Prinzen von Ostfriesland" (der- 
selbe). — DUrers Handzeichnungen, IV. Band des Prachtwerkes 
(Ministerium der geistl., Unterr.- und Medizinal-Angelegenheiten). — 
Siebs, Besprechung der Geschichte der deutschen Litteratur von 
Koegel I. 1, Sonderabdr. aus d. Z. f. deutsche Phil. XXIX. 3 
(Professor Siebs-Greifswald). — Bdckblick auf das 25jahrige Be- 
stehen der Handelskammer fur Ostfriesland (B. Brons jr.). — 
Stammbuch eines ostfriesischen Studenten in Groningen aus dem 
ersten Drittel unseres Jahrhunderts mit gestickten Darstellungen 
(Schumacher Schelten sen.). — Emder Bfirgerbrief v. J. 1826 
(B. Brons jr.). — Noldeke (1837 — 1847 Lehrer am hiesigen Gymn.), 
Lebenserinnerungen (derselbe). — Riemann, Geschichte des Jever- 
landes I. (Buchdruckereibes. Gerhardt). — Wiarda, Ostfries. Ge- 
schichte, 7 Bde. (Frau Eonsul Helm\ — Beschreibung der altbe- 
ruhmten Glaser in der Johanniskirche zu Gouda 1826 (Schneder- 
mann jr.). — Alte Rezept-Umhullungen mit Aufschrift (Schneder- 
mann jr.). — 2 Spottgedichte aus Emden aus d. J. 1848 und 1861 
(Senator Loesing). — Borchling, der jfingere Titurel, Gottingen 
1897, gekronte Preisschrift (B. Brons jr.). — Focken, Gesch. der 
Emder Liedertafel (derselbe). — Friesische Uebersetzung des Lucas- 
Evangeliums (derselbe). — Acten betr. die alte Emder Herings- 
fischerei (Amtsrichter Rodewyk-Lehe). — Jansen, Historisch-Theolo- 
gisches Denkmal der wundervollen Wege Gottes in den grossen 
Wassern etc. 1717, Bremen u. Jever 1722. — Photogr. der Sassen- 
poort zu Zwolle (B. Brons jr.). — Alter Kaufcontract iiber ein 
Stuck Land bei Wybelsum (Landwirt Stevens-Knock). — Special- 
register der durch die niederemsische Deichacht 1729 bei Larrelt 
und Wybelsum vergrabenen Landereien, Abschrift (derselbe). — 
Siebs, Rezension von v. Helten, zur Lexikologie des Altwestfriesischen, 
Ausschn. aus d. Literaturbl. f. germ. u. roman. Phil. 1897 (Prof. 
Siebs-Greifswald). — Staatshandbuch ftir die Prov. Hannover 1896 
(Klug). — Blok, Oorkonde betr. Friesland en syne verhouding tot 
Frankryk in de XIII. en XIV. eeuw (Prof. Blok-Leiden). — Ab- 
driicke der gothischen Inschrift des Ruhmekorbschen Hauses Alter 
Markt 4 vom J. 1543 (Schwalbe). — Photographie eines Groninger 
Hauses im Renaissancestil v. J. 1559 (Haynel). — Winkler, Gentsche 
Geslachtsnamen (vom Verfasser in Haarlem). — Lehrbrief v. J. 
1836 (Zimmermeister Sanders sen.). 



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192 

n. 

AitertQmer, MQnzen und Medaillen. 

Miinze mit Doppeladler v. 1590 (Dr. Bakker). — 2 alte Alko- 
holometer (J. de Ruyter). — 2 alte Araeometer aus Metall (derselbe). 

— Alte Goldwage (derselbe). — Alte geldersche Miinze (Arbeiter 
de Boer). — Lichthalter (Frl. Weise). — Steine eines Thiirbogens 
aus dem Hanse „im Uptrap" (Valk jr.). — Alte Oldenburger Miinze 
(v. Diepenbroek). — Alte irdene Sparbiichse (J. Loosing). — Alte 
beim Sielbau auf Nesserland gef. Kanonenkagel (Baaverwaltang des 
Dortmund-Em8-Kanals). — Alte Frauenmfitzen (J. Loesing). — 2 
Mtinzen gef. beim Krankenhause (Frl. E. Bosenhagen). — Alter ge- 
stickter Geldbeutel (J. Loesing). — Silberne Erinnerungsmedaille, die 
am 2. Sept. 1895 von der Stadt Emden den Kriegern geschenkt wurde 
(Gerken). — Waffeleisen v. J. 1791 (Klug). — Altes Blasrohr zum 
Feueranmachen am Heerd (Frau Mammen). — Altertftml. Tabacks- 
dose (dieselbe). — Holzerne Form zum Abdrucken von Vignetten 
aus der Tabacksfabrik „Pelikan" von P. W. March6 aus d. Anfange 
dieses Jahrh. (dieselbe). — Altes Waffeleisen (v. Rensen). — Alte 
Zinnkanne zum Erwarmen des Biers (Lootse D. W. Mailer in Harburg). 

— Colberger Papiergeld aus der Zeit der Belagerung 1807 und 
Amerikanisches Papiergeld (Past. Haenisch). — Kriegsdenkmiinze 
von 1815 (E. v. Letten). — Emder Elle v. 1774 (v. Diepenbroek). 

— 2 Petschafte, des Biirgerm. Rosingh u. der fruheren Trekfahrts- 
gesellschaft (H. W. Rosingh-Wolthusen). — Kanonenkugel von Stein 
(Dr. Lohmeyer). — Kleiner Grabstein mit Hausmarke (derselbe). — 
Alter kupferner Schlftssel (Klug). — Feuereimer und Feuerzange aus 
der abgebrochenen Oelmiihle „Licht en spijs" (Schnedermann). — 5 
verschiedene nichtostfriesische Raritaten (Grafenhain-Hannover). — 
Goldgestickte weisse Weste aus der Mitte des vorigen Jahrh., seidenes 
Staatskleid der Urgrossmutter des Geschenkgebers, 2 schongestickte 
Damenschuhe, seidene Kniehose aus d. XVIII Jahrh. (Schneder- 
mann jr.). — Siegel Friedrichs des Gr. v. J. 1744 (Schiiler Sauer). 

— Alte Hannoversche Schifisflagge (Schnedermann jr.). — Seidene 
Weste, alte gehak^lte Mfttze, gestickter Tabacksbeutel, Perlmutter- 
F&cher, gestickter Kofier aus dem XVIII. Jahrh. (Schnedermann jr.). 

— 2 Munzen aus dem Dietrichsfelder Munzfunde (Landesgeometer 
Sprengell in Aurich). — Geschnitzte Pfeife aus Birnbaumholz (Klug). 

— Teuerungs-Medaille aus Halle 1846/7 (Burgervorst. Poelders). — 
Alte Ledertapete mit kunstvoller Goldverzierung aus dem abge- 



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193 

brochenen Barth'schen Haus an der Gr. Osterstrasse 23/24 (Magistrat). 

— Erinnerungs-Medaille auf die Verlobung Friedrich Wilhelm's III. 
und Luise v. J. 1793 (Uhrmacher Bohlken). — Buchbinder-Gilde- 
pfennig v. J. 1839 (Buchbinder Sanders). — Sandsteinkopf aus 
dem 1896 abgebrochenen Packhause des Kaufmanns Regendorp 
Hofstr. 23 (J. de Beer). — Stein mit Inschrift aus dem abge- 
brochenen Hause Alter Markt 8 (Hatto Janssen). — Denkmtinze 
(Eichholtz-Berlin). — Alte kleine Thonkanne mit Darstellungen, 
rheinisches Fabrikat, gef. bei einem Neubau in der Krahnstrasse 
(Zimmerm. Hollander). — Siegel-Sammlung (Ph. Janssen in der 
„B6rse"). — Miinze von 1799 (Consul Lindemann). — Grosse Kupfer- 
munze, gef. im Kirchthurme zu Freepsum (Part. Billker in Freepsum). 

— Schadel eines Wiederkauers, gef. 40 Fuss tief beim Graben eines 
Brunnens zu Groothusen (Th. Brons-Groothusen). — Alter Haarpfeil 
aus Knochen (F. ten Doornkaat-Koolman in Midlum) — Altertdm- 
licher Eisenofen (B. Brons jr.). — Das alte Emder Hafenthor mit 
der Inschrift Et pons est Emdae et portus et aura Deus v. J. 1635 
(Magistrat) 1 ). — Sandsteine mit Inschrift zur Erinnerung an die 
Beihulfe Friedrichs des Gr. bei der Erneuerung der Emsmauer i. J. 
1754 und andere Steine (Magistrat). — Alte Zunfttafel der Emder 
Schmiede (Schmiedemeister Poppinga, Becker, Ehmen). — Kleine 
goldene Kette mit feinem Drahtgewebe (van Holten). — Stempel 
des alten Weberamtes zu Emden (Pastor Vietor in Hinte). — 2 Convo- 
cationspfennige und ein Stempel der Zimmermannszunft (Zimmer- 
geselle Jac. Visser). — 2 Holzfiguren vorreformatorischer Zeit (Christus 

— Maria getrostet von Johannes) aus der Kirche zu Bagband 
(Kirchenvorstand zu Bagband, vgl. Houtrouw, Osttriesland II 144). 

— Stein mit Darstellung einer Eule und Katze aus dem Eckhause 
Kl. Deich- und Schulstrasse, das die Worte tragt: Katte du schalt 
wetenn vorgwnet broedt werdt oik gegeten, und nach der Giebelin- 
schrift 1559 von T. P. (Tonjes Pricker) gebaut wurde (Kornhandler 
J. Petersen). — 2 hollandische Kupfermunzen aus d. J. 1717 und 
1820, gef. beim Abtragen des Strohdeiches (Sen. Penning). — 



*) Nachdem ein Versuch, die stadtischen Kollegien zu einem Wieder- 
aufbau an geeigneter Stelle in der Nahe des Hafens zu bewegen, fehlgeschlagen 
war, liess die Gesellschaft das ehrwiirdige Bauwerk im Garten ihres Sammlungs- 
gebaudes wieder aufrichten; in der Nahe sind anch die unten genannten 
Ornamentsteine der abgebrochenen Rathausbrucke eingemauert worden, wozu 
die stadtischen Kollegien eine Beihulfe von 300 Ji gewahrten. 

13 



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194 

Kupfermedaille mit Portrat von Herm. Allmers (H. Miiller-Brauel in 
Bremen). — Silbermiinze mit der Aufschrift Enno Comes et Dominus 
Frisiae Orientalis (Amtsgerichtsrath Wilhelmy in Wittmund). — 
Architecturteile der abgebrochenen Rathausbriicke (Magistrat). — 
Altes Hufeisen, gef. am Konrebbersweg (Schmiedemeister Brillmann). 

— Steinerne Kugel, gef. in einer Schmiede (derselbe). — Alte Thran- 
lampe (derselbe). — Denkmunze von 1708 (Georg Albrecht), gef. im 
Moor bei Aurich (Hotelbesitzer Weingardt in Aurich). — Jeverscher 
Reichsthaler von 1798 (derselbe). — Ein Mariengroschen (derselbe). 

— Alte sog. Moderateurlampe (Schnedermanri jr.). — Rest einer 
bei Uttum in einem Warf gef. Urne (Gastwirt Bonhuis in Uttum). 

— Verschiedene Altertiimer, u. a. ein schwarzer Steinhammer, gef. 
beim Bau der neuen Kaserne zu Osnabrtick (Kaufm. v. Jindelt in 
Osnabrttck). — Tauf stein aus Wybelsum, vermutlich noch aus der 
Eirche des untergegangenen Geerdsweer stammend, beschrieben bei 
Mithof, Kunstdenkmale etc. VII 203 u. Houtrouw, Ostfriesland I 349 
(Kirchenvorstand in Wybelsum). — Bruchstiick eines roh geformten 
Thongefasses mit dicken Wanden, vermutlich von einem alten 
Kohlengefasse, dessen obere Decke siebartig durchlochert war, gef. 
bei Harsweg. — Westfriesische Silbermiinze von 1595 (Quartaner Holt- 
manns in Cronenberg). — 3 bemalte Fensterscheiben aus der Kirche 
zu Bagband (Photogr. Schroder). — Convocationspfennig der Zimmer- 
leute fur Beerdigungen (Zimmermeister Sanders sen.). 



Allen Freunden, die uns bedacht haben, sprechen wir unsern 
aufrichtigen Dank aus; mit besonderm Dank aber haben wir an 
dieser Stelle der reichen Beihulfe Erwahnung zu thun, die uns auch 
in den verflossenen zwei Jahren von dem Ostfriesischen Land- 
schaftscollegium und der Hannoverschen Provinzial-Ver- 
waltung zu Teil geworden ist. 



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Rechenschaftsbericht 

uber den 

flnanzielien Stand der Gesellschaft fur die Zeit vom I. Mai 1895 
bis zum 30. April 1897. 

Erstattet von dem zeitigen Rechnungsfuhrer P. v. Ren sen. 



1. 
2. 
3. 
4. 
5. 
6. 



1. 

2. 

3. 

4. 

5. 

6. 

7. 

8. 

9. 
10. 
11. 
12. 
13. 
14. 
15. 



I. Einnahme. 

Beitrage der Mitglieder in der Stadt Emden 
do. von auswartigen Mitgliedern .... 

Beihdlfe der Ostfriesischen Landschaft zu Aurich 
do. aus der Prov.-Hauptkasse zu Hannover 

Zinsen 

Vermischte Einnahmen 



2154. — 

972.— 

2000.— 

1100.— 

13.44 

169. 46 



ganze Einnahme JUL 6408. 90 



II. Ausgabe. 

Zinsen fur Schuldkapitalien 

Fur Schuldentilgung 

Lasten, Abgaben, Versicherungspramie . . . 

Beparaturkosten der Gebaude 

Fur die Bibliothek 

„ „ Munzsammlung 

„ „ Gemaldesammlung 

„ „ Altertumssammlung 

„ Mobilien und Utensilien 

Beitrage zu Gesellschaften f. Kunstu. Wissenschaft 

Verwaltungskosten 

Fur die Beleuchtung 

„ „ Besoldung des Hauswarts nebst Heizung 

Druckkosten und Buchbinderlohn 

Vermischte Ausgaben 



693. 58 

1300.— 

665. 89 

466. 84 

627. 21 

15.70 

89.40 

600.69 

126. 22 

79.— 

104. 62 

182. 22 

570.— 

1556. 72 

113. 43 



ganze Ausgabe 



Jh. 7191. 52 
13* 



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196 

III. Yergleichung der Einnahme and Aasgabe. 

Die Einnahme betrug in den beiden Rechnungsjahren Jk 6408 90 

Die Ausgabe dagegen „ 7191.52 

also Fehlbetrag Jk 782. 62 

IY. Schnldcn. 

Die Schulden betrugen am 1. Mai 1895 . . . . Jk 7880. — 

„ „ „ dagegen am 1. Mai 1897 „ 7313.17 

also verminderten sich dieselben nm . . Jk 566. 83 



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Mitgliederverzeichnis. 



I. Ehrenmltglleder. 

Allmers, Hermann, Gutsbesitzer zu Rechtenfleth. 

B artels, Dr. theol., General-Superintendent in Aurich. 

Berghuys, Kaufmann in 'sGravenhage. 

Engelhard, Professor, Bildhauer in Hannover. 

Friedlaender, Dr., Kgl. Geh. Staatsarchivar u. Geh. Archivrat in Berlin. 

Gerlach, Buchdruckereibesitzer und Stadtrat in Freiberg in Sachsen. 

Klopp, Dr., Archivrat in Wien 

Kiisthardt, G., Bildhauer in Hannover. 

Rassau, Oscar, Bildhauer in Dresden. 

Rose, Amtssekretar a D. in Varel 

Star eke, Fabrikbesitzer in Melle. 

II* Korrespondlerende Klltjtlleder. 

Babncke, Dr. phil., Direktor des Altstadt. Gymnasiums in Konigsberg i. Pr. 

B 1 o k , Dr. phil , Professor an der Universitat in Leiden. 

Bosch en, Bildhauer in Oldenburg. 

Bunte, Dr., Oberlehrer a. D. in Hannover. 

F a b r i c i u s , Dr. juris, Oberlandesgerichtsdirector in Stettin. 

G revel, Apotheker in Diisseldorf. 

Holtmanns, Lehrer in Cronenberg bei Elberfeld. 

Klinkenborg, Dr. phil. in Gottingen. 

L i e b e , Dr. phil , Kgl. Staatsarchivar in Magdeburg. 

Nanninga Uitterdijk, Archivar der Stadt Kampen. 

Pannenborg, Dr. phil., Professor in Gottingen. 

Peters, Reichsbaumeister im Haag. 

Prinz, Dr. phil, Seminaroberlehrer in Tuchel i. Westpreussen. 

Rose, Burger meister in Northeim. 

Sello, Dr. jur., Grossh. Archivrat in Oldenburg. 

Siebs, Dr. phil., Professor an der Universitat in Greifswald. 

Sundermann, Lehrer in Norden. 

Wagner, Dr. phil., Kgl. Staatsarchivar, Archivrat in Wiesbaden. 

Winkler, Joh., Arzt in Haarlem. 

III. Wlrlftllehe Mltglleder. 

a. Einheimische 
Bauermann, H., Kaufmann aus Gorontalo (Celebes), z. Z. in Emden. 
Bertram, Fr, Bankvorsteher. 
Bleeker, Gutsbesitzer. 
Brons, B. jun., niederlandischer Konsul, Senator a. D. 



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198 

Brons, A., niederlandischer Vice-Konsul und Senator. 

Brons, F., schwedischer Vice-Konsul. 

Brons, Bernhard J. S., Kaufmann. 

Brons, Y., Kaufmann. 

Butenberg, 0., Partikulier. 

Dantziger. Kaufmann, Senator a. D. 

Dekker, Oberlehrer. 

Tan Doornum, C, Kaufmann. 

v. Frese, Landrat. 

Furbringer, Oberburgermeister. 

Geelvink, H., Kaufmann. 

Geelvink, P., Kaufmann. 

Graepel, Senator a. D. 

Haynel, Buchhandler. 

Haenisch, Pastor. 

Herlyn, Dr. med. 

Herrmann, Apotheker. 

van Heuvel, offentl. angest. ostfr. Auctionator. 

Hoeltzenbein, Kaiserl. Bank-Direktor. 

Hopken, Dr., Oberlehrer, 

Kappelhoff, A., Kaufmann, Senator. 

King, Landschaftsrat, Senator a. D. 

Koppel, Bankier. 

Laarmann, Lotsen-Kommandeur. 

Lindemann, Russischer Vice-Konsul. 

Loesing, J., Kaufmann. 

Lohmeyer, Dr. med., Sanitatsrat. 

Lohstoter, Amtsgerichtsrat. 

Mahlmann, Dr., Apotheker. 

Metger, C. H., Senator. 

Muntinga, Pastor. 

Mustert, J., Kaufmann. 

Pape, Kommerzrat. 

Penning, T. Dreesmann, Kaufmann, Senator. 

Reemtsma, Kommerzienrat, Senator a. D. 

v. Rensen, P., Sekretar der Handelskammer. 

Bitter, Dr., Oberlehrer. 

Schnedermann. Kommerzienrat, Senator a. D. 

Schnedermann, M., jr. 

Schiissler, Dr., Professor, Gymnasial-Direktor. 

Schwalbe, Buchhandler. 

Schwitzky, Weinhandler. 

t. Sen den, 0., Rentier, 

Sielmann, Kaufmann. 

Smidt, Joachim, Kaufmann. 

Tergast, Dr. med., Kreisphfsikus. 

Thiele, C, Kaufmann. 



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199 

Thiele, Fr., Kaufmann. 

Thorns en, Amtsgerichtsrat. 

Tillmann, Dr. med. 

Valk, K., Belgischer Konstil. 

Vocke, Kaufmann. 

de Vries, Rektor der reformierten Klassenschule. 

Zorn, Dr., Redakteur der „Emder Zeitung". 

b. Auswartige. 
Bakker, W., Apotheker auf Borkum. 
Becker, Btirgermeister in Esens., 
Becker, D., Kaufmann in Esens. 
Brands, Pastor in Stapelmoor. 
Brons, Th., Gutsbesitzer in Groothusen. 
Brouer, Konsul in Leer. 
Buschmann, Pastor in Horsten. 
C o n r i n g , Dr., Amtsgerichtsrat in Aurich. 
Dammeyer, Rentmeister in Petkum. 
Dunkmann, Buchdruckereibesitzer in Aurich. 
Diekhaus, L., Kaufmann in Papenburg. 
Dirks en, C, Lehrer in Meiderich, Reg.-Bez. Dnsseldorf. 
Ditzen, Pastor in Liibeck. 

Doornbosch, P. H. Meckhoff, Baflo, Prov. Groningen. 
Doornkaat Koolman, Gutsbesitzer, Gross-Midlum. 
Drost, Pastor in Marburg. 

v. Brucken Fock, Dr. juris, Middelburg in Holland. 
Freerksen, Deichrichter und Gutsbesitzer in Larrelt. 
v. Frese, V., Landschaftsrat zu Hinta. 
Georgs, Gutsbesitzer, Landschaftsrat in Damhusen. 
Goedel, Marine-Oberpfarrer, Wilhelmshaven. 
Graefenhain, J. R., Kaufmann in Hannover. 
Grasshoff, Steuerrat in Bremen. 

Grasshof, Dr., Gymnasial-Direktor in Linden bei Hannover. 
Heeren, N., Gutsbesitzer in Canum. 
Hesse, Pastor in Larrelt. 
Hobbing, Verlags-Buchhandler in Stuttgart. 
Hofker, Pastor iu Wybelsum. 

Hofmeister, Telegraphen-Director a. D. in Hameln. 
Homfeld, Pastor in Wirdum. 

Hoogestraat, Betriebs-Inspektor der Konigl. Munitionsfabrik in Spandau. 
Houtrouw, Pastor in Neermoor. 
van Hove, Gutsbesitzer in Logumer-Vorwerk. 
van Hove, Apotheker in Neustadtgodens. 
Huhnstock, Holzhandler in Papenburg. 
van Hiilst, Gutsbesitzer in Lintel bei Norden. 
Juzi, Bank-Direktor in Geestemunde. 
Kappelhoff, H., Kaufmann in Hamburg. 



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200 

Graf iu Innhausen and Knyphausen auf Lutzburg, Kammerherr and 

Landschaftsrat. 
Kirchhoff, Konsistorialrat in Aurich. 
Klinkenborg, Amtsgerichtsrat in Norden. 

Klumker, cand. min., Leiter der Centralstelle f. Armenpflege in Berlin. 
Koblschutter, Hntten-Direktor in Norden. 
Koopmann, Gutsbesitzer in Gross-Midlum. 
Lantzius-Beninga, Oberforster a. D. in Aurich. 
Lantzius-Beninga, Gutsbesitzer in Stikelkamp. 
Lupkes, Pastor in Marienhafe. 
Meyer, U., Pastor in Pilsum. 
Meyer, Lehrer in Visquard. 
Meyer, Josef L., Fabrikant in Papenburg. 
Meyer, R. D., Senator in Norden. 
Nieberg, Dr. med. in Neustadtgddens. 
Peterssen, Dr. phil., Gutsbesitzer in Berum. 
Pleines, Professor zu Schonberg in Meklenburg-Strelitz. 
Pleines, Pastor in Canum. 
Pleines, Dr., Oberlehrer in Otterndorf. 
Rassau, Apotheker in Aurich. 

Remmers, Superintendent in Willershausen b. Einbeck. 
Rigts, Pastor in Woltzeten. 

Rulffes, offentl. angest. ostfr. Auktionator in Pewsum. 
Rykena, Weinhandler in Norden. 
Salter, Siegmund, Realitatenbesitzer, Wien. 
Sanders, Superintendent in Westerhusen. 

Sasse, offentl. angest. ostfr. Auktionator in Hage. 

Schaer, Pastor in Rysum. 

Schmidt, A., Kaufmann und Senator in Geestemunde. 

Schweckendieck, Geh. Ober-Regierungsrat in Berlin. 

Schweckendieck, Hntten-Direktor in Dortmund. 

Schwiening, Landschaftsrat, Burgermeister in Aurich. 

St r oman, Pastor in Uttum, • 

Sunder mann, cand. phil., Berlin. 

Suur, Direktor des Realgymnasiums zu Iserlohn. 

Tammen, Dr., Oberlehrer in Leer. 

Tapper, Buchdruckerei-Besitzer und Senator in Aurich. 

Ulferts, offentl. angest. ostfr. Auktionator in Esens. 

Vie tor, Landgerichtsrat in Hildesheim, 

Vietor, Bleske, Pastor in Hinte. 

Vi§ tor, J., Pastor in Greetsiel. 

Voss, Superintendent in Esens. 

Voss, Pastor in Osteel. 

Weingardt, Hotelbesitzer in Aurich. 

Wolfes, Dr., Referendar in Hildesheim. 

Wychgram, N., Gutsbesitzer in Wybelsum. 

K6nigliche Bibliothek in Berlin. 



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201 

Verzeichnis 

der 

Yereine und Institute, mit denen die Gesellschaft 
in Schriftenaustausch steht. 

Aachen: Aachener Geschichtsverein. 

Amsterdam: Koninkl. Oudheidkundig Genootschap. 

Amsterdam: Koninkl. Akademie van Wetenschappen. 

A s s e n : Provinciaal Museum van Oudheden in Drenthe. 

Bamberg: Historischer Verein fur Oberfranken. 

Berlin: Gesellschaft fur Anthropologic, Ethnographie und Urgeschichte. 

Berlin: Markisches Provinzial-Museum. 

Berlin: Gesellschaft f. Heraldik, Sphragistik u. Genealogie (D. deutsche Herofd). 

Birkenfeld: Verein fiir Altertumskunde. 

Bremen: Historische Gesellschaft des Kiinstlervereins. 

B r e s 1 a u : Verein fiir das Museum Schlesischer Altertiimer. 

Chemnitz: Verein fiir Chemnitzer Geschichte. 

Danzig: Westpreussischer Geschichtsverein. 

Darmstadt: Historischer Verein fiir das Grossherzogtum Hessen. 

Donaueschingen: Verein fiir Geschichte und Naturgeschichte der Baaf etc. 

Dresden: Naturwissenschaftliche Gesellschaft Isis. 

Eisenberg: Geschichts- und altertumsforschender Verein. 

Elberfeld: Bergischer Geschichtsverein. 

E m d e n : Naturforschende Gesellschaft. 

Essen: Historischer Verein fiir Stadt und Stift Essen. 

Frankfurt a. M. : Verein fiir Geschichte und Altertumskunde. 

Freiberg: Altertums verein. 

G i e s s e n : Oberhessischer Geschichtsverein. 

G 6 r 1 i t z : Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften. 

G r a z : Historischer Verein fiir Steiermark. 

Groningen: Societas pro excolendo jure patrio. 

Groningen: Museum van Oudheden voor de provincie en de stad Groningen). 

G u b e n (Liibben) : Niederlausitzer Gesellsch. f. Anthropol. u. Altertumskunde. 

H a a g : Heraldisch-Genealogisch Archief (Zeitschrift : De Wapenheraut). 

Haarlem: Teyler's tweede Genootschap. 

Halle a. S : Thiiringisch-Sachsischer Verein f. Erforsch. des vaterLAltertums etc. 

Hamburg: Verein fiir Hamburgische Geschichte. 

Hannover: Historischer Verein fiir Niedersachsen, 

Heidelberg: Historisch-Philosophischer Verein (Universitats-Bibliothek). 

H o f : Nordoberfrankischer Verein fiir Natur-, Geschichts- und Landeskunde. 

Jena: Verein fiir Thiiringische Geschichte und Altertumskunde. 

K a s s e 1 : Verein fiir hessische Geschichte und Landeskunde. 

Kiel: Gesellschaft fiir Schleswig-Holstein-Lauenburgische Geschichte, 

K 5 1 n : Historischer Verein fiir den Niederrhein. 

Konigsberg i. Pr. : Physikalisch-Okonomische Gesellschaft, 

Konigsberg i. Pr. : Altpreussische Monatsschrift, 



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202 

K6 nigs berg i. Pr. : Altertumsgesellschaft ^Prussia". 

Kopenhagen: Kongel. Nordisk Oldskrift Selskab. 

Kopenhagen: Genealogisk Institut. 

Leeuwarden: Friesch Genootschap van Geschied-, Oudheid- en Taalknnde. 

Leiden: Maatschappij der Nederlandsche Letterkunde. 

L e i p a i. Bdhmen : Nordbohmischer Exkursionsklub. 

L i n z a. D. : Museum Francisco -Car olinum. 

Lubeck: Verein fiir Lubeckische Geschichte und Altertumskuude. 

Lubeck: Museum Liibeckischer Kunst- und Kulturgeschichte. 

Luneburg: Museumsverein fur das Ftirstentum Liineburg. 

M e i s 8 e n : Verein fur die Geschichte der Stadt Meissen. 

Munchen: Koniglich Bayrische Akademie der Wissenschaften. 

Manster: Westfalischer Provinzial- Verein fiir Wissenschaft und Kunst. 

Nurnberg: Germanisches Nationalmuseum. 

Nurnberg: Verein fur Geschichte der Stadt Nurnberg. 

Oberlahnstein: Altertumsverein Rhenus. 

Oldenburg: Oldenb. Landesverein f. Altertumskunde u. Landesgeschichte. 

Osnabruck: Verein fur Geschichte und Landeskunde von Osnabruck. 

Petersburg: Commission imperiale archeologique. 

P o 8 e n : Historische Gesellschaft fiir die Provinz Posen. 

P r a g : Verein fiir die Geschichte der Deutschen in Bdhmen. 

Riga: Gesellschaft fiir Geschichte und Altertumskunde der Ostseeprovinzen. 

Romans (Dep. Drome) : Socieie d'histoire ecclesiastique et d'archeologie reli- 

gieuse des dioceses de Valence etc. 
Rostock: Verein fiir Rostocks Altertiimer. 

Schmalkalden: Verein fiir Hennebergische Geschichte und Landeskunde. 
Schwerin: Verein fiir Meklenburgische Geschichte und Altertumskunde. 
Speier: Historischer Verein der Pfalz. 

Stettin: Gesellschaft fiir Pommersche Geschichte und Altertumskunde. 
Stockholm: Kongl. Vitterhets Historie och Antiqvitets Akademien. 
Stockholm: Nordiska museet. 

Stuttgart: Wiirttembergische Kommission fiir Landesgeschichte. 
Thorn: Coppernicus- Verein fur Kunst und Wissenschaft. 
Dim: Verein fiir Kunst und Altertum in Ulm und Oberschwaben. 
Utrecht: Historisch Genootschap. 

Utrecht: Provinciaal Utrechtsch Genootschap van Kunsten en Wetenschappen. 
Washington: Smithsonian Institution. 

Wernigerode a. Harz : Harzverein fur Geschichte und Altertumskunde. 
W i e n : K. k. Osterreichisches Museum fiir Kunst und Industrie. 
W i e n : Akademischer Verein deutscher Historiker. 

Wiesbaden: Verein fur Nassauische Altertumskunde u. Geschichtsforschung. 
Wolfenbuttel: Ortsver. f. Gesch. u. Altertumsk. zu Braunschweig u. Wolfenb 
Wurzburg: Historischer Verein fiir Unterfranken und Aschaffenburg. 
Zurich: Antiquarische Gesellschaft. 
Zwickau: Altertumsverein fur Zwickau und Umgegend. 
Z w o 1 1 e : Vereeniging tot beoefening van Overijsselsch regt en geschiedenis. 



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Inhalt 
der ersten 12 Bande des Jahrbuchs 
(1872- 1897). 1 ) 

Seite 

Band I Heft 1872. 

Bartels, Ubbo Eramius, Mo him an n und die Entstehung 

des Dollart (mit Karte) 1 

Vietor, Uber die Grab-Urn en der heidnischen Vorzeit 27 
Pleines , Kurze Geschichte der franzosisch-refor- 

mierten Kirche in Emden 37 

I 2 1873. 

Friedlaender, Ostfriesische Hausmarken (mit 16 Tafeln) 1 
Bartels, Aus der Mansfelderzeit (M. Daniel Marcellus 

— Emden in der Mansfelderzeit — Carpitzo zu 

Jemgum) 33 

Babucke, Ein Register der Kirchengiiter zu Norden 

aus dem Jahre 1553 49 

Friedlaender, Eine ostfriesische Gild enroll e des 16.Jahr- 

hunderts 67 

Bartels, Der Pfahldamm im Wrissemer Hammrich 76 
Starcke, Die Moorbriicke von Wrissemer Hammrich 84 
Vocation fur Ubbo Emmius ins Rectorat zu Leer . . 92 
Nanninga Uitterdijk, Einige noch ungedruckte Briefe des 

Ubbo Emmius 95 

J ) Die erste Verdffentlichung unserer seit 1820 bestehenden Gesellschaft 
war: „Die alte Kirche zu Marienhafe, her. v. d. G. f. b. K. u. v. A. z. E. 
Mit 1 Titelbild und 16 Tafeln. Emden 1845. u — Im Auftrage der Gesellschaft 
erschien: „Die heidnischen Altertumer Ostf rieslands, her. v. 
Dr. Tergast. Emden 1879"; auf Veranlassung und grossenteils auf Kosten 
der Gesellschaft: „Die Munzen Ostfrieslands, I, her. v. Dr. Tergast 
Emden 1883". 



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204 

Seite 

3 1874. 

Bartels, Beitrage zur ostfriesischen Cultur- und Literatur- 
geschichte: T. Eggerik Beninga und seine Cronica 
der Fresen 1 

Schweckendieck, Beitrage zur Geschichte von Emdens 

Handel und Schiffahrt 1 33 

Bartels, Zur Erinnerung an den Emder Rathausbau 
1574 (Anlagen : Zur Chronik des Rathausbaus — Vier 
Briefe von P. Medmann — Kirchenrats-Reso- 
lutionen aus der Geusenzeit) 70 

Schnedermann, Emder Stadtrechnungen aus den 

ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts .... 107 

Vietor, dieGrosseKirchein Emden und ihre historischen 

Merkwiirdigkeiten 121 

Briefe des Aggaeus de Albada. Herausg. v. Fried- 

laender. Anzeige 132 

Berichtigungen zu dem Aufsatz Ostfriesische Haus- 

marken von Friedlaender 135 

1 1875. 

Bartels, Fragmente zur Geschichte des Dollart . . . 1 
Lohstoter, Von den Ordalien der Friesen .... 49 
Lohstoter, Junker Pollmann, ein Criminalprocess aus 

d. J. 1668 63 

Pannenborg, Der Emder Syndicus Lambertus Oldenhove 

und sein TablinumEmdense 75 

Register van Charters en Bescheiden in het oude Archief 

van Kampen. Anzeige 158 

2 1877. 

Bartels, Ostfriesland in der Romerzeit 1 

Friedlaender, Gfiterverzeichnis des KlostersLangen in 

Ostfriesland 19 

Sauer, Das Leben des Arnold Creveld, Priors zu 

Marienkamp bei Esens 47 

Pannenborg, Zur Geschichte des dreissigjahrigen 
Krieges in Ostfriesland (Ueber Albertus Bolenius 
und sein Werk — Die Jahre 1617 — 1651 aus der 
historischen Beschreibung des Albertus Bolenius) . . 93 

Bartels, Einiges fiber die Authentie und Entstehungszeit 



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205 

Seite 
von Ernst Friedrich von Wichts Chronik .... 151 

Bartels, Miscellanea (Der Wr issemerharamricher 
Pfahldamm — Gehalts-, Lohnungs- und andere 
Preisverhaltnisse um 1550 aus einem Rechnungs- 
buch der Grafin Anna — Das Historchen von der 
Scharsegin — Die Angebaude der Gr ossen Kirohe 

— Eine Wallfahrt nach Jerusalem) 158 

III I 1878. 

Bartels, Beitrage zur ostfriesischen Cultur- und Literatur- 
geschichte: II. Die apokryphisehe Geschichts- 
schreibung in Friesland im Zeitalter des Ubbo 
Emmius 1 

Bartels, Ein Ausflug nach der historischen Ausstellung 

von Friesland zu Leeuwarden 26 

Sauer, Beitrage zur Miinzgeschichte Ostfrieslands (mit 

1 Tafel) 42 

Pannenborg, Ulrich vonWerdum und sein Reisejournal 

(1670—1677) 89 

Brandes, Das Steingrab in Tannenhausen .... 119 

Brandes, Notizen iiber Ausgrabungen 126 

III 2 1879. 

Bartels, Drusus, Tiberius und Germanicus an der 

Niederems (mit Karte) 1 

Lohstoter, Ostfrieslands Staatsverfassung iml7. Jahr- 

hundert 27 

Bartels, Aus der Mansfelderzeit (Spieghel van der 
Calvinisten Tyrannie. — Der Raub der Lichten- 
steinschen Gelder — Korte vorhaell etc.) ... 65 

Deiter, Ein Brief des Ubbo Emmius 87 

IV I 1880. 

Bartels, Ubbo Emmius und die Karte von Ostfriesland 1 
Bartels, Die Landverluste an der Bucht von Wybelsum 14 
• Schnedermann, Zur Geschicbte des Emder Rathauses . 24 
Bartels, Eigentliche Beschreibung der vor diesser Graf- 

schaft zur See hinaus belegener Eylanden 1650 . 35 
Deiter, Friedrich der Grosse in Ostfriesland 1751 

und 1755 43 

Deiter, Ein Brief Alexanders von Humboldt an Olt- 



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206 

Seite 
manns 48 

Starcke und Kohlmann, Der Emder Silberschatz (mit 

8 Tafeln Abbildungen) 50 

Tergast, Der Miinzfund bei Oldeborg 63 

Bartels, Literaturbericht (v. Alten, die Bohlwege — 
Martinius, Das Land der Hegelingen — Wybrands, 
Gesta Abbatum Orti Sancte Marie — Optocht 
daarstellende den intocht van Grave Edzard I 1506 
binnen Groningen — Boeles, Frieslands Hoogeschool 
te Franeker — Herquet, Geschichte des Landes- 
archives von Ostfriesland) 67 

Bartels, Miscelle (Emder Maler) 75 

IV 2 1881. 

Bartels, Geschichte der holl&ndischen Sprache in 

Ostfriesland 1 

Hobbing, Die Expedition der Hansestadte gegen die 

ostfriesische Kiiste 1400 20 

Bartels, Einige Nachrichten iiber Friedrich A rends und 

seine Schriften 45 

Muller, Die Mennoniten in Ostfriesland I 58 

Deiter, Gerardi Oldeborgs, Pastoris zu Bunde in Reider- 
land, Kleine ostfriesische Chronicke, betr. die Jahre 
1558—1605 75 

Starcke, Das Mausoleum En no s II, Grafen von Ost- 
friesland, in der Grossen Kirche in Emden (mit Ab- 
bildung) 96 

Kleinere Mitteilungen (Deiter, Beitrag zur ostfriesischen 
Miinzkunde, S. 105. — Hobbing, Schreiben des 
Grossen Kurfflrsten Friedrich Wilhelm an Theodore 
du Moulin zu Gretsiel, 107. — P. Hobbing, Aus 
dem Reisetagebuche eines wiirttembergischen 
Fiirsten 1552, 108). 
IV I 1882. 

Herquet, Ueber die Echtheit des ersten kaiserlichen 

Lehenbriefs fur Ostfriesland von 1454 etc. ... 1 

Kohlmann, Christoph Friedr. von Derschau, der erste 

preussische Regierungsprasident von Ostfriesland . . 14 

Muller, Die Mennoniten in Ostfriesland II (1562—1648) 46 



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207 

Seite 
Schnedermann, Die Entstehung der Emder Riistkammer 80 
Starcke, Beschreibung mehrerer auserlesener Waffen- 
stucke der Emder Riistkammer (mit 4 Tafeln Ab- 

bildungen) . 95 

Bartels, Tilemann Dothias Wiarda (mit Portrat) ... 98 
Kleinere Mitteilungen (Bartels, Zur Geschichte der Weih- 
nachtsflut 1717, S. 129. — Rede bei der Feier des 
25jahrigen Bestehens der Gesellschaft 1845, 135. 

— Deiter, Urkunde vom J. 1570, das Kloster Bar the 
betreffend, 140. — Schrage, Grabschrift des ostfriesi- 
schen Grafen Franz Adolf im Miinster zu Strass- 
burg, 143). 

2 1883. 

Frinz, Studien fiber das'Verhaltnis Frislands zu Kaiser 
und Reich, insbesondere iiber die frisischen Grafen 
im Mittelalter 1 

Sudendorf, Kleine Ostfriesische Geschichten aus den Akten 
des vormaligen Reichskammergerichts zu Wetz- 
lar in der Registrator des Oberlandesgerichts zu 
Celle (Streit des Bischofs Friedrich zu Miinster gegen 
Graf En no 1529 — Streit des Domkapitels des Stifts 
Bremen gegen die Grafen Enno und Johann 1535 

— Streit des Hauptlings Schweer van Deelen zu 
Risum gegen Edzard 1592) ........ 100 

Hobbing, Eine Episode aus dem ostfries. Biirger- 

kriege der Jahre 1726 und 1727 106 

Kleinere Mitteilungen (Prinz, Drei Papsturkunden von 
Honorius III und Gregor IX 1218-1233, S. 115. — 
Kohlmann, Fiinf auf Ostfriesland bezugliche Urkunden 
des Papstes Honorius III 1226—1227, 118. — 
Holtmanns, Urkunde von 1438: Huldigung und Ur- 
fehde des Elso Fockana und Johan tor Mude, dem 
Hamburger Amtmann zu Emden geleistet; Burgen: 
Junge Haye Deddinghes und Everd Sickingh, Fokko 
Ukenas Schwiegersohn, 122. — Deiter, Drk. aus 
Pewsum v. J. 1466, 125. — Sudendorf, Wo lag der 
Hof Wenre? 126. — van Rensen, Urkundliche Bei- 



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208 

Seite 
tr&ge zur Geschichte des Enno-Denkmals in der 
Grossen Kirche zu Emden, 126). 
VI I 1884. 

Bartels, Ubbo Emmius und seine Rerum Frisicarum 

Historia (mit Portrat) 1 

Deiter, Des Ubbo Emmius Itinerarium (1576—1578) 37 

Kohlmann, Dreizehn Briefe des Ubbo Emmius ... 68 

Schweckendieck, Zur Geschichte von Emdens Handel 

und SchiffahrtH 85 

Herquet, Das Archidiakonat von Friesland Miinster- 

scher Diocese 107 

Kleinere Mitteilungen (Friedlaender, Urkunde vom ll.Marz 
1491 betr. Larrelt, S. 115. — Deiter, Eberhard Justus 
vom Appell 1636—1700, S. 116. — Bartels, 1st 
Re si us der Verfasser des Abendmahlsliedes : Christ 
wy dancken dyner giidt? S. 120. — Bartels, Alberti 
Seba Rerum Naturalium Thesaurus, S. 123. — Bartels, 
Eine ungedruckte Nachricht, die Ulrichs-Schule in 
Aurich betr., S. 124). 
VI 2 1885. 

de Vries, die Gebriider Harkenroht 1 

Bartels, Zur geschichtlichen Orientierung iiher die recht- 
liche Natur der Kirchenlasten in den ostfr. Land- 
gemeinden und ihren Zusammenhang mit dem 
Prediger-Wahlrecht 51 

Bunte, tlber David Fabricius I 91 

van Rensen, Die Kommerzkammer in Emden wahrend 

der franzos. Zeit 129 

Herquet, Der kaiserliche Lehenbrief fur Ostfriesland 

von 1454 noch einmal 149 

Kohlmann, Die Renaissancedecke im Schlosse zu 

Jever 165 

Kleinere Mitteilungen (de Vries, 20 Urkunden aus einem 
Buss- u. Bruchebuch des Emder Amtmanns Jarch 
Boelsena, S. 177. — Holtmanns, Genealogie der 
Familie Deteleff, S. 185. — Deiter, Ein Brief des 
Pastors Chr. Lauffer an den Kanzler Brenneysen, 
S. 188). 



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209 

Seite 

VII I 1886. 

Schweckendieck, Zur Geschichte von Era dens Handel 

und Schiffahrt in 1 

Liebe, Ein Briichteregister des Amtes Emden aus dem 

15. Jahrh 19 

Bunte, Uber David Fabricius II 93 

Bartels, Uber Tiadens „Gelehrtes Ostfriesland" und die 

litterarischen Arbeiten von Joh. Conrad Freese . . 131 

Holtmanns, Genealogieen ostfriesischer Familien I (ter 

Braeck) 152 

Kleinere Mitteilungen (van Rensen, Seewurf als „Havarie 
grosse" zu Anfang des XVI. Jahrh., S. 169. — 
— de Vries, Aus dem J. 1757, 170. — Kohlmann, 
Nachtragliches zum Emder Silberschatz, 173). 

VII 2 1887. 

Schnedermann, Berichte eines Gesandten der Stadt 
Emden am franzos. Hofe zur Zeit der Wasser- 

geusen 1 

Bunte, Uber David Fabricius II (Schluss) 18 

Starcke, 1st Emden der Geburtsort des Malers Ludolf 

Backhuyzen? (mit Portrat) 67 

de Vries, Heinrich Bernhard von dem Appell . . . . 73 
Bartels, Beitrage zur ostfries. Reformations-, Kirchen- 
und Litteraturgeschichte: I. Briefe, die ostfr. 
Reformation betr. II. Ostfriesland betr. Briefe und 
Excerpte aus Briefen Michael Walthers. III. Briefe 
betr. Brenneysens ostfr. Historie und Landes- 

verfassung 104 

Kleinere Mitteilungen (Schnedermann, Wiees vor 150 Jahren 
im Hause einer gut situierten Emder Kaufmanns- 
Familie aussah, S. 129. — Bunte, Uber Dr. Claes 
Saschers, 146. — Starcke, Anzeige von dull, das 
Amt der Goldschmiede zu Wismar, 149.). 

VIII I 1888. 

Bunte, Ueber David Fabricius III 1 

Bartels, Entstehung und Dotation der ostfries. Land- 

schulen 41 

Holtmanns, Genealogieen ostfr. Familien II (von Clooster) 56 



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210 

Seite 
Kleinere Mitteilungen (de Vries, Zur Geschichte der Stadt 
Papenburg, S. 66. — Bartels, Aus Bernh. Elsenii 
geschriebenen Anmerkungen bei des Pauli Eber Calen- 
dario historico de Anno 1582, 78. — Bartels, Eine 
Verordnung der Furstin Christine Charlotte vom 
J. 1678, das Schulwesen und die Katechisation 
betr., 82. — Bartels, Eine selbstbiographische Skizze 
des Kanzlers Brenneysen, 85. — Liebe, Copie einer 
ostfries. Lehensurkunde fur Folef zu Innhausen 
v. J. 1505 nebst Transfix, 87. — van Rensen, Beitrag 
zur Miinzkunde Ostfrieslands, 89. — Kohlmann, 
EmdenimJ. 1617, 95. — de Vries, Grabinschriften 
aus der GrossenKirche zu Emden, 98. — Hermann, 
Aus Emdens pharmazeutischer Vorzeit, 100. — Kohl- 
. mann, Urteil eines englischen Di enters aus dem 
16. Jahrh. iiber Emdens Bedeutung, 102). 
Ftirbringer, Der Max-Clemens-Kanal und sein Erbauer 

Kurfurst Clemens August von Koln, Bischof zu Munster 103 

VIII 2 1889. 

Fabricius, Die von Derschausche Bibliothek in Aurich 
nebst urkundlichen Nachtragungen zu von Derschaus 
Lebensbeschreibung (mit Portrat) . . 1 

Kleinere Mitteilungen (Starcke, Ludolf Backhuyzen, 
S. 149. — Bartels, Ein Kuriosum aus der Norder 
Reformationsgeschichte, 151. — Bartels, Zur 
Geschichte der Wiedertaufer in Ostfriesland, 158. 
— Bartels, Zwei Briefe Petrus Medmanns, 162). 

IX I 1890. 

Herquet, Geschichte der Insel Norderney in d. J. 

1398—1711 1 

Bunte, Ueber Johannes Fabricius 59 

Bunte, Der sogenannte Plitenberg bei Leer .... 78 
Germelmann, Mitteilungen fiber die bei Herstellung der 
Kanalisation in Emden 1885-1887 gemachten 

Ausgrabungen 89 

Kleinere Mitteilungen (Schnedermann, Die Schulden der 
Stadt Emden um 1581, S. 97. — Schnedermann, 
Wertsendungen vor 300 Jahren, 100. — van Ren- 



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_ 211 _ 

Seite 
sen, Beitrag zur Geschichte des alten Leuchtturms 
zu Borkum und des sog. ostfriesischen Lasten- 
geldes, 103. — de Vries, Das Schicksal eines Ma- 
donnenbildes aus der Grossen Kirche in Emden, 
105. — Bartels, Anzeige von Blok, Studien over 
Friesche toestanden in de middeleeuwen, 106). 

IX 2 1891. 

Bartels, Einiges fiber Brenneysens Studien und litera- 

rische Entwiirfe zur ostfriesischen Geschichte ... 1 

Bunte, Uber Johannes Molanus 12 

Holtmanns, Genealogien ostfriesischer Familien III (von 

Werdum) 47 

Kleinere Mittheilungen (Starcke, Der Altarschrein in der 
Lambertikirche in Aurich (mit Lichtdruck), S. 67. 
— Prinz, Mirabeau uber Ostfriesland, 73. — Bunte, 
tfber das im Do Hart untergegangene Kirchdorf 
Torum, 86. — de Vries, Zur Geschichte der Klunder- 
burg in Emden, 90. — Schnedermann, Vier Brief e 
von der Grafin Anna und ihrem Sohn Edzard, 93. — 
Schnedermann, Zur Miinzkunde 1584, 96. — 
Bartels, Notiz, vermutlich zur Geschichte der Em der 
Rustkammer, 96. — Bartels, Volksaberglaube 
im 17. Jahrh., 98. — Thomsen, Zum Holtlander 
Miinzfund, 101. — Bunte, Berichtigung zu dem 
Aufrufe fiir das Fabricius-Denkmal, 103). 

X I 1892. 

Bartels, Zur Erinnerung an Director Dr. Schweckendieck 1 
Bunte, Ueber den Gtiterbesitz der Kloster Fulda, Werden 

und Korvei in den altfriesischen Gebieten .... 11 
Bunte, Ausfuhrliche Untersuchungen uber die auf Fries- 
land sich beziehenden traditiones Fuldenses I . 29 
Prinz, Urkundliches zur ostfriesischen Geschichte (1003 

bis 1491) 50 

Prinz, Ueber Emdens Namen und alteste Geschichte . 61 
van Rensen, Das Grimersumer Haus zu Leer. Mit- 
teilungen uber die hauslichen Yerhaltnisse und den 
landwirtschaftlichen Betrieb eines Bewohners desselben 
im XVI Jahrh 88 



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212 

Seite 
Kleinere Mitteilungen (Bunte, der Geburtsort des Werdener 
Monches Uffing, S. 118. — Ueber gorte, latinis. 
corta, 118. — Der Plitenberg und die Bedeutung ' 
dieses Namens, 119. — Die alteste Bezeichnung fur 
Norden, 119, — Ueber Mentersaten und Mor- 
saten, 120. — Ueber Emisgahe und Ostroh, 

121. — van Rensen, Zur Miinzkunde Ostfrieslands, 

122. — de Vries, Eigenhandiger Brief des Ostfrie- 
sischen Fiirsten Georg Albrecht, 123. — Pannen- 
borg, Friedrich der Grosse an den Ostfriesischen 
Kammerprasidenten Lentz iiber Streitigkeiten unter 
den Direktoren der Asiatischen Handlungskom- 
pagnie zu Emden, 124. — de Vries, Briefe iiber den 
feindlichen Einfall der Konflanser in Emden, 126. — 
de Vries, Zwei eigenhandig unterzeichnete Dankschreiben 
Friedrich Wilhelms III, 130. — Suur, Zwei Briefe von 
Jakob Grimm an Amtmann Hemmo Suur zu Norden, 
131. — Laarmann, Ueber das bei Roggenstede unter 
der Erde gefundene Schiff , 134. — Ritter, Urnen- 
fund bei Norden, 137. — Houtrouw, Blok Sehie- 
ringers en Vetkopers, Anzeige, 140. — Starcke, Die 
Einrichtung eines Emder Patrizierzimmers aus 
dem Beginn des XVII Jahrh. im Gebaude der Gesell- 
schaft, 142. — Hermann Allmers, Ein Friesengruss 
und ein Friesenlied, 159). 

X 2 1893. 

Ostfriesische Volks- und Rittertrachten um 1500 aus 
dem Manningabuche (mit 17 Tafeln, Portrat des 
Unico Manninga u. 4 Blatt Facsimile). 

XI I und 2 1894/5. 

Franz, Ostfriesland und die Niederlande zur Zeit der 

Regentschaft Albas 1567—1573 1 

Bunte, Ausfuhrliche Untersuchungen iiber die auf Fries- 
land sich beziehenden traditiones Fuldenses II 83 

Sundermann, Die Ostfriesen auf Universitaten I (Bo- 
logna, Koln, Erfurt) 106 

Wagner, Zur Geschichte der Besitznahme Ostfries- 
lands durch Preussen 137 



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213 

Seite 
Liipkes, Erganzungen zu J. ten Doornkaat Koolmans 

Worterbuch der ostfriesischen Sprache 157 

Hopken, Zur Baugeschichte der Grossen Kirche in Em- 
den (mit e. Tafel) , 172 

Franz, Ostfriesland und die Niederlande zur Zeit der 

Regentschaft Albas 1567-1573 (Forts, u. Schluss) . 203 
Zur Erinnerung an J. ten Doornkaat Koolman . . . 399 
Kleinere Mitteilungen (I. Bunte, Uber die Morsaten; iiber 
die palus Emisgoe oder die Eddenriede; uber die 
Namen Wester emden, Emden, Muiden, Mude, ter 
Muiden, Leimuiden; iiber das Landgut Merthen 
und angebliche andere Besitzungen desKlostersKor- 
vei in Friesland, sowie iiber Fenkiga, Hesiga und 
Sahslingun, S. 409. — II. Bartels, Ostfriesische 
Studenten auf der Universitat Basel, S. 421. — 

III. Bartels, Notizen aus der Pestzeit, S. 429. — 

IV. Schnedermann, Statistisches aus der Pestzeit. — 

V. Offener Klage- und Drohbrief des Waldrik 
Wildriksen von Appingedam gegen Graf Edzard II 
und seine Amtleute, 1566, S. 429. — VI van 
Rensen, Zur Topographie der Stadt Emden (Die 
Geusenherberge „Gulden Fontein"), S. 433. — VII 
de Vries, Notiz betr. die Schlacht bei Jemgum 
1568 aus Protokollen des Kirchenrats der Grossen 
Kirche zu Emden, S. 438. — VIII Sundermann, Zur 
Vervollst&ndignng der Fabricius-Litteratur (Inschrift 
der Votivtafel auf Hinrich Fabricius, Sohnlein des 
Pastors D. Fabricius, im Chorende der Kirche zu Rester- 
hafe), S. 439. — IX Ostfriesische Gedenkzeichen in 
den Niederlanden, S. 440). 

Franz, Ostfriesl. u. d. Niederl. etc. Nachtrage u. Be- 

richtigungen (mit Croquis von Heiligerlee) . . . 463 
XII I und 2 1896/7. 

Pannenborg, Eilard Loringa und seine Genealogien . . 1 

Starcke, Die Coninxloo's in Emden 36 

Sundermann, Die Ostfriesen auf Universitaten II. 

(Rostock) 48 

Kleinere Mitteilungen (I. Bunte: 1. Ueber die angebliche 



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214 



Schlacht bei Nor den in Ostfriesland, im Anfange des 
12. Jahrhunderts. 2. Deber einen angeblichen Untergau 
des Nieder-Emsgaus. 3. Ueber drei angeblich f rie- 
sische Ortschaften. 4. Ueber den ehemaligen 
Gtiterbesitz der Kloster P 6 hide und Elten in frie- 
sischen Gebieten. 5. Ueber die Insel Ganc und die 
villa Witmundhem. 6. Ueber den Ortsnamen 
Kollinghorst, S. 138. — II Klinkenborg, Einige 
Bemerkungen zur tlberlieferung der Gesta abbatum 
Orti s. Marie, S. 151. — III Wagner, Das Grun- 
dungsjahr des Franziskanerklosters und eine 
Walburgis-Kirche in Emden, S. 158. — IV de Vries, 
Ummeborch, Gareborch, Ouersteborch S. 160. 

— V Liebe, Drei Actenstucke zur Blockade Em dens 
durch die Wassergeusen im Jahre 1585, S. 161. 

— VI de Vries, Der Vater des David Fabricius, 
S. 166. — VII de Vries, Schreiben des Landsknechts 
Hans Bloemhoff aus der Zeit des dreissigjahrigen 
Krieges an Btirgermeister und Rat der Stadt Emden, 
S. 171. — VIII Besoldungsklage eines Predigers 
in der zweiten Halfte des XVII. Jahrhunderts, S. 172. 

— IX Dirksen, Ostfriesische Rechtssprichworter, 
S. 175. — X Anfrage betr. Schrift Ulr. v. Werdums, 
S. 180. — Bericht iiber das bei Westerhusen gefun- 
dene Diadem, nebst Abbildung, und iiber den Miinz- 
fund von Dietrichsfeld bei Aurich, S. 184). 



Im September 1897, 



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Rest eines friesischen Diadems (Pael), 

gefunden bei Westerhusen, Kr. Emden. 



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